Die Pforten der Ewigkeit

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2011, Titel: 'Die Pforten der Ewigkeit', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Ein praller, ereignisreicher und äußerst clever erzählter Roman

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mär 2011

Der Jahrtausendkaiser Friedrich II. von Hohenstaufen gibt am Sterbebett dem jungen Ritter Hertwig von Staleberc noch ein großes Geheimnis bekannt. Niemand weiß, um was es sich handelt und Rudolf von Habisburch (der sich schon als Nachfolger des Kaisers sah), der wie Hartwig im Sterbezimmer des Kaisers war, konnte die Ehre, die Hartwig zuteil wurde, miterleben, aber nichts von dem geflüsterten Geheimnis verstehen.

Im Nahen Osten kämpfen die Kreuzritter gegen die Heiden, und ausgerechnet in den Armen eines Ketzers stirbt ein junger Ritter und berichtet noch mühselig von einem ihm anvertrauten Geheimnis. Währenddessen versucht die junge Zisterzienserin Schwester Elsbeth in dem kleinen und abgeschiedenen Ort Wizinsten, das dort verlassene Benediktinerkloster als Zelle für sich und ihre Mitschwestern wieder aufzubauen.

Temporeiche und furiose Erzählung

Ein Rückblick: Einblicke in die Gedankenwelt Rudolfs von Habisburch; Kaiser Friedrich II. ist krank, aber er scheint auf dem Weg der Besserung; der Kaiser am Totenbett, nur umgeben von seinen engsten Vertrauten; ein geflüstertes Geheimnis.

Das ist der Auftakt zu einer - wie bei Richard Dübell üblich - fulminanten und lebendigen Geschichte, die ereignisreicher nicht sein könnte. Mehrere Erzählstränge, die vollkommen unabhängig voneinander und scheinbar auch ohne Berührungspunkte sind, fordern die Aufmerksamkeit des Lesers. Man wird förmlich hineingeworfen in das 13. Jahrhundert und muss schnellst möglich die Orientierung finden, um auf den äußerst flott vorbeifahrenden Zug der Erzählung aufspringen zu können.

Da ist die junge Zisterzienserin Elsbeth, die man begleitet, als sie von ihrem Stammkloster in Papinberc nach Wizinsten kommt, um dort mit anderen Schwestern ihren Traum von einer eigenen Zelle zu verwirklichen. In Wizinsten lebt die schöne Constantia, die vor der Vermählung mit Rudeger steht und dieser mit Bangen entgegensieht. Rudolf von Habisburch will nicht nur das Geheimnis des Jahrtausendkaisers lüften, sondern auch noch mit den ihm verhassten Trencavels, einer berühmten Katharerfamilie, abrechnen. Und dann ist da noch Rogers de Bezers, der um sein und das Leben seiner Familie fürchtet.

Was am Beginn verwirrend erscheint, fügt sich schnell in geordnete Bahnen, die man alle gespannt mit der jeweils zugeteilten Handlung verfolgen kann. Bis die einen oder anderen Erzählstränge sich kreuzen, hat man das Gefühl, eigenständige Bücher zu lesen, die eben zufällig in derselben Zeit spielen. Es ist auf jeden Fall ratsam, auch auf kleine Details zu achten, da sie später oft einen interessanten Rückschluss zulassen. Dübell geht nicht - wie so manch andere Autoren - davon aus, dass für Leser Begebenheiten, die schon 2 oder 3 Kapitel zuvor erklärt wurden, nochmals erwähnt werden müssen, damit dieser zu einer stringenten Lösung kommt. Diese Herausforderung bedarf aufmerksames Lesen, soll einem auch das kleinste Schlüsselerlebnis nicht entgehen.
Sprachlich muten die Aussagen mancher Figuren vielleicht etwas zu modern an, fügen sich aber in die dennoch zur Geschichte passende und zweitweise ebenso humorvolle Ausdrucksweise sehr gut ein, so dass das Gesamtpaket sehr harmonisch wirkt. Zweifelsfrei ist auch dieses Buch in dem für Dübell sehr typisch exzellenten Ausdrucks- und Schreibstil verfasst, welcher ein sehr flüssiges Lesen zulässt. Alle Passagen sind perfekt aufeinander abgestimmt und die an sich schon straffe Spannung wird durch gezielt gesetzte "Cliffhanger" am Ende mancher Kapitel noch gesteigert. So hält sich das rasante Erzähltempo von Anfang bis zum Schluss des Buches.

