Hexengold

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2011, Titel: 'Hexengold', Originalausgabe

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64

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Jkk Jkk
Verschenkte Spannung

Buch-Rezension von Jkk Jkk Mai 2011

Kurzgefasst:

Deutschland, zehn Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges: Eigentlich könnte die ehemalige Wundärztin Magdalena mit ihrem geliebten Eric ein glückliches Leben in Frankfurt führen, wo er sich als Kaufmann etabliert hat. Doch da erfährt sie, dass ihr Mann ihr offensichtlich Nachrichten über ihre verschollene Familie in Königsberg verheimlicht hat. Gründet ihr ganzes Glück auf einer Lüge? Als Eric spurlos verschwindet und Magdalena plötzlich mittellos dasteht, macht sie sich auf nach Königsberg, um das Geheimnis ihrer Familie zu enthüllen und damit auch Erics Vergangenheit auf den Grund zu gehen.

 

Die rote Magdalena ist zurück und kämpft wieder einmal um ihre Liebe. Denn zehn Jahre nach dem Ende des 30jährigen Krieges lebt sie mit ihrem Eric in einem stattlichen Kaufmannshaus und die Geschäfte laufen gut. Ihre gemeinsame Tochter Carlotta ist nicht nur in kaufmännischen Angelegenheiten bewandert, sondern auch in der Wundheilkunst, sehr zur Freude ihrer Mutter. Es könnte alles so schön sein, wenn Eric mit der Zeit nicht immer zurückhaltender und geheimniskrämerisch würde. Als dann auch Vinzent, Erics Vetter und Geschäftspartner, tödlich verunglückt und daraufhin dessen Frau Adelaide auf die Straße gesetzt wird, verschwindet Eric plötzlich. Angeblich ist er auf einer Handelsreise nach Italien unterwegs, doch Magdalena ist misstrauisch geworden. Sie hat Hinweise dafür gefunden, dass er nach Königsberg unterwegs ist, seine und ihre alte Heimat. Die Stadt, in der ihre Familien gelebt haben, bevor sie aus einem Streit heraus Königsberg verlassen mussten. Hat seine Reise etwas mit dem alten Familiengeheimnis zu tun? Doch dann klopfen auch bei Magdalena die Gläubiger an die Tür. Sie verliert ihr Heim. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, beschließt sie gemeinsam mit Carlotta und Adelaide ihre Sachen zu packen und ihrem Mann hinterher zu reisen.

Heidi Rehn bleibt sich und ihrem Stil auch im zweiten Teil ihrer Bernstein-Trilogie treu. Und das ist leider nicht immer gut.

Wer den ersten Band Die Wundärztin nicht kennt, braucht keine Angst haben, dass der zweite Teil nicht verstanden werden kann, denn dem ist nicht so. Vergangene Geschehnisse bindet Rehn geschickt in den Lesefluss ein und erleichtert so das Verständnis. Und es gelingt ihr auch wieder außenordentlich gut, das Umfeld während Magdalenas Wanderschaft durch ein noch immer von Krieg gezeichnetes Land vorstellbar zu beschreiben. Man sieht die Zerstörungen, aber auch den eisernen Willen, die Städte wieder zu altem Glanz zu führen. Das Streben der Menschen nach einem Neuanfang ist beinahe greifbar. Darin liegt eindeutig Rehns Stärke. Mit solchen Beschreibung bindet sie den Leser, den sie geschickt in die Welt des 17. Jahrhunderts führt.

Und ewig grüßen die Bernstein-Augen

Ein weniger glückliches Händchen hat sie bei ihren Charakterstudien. Sie verfolgen einen beinahe: diese smaragdgrünen Augen. Ebenso wie das wallende rote Haar und das spitze Kinn. Wer nach den ersten Zeilen vergessen haben sollte wie Magdalena aussieht, bekommt regelmäßig eine erneute Beschreibung geliefert. So sind die Beschreibungen nicht nur auslandend, sondern sie wirken auch sehr aufgesetzt, als würde die Autorin dem Leser nicht zutrauen, sich die Figuren und ihre Umwelt vorzustellen.

Die Frage danach, was Magdalena an Eric findet, vertieft sich mit jeder Zeile. Während Eric zu Beginn nur sehr vage und blass dargestellt ist, wird er zunehmend unsympathischer, arrogant und intrigenhafter. Es lässt sich einfach nichts lieblich, faszinierendes oder anziehendes an ihm finden. Es bleibt ein Rätsel, was Magdalena in ihm sieht, aber warum ihr Glaube an ihn beinahe unerschütterlich ist.

