Die Comtessa

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2011, Titel: 'Die Comtessa', Originalausgabe

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86

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Daniela Loisl
Abenteuerroman mit Tempo und Charme

Buch-Rezension von Daniela Loisl Apr 2011

Kurzgefasst:

Südfrankreich Mitte des 12. Jahrhunderts: Der mächtige Graf von Toulouse will Ermengarda, die junge Erbin von Narbonne, zur Ehe zwingen und so die reiche Stadt in seine Gewalt bringen. Doch das Mädchen widersetzt sich ihm und dem Ehrgeiz ihrer Stiefmutter. Fest entschlossen, ihre Freiheit zu verteidigen, ergreift Ermengarda am Tag der geplanten Hochzeit die Flucht. Niemand steht ihr zur Seite - außer Arnaut und Felipe, die ihr Treue bis in den Tod geschworen haben.

 

Mitte des 12. Jahrhunderts in Südfrankreich: Die junge Ermengarda, rechtmäßige Erbin des Vizegrafen Aimeric II. von Narbona, ist das Mündel ihrer Stiefmutter Ermenessa. Ermenessa (auch genannt La Bela) hat nach dem Tod Aimerics die Regentschaft inne und will Ermengarda aus politischem Kalkül mit dem Grafen von Tolosa verheiraten, der sich durch die Eheschließung ein Ausweitern und Festigen seiner Macht erwartet. Ermengarda jedoch denkt nicht daran, sich dem Willen ihrer Stiefmutter zu beugen und zieht eine, wenn auch ungewisse, Flucht vor. Sie hat zwei Unterstützer, Arnault und Felipe, die ihr bei dem waghalsigen Unternehmen helfen und ihr treu zur Seite stehen. Ermengarda ist zwar bereit um ihr Recht zu kämpfen, weiß aber nicht, wie sie vorgehen soll, denn es erweist sich alles schwieriger als erwartet.

Bildgewaltig und prall

Ulf Schiewe ist nach seinem Debutroman Der Bastard von Tolosa, der Zeit des Hochmittelalters treu geblieben und hat die Geschichte um die Comtessa dem ersten Roman zeitlich angeschlossen. Es ist keine Fortsetzung seines Erstlings, aber Leser des Bastards werden hier einige "alte Bekannte" wiedertreffen.

Schiewe hat die Gabe, den Leser schnell in die Welt seiner Figuren zu entführen, denn schon nach wenigen Zeilen befindet man sich im turbulenten Narbona. Man drängt sich durch die Gassen, hört das Geschrei der Leute und fühlt das Flair Südfrankreichs. Dieses "in Szene setzen" beherrscht Schiewe wörtlich perfekt, denn der Leser wähnt sich sofort vor Ort. Diese plastischen Szenerien bleiben von Anfang bis zum Ende des Buches schön ausgeleuchtet, illustrativ und vermitteln ein Gefühl der Authentizität. Man findet sich - letztendlich auch Dank der Stadtkarte am Beginn des Buches - in Narbona sehr schnell zurecht und die Gebäude, Straßen und Brücken entstehen so realistisch greifbar, dass man sich schon dort gewesen wähnt (sollte man Narbonne nicht ohnehin kennen).

Sprachlich einfach und schnörkellos, aber mit großer Intensivität, ist der Focus rein auf die Figuren und deren Erlebnisse gelegt. So lässt sich das Buch trotz der über 500 Seiten flüssig lesen, da die Geschichte stets "in Bewegung" ist. Der Autor schafft es, dass nie Längen aufkommen oder man das Bedürfnis hat, Passagen auch mal zu überspringen. Abwechslungsreiche Schauplätze und geschickte Szenewechsel halten den Leser auf Trab und den Spannungsbogen straff.

