Die Korallendiebin

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Blessing, 2010, Titel: 'The Coral Thief', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Rita Dell'Agnese
Aus Liebe zum Dieb werden

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2011

Kurzgefasst:

1815: Der junge Medizinstudent Daniel Connor reist von Edinburgh nach Paris, um ein Jahr lang die Arbeit des berühmten Naturwissenschaftlers Georges Cuvier am Jardin des Plantes zu begleiten. In der Postkutsche trifft er auf eine geheimnisvolle Frau, deren Schönheit, Wissen und radikale Ideen ihn zutiefst beeindrucken. Als Daniel nach einem kurzen Schlaf am Ziel seiner Reise aufwacht, ist sowohl die Frau weg als auch sein größter Schatz: eine Koralle, ein Mammutknochen und zwei Notizbücher - alles Referenzen, die ihm Zugang zur renommiertesten Forschungsstätte seiner Zeit verschaffen sollten.

Fieberhaft sucht Daniel in den verwinkelten Straßen von Paris nach der geheimnisvollen Fremden, und er ist nicht der Einzige: Bei seiner Reisebekanntschaft handelt es sich nämlich um die Philosophin und Meisterdiebin Lucienne Bernard, der die französische Justiz seit Jahren auf den Fersen ist. Als sie erneut in Daniels Leben auftaucht, gerät er endgültig in ihren Sog und verliebt sich haltlos. Nun ist die Polizei auch hinter ihm her, und trotzdem wird er zu Luciennes Komplizen...

 

Daniel Connor aus Edinburgh hat es geschafft. Dank guter Leistungen bekommt er vom Professor seiner Universität ein Empfehlungsschreiben, das ihm die Türen zum Jardin de Plantes in Paris öffnen soll. Dort will der begeisterte Forscher Daniel Connor an der Seite des Naturwissenschaftlers Georges Cuvier arbeiten. Auf dem Weg nach Paris begegnet der unbedarfte Jüngling jedoch der geheimnisvollen Lucienne Bernard, die ihm sämtliche wissenschaftlichen Unterlagen und Objekte stiehlt. Auf der Suche nach seinen Effekten, ohne die ihm eine Mitarbeit im Jardin de Plantes nicht möglich ist, kommt Daniel der Meisterdiebin Lucienne näher. Sagt er sich zunächst, dass es nur darum geht, sein Hab und Gut zurück zu erhalten, verfällt er der faszinierenden Frau völlig. Für sie belügt er nicht nur den zwielichtigen Polizisten Jagot, sondern ist bereit, seine hehren Grundsätze von Ehrbarkeit zu verleugnen.

Diebin oder Revolutionärin?

Während sich Lucienne Bernard zunächst dem Leser als meisterliche Diebin präsentiert, die ohne Skrupel die Lebensgrundlage eines anderen Menschen zerstört, indem sie ihm das stiehlt, was er braucht, um Fuß zu fassen, gerät dieses Bild im Verlauf des Romans immer mehr ins Wanken. So wird bald klar, dass die Diebin von Leidenschaften getrieben ist, die ihren Ursprung durchaus im politischen Geschehen der Zeit hat, in der sie lebt. 1815 ist in Paris alles im Umbruch, ein Freigeist zieht ein, unabhängiges Denken kann sich entwickeln. Diese Zeit fängt die Autorin hervorragend ein. Mit großer Beobachtungsgabe schildert sie die Entwicklung, die auch von rücksichtslos vorgehenden Kräften nicht mehr aufgehalten werden kann. Lucienne Bernard , für die man schon als Meisterdiebin eine Bewunderung hegen kann, wird zu einer Symbolfigur der neuen Lebensart.

Leider mit einigen Längen

So feinfühlig der Roman ist, so kommt er doch nicht ganz ohne Längen aus. Diese müssen bewältigt werden, soll sich die ganze Stärke der Geschichte vor dem Leser ausbreiten. Es braucht aber einiges an Geduld, um bei der Sache zu bleiben, gibt es doch einige Passagen, in denen kaum etwas geschieht und die für ein reines Atemholen vor dem nächsten Höhepunkt zu ausgedehnt sind. Das wirkt sich auf den Lesefluss leider nachteilig aus. Da und dort wird auch deutlich, dass das Werk übersetzt worden ist. Es fehlt streckenweise an Sprachmelodie, die jedoch andernorts sehr schön gelungen ist.

Überzeugende Charaktere

Mit Lucienne Bernard, aber auch dem sich im Laufe des Romans verändernden Daniel Connor, hat die Autorin interessante und vielschichtige Charaktere geschaffen. Sie stehen in einer überzeugenden Verbindung zueinander und zeigen immer mehr Tiefe. Doch sind es auch die Nebenfiguren, die einiges zu bieten haben. Je besser man mit den einzelnen Protagonisten vertraut wird, desto besser kommt ihre sensible Ausgestaltung zur Geltung. Schön ist, dass Rebecca Stott darauf verzichtet hat, die Charaktere in Gut-Böse-Schemen zu pressen.

Gelungene Gestaltung

Erwähnung verdient die schöne, optische Aufbereitung des Romans. Nicht nur das durchaus ansprechende Cover, sondern auch die über den ganzen Roman verteilten Zeichnungen stellen einen klaren Mehrwert dar. So hält man mit Die Korallendiebin einen gut gelungenen Roman in Händen, dem der Einzug ins Spitzenfeld nur durch die in die Länge gezogenen Passagen verwehrt bleibt. Allerdings ist es auch ein Roman, der zwar mit humorvoller Nuance eine gewisse Leichtigkeit suggeriert, der aber von den Leserinnen und Lesern einiges an Aufmerksamkeit einfordert, will man die Ereignisse tatsächlich im richtigen Kontext sehen.

 

Die Korallendiebin

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Letzte Kommentare:
23.06.2011 22:17:24
Samuel Junk

Ich habe gerade erst angefangen zu lesen, doch scheint das Buch - oder die Autorin - viel an hintergrund wissen zu haben. Mir viel jenes bei dem Schotten auf, der bei Daniel die Papiere verlangte. Er trug ein Kilt. Die Engländer hatten den Schotten damals verboten Kilts zu tragen, doch dieser Schotte wiedersetzte sich einfach dem Bbefehl. Es kann natürlich auch sein, dass Stott davon gar nichts wusste und den Schotten nur im Kilt dastehen lässt, weil Schotten nun mal in Kilts bekannt sind. Es ist häufig so, dass man in leicht daher gesagt - oder geschriebene - Passagen, die der Autor nur dahersagt um Buchstaben auf sein Blatt zu kriegen, viel zu viel hinein interpretiert.
Vielleicht ist mir das auch gerade passiert.