Juliregen

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2011, Titel: 'Juliregen', Originalausgabe

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65

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Aho Aho
Spannungsfreier Abschluß der Ostpreußen-Trilogie

Buch-Rezension von Aho Aho Jun 2011

Im Jahr 1887 lebt das Ehepaar Fridolin und Lore von Trettin in Berlin, mittlerweile hat das Ehepaar zwei Kinder. Fridolin ist immer noch im Bankhaus Grünfelder beschäftigt und hat es dort bis zum Vizedirektor gebracht. Direktor Grünfelder und sein Schwiegersohn Emil Dohnke unterbreiten dem jungen Graf Trettin ein verlockendes Angebot, um so selbst einen schweren Fehler, den die beiden begangen haben, wieder auszubügeln. Sie haben Baron Klingenfeld einen hohen Kredit bewilligt. Allerdings erwiesen sich die zur Sicherheit hinterlegten Schmückstücke als Fälschungen und der Baron ist auf und davon. Es bleibt nur dessen heruntergewirtschaftetes Gut. Doch käme es zur Versteigerung müsste das Bankhaus schwere Verluste einstecken. Trettin soll das Gut nun zu besonderen Bedingungen kaufen. Fridolin ist nicht abgeneigt, zumal das Gut ganz in der Nähe des Besitzes der befreundeten Komtess Nathalia Retzmann liegt.

Unverhofft taucht sein Neffe Ottwald von Trettin in Berlin auf. Er braucht dringend Geld. Ein Brand auf Gut Trettin hat großen Schaden angerichtet, aber aufgrund der Geldnöte war die Feuerversicherung nicht bezahlt worden. Doch Fridolin weist den Verwandten ab.

Verbittert findet dieser Unterschlupf bei Ermingarde Klampt und ihren Kindern. Diese wohnen ebenfalls unter eher ärmlichen Verhältnissen in Berlin. Ermingarde hegt einen großen Groll gegen Fridolin und Lore. Beide waren maßgeblich daran beteiligt, Nathalia vor dem Einfluss der raffgierigen Verwandten Klampt zu schützen. Der Hass vereint die Parteien und gemeinsam schmieden sie düstere Rachepläne.

Während Fridolin mit der Abwicklung des Gutserwerbs beschäftigt ist, verbringt Lore mit ihren Kindern und Nathalia den Sommer auf deren Gut Steenbrook. Sie genießen die freundschaftlichen Beziehungen zum benachbarten Graf Nehlen und seinen Neffen. Niemand ahnt etwas von den Intrigen, die die bösartige Verwandtschaft in Berlin gegen sie planen.

Mit Juliregen liefert das bekannte Autorenehepaar Iny Lorentz den letzten Teil der Ostpreußen-Trilogie. Die vorkommenden Charaktere sind dem Leser zumeist aus den ersten beiden Bänden bekannt. Da Juliregen in sich abgeschlossen ist, ist die Kenntnis der beiden Vorgänger nicht zwingend, aber trotzdem empfehlenswert.

Trivialer Unterhaltungsroman in historischer Zeit

Die Hauptprotagonisten Fridolin und Lore wirken erwachsen und besonnen. Einzig Komtess Nathalia hat ihren jugendlichen Dickkopf noch nicht ganz abgelegt, obwohl sie sich mittlerweile im heiratsfähigen Alter befindet. Lore wacht streng über ihren Schützling, die sich des Öfteren durch ihr zügelloses Temperament mit ihren Bekanntschaften am Rand der Etikette bewegt. Familie Grünfelder und Emil Dohnke spielen diesmal eine eher untergeordnete Rolle.

Ebenfalls wieder mit von der Partie ist die Edelbordellbesitzerin Hede Pfefferkorn, mittlerweile verheiratet und ebenfalls Mutter. Obwohl das "le Plaisir" diesmal nicht so ein wichtiger Schauplatz ist wie im zweiten Teil der Trilogie, spielen sie und ihr zwielichtiger Ehemann in Handlungsverlauf eine tragende Rolle. Hauptschauplätze des dritten Romans sind neben Berlin die Gutshöfe in der Nähe von Bremen.