Jede Menge komplexe und facettenreiche Figuren

Wie zur damaligen Zeit üblich, wird auch Ermengarda schon als 15-jährige für die Ehe gehandelt. Eine sehr junge Protagonistin also, die man durch den Roman begleiten darf. Dass sie auch nicht stets handelt wie eine reife Frau liegt somit auf der Hand. Vielleicht erscheint und handelt sie dem einen oder anderen Leser zu modern, was aber der guten Gesamtkomposition keinen Abbruch tut und mit Sicherheit auch Geschmacksache ist. Neben Ermengardas getreuen Helfern Arnault und Felipe, trifft man auch auf viele historisch belegte Figuren, die Schiewe auf sehr einfühlsame Weise ins Leben gerufen hat. So erscheint der mächtige Graf von Toulouse auf den ersten Blick nur machtgierig und über Leichen gehend, relativiert sich dieses Bild im Laufe der Geschichte aber und man bekommt einen Einblick hinter seine aufgebaute Fassade.
Ist zwar Ermengardas Stiefmutter zu ihr nicht gerade liebevoll, so haben Ermengarda und ihre Halbschwester Ermessenda (auch genannt Nina) ein Verhältnis fern jeglichen Klischees, die der Autor bewusst zu verhindern versuchte. Schiewe hat seine Figuren mit viel Liebe gezeichnet und sie wirken durch die vielschichtige und redundante Darstellung sehr glaubwürdig.

Das Hochmittelalter war auch die Zeit der Troubadoure, der Minnesänger, und Ulf Schiewe hat dem damals sehr bekannten Troubadoure, Peire Rohier, einen Part zugeteilt und so manche Strophe seiner Lieder geschickt und passend in die Geschichte mit eingewoben.

 

 

Ach, von der Liebe hab ich nichts gewonnen

Als Leid und Kummer;

Kein Ding ist schwerer zu erringen

Als das, was ich begehr;

Doch nichts gibt mir mehr Verlangen

Als das, was mir ist verwehrt.

 

Erwähnenswert ist auch die schöne Aufmachung des Buches, dessen Schutzumschlag nicht nur mit einem zur Zeit der Geschichte passenden Covermotiv versehen wurde, sondern der auch ein ganz besonderes "Innenleben" aufweist. Schön gestaltet findet man dort die Auflistung sämtlicher im Buch vorkommender Personen, unterteilt in fiktive und urkundlich erwähnte.

Die Comtessa ist kurzweiliges Lesevergnügen, in welchem historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte harmonisch vereint wurden. Als krönenden Abschluss hat der Autor noch einen vielleicht etwas ungewöhnlichen, aber dafür absolut passenden Schluss gewählt. Liebhaber des historischen Genres die Wert auf gute Recherche und kurzweilige Unterhaltung legen, werden mit Schiewes Comtessa voll auf ihre Kosten kommen.

 

Die Comtessa

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Letzte Kommentare:
04.11.2015 09:09:27
Hannes

Nicht ganz so gewaltig wie der "Bastard von Tolosa" ist Ulf Schiewe mit der "Comtessa" wiederum ein großartiger Roman gelungen. Spannened von der Handlung, Detail getreu bis ins kleinste und die Denkweise der Ritter und Trobadors treffend vermittelt, kann man das Buch tatsächlich erst wieder aus der Hand legen, wenn man das Schlusswort gelesen hat.

12.04.2013 18:44:59
tassieteufel

Nach dem Tod ihres Vaters und ihrer Brüder ist die junge Ermengarda rechtmäßige Erbin des Vizegrafen Aimeric von Narbona. Doch ihre Stiefmutter La Bela, die derzeit die Regentschaft inne hat, will selbst an der Macht bleiben und die Grafschaft für ihre eigene Tochter, Ermengardas Halbschwester Nina sichern. Aus politischem Interesse soll Ermengarda nun den viel älteren Grafen von Tolosa ehelichen, der seinerseits Machtansprüche auf Narbona hegt. Doch Ermengarda denkt gar nicht daran, sich dem Willen der Stiefmutter zu beugen und mit einigen getreuen Helfern gelingt ihr die Flucht. Die nächsten Schritte gestalten sich aber schwieriger als gedacht, denn ihren Anspruch auf Narbona durchzusetzten kann ihr nur mit der Hilfe einflussreicher Personen gelingen und hier muss die junge Vizegräfin aufpassen, dass sie nicht vom Regen in die Traufe gerät.

