Die Herrin der Paläste

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2011, Titel: 'Shadow Princess', Originalausgabe

Couch-Wertung:

79

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Birgit Stöckel
Ein zum großen Teil fesselnder und exotischer Roman (nicht nur) über den Bau des Taj Mahal

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Apr 2011

Kurzgefasst:

Der Tod seiner geliebten Frau stürzt den Mogulkaiser Jahangir in tiefste Verzweiflung. So bürdet er seiner Tochter Jahanara alle Pflichten auf, die der Hof und das Mogulreich abverlangen. Während er das grandiose Grabmal, das Taj Mahal, bauen lässt, muss Jahanara lernen, den Hof zu beherrschen und die Fäden der Macht in der Hand zu behalten. Und ihr eigenes Glück? Die junge Prinzessin liebt den Fürsten Najabat, aber ihre Gefühle für ihn muss sie verheimlichen. Der Kaiser will, dass sie nur ihm dienen soll. Zwischen Glanz und Einsamkeit der Frauengemächer muss Jahanara ihren Weg finden.

 

Burhanpur, Indien 1631: Mumtaz Mahal, die Lieblingsfrau Shah Jahans, stirbt bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes und stürzt ihren Mann damit in tiefe Trauer und Verzweiflung. Er zieht sich zunächst von allen Regierungsgeschäften zurück und ist auch später nie wieder mit ganzem Herzen dabei. Seine wichtigste Stütze ist dabei seine älteste Tochter Jahanara, auf die er sich verlässt und deren Rat er schätzt, auch wenn sie ihm zuliebe auf ihr Glück verzichten muss, denn er hält das Heiratsgebot für Mogulprinzessinnen aufrecht. Vor allem aber beginnt er mit dem Bau eines gigantischen Grabmals, das Jahrhunderte später UNESCO-Welterbe werden wird: Das Taj Mahal.

Informativer und interessanter Erzählstil

Im dritten Teil der Taj-Trilogie stellt Indu Sundaresan neben dem Leben Prinzessin Jahanara auch den Bau des Taj Mahals in den Mittelpunkt. Immer wieder sind Kapitel eingestreut, die über den Bau dieses Grabmals berichten und es so Stück für Stück vor den Augen des Lesers entstehen lassen.

Der Hauptteil des Buches wird aus Sicht von Prinzessin Jahanara geschildert, die mit siebzehn, nach dem Tod ihrer Mutter, deren Platz im Harem ihres Vaters einnimmt. Doch es gibt auch Abschnitte, die aus anderer Perspektive erzählt werden und so zum einen neue Sichtweisen eröffnen als auch von Ereignissen berichten, von denen Jahanara nichts weiß. Indu Sundaresan breitet ein breites Spektrum über die damaligen Lebensumstände der Kaiserfamilie und politischen Ereignisse aus: Von den Trauer- und Bestattungsritualen über die Stellung der Frau und der Tatsache, dass sie durchaus über Macht verfügten bis hin zu den Intrigen und Rivalitäten besonders unter den Geschwistern. Schließlich war der Weg zum Pfauenthron meistens mit Blut befleckt.

Gefühlvolle, wenn auch nicht durchgehend glaubwürdige Liebesgeschichte

Die Liebesgeschichte zwischen Jahanara und dem Fürsten Najabat nimmt nur einen Teil der Geschichte ein und ist zwar gefühlvoll, aber nicht kitschig erzählt. Ob es tatsächlich so hätte stattfinden können, muss wohl jeder Leser für sich entscheiden. Natürlich verfügte Jahanara über die nötige Macht, eine solche Liebschaft zu beginnen, nur Geheimhaltung war schlicht unmöglich, schließlich lebten im Harem zuviele Personen, und Spione waren überall. Ob ihr Vater tatsächlich so weit die Augen zugedrückt hätte, bleibt zumindest fraglich, wenn auch nicht völlig unmöglich.

Andere Leser mögen sich vielleicht an den zum Teil sehr ausführlichen architektonischen, landschaftlichen oder politischen Beschreibungen und Ausführungen stören, doch versteht es die Autorin, auch diese längeren Passagen informativ und interessant zu gestalten, so dass kaum Längen aufkommen.

Die Figurenzeichnung hätte ruhig noch etwas ausführlicher sein können, viele der Haupt- und Nebenpersonen bleiben etwas blass. Neben Jahanara, die dem Leser auch nach und nach ihre Schwächen offenbart, sticht besonders ihr jüngerer Bruder Aurangzeb hervor. Auch wenn er definitiv nicht die sympathischste Person des Buches ist, so ist er doch glaubhaft gezeichnet und sehr facettenreich, was die Kapitel mit ihm zu einem Lesegenuss macht.

Positiv erwähnt werden sollte auf jeden Fall die Ausstattung des Buches. Am Anfang findet man einen Grundriss des Taj Mahals, eine Ahnentafel und eine Karte des Mogulreichs. Am Ende des Buches gibt es ein ausführliches Nachwort der Autorin, ein Glossar und eine Übersicht über die wichtigsten Personen.

Insgesamt ist Die Herrin der Paläste ein interessantes und spannendes Buch, das uns eine uns fremde Lebensweise näherbringt und in dem es nur wenige Kritikpunkte gibt.

 

Die Herrin der Paläste

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Letzte Kommentare:
25.08.2011 17:04:58
Julia

Nachdem ich damals vor allem "Pfauenprinzessin" und auch "Kaiserin der Rosen" geradezu verschlungen hatte, konnte ich auch das dritte Buch der Reihe kaum erwarten.

Wie gewohnt, besticht die Autorin mit ihrem wunderbaren Schreibstil und den genauen Beschreibungen - das Indien des 17. Jahrhunderts erwachte vor meinen Augen erneut zu Leben. Mir gefiel auch das informative Nachwort sehr gut. Man merkt, wie gründlich die Autorin für ihren historischen Roman recherchierte.

Jedoch muss ich bei diesesm Buch auch eine Kritik üben.

Während ich bei den beiden Vorgängerbüchern, vor allem ersteren, die Gefühle und Handlungsweisen der Personen stets nachvollziehen konnte, war dies leider bei diesem Buch sehr oft nicht der Fall.

Es wirkte auf mich leider sehr oft, als würde die Autorin nur kurze Ausschnitte, Momentaufnahmen, auf das Leben der Charaktere geben.

Es fiel mir schwer, die Persönlichkeiten und Gefühle der Hauptpersonen, einige ihrer Handlungsweisen sowie ihre Beziehungen untereinander zu verstehen bzw. nachzuvollziehen.

Eine Sache spricht Sundaresan auch in ihrem Nachwort selbst an und bemerkt, dass es darüber zu wenig Wissen gebe.
Da es sich aber ohnehin um einen historischen Roman, nicht um ein Sachbuch, handelt, hätte ich mich über Interpretationen der Autorin selbst gefreut.

Bei vor allem "Pfauenprinzessin" bewies sie doch, wie gut historische Theorien, Interpretationen, Phantasie und womöglich auch etwas künstlerische Freiheit zu einem spannenden sowie auch authentischen historischen Roman verknüpft werden können.

Auch wurden manche Handlungsstränge leider nur sehr oberflächlich und - zumindest meiner Meinung nach - nebenbei behandelt. Aber vermutlich habe ich diesen einfach mehr Bedeutung zugemessen als von der Autorin beabsichtigt war.

Alles in allem gefiel mir der Roman trotz der genannten Kritikpunkte gut und ich würde ihn weiterempfehlen.