Braves Bürgertum trifft auf durchtriebene Schurkerei

Wie bereits aus den Vorgängern bekannt liegt auch der Abschluss der Trilogie dem gleichen Schema zugrunde. Die stets sympathisch wirkenden Fridolin und Lore stehen der Bösartigkeit der missgünstigen Familie gegenüber. In der Nebenhandlung kann der Leser die Erkenntnisse des farblos erscheinenden Detektivs, der im Auftrag des Bankhauses Grünfelder wegen des gefälschten Schmuckes ermittelt, verfolgen.

Der Roman ist in acht Teile mit Titel unterteilt, diese wiederum bestehen aus römisch durchnummerierten Einzelkapiteln. Am Ende des Buches findet sich ein übersichtliches Personenregister und ein kleines Fremdwortglossar.

Runder Abschluss der Ostpreußen-Trilogie ohne große Spannung

Leider kann der Abschluss der Trilogie von der Spannung her nicht so gut überzeugen wie die beiden Vorgänger. Der Roman plätschert eher so vor sich hin, erscheint an manchen Stellen sogar eher langatmig. Vom sprachlichen Stil ein typischer Iny Lorentz, aber es gibt spannendere Romane des Autorengespanns.

Juliregen

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Letzte Kommentare:
04.01.2013 09:28:20
Nastja

Ich habe diese Trilogie mit grossem Interesse gelesen, gelesen wäre dabei ein nicht ausreichendes Wort, ich habe diese Bücher verschlungen. Alle Bänder sind total schön aufgebaut und leicht zu lesen, man konnte alles mitfühlen und mitfiebern mit Lore und ihren Freunden. Auch sehr viel an geschichtlichen Aspekten enthalten.

Total toll! Daumen hoch!

16.10.2012 13:07:49
Schnagg

So, nun endlich ward es vollbracht. Das letzte Band der Ostpreußentrilogie wurde von mir ausgelesen.
"Dezembersturm" (I/III) war langatmig u. ohne großartigen historischem Aspekt, wenn auch angereichert mit Familientragödien ohne Ende.
"Aprilgewitter" (II/III) gewann an Fahrt u. der historische Hintergrund nahm zu.
"Juliregen" (III/III) nun war sehr zäh. Ich erwischte mich dabei immer wieder auf die Seitenzahlen zu linsen gemäß dem Motto "wann ist es vorüber" (700 Seiten).
Da ich von Band II angenehm überrascht war freute ich mich auf das letzte Band. Es war aber ziemlich langweilig. Die Figuren wie eh u. jeh, auch wenn sie nun älter geworden sind. Nathalie frech wie immer, Lore herzallerliebst wie immer u. dann natürlich die Schurken fies wie immer. Mir war das ganze Band auch zu schnulzig. Einfache Schreibweise, durchschnittliche Story. Ich werde die Trilogie nicht weiterempfehlen. Es wird mich jedoch nicht daran hintern weitere Romane des Autorenpaares zu lesen, denn ich weiß ja sie können auch anders. Jedem darf mal gegönnt werden zu experimentieren :-)

04.01.2012 10:57:47
PrinzessinPing

Nachdem der Dezembersturm so gar nicht mein Fall war und ich nicht zweieinhalb Bücher ungelesen in die Tonne . . . wollte, hat mir das Aprilgewitter schon sehr gut gefallen, der Juliregen war dann aber der beste Band der Trilogie. Lore ist Ende zwanzig, Nathalia endlich siebzehn, Mary gehört mit ihrem Schneidergeschäft in der Leipziger zum Establishment, Fridolin ist Vize-Banker und das (peinliche) preußische Militär kriegt ganz schön eins auf die Pickelhaube. Gereist wird viel, Berlin - Bremen mit den naheliegenden Gütern und dann zum Ende auch noch mal nach Trettin, wobei das dortige, von Malwine inszenierte Geschehen mehr als vorhersehbar war.
Ich war begeistert und könnte mir diese Trilogie gut als Soundsovielteiler im Fernsehen vorstellen.
Ein Freund von Iny Lorentz werde ich aber trotzdem nicht werden.