Die Nacht der Jägerinnen

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • DuMont, 2009, Titel: 'The Gathering Night', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Familienbande und Unglücksfälle vor 8000 Jahren

Buch-Rezension von Birgit Borloni Apr 2011

Kurzgefasst:

Zwischen dem Großmutterberg und dem offenen Meer, das die Welt umgibt, lebt Alaia mit ihrer Familie. Als ihr Bruder eines Tages nicht von der Jagd zurückkehrt, stürzt das die Familie in große Bedrängnis. Dieser Schicksalsschlag und der erfolgreiche Kampf der Familie ums Überleben werden zum Gründungsmythos des Alk-Clans, der noch Generationen später die Mitglieder zusammenschweißt. Ein Roman, der in der Steinzeit spielt und zugleich als Parabel auf den Zustand unseres Planeten 8000 Jahre später gelesen werden kann.

 

Alaias Familie, die zum Alkclan gehört und ca. 8000 Jahre vor unserer Zeit lebt, wird von einem Unglück heimgesucht: Ihr Bruder Bakar kehrt von einer Jagd nicht heim und somit ist die Familie eines Jägers beraubt. Während der Rest der Familie versucht, trotz seiner Trauer irgendwie weiterzumachen, zieht sich Alaias und Bakars Mutter Nekané immer mehr von ihrer Familie zurück und wird schließlich zur "Mittlerin", jemanden der zwischen der Welt der Menschen und der Geister vermittelt, obwohl diese Position eigentlich nur von Männern ausgeübt wird.
Beim jährlichen Sommertreffen des Clans schließt sich Kemen, ein Angehöriger des Luchsclans, dem Alkclan an. Sein Clan wurde bis auf ihn, seinen Bruder und einen Vetter von einer riesigen Welle vernichtet. Das sorgt natürlich für Aufsehen: Stimmt die von Kemen erzählte Geschichte? Was hat sein Clan getan, um die Geister so gegen sich aufzubringen? Und immer noch ist das Verschwinden Bakars ungelöst...

Wenig Überliefertes - viel Raum für Phantasie

Wie Margaret Elphinstone in ihrem Nachwort schreibt, gibt es nur wenig Überliefertes und wenige Funde aus der Zeit des Mesolithikums in Schottland. Somit kann ein Autor aus dem Vollen schöpfen und das dürftige Grundgerüst aus Fakten mit seiner Phantasie füllen. Das gelingt Margaret Elphinstone über weite Strecken auch ganz gut.
Um ihren Lesern die Geschichte um Alaia, ihre Familie, das Verschwinden Bakars und die Geschehnisse um Kemen nahe zu bringen, bedient sich die Autorin einer interessanten und fesselnden Erzählweise: An insgesamt acht Abend an einem Lagerfeuer erzählen verschiedene Angehörige von Alias Familie den Kindern des Clans von den Geschehnissen, die zum Erzählzeitpunkt bereits einige Jahre zurück liegen. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass dem Leser die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln präsentiert wird und sich somit ein umfassendes Bild ergibt. Zudem können wichtige Begebenheiten, die nur einen oder zwei Mitglieder der Familie betreffen, ebenfalls mühelos eingefügt werden.

Ausgereifte Geschichte - wenig Erläuterungen

Man merkt, dass sich Margaret Elphinstone viele Gedanken über die damalige Welt gemacht hat und dies auch in das Buch einfließen lässt. Allerdings ist manches nicht auf den ersten Blick ersichtlich, doch da die Gebräuche und Gepflogenheiten nicht sonderlich erklärt werden, ist man als Leser darauf angewiesen, dass sich die Zusammenhänge im Verlauf des Buches erschließen. Das passiert auch zumeist, doch ist es vor allem anfangs sehr verwirrend und kann dazu führen, dass man Leser etwas den Faden und damit auch den Lesespaß verliert. Dass mit "Mond der gelben Blätter" oder "Mond der Napfschnecken" Monate gemeint sind, erschließt sich einem noch relativ leicht, ebenso, dass ersterer wohl dem Herbst zuzurechnen ist. Beim "Mond der Napfschnecken" und anderen Monaten ist das nicht so leicht, so dass man als Leser nicht immer genau weiß, welche Jahreszeit denn nun gemeint ist.

Auch, dass Frauen offensichtlich nicht jeden Mann ansprechen dürfen oder die Tatsache, dass die Namen mancher Toten genannt werden, die von anderen nicht, wird nicht näher erklärt. Zumindest was die Toten angeht, erschließt sich das dem aufmerksamen Leser im Verlauf durchaus, doch wären ein Glossar (für die Monate) oder Erklärungen im Text hilfreich gewesen.

Sehr gewöhnungsbedürftiger Sprachstil

Doch nicht nur diese Verwirrungen, auch der Sprachstil verhindert, dass Die Nacht der Jägerinnen zu einem Roman außerhalb des Mittelmaßes wird. Margaret Elphinstone hat offenbar eine Vorliebe für kurze Sätze, die die Erzählung nicht prägnant, sondern abgehackt klingen lassen. Ein Lesefluss will sich nur mühsam einstellen und sprachlich gesehen stellt der Roman somit beileibe kein Meisterwerk dar.

Obwohl die Idee an sich recht interessant ist und durchaus gut konzipiert ist, verhindern die oben genannten Kritikpunkte leider, dass das Buch ein wahrer Lesegenuß oder gar eine Perle unter den historischen Romanen wird.

Die Nacht der Jägerinnen

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