Von grotesk, intrigant, mitfühlend bis edelmütig - sämtliche Charaktere vertreten

In Dübells Bücher hat immer ein ganzer Kosmos an Figuren einen Auftritt. Das am Anfang des Buches angeführte Personenregister erweist sich oft als sehr hilfreich, wenn die eine oder andere Figur nach längerer Pause wieder einen Auftritt hat. Grundsätzlich sind alle Figuren explizit ausgeleuchtet und stehen auch ohne ausschweifende Beschreibungen plastisch vor dem Leser. Der Autor verfügt über die seltene Gabe, einen Darsteller (und hat er einen noch so kleinen Auftritt) mit wenigen Worten lebensnah und authentisch zu schaffen. Es gibt kaum einen menschlichen Charakter, dem der Autor keinen Raum in seiner Erzählung gibt

Oberfläch ist allen Protagonisten ein Erscheinungsbild zugedacht, wie wir es selber von vielen Menschen in unserem Umfeld beobachten können. Meffridus, der Notar Wizinstens, ist ein nur auf seinen Vorteil bedachter und kaltblütiger Egoist. Constantia weiß um ihr gutes Aussehen und sorgt durch ihr ungebührliches Benehmen für Entrüstung bei den Bewohnern Wizinstens. Elsbeth sorgt sich um ihre Mitschwestern und es scheint stets, dass ihr die anderen wichtiger sind als sie selbst. Und Rogers weiß, dass er sich auf seine beiden Freunde Walter und Godefroy hundertprozentig verlassen kann.

 

 

"Was hast du gegen Schweineställe?"

" Ich habe was dagegen, wenn die Schweine noch drin sind."

"Sie tun uns doch nichts."

"Aber der Geruch...!"

"Ich glaube, daran haben sie sich mittlerweile gewöhnt."

 

 

Wie in der Realität nimmt man die Figuren in momentanen Szenen wahr, quasi das was man sieht. Dass sich bei genauerem Hinsehen diese Wahrnehmung in noch viele Schattierungen zergliedern lässt, nimmt man scheinbar ganz nebenbei mit auf. Keine Figur, die nur gut, und keine, die nur böse ist, sondern alle sind in kaleidoskopisch bunte Farbplättchen mosaikartig zusammengesetzt, dass sich einem erst bei genauerem Betrachten erschließt. Der Blick in das Innerste der Figuren, der die genaue Analyse erst zulässt, ist so gekonnt mit eingebaut, dass dies nicht bewusst wahrgenommen wird.

Fulminanter und explosiver Schlussakt

Das Finale erstreckt sich über die letzten 150 Seiten, und die vielen einzelnen Puzzlestücke, die man portionsweise serviert bekam, lassen sich nun eins nach dem anderen zusammenfügen. Und wartet man auf den grossen Höhepunkt, so findet sich noch auf dem Weg zum Ende das eine oder andere Gustostückchen in Form überraschender Ereignisse, die man schon als erledigt wähnte.
Die Pforten der Ewigkeit vereint alles, was man sich von einem historischen Roman wünscht. Interessante und gut recherchierte Hintergründe, lebendige und authentische Figuren und ein cineastisches Zeitgemälde in Cinemascope. Und spricht man auch vom "finsteren Mittelalter", so versteht es Dübell auf die ihm ganz eigene Art, auch die ernstesten Szenen noch mit geschickt und pointiert gesetzten subtilen Humor zu verfeinern.
Ein Buch, das uneingeschränkt zu empfehlen ist, wenn man komplexe Handlungen in intelligenter Verpackung und ereignisreichen Schilderungen liebt.

