Das silberne Zeichen

  • Rowohlt
  • Erschienen: Januar 2011
  • Rowohlt, 2011, Titel: 'Das silberne Zeichen', Originalausgabe
Das silberne Zeichen
Das silberne Zeichen
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Annalena Brix
84

Histo-Couch Rezension vonApr 2011

Falsche Reliquien, familiäre Verwicklungen und ein Kriminalfall - das Finale der Aachen-Trilogie

Die Zeiten stehen gut für Reliquienhändlerin Marysa. Sie erwartet jeden Moment ihren Verlobten Christoph zurück, hat einen neuen Auftrag für die Werkstatt erhalten und ist guter Hoffnung. Alles könnte perfekt sein, wären da nicht ihr Vetter Hartwig, die Zunft und die Zweifel&

Das Finale ihrer Aachen-Trilogie beginnt Petra Schier mit einer misslichen Ausgangssituation für ihre Heldin, die den Leser direkt ins Geschehen katapultiert. Nachdem sich alles zu fügen schien, hat Marysa nun die Zunft im Nacken, da sie möglichst bald wieder heiraten muss, um die Werkstatt weiterführen zu dürfen. Auch ihre Lieben zweifeln an der Aufrichtigkeit ihres Verlobten und der neue Auftrag bringt Schwierigkeiten mit sich, denn das Silber der Pilgerzeichen ist gefälscht und ein Mord überschattet zusätzlich die Ereignisse.

Rasante Handlung, geheimnisvolle Gedanken

Schnell findet man sich beim Lesen in der Figurenwelt wieder. Die Sorgen und Nöte von Marysa und ihre rigorose Art Schwierigkeiten zu begegnen, ermöglichen das Eintauchen in die Geschichte. Die Charaktere, die Marysa umgeben, sind ebenfalls gut gewählt, um eine lebendige Erzählung zu erschaffen. Zudem überschlagen sich die Ereignisse: Nach Christophs Rückkehr wird dieser nämlich verhaftet und Marysa muss weiter bangen, bis sie selbst in Gefahr gerät. So bleibt die Geschichte anhaltend packend.

Wer einen Teil der Figuren bereits aus den vorangegangenen Teilen kennt, wird sich besonders über das "Wiedersehen" freuen, aber auch ohne Vorkenntnisse ist das Leseerlebnis nicht eingeschränkt.

Einen besonderen Kniff hat sich die Autorin diesmal damit einfallen lassen, zwischendurch Sequenzen einzufügen, die die Perspektive des Bösewichts abbilden. Dieser hängt seinen Gedanken nach und macht Pläne, um seinen Opfern, Marysa und Christoph, zu schaden. Die geheimnisvollen Einwürfe bringen zusätzliche Spannung und sorgen dafür, dass man beim Lesen immer neue Vermutungen anstellt. Geschickt gelingt es, den Leser hier und da auf die falsche Fährte zu locken.

Flüssige Fiktion und harte Fakte 

Der dritte Band der Aachen-Trilogie ist ein gelungenes Finale. Der Roman liest sich durch den angenehmen Schreibstil und die gut konstruierte Geschichte flüssig und auch sehr schnell durch. Zur handlungsreichen Fiktion bindet die Autorin historische Details wie konkrete Ortskenntnisse, historische Lieder oder die Streitigkeiten zwischen städtischer und kirchlicher Gerichtsbarkeit ein.

Der Kriminalfall wartet durchaus mit Wendungen und Überraschungen auf und die Geschichte um Marysa entwickelt sich bis zu einem Finale, das zugegebenermaßen schon zu erwarten war. Alles in allem ist Das silberne Zeichen ein abwechslungsreicher und vergnüglicher Abschluss der Geschichte um Marysa und die Historie der Stadt Aachen, der Freunden historischer Krimis Freude bereiten wird. Und die Kulisse Aachens sollte nicht erst nach diesem Roman reiseaffinen Lesern ein reizvolles Ziel bieten.

Das silberne Zeichen

, Rowohlt

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