Das Geheimnis des letzten Moa

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2011, Titel: 'Das Geheimnis des letzten Moa', Originalausgabe

Couch-Wertung:

50
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Rita Dell'Agnese
Unspektakuläre Liebesgeschichte vor neuseeländischer Kulisse

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2011

Kurzgefasst:

Voller Vorfreude tritt Grace die lang geplante Neuseelandreise an. Doch das Wiedersehen mit ihrer Urlaubsliebe entpuppt sich als herbe Enttäuschung. Da kommt der Biologin die Zusammenarbeit mit der Professorin Suzan Almond sehr gelegen. Sie forscht über die Moas, die ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands. Ein dramatisches Ereignis scheint es in Suzans Leben gegeben zu haben. Sollte dieses Ereignis etwas mit Grace' Vergangenheit zu tun haben? Auf der Suche nach ihren Wurzeln stößt sie auf ein lang gehegtes Familiengeheimnis, dessen Folgen bis heute zu spüren sind...

 

Grace folgt ihrem Herzen, als sie nach Neuseeland aufmacht. Die deutsche Wissenschaftlerin hatte im Urlaub einen jungen Maori kennen gelernt, dem sie nun in seine Heimat folgen möchte. Doch Barry stellt sich als herbe Enttäuschung heraus. So will Grace ihren Aufenthalt in Neuseeland möglichst rasch beenden. Doch da ist noch die Professorin Suzan Almond, die mit Grace zusammen ein Buch über die Moas verwirklichen möchte und die enttäuschte junge Frau bei sich aufnimmt. Obwohl sich Grace der neugierigen Professorin gegenüber aggressiv und unnahbar gibt, bemüht sich Suzan Almond, Grace mit Geschichten von ihren Vorfahren zu fesseln. Grace beginnt, sich mit den Ereignissen in der Vergangenheit auseinander zu setzen und macht sich schließlich auf die Suche nach ihrer richtigen Mutter. Denn erst vor kurzem hat Grace erfahren, dass sie adoptiert wurde und ursprünglich aus Neuseeland stammt.

Langweilige Protagonistin

Dem Roman von Laura Walden kann durchaus ein gewisser Unterhaltungseffekt attestiert werden. Die Autorin packt hinein, das man sich gemeinhin unter den Elementen eines Liebesromans vorstellt. Dass man mit der überaus selbstgerechten und unfreundlichen Protagonistin Grace nicht so richtig warm werden will, schmälert allerdings den Effekt ein wenig. Spätestens nach dem dritten, vierten Zusammenstoß mit der - außergewöhnlich neugierigen - Professorin kommt gar ein Gefühl von genervt sein auf. Grace sonnt sich so stark in Selbstmitleid, dass sie als Hauptfigur des Romans arge Schlagseite bekommt und man mehr als einmal geneigt ist, das Buch wegzulegen. Daran ändert auch der smarte Bruder von Barry nichts, der Grace den Hof macht.

Schöne Familiensaga

Dass man bis zum Schluss dabei bleibt, ist also nicht auf der Erzählstrang um die zickige Deutsche zurückzuführen, sondern auf den zweiten Aspekt des Romans, die Familiensaga. Susan Almond erzählt ihrem Gast die tragische Geschichte ihrer Vorfahren, die sich von Generation zu Generation wiederholt, wenn auch mit veränderten Eckdaten. Obwohl auch hier recht dick aufgetragen wird und man sich da und dort fragt, ob es nun nicht zu viel des Guten - bzw. des Schlechten - ist, werden die Schicksale mit einer durchaus ansprechenden Atmosphäre geschildert. Hier ist auch etwas von der Kultur Neuseelands zu erfahren - im Erzählstrang mit Grace bleibt dies weitgehend ausgeklammert, wenn es nicht gerade den Reinfall Barry betrifft.

Wenig überraschende Momente

Grundsätzlich müssen die Leserinnen - Männer dürften schon aufgrund des Klappentextes weniger zu diesem Buch greifen - bei Das Geheimnis des letzten Moa weitgehend auf überraschende Wendungen und Momente verzichten. So bleibt der Roman eine unspektakuläre Liebesgeschichte, wenngleich die im Jahr 1883 beginnende Familiensaga etwas Würze in die Sache bringt. Laura Walden pflegt aber einen angenehmen Erzählstil, so dass sich der Roman recht flüssig liest.

Leider wurde beim Cover auf die bewährte Schiene mit Wasser im Vordergrund und Berge am Horizont gesetzt, was an sich wenig Einfallsreichtum beweist. Immerhin bringt das stilisierte Maori-Gesicht über der Autorenzeile einen gewissen Wiedererkennungswert der Romane von Laura Walden.

Das Geheimnis des letzten Moa

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