Die Pforten der Ewigkeit

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04.04.2016 06:58:47
Nijura

1250 stirbt Kaiser Federico und hinterlässt ein führungsloses Reich. Kurz vor seinem Tod vertraut er dem jungen Hertwig von Staleberc ein brisantes Geheimnis an, dieser flieht mit seinem Wissen ins heilige Land. Leider währt sein junges Leben nicht lange, aber er kann das Geheimnis an den Katharer Rogers de Bezers weitergeben, der damit erst einmal nicht viel anfangen kann. Zusammen mit seinen Gefährten Godefroy und Walter versucht er dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Doch auch Rudolf von Habisburch ist hinter dem Geheimnis her, möchte er doch gerne Kaiser werden. Und Rudolf ist nicht zimperlich mit seinen Methoden an dieses zu gelangen...

Die junge Zisterziensernonne Elsbeth möchte in Winzinsten ein neues Kloster bauen, dabei stößt sie auf viele Schwierigkeiten, sei es ein untauglicher Steinbruch, zu wenig Arbeiter und ein Baumeister, der ganz andere Vorstellungen hat als sie.

Die junge und schöne Constantia steht kurz vor ihrer Hochzeit, doch sie hat ein Geheimnis, dass sie vorher hätte beichten sollen, da sie dies nicht tut – nehmen tragische Ereignisse ihren Lauf...

All diese Handlungsstränge führt Richard Dübell gekonnt und logisch zueinander und vereint echte historische Ereignisse perfekt mit einer spannenden und romantischen Geschichte, die zudem niemals trocken ist und ab und an sehr amüsant und humorvoll daherkommt.

Die Figuren der Handlung sind auch nicht schwarz und weiß gezeichnet, was ich persönlich sehr gut finde, Man kann sogar den „Bösen“ noch gute Seiten abgewinnen.

Die Orte sind im Buch nach den alten Namen benannt, es gibt aber am Anfang des Buches eine Liste mit den heute gebräuchlichen Namen. Die wichtigsten Personen im Buch sind ebenfalls aufgelistet und es stehen ein paar Anmerkungen dabei.
Ich muss gestehen, dass ich anfangs schon noch recht häufig nachschlagen musste
Es befindet sich auch eine sehr schöne Zeichnung von Winzinsten (Weißenstein) auf der ersten Innenseite, sodass man sich die Stadt gut bildlich vorstellen kann.
Der Gestaltung des Buches ist auch sehr edel, besonders der geprägte Buchumschlag sieht einfach toll aus und ein Lesebändchen ist auch vorhanden.

Fazit: Das Buch ist spannend, romantisch, amüsant und vermittelt historisches Wissen auf unterhaltsame Art. Durch die spannenden Kampfszenen ist dieser Roman auch den männlichen Lesern sehr zu empfehlen!
Das Buch hat bereits einen Stammplatz in meinem Regal