„Die Comtessa“ ist keine Fortsetzung vom Bastard von Tolosa, man kann das Buch also getrost ohne Vorkenntnisse lesen, doch der Autor ist Zeit und Gegend treu geblieben und wer sich gut mit dem Bastard von Tolosa unterhalten hat, wird hier einige Bekannte wieder treffen. Die Geschichte rund um Ermengarda beginnt ca. 20 Jahre nach Jaufre‘s Abenteuern und neben der jungen Vizegräfin ist Jaufre’s Enkel Arnaut eine der Hauptfiguren.
Von Anfang an hat mich wieder Ulf Schiewes Erzähltalent begeistert, seine Schilderungen von Land und Leuten sind bildhaft und lebendig, so dass man sich als Leser gleich in die Geschichte hineinversetzt fühlt. Egal ob im quirligen Stadtleben von Narbona, in den prunkvollen Stadtpalästen oder während Ermengardas Flucht durch unwegsame Bergregionen, stets sieht man die entsprechenden Szenen oder Lokalitäten quasi vor seinem inneren Auge und kann in das 12. Jahrhundert eintauchen.
Die Ereignisse im Buch kommen Schlag auf Schlag, Langeweile kommt keine auf und durch vielfältige Schauplätze und gut platzierte Szenenwechsel, bleibt die Spannung durchweg erhalten. Auch die Figurenzeichnung ist dem Autor gut gelungen. Seine Charaktere sind facettenreich und vielschichtig und es macht viel Spaß beim Lesen die Entwicklung der einzelnen Figuren mitzuverfolgen. Besonders gelungen ist hier Ermengardas Wandlung vom jungen, doch unbedarften Mädchen zur verantwortungsvollen Vizegräfin, die sich auch mit den Belangen der einfachen Leute auseinandersetzt und für sich selbst auch Kompromisse eingehen muß. Und auch ihre Begleiter machen eine deutliche Wandlung durch, Arnaut den die Abenteuerlust von daheim fort trieb, erfährt, dass es doch nicht so einfach ist einen Menschen zu töten und Felipe erfährt eine große Enttäuschung, die fast seine Freundschaft mit Arnaut zerstört. Diese Entwicklungen schildert der Autor mit viel Einfühlungsvermögen und ohne dabei kitschig zu werden und so ist dieser historische Abenteuerroman sprachlich und auch von der Geschichte her einfach ein Lesegenuss.
Ein ausführliches Glossar, Stadt und Landkarte und ein Personenverzeichnis runden das sehr ansprechend gestaltete Buch ab.

FaziT: dem Autor ist es gelungen, eine längst vergangene Zeit für mich lebendig zu machen. Historisch verbürgte Personen u. Ereignisse wurden hier mit fiktiven Geschehnissen zu einer komplexen, unterhaltsamen Geschichte verwoben, die man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, hat man einmal mit lesen angefangen.

12.04.2013 18:43:16
tassieteufel

Nach dem Tod ihres Vaters und ihrer Brüder ist die junge Ermengarda rechtmäßige Erbin des Vizegrafen Aimeric von Narbona. Doch ihre Stiefmutter La Bela, die derzeit die Regentschaft inne hat, will selbst an der Macht bleiben und die Grafschaft für ihre eigene Tochter, Ermengardas Halbschwester Nina sichern. Aus politischem Interesse soll Ermengarda nun den viel älteren Grafen von Tolosa ehelichen, der seinerseits Machtansprüche auf Narbona hegt. Doch Ermengarda denkt gar nicht daran, sich dem Willen der Stiefmutter zu beugen und mit einigen getreuen Helfern gelingt ihr die Flucht. Die nächsten Schritte gestalten sich aber schwieriger als gedacht, denn ihren Anspruch auf Narbona durchzusetzten kann ihr nur mit der Hilfe einflussreicher Personen gelingen und hier muss die junge Vizegräfin aufpassen, dass sie nicht vom Regen in die Traufe gerät.