Die einzig wirklich klare Figur in diesem Roman ist Magdalenas Base Adelaide. Sie hat menschliche Züge. Sie schwankt zwischen Selbstsucht und Zuneigung für Magdalena. Man weiß nie wie weit sie gehen würde, um ihren gesellschaftlichen Stand zu halten. Gerade bei ihr wünscht man sich, mehr zu erfahren. Denn das, was Rehn dem Leser verrät, bewegt und ist packend. So spannend, dass man es nicht erwarten kann, ihren Weg weiter zu verfolgen. Bleibt zu hoffen, dass für sie noch Platz im dritten Teil ist.

 

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Letzte Kommentare:
02.01.2012 16:41:55
Liselotte Krebs

Ich bin Norwegin, und mir gefällt dieser Roman sehr gut. Ich lerne viel über Deutschland in der Zeit dem 30-jährige Krieges. In diesem Buch ist Eric beschrieben als ein sehr unsympatischer Mensch. Heidi Rehn erzählt ins nie warim Eric sich so verändert hat. Magdalenas Base, Adelaide, ist sehr gut beschrieben.
Das Schicksal der beide Frauen erzählt viel von der Bedingungen und Leben Frauen an dieser Zeit.
Ich warte auf Band 3.
Für Ausländerinnen ist die Sprache gut und einfach zu verstehen.

21.07.2011 07:23:05
Zabou1964

Zehn Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg hat es Magdalena, Eric und deren Tochter Carlotta nach Frankfurt am Main verschlagen. Eric hat das Erbe eines Onkels angetreten und gemeinsam mit seinem Vetter Vinzent dessen Kontor übernommen. Als Vinzent nach einem Überfall ums Leben kommt, ziehen dessen Frau Adelaide und deren Sohn Mathias zu der kleinen Familie. Die Base ist kein umgänglicher Mensch und macht Magdalena das Leben schwer. Zudem muss sie erfahren, dass ihr geliebter Eric ihr einige entscheidende Details über ihre Familie verschwiegen hat. Eric bricht zu einer Handelsreise auf und Magdalena reist ihm hinterher, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Da mir bereits der erste Teil dieser Reihe, „Die Wundärztin“, sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Ebenso spannend und bildhaft erzählt die Autorin Magdalenas Geschichte weiter. Der Handlungsort ist zunächst Frankfurt am Main in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Später führt das Schicksal Magdalena und ihre Gefährten über Thüringen, Sachsen und Polen bis nach Königsberg. Die Städte und Landschafen sind so liebevoll beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, an Magdalenas Seite zu reisen.

Die Charaktere, allen voran die Base Adelaide, sind sehr gut dargestellt. Die Autorin legt großen Wert darauf, die Figuren mehrdimensional zu beschreiben – niemand ist nur böse oder nur gut. Dabei lässt sie den Leser auch über die Beweggründe für deren Handeln nicht im Unklaren. Frei nach dem Motto des Romans „Niemand ist der, den man seit langem zu kennen meint“ erwarten den Leser einige Überraschungen bezüglich der Charaktere.

Der Autorin gelingt es mühelos, die Spannung über die gesamten 752 Seiten zu halten. Es fiel mir ausgesprochen schwer, die Lektüre zwischendurch zu unterbrechen. Das Schicksal der einzelnen Figuren hat mich sehr bewegt. Wie ich mittlerweile erfahren durfte, wird es auch noch einen dritten Band um die Wundärztin Magdalena geben. Auf diesen bin ich bereits sehr gespannt.

In einem Nachwort erklärt die Autorin die Lebensumstände nach dem Dreißigjährigen Krieg. Dies und ein Glossar am Ende des Buches dienen dem Verständnis. Obwohl dieser Roman eine Fortsetzung ist, kann man ihn auch ohne vorherige Lektüre des ersten Teils lesen. In geschickten Rückblenden erklärt die Autorin die Vorkommnisse im ersten Band.

Fazit:
Mit „Hexengold“ ist Heidi Rehn eine äußerst spannende und bildhafte Fortsetzung von „Die Wundärztin“ gelungen.

31.05.2011 19:17:39
Bratmax

Mit HEXENGOLD legt Heidi Rehn ihren zweiten Roman um Magdalena vor. Mir gefiel der Roman besser als DIE WUNDÄRZTIN, hier gibt es deutlich weniger "Kitsch", trotzdem ist es wieder ein Roadmovie, von Frankfurt nach Königsberg. Die Autorin vertieft die Vergangenheit von Eric und Magdalena, der Schreibsti ist einfach zu lesen. Nette Lektüre.