24.02.2014 09:43:44
M.Reinsch

Während in Outremer 3 gefangene Kreuzfahrer von einem Geheimnis des kürzlich verstorbenen Kaisers Friedrich II erfahren, versucht eine junge Nonne ein Tochterkloster des Zisterzienserordens in dem Örtchen Wizinstein zu gründen. Wizinstein wird von einem dubiosen "Notar" regiert, der sich auch über alle Belange des Stadtrates hinweg zu setzen weiß. Seine Geliebte ­versucht mit allen Mittel den Bau des Klosters zu verhindern.
Was zuerst aus drei völlig unzusammenhängenden Erzählsträngen seinen Anfang nimmt, baut sich recht schnell zu einem sehr gut geschilderten Mittelalterkrimi auf. Durch die Verflechtung der drei Geschichten wird der Leser mit einer Vielzahl von Figuren konfrontiert, in der er (leider) auch den Überblick verlieren kann. Hinzu kommt, dass Hr.Dübel auch noch Geschichten in der Geschichte erzählt und man so sehr genau lesen muss, worauf sich der Autor gerade bezieht. Ich will damit keine harsche Kritik üben, sondern nur vor "zu schnellem Lesen" warnen, denn der Roman hat viel Positives zu bieten!
Allein die sehr detaillierten Erklärungen zum "Albigenserorden" sind mehr als lesenswert!
Viel Figuren haben eine sehr große Tiefe, so das ein "Miterleben" recht einfach fällt. Auch sind die Lebens- und Arbeitsumstände im Mittelalter gut wieder gegeben.
Manch kleine Ungereimtheit besteht aber leider doch (z.B. gab es "Vollkastraten" nur im arabischen Raum), und manch interessanter Geschichtenteil, wird nur am Rande gestreift (z.B. die "Erzengel" um Rudolf I).
Sehr hilfreich ­war für mich das Personen- und Ortsregister und ­die sehr umfangreichen "Bemerkungen" zum ­manchen Textpassagen (am Ende des Romans).
Auch die Grundidee (das Geheimnis um das sich alles dreht) ist so interessant, dass es fast einen zweiten Roman füllen könnte!
Hauptstörfaktor war für mich nur, dass manche Kapitel sehr langatmig waren (gerade in puncto "Liebesgeschichten"), die mir immer wieder erlaubt haben, das Buch wegzulegen und somit zu "Wertungsabzug" führen.
Fazit: Sehr interessante Mittelalterlektüre, dass sehr detailgenau die "Glaubensproblematik" ins Visier nimmt!

07.08.2011 20:09:55
Lexa

Das Buch ist wirklich mit allem ausgestattet, was man sich wünscht: einem Personenverzeichnis, einem Stadtplan, einem Ortsnamenverzeichnis, mit weitreichenden Anmerkungen zur Geschichte am Schluss des Buches (wären eventuell mit Fußnoten versehen noch hilfreicher), einem Lesebändchen und insgesamt einer sehr ansprechender Aufmachung.

Es ist das erste Buch von Richard Dübell, das ich gelesen habe und die interessante, temporeiche Geschichte hat mich von Beginn an mitgerissen, sodass das Weglegen des Buches des Öfteren zwangsweise geschah. Der Autor versteht es, den Leser neugierig zu machen und Spannung aufzubauen. Als ausgezeichnet habe ich die Vielschichtigkeit der Charaktere der Protagonisten empfunden. Der Schreibstil fällt auf durch intelligente Ausdruckskraft, raffinierten Satzbau und vor allem durch feinsinnigen und manchmal gar zynischen Humor.
Auch die ausgeklügelten Details der baulichen bzw. örtlichen Beschreibungen sind hervorragend dargestellt und ich musste manches Mal höllisch aufpassen, um alles so zu verstehen, wie es gemeint ist. Überhaupt sollte man sehr genau lesen, stellen sich doch im Laufe des Buches manche vermeintlich unwichtige Details als überaus wichtig dar.

Einziger Minuspunkt: Das Hauen und Stechen fast am Ende des Buches zog sich für meinen Geschmack doch etwas in die Länge.

Fazit: das Buch bietet für viele Stunden ausgesprochene Kurzweil, der anspruchsvolle Leser wird befriedigt durch gut Recherchiertes aus der Vergangenheit.