„Die Comtessa“ ist keine Fortsetzung vom Bastard von Tolosa, man kann das Buch also getrost ohne Vorkenntnisse lesen, doch der Autor ist Zeit und Gegend treu geblieben und wer sich gut mit dem Bastard von Tolosa unterhalten hat, wird hier einige Bekannte wieder treffen. Die Geschichte rund um Ermengarda beginnt ca. 20 Jahre nach Jaufre‘s Abenteuern und neben der jungen Vizegräfin ist Jaufre’s Enkel Arnaut eine der Hauptfiguren.
Von Anfang an hat mich wieder Ulf Schiewes Erzähltalent begeistert, seine Schilderungen von Land und Leuten sind bildhaft und lebendig, so dass man sich als Leser gleich in die Geschichte hineinversetzt fühlt. Egal ob im quirligen Stadtleben von Narbona, in den prunkvollen Stadtpalästen oder während Ermengardas Flucht durch unwegsame Bergregionen, stets sieht man die entsprechenden Szenen oder Lokalitäten quasi vor seinem inneren Auge und kann in das 12. Jahrhundert eintauchen.
Die Ereignisse im Buch kommen Schlag auf Schlag, Langeweile kommt keine auf und durch vielfältige Schauplätze und gut platzierte Szenenwechsel, bleibt die Spannung durchweg erhalten. Auch die Figurenzeichnung ist dem Autor gut gelungen. Seine Charaktere sind facettenreich und vielschichtig und es macht viel Spaß beim Lesen die Entwicklung der einzelnen Figuren mitzuverfolgen. Besonders gelungen ist hier Ermengardas Wandlung vom jungen, doch unbedarften Mädchen zur verantwortungsvollen Vizegräfin, die sich auch mit den Belangen der einfachen Leute auseinandersetzt und für sich selbst auch Kompromisse eingehen muß. Und auch ihre Begleiter machen eine deutliche Wandlung durch, Arnaut den die Abenteuerlust von daheim fort trieb, erfährt, dass es doch nicht so einfach ist einen Menschen zu töten und Felipe erfährt eine große Enttäuschung, die fast seine Freundschaft mit Arnaut zerstört. Diese Entwicklungen schildert der Autor mit viel Einfühlungsvermögen und ohne dabei kitschig zu werden und so ist dieser historische Abenteuerroman sprachlich und auch von der Geschichte her einfach ein Lesegenuss.
Ein ausführliches Glossar, Stadt und Landkarte und ein Personenverzeichnis runden das sehr ansprechend gestaltete Buch ab.

FaziT: dem Autor ist es gelungen, eine längst vergangene Zeit für mich lebendig zu machen. Historisch verbürgte Personen u. Ereignisse wurden hier mit fiktiven Geschehnissen zu einer komplexen, unterhaltsamen Geschichte verwoben, die man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, hat man einmal mit lesen angefangen.

12.05.2011 19:32:22
tweedy39

Kurze Inhaltsangabe:

Südfrankreich Mitte des 12. Jahrhunderts: Der mächtige Graf von Toulouse will Ermengarda, die junge Erbin von Narbonne, zur Ehe zwingen und so die reiche Stadt in seine Gewalt bringen. Doch das Mädchen widersetzt sich ihm und dem Ehrgeiz ihrer Stiefmutter. Fest entschlossen, ihre Freiheit zu verteidigen, ergreift Ermengarda am Tag der geplanten Hochzeit die Flucht. Niemand steht ihr zur Seite  außer Arnaut und Felipe, die ihr Treue bis in den Tod geschworen haben.

Eigene Meinung:

Dies ist nach dem Bastard von Tolosa das zweite Buch, welches ich von Ulf Schiewe gelesen habe. Ich habe das Buch gerne gelesen. Durch die tollen Stadt- und Landschaftsbeschreibungen hatte man sofort den Wunsch dorthin zu reisen und man war schnell im Buch versunken. Die Figuren sind mehrdimensional gezeichnet und machen alle eine Entwicklung durch. Ich habe in einer Leserunde mit dem Autor erwähnt, ich hätte das Gefühl, einen "herrlich altmodischen" Abenteuerroman zu lesen. Ich habe die Figuren gerne durch die Geschichte begleitet und war traurig sie verlassen zu müssen. Gefreut hat mich, Figuren aus "dem Bastard" wieder zu treffen.

Der Sprachstil ist unglaublich flüssig und gut zu lesen. Wenn man das Buch anfängt zu lesen, sollte man sich für den Rest des Tages nicht anderes mehr vornehmen;-).

Das Buch hat ein Glossar und Personenregister. Der Umschlag ist schön ausgearbeitet und beinhaltet die Namen der wichtigsten Personen.

