Die Herren der Schwerter

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2011, Titel: 'Die Herren der Schwerter', Originalausgabe

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Jkk Jkk
Gefangen zwischen den Welten

Buch-Rezension von Jkk Jkk Mär 2011

Kurzgefasst:

Der kühne Prussenfürst Herkus Monte wird sich nicht länger beugen. Die deutschen Ritter haben sein Land unterworfen und zwängen den Bewohnern den christlichen Glauben auf. Herkus zieht in den Kampf für die Freiheit, er will seine masurische Heimat mit ihren Seen und Wäldern verteidigen. Aber er hat einen schwachen Punkt - seine Liebe zu der stolzen Zanna, an die er vor langer Zeit sein Herz verlor und die er nicht haben kann. Herkus kämpft um die Freiheit seines Volkes und die Liebe einer Frau.

 

Claudius Crönert schickt den Leser auf eine ungewöhnliche Reise in ein Land, das so fremd und vertraut zu gleich erscheint. Es geht um die Frage nach dem rechten Glauben, eine tiefe Freundschaft und eine große Liebe.

Herkus Monte ist unbeugsam. Obwohl er Jahre zuvor von deutschen Rittern in ein Kloster nach Magdeburg verschleppt wurde, will er sich nicht beugen und den christlichen Glauben annehmen. Im Gegenteil, er harrt aus und wartet auf den rechten Moment der Flucht. Der ist gekommen, als sein Freund Norelis, der von den Mönchen Nikolaus genannt wird, bei Bruder Simon vorsprechen soll. Es gibt Gerüchte, dass Simon kleinen Jungen mehr zu getan ist als der Bibel. Und so beschließt Herkus mit Norelis sein Heil in der Flucht zu suchen und den weiten Weg in die Heimat anzutreten.

Beide sind Prussen und ihr Stamm lebt in den weiten Wäldern und Seen am Ostmeer. Nach einer wochenlangen Wanderung kommen sie endlich dort an. Doch sie sind Fremde geworden, die kritisch beäugt werden. Zulange sind sie fort gewesen, und ebenso lange hält die Unterdrückung der Prussenstämme durch die Christen an.

Die Jahre gehen ins Land, doch Herkus kann die Unterdrückung nicht mehr hinnehmen und vereinigt die Stämme unter sich und beginnt die Christen von ihren Burgen zu vertreiben. Es ist ein langer Kampf und die Chancen stehen schlecht. Ebenso wie Möglichkeit für Herkus, mit seiner geliebten Zanna zusammen zu kommen.

Fremde Welt

Die Geschichte, die aus den Augen von Norelis, dem Freund und Wegbegleiters Herkus', erzählt wird, zieht den Leser in eine fremde Welt, die noch von Naturverbundenheit und weniger von christlichen Dogmen geprägt ist. Crönert malt ein Bild eines aussterbenden Stammes, das stolz und ehrfürchtig zu gleich ist. Es ist großartig zu sehen, wie dieser kaum von der Literatur beachtete Teil der Geschichte zum Leben erwacht.

Gerade die beiden Hauptfiguren sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Herkus ist ein unnahbarer, ewig an sich selbst zweifelnder Herrscher, dessen strategisches Geschick über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Aber gerade das macht ihn nicht zu den beliebtesten Fürsten seines Stammes. Zu weit entfernt hat er sich von der Lebenswelt seines Volkes. Norelis, sein Freund, ist ein hinkender Schäfer, der etwas für sein Volk unverständliches wagt. Er hält seine Erlebnisse auf Pergament fest. Das macht ihn genau wie Herkus zu einem Außenseiter. Doch nicht nur das verbindet die beiden, sondern auch der Drang, immer auf einander aufzupassen, sich gegenseitig das Leben zu retten. Ohne diese beiden gegensätzlichen Pole würde die Geschichte nicht funktionieren, denn nur so schafft es Crönert, den Leser am Ball zu halten.

Unerwartete Zeitsprünge

Denn leider liefert Crönert nur indirekte Zeitangaben und nur die genauen Beschreibungen der Städte und deren Entwicklungsstände erlauben eine zeitliche Einordnung. Aber das genügt nicht immer, zumal der Autor auch innerhalb seiner Geschichte in der Zeit springt und nie Angaben darüber macht, wie viel Zeit vergeht. Das erschwert das Verständnis und verwundert zuweilen.

Eine Karte, die die genaue geografische Lage der einzelnen Prussenstämme zeigt, hätte das Verständnis auch gefördert, da es immer leichter ist, sich Wegbeschreibungen vorzustellen, wenn man weiß, in welcher Richtung was liegt. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, die den Lesespaß an sich nicht mindern, aber es wäre schön gewesen. Wirklich bedauerlich ist, dass Crönert mit keiner Silbe erwähnt, dass sein Herkus Monte auf einem einst wirklich existierenden Fürsten basiert. Eine Information, die dem historisch interessierten Lesen fehlen dürfte, da Crönert sich einem Teil der Christianisierung des Ostens und deren Auswirkungen widmet, der eher selten bedacht werden. Dennoch ist der Roman ein packender Blick auf eine aussterbende Welt, eingerahmt in eine tiefe Freundschaft.

 

Die Herren der Schwerter

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Letzte Kommentare:
02.10.2015 17:43:28
Hannes

Ich bin nicht der Meinung, dass eine fehlende Zeittabelle und Karte das Lesevergügen nicht mindert, sondern sogar gewaltig stört. Ich habe während des Lesens immer wieder im Internet nachforschen müssen, um zumindest die Siedlungsgebiete der prussischen Stämme einzuordnen.
Weiterhin fehlt dem Roman zumindest dreiviertel der Länge etwas- nämlich die Spannung. Geschehnisse werden in diesem Bereich nur oberflächlich abgehandelt, Bevor es richtig spannend wird, ist es schon wieder vorbei. Was ich auch erst über das Internet erfahren habe, ist, dass die Deutschordensritter von den Polen zur Unterstützung im Kampf gegen die Prussen angefordert wurden. Somit war der triftige Grund gegeben. Auch stimmt es nicht, dass das Volk untergegangen ist. Laut Internet gab es nach dem Aufstand 130.000 Prussen gegen 190.000 deutsche Siedler. Erst im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses Volk assimiliert. So gab es noch vor dem 2. Weltkrieg im Samland den sogenannten Sudauer Winkel ( Sudauer - Jadwinger)

Im Grunde genommen handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um das Psychogramm eines Introvertierten.
Alles in allem wurde hier ein eigentlich interessantes Thema vertan.

28.02.2015 11:16:55
Olaf Schreiber

Außer dem Namen wusste ich vor der Lektüre dieses historischen Romans praktisch nichts von den Prussen. Der Autor hat anscheinend lange und gründlich recherchiert und lässt eine alte Welt sehr lebendig auferstehen, die eine der Wurzeln unserer Kultur ist. Immerhin ist "Prussen" (oder Prußen oder Pruzzen, ein baltischer Stamm) Wurzel des Wortes "Preußen", das heutzutage uns Berlinern freilich eher als Identifikationsvehikel zur Abgrenzung von den "Bayern" dient oder mit militärischer Disziplin assoziiert wird.

Achtung - das etwas reißerische Titelbild ist Marketing und suggeriert einen eher weniger niveauvollen Ritterroman. Nicht täuschen lassen! Einige der klassischen Kampf-mit-Schild-und-Schwert-Elemente kommen vor, aber insgesamt handelt es sich um eine klischeefrei geschriebene, spannende Geschichte mit Tiefgang und glaubhaften Charakteren.

Fazit: absolut empfehlenswert!