27.07.2011 17:04:30
tassieteufel

Der Jahrtausendkaiser Friedrich II. vertraut auf dem Sterbebett seinem Ritter Hertwig von Staleberc ein Geheimnis an, im Heiligen Land versuchen 3 junge Kreuzritter sich aus der Gefangenschaft zu befreien u. in Winzenstein versucht die Zisterziensernonne Elsbeth ein neues Kloster zu bauen. Aus diesen 3 Handlungssträngen webt der Autor eine temporeiche, spannende und sehr humorvoll erzählte Geschichte, die von Anfang zu fesseln weiß. Das alle 3 Handlungsstränge miteinander in Verbindung stehen, erschließt sich dem Leser erst nach u. nach. Geheimnisse und Rätsel gibt es viele, immer wenn etwas aufgeklärt wird, tauchen neue Fragen auf, die jedoch am Ende alle zufriedenstellend geklärt werden.
Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit den alten Ortsnamen, zwar gibt es ein Register wo man nachschlagen kann, doch ist das ein wenig mühsam und stört den Lesefluß, mit der Zeit prägen sich die Namen jedoch ein. Hilfreich ist auch das Personenregister, in dem die wichtigsten Personen aufgeführt und kurz beschrieben werden, da kann man ab und an nochmal nachlesen, doch auch das brauchte ich beim weiteren Fortschreiten der Geschichte dann nicht mehr.
Sehr schön geschildert ist der historische Hintergrund zur Zeit des Interregnums, der Kaiser ist tot, die Menschen verunsichert, eine Zeit großer Unruhe und teilweise gesetzloser Zustände ist angebrochen. Die letzten Katharer sind nach dem großen Kreuzzug der quasi zu ihrer Vernichtung geführt hat, über das ganze Land verteilt und versuchen, sich, ihre Familien und ihren Glauben zu retten. Fiktion und reale historische Begebenheiten werden vom Autor zu einer spannenden und lebendigen Geschichte verwoben, die den Leser unversehends ins 13. Jahrhundert eintauchen läßt. Reale wie erfundene Personen sind lebensnah, vielschichtig und auch glaubwürdig geschildert, lediglich mit Elsbeth hatte ich meine Schwierigkeiten, sie kam mir streckenweise sehr anachronistisch vor, aber das ist nur ein kleines Manko in einem ansonsten tollen Buch!
Der Schreibstil von Richard Dübell ist opulent, prall und streckenweise sehr humorvoll. Obwohl alle 3 Erzählstränge wunderbar geschildert sind, so sind meine liebsten Episoden, doch die um Rogers und seine beiden Freunde gewesen. Ich habe bei ihren diversen Abenteuern oft herzhaft lachen müssen und mir so manche Szene bildlich vorgestellt!
Im erwarteten grandiosen Finale werden alle losen Fäden miteinander verwoben,die Handlungsstränge fügen sich zu einem Ganzen zusammen und obwohl eigentlich alle offenen Fragen geklärt werden, war ich ein wenig traurig, das die Geschichte zu Ende war, zu gern hätte ich noch mehr von den lieb gewonnenen Figuren gelesen!
Sehr schön ist auch die Ausstattung des Buches, mit einer Karte, Personenregister und div. recht interessanten Ausführungen im Anhang zu geschichtlichen Daten, Personen und Ereignissen.

Fazit: ein durchweg spannender, opulent und humorvoll geschriebener historischer Roman, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat! Interessante, vielschichtige Charaktere, ein toll geschilderter historischer Hintergrund und eine rasante Schatzsuche bieten hier fesselnde und unterhaltsame Lesestunden. Mit Sicherheit ein Buch das ich irgendwann noch einmal lesen werde.

18.06.2011 23:09:24
gm

Ein absolut lesenswertes Buch an dem mir nur eine Sache nicht gefällt.
Dübells Bücher sind alle sehr gut rechechiert so dass ich mir bei diesem Buch dieser doch recht bedeutsame Fehler sofort aufgefallen ist.

