Troubadour

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2009, Titel: 'Troubadour', Originalausgabe

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Jkk Jkk
Klirrende Schwerter und bewegende Poesie

Buch-Rezension von Jkk Jkk Mai 2011

Kurzgefasst:

Südfrankreich im 13. Jahrhundert. Elinor liebt Bertrand, den Troubadour, doch für ihre Eltern kommt eine solch unstandesgemäße Verbindung nicht in Frage. Sie haben sie mit einem älteren Adligen verlobt. Um der Hochzeit zu entgehen, flieht Elinor aus dem elterlichen Schloss und macht sich auf die Suche nach Bertrand. Unterdessen wird dieser Zeuge eines brutalen Mordes am päpstlichen Gesandten. Blutige Rache des Papstes ist gewiss, und Bertrand ahnt, dass es die verhassten Katharer treffen wird. Er muss seine Glaubensbrüder schnellstmöglich warnen. Als Elinor und Bertrand sich wiedersehen, wütet ein grausamer Krieg, der keinen Stein auf dem anderen, keine Menschenseele unberührt lassen wird...

 

Bertran de Miramont ist ein Zauberer der Worte, ein Mann, der es schafft, die Menschen in seiner Umgebung mit Poesie und Dichtung in eine andere Welt zu versetzen. Bertran ist ein Troubadour. Aber ist auch ein Andersgläubiger, ein Ketzer aus Sicht der katholischen Kirche. Als er den Mord an dem Zisterziensermönch und Papstlegaten Pierre de Castelnau beobachtet, ahnt er, dass sich etwas Schreckliches in Gang gesetzt hat. So reist Bertran fortan von Hof zu Hof um jene zu warnen, die sein Geheimnis teilen.

Die dreizehnjährige Elinor ist die Tochter des Fürsten von Sévignan im Süden von Frankreich. Schon lange ist sie in den Troubadour Bertran verliebt, doch weiß sie genau, dass ihre Eltern nie einer Verbindung zustimmen würden, denn ihr Vater hat längst einen passenden, standesgemäßen Bewerber ausgesucht. Elinor sieht nur einen Ausweg und beschließt, sich als Junge verkleidet einem Troubadour und seinen Spielmännern anzuschließen. Versteckt und doch immer mit der Furcht enttarnt zu werden, reist sie mit der Gruppe immer weiter ostwärts und sieht eine Welt im Wandel, während Bertran zum Soldaten wird und verzweifelt versucht zu retten, was nicht zu retten ist. So erleben beide, Bertran und Elinor, die Grausamkeit des Krieges, des so genannten Albigenserkreuzzug.

Historie hautnah

Mary Hoffman gelingt es von Beginn an, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Geschickt weiht sie die Leser ihn in Welt der Troubadoure ein, wem sie ihre Lieder widmeten, wie sie durch das Land reisen oder ihre Poesie große Hallen erfüllt. Es ist eine zauberhafte Welt, die sie zum Leben erweckt, aber auch eine grausame, denn mit demselben Sinn fürs Detail wie bei der Beschreibung ihrer Spielmänner geht sie beim Erzählen der Geschichte des Albigenserkreuzzuges und der Katharer vor.

Geschickt verknüpft sie reale Geschehnisse mit fiktionalen Figuren und erlaubt so einen tieferen Blick ins frühe 13. Jahrhundert. Tief und komplex, aber nicht so verstrickt, dass junge Leser das Interesse verlieren könnten. So ist ihr Roman zwar an jugendliche Leser gerichtet, doch auch Erwachsene werde ihre Freude an Hoffmans flüssiger, wie aus einem Guss geschriebener Geschichte haben. Denn sie hat eine klare, lebhafte und zuweilen impulsive Schreibweise, die sofort eine Verbindung mit dem Hauptfiguren zulässt. Man spürt den inneren Konflikt Elinors zwischen dem Wunsch, ihrem Vater zu gehorchen und ihrem Herzen, der Liebe zu Bertran zu folgen. So wächst sie mit jeder geschriebenen Zeile zu einer selbstbewussten und talentierten Dichterin heran. Der Weg, den sie einschlägt, birgt viele Überraschungen, und nicht immer ist auf Anhieb erkennbar, in welche Richtung es gehen wird. An Spannung mangelt es diesem Roman an keiner Stelle.

Doch auch gerade ihre Beschreibung des Massaker von Béziers, bei dem 20 000 Menschen ihr Leben verloren, bewegt und verstört zugleich. Zu präzise zeichnet sie das Bild. Aber gerade das spricht für die Autorin, die nicht versucht, etwas zu beschönigen, sondern nur mit Hilfe fiktionaler Charaktere Historie erzählt. Und das gelingt ihr wirklich gut.

Ein schöner Zusatz für jugendliche Leser ist die im Anhang eingefügte Karte, die hilfreich ist, um die Bewegungen des Spielmannzuges oder des Kreuzzuges leichter nachzuverfolgen und um die Orientierung zu behalten. Das gleiche gilt für die Liste der historischen Personen und die Begriffserklärungen. Eine packende Geschichte mit viel Historie und Charme.

 

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