03.05.2011 07:42:59
Zabou1964

Nachdem ich bereits vom Erstlingswerk des Autors, „Der Bastard von Tolosa“, restlos begeistert war, habe ich „Die Comtessa“ sehnsüchtig erwartet. Und auch mit diesem Buch konnte mich Ulf Schiewe wieder mühelos in seinen Bann ziehen.

Auch das neuste Werk spielt wieder in Südfrankreich. Die Geschichte handelt von der jungen Ermengarda, die als Waise bei ihrer Stiefmutter aufwächst. Als sie mit dem Grafen von Toulouse verheiratet werden soll, ergreift sie die Flucht. Sie will das Erbe ihres Vaters retten und selbst Herrscherin von Narbona werden. Bei ihren kühnen Plänen wird sie von den beiden jungen Männern Felipe und Arnaut unterstützt, die der schönen jungen Frau beide in Liebe verfallen sind.

Spannend und detailgetreu erzählt Ulf Schiewe die Flucht der jungen Leute. Man merkt, dass der Autor diese Gegend nicht nur selbst bereist hat, sondern auch sehr mag. Die Beschreibungen der Landschaften und Gebäude haben sofort mein Fernweh geweckt. Aber auch die Figuren sind facettenreich dargestellt, sodass ich sie mir gut vorstellen und mit ihnen fühlen konnte. Besonders habe ich mich gefreut, einigen Figuren aus „Der Bastard von Tolosa“ wiederzubegegnen. Obwohl „Die Comtessa“ nicht direkt eine Fortsetzung ist, spielt die Handlung zwei Generationen später in der selben Gegend. Das Buch kann jedoch problemlos ohne Kenntnis des ersten gelesen werden.

Die Ausstattung ist wieder besonders liebevoll und informativ gestaltet. Im Innenteil des Schutzumschlages findet sich ein Personenregister, sodass man jederzeit nachschauen kann, von wem gerade erzählt wird. Ich persönlich lege den Schutzumschlag allerdings während des Lesens in ein Regal, damit er nicht beschädigt wird. Des Weiteren enthält das Werk eine Karte der Umgebung, ein Glossar, ein Personenregister sowie ein aufschlussreiches Nachwort des Autors, in dem er die Hintergründe der Geschichte erklärt.

Mit viel Gefühl und Spannung hat Ulf Schiewe mich mit diesem Roman hervorragend unterhalten. Auch sprachlich war die Lektüre wieder ein Genuss. Der Autor hat viele okzitanische Ausdrücke einfließen lassen, was das Werk authentisch macht. Die Begriffe werden zumeist im nachfolgenden Satz, immer jedoch im Glossar am Ende des Buches erklärt.

Fazit:
„Die Comtessa“ hat mir viele spannende und vergnügliche Lesestunden beschert.

22.04.2011 12:04:33
lesemoni

Als ich im Oktober 2009 das erste Buch " Der Bastard von Tolosa " auf der Buchmesse gekauft und kurz darauf gelesen habe,war ich so begeistert dass ich es gar nicht erwarten konnte bis von Ulf Schiewe ein neues Buch erscheint,was nun endlich soweit war. Ich habe direkt nach Erhalt des Buches angefangen zu lesen und hab mich riesig gefreut ein paar alte Bekannte aus dem "dicken Bastard " wie ich den " Bastard von Tolosa" liebevoll nenne wieder getroffen habe. Die Protagonisten sind sehr liebevoll und lebendig gezeichnet.Als ich mit dem lesen angefangen und die ersten Kapitel gelesen hatte wollte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Leider hatte ich an 2 Abenden keine Zeit zum lesen und war so gespannt wie es weitergeht dass ich dann nachts gelesen habe. Zweimal wurde es 1.30 Uhr morgens weil ich es nicht aus der Hand legen konnte.

Ein sehr großes Lob und Dankeschön an den Autor Ulf Schiewe für beide Bücher die bisher erschienen sind und ich zu meinen Lieblingsbüchern hinzugefügt habe und noch ganz viele von ihm erscheinen die ich noch hinzugügen kann !!!
Meine absolute Kaufempfehlung für Leser die eine schöne sehr gut recherchierte und spannende Geschichte genießen möchten. ich gebe 100 Punkte