Bei der Beschreibung der Stadt Wizinsten springt einem sofort der geologische Untergrund ins Auge.
Wegen der unterirdischen Wasserläufe gibt es keine Keller, unter der Zisterne gibt es Gänge die auf natürlichen Wassserläufen beruhen,
die unterirische Höhle im Steinbruch rette Godefrey das Leben, die Bewohner befürchten Veränderungen der unterirdischen Wasserläufe wegen der Regulierung des Seespiegels usw.
Das ist genau die Beschreibung eines Karstgebiets wie es zB in der schwäbischen und fränkischen Alb der Fall ist.
Der Karte und der Beschreibung nach liegt Wizinsten im Dreieck zwischen Würzburg, Bamberg und Nürnberg, also im oder am Steigerwald.
Und das ist es sicher kein Karstgebiet!

Eben wegen der von Dübell gewohnten guten Recherche aller Umstände in seinen Büchern war ich von diesem geologische Fehler überrascht, noch dazu da eben diese Eigenschaft im Handlungsverlauf eine wichtige Rolle spielt.

Ansonsten ist dieses Buch wieder einmal ein hervorragender Dübell-Roman der anfangs durch den Aufbau der verschiedenen Handlungsstränge und Vorstellung der verschiedenen Akteure etwas verwirrend wirkt, aber spätestens nach dem ersten Drittel eine solche Spannung aufbaut dass man das Buch am liebsten nicht mehr weglegen und am Stück durchlesen möchte.

23.05.2011 23:00:56
traian82

Dies war mein erster Roman von Richard Dübell und ich bin wirklich begeistert. Das Buch hat mich völlig gefesselt und mich auf eine spannende und fast epische Reise mit den Hauptpersonen genommen. Ein toller Schreibstil, symphatische und auch schwer fassbare Charaktere, ein großes Portfolio an Schauplätzen und eine bis zum Ende hin spannende Story mit vielen Rätseln und teils überzogenen, aber dennoch interessanten Wendungen.

Manchmal fand ich die Beschreibungen etwas wirr, so dass ich gelegentlich eine Passage ein zweites mal lesen musste und das Ende war eher enttäuschend, da es in meinen Augen zu abrupt war und einige Storyfäden nur unzureichend oder nicht zufriedenstellend aufgelöst wurden. Außerdem hatte ich auf ein Nachwort des Autors gehofft.

Dennoch absolute Kaufempfehlung.

08.04.2011 09:55:19
Wello

Nach der Teufelsbibel-Trilogie ist Hr. Dübell mit diesem Buch wieder ein spannender und eindrucksvoller Roman gelungen.
Zu beginn werden auch hier die Hauptprotagonisten mit einen kurzen und treffenden Satz vorgestellt. Im weiteren Verlauf lernt man diese immer besser kennen und lieben oder auch fürchten und hassen mit all ihren Ecken und Kanten, einige mehr, einige weniger sympathisch aber nie langweilig. Selbst die unauffälligste Figur bleibt einen unvergessen.
Die Geschichte beginnt in mehreren Strängen und jede versucht die andere mit Spannung und Dramatik zu überbieten. Man weiß nicht ob man sich ärgern oder freuen soll wen der Schauplatz wieder wechselt. Der Punkt wo sie sich berühren und zu einer Geschichte werden kommt überraschend schnell.
Langsam wird es Zeit die Getränke bereit zu legen und sich bequem zu betten denn spätestens jetzt kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Mit vollem Körpereinsatz werden Kämpfe ausgetragen, Intrigen gesponnen, geliebt, geflucht und gemordet. und plötzlich offenbart sich die ganze Geschichte und alle zusammenhänge werden klar. Die Ereignisse überschlagen sich, alles strebt auf ein großes Finale hin und dieses Finale hat es in sich.
Sprachlos, Atemlos und mit feuchten Händen schließt man dieses Druckwerk, nicht mehr fähig einen klaren Gedanken zu fassen.
Tolle Aufmachung, tolle Geschichte, tolles Buch und beste Unterhaltung.
Ein echter Dübell.