Das Labyrinth der Engel

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2011, Titel: 'Das Labyrinth der Engel', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Obskure Begebenheiten im Hôtel-Dieu zu Paris

Buch-Rezension von Bettina Weiß Mär 2011

Kurzgefasst:

Wie ein Schiff in der Seine liegt das Hôtel-Dieu im Schatten der Kathedrale Notre-Dame. Es ist ein Tag im März 1609, als die königliche Leibhebamme Louise Bourgeois in das klösterliche Hospital von Paris eilt. Ein Diebstahl hat die Oberhebamme Estienette Rimbault in eine heikle Situation gebracht, und sie hofft auf Unterstützung. Doch nehmen die mysteriösen Vorgänge bedrohliche Formen an: Nachts dringen seltsame Geräusche aus der Apotheke, eine Novizin macht eine furchtbare Entdeckung in der Kerzenzieherei, und eine dunkle Gestalt besteigt im Morgengrauen den Turm der Ungeborenen. Als eines Abends die Leiche eines Augustinerbruders gefunden wird, ahnt Estienette bereits, dass das geheime Vermächtnis einer Nonne bei alldem eine Rolle spielt. Und dass dies erst der Beginn des Schreckens ist.

 

Zwei Hebammen, mysteriöse Vorgänge im berühmten klösterlichen Hospital Hôtel-Dieu und ein düsteres Familiengeheimnis liefern den Stoff für diesen überaus spannenden Roman über Paris um das Jahr 1609. Estiennette Rimbault ist Oberhebamme im Hôtel-Dieu in Paris und damit Leiterin der einzigen öffentlichen Geburtseinrichtung zur damaligen Zeit. Louise Bourgeois ist die Leibhebamme der französischen Könige und des in Paris ansässigen Adels. Die beiden Freundinnen sind nicht nur angesehene Hebammen, sondern auch in der Geburtsheilkunde tätig und damit den Ärzten ein Dorn im Auge.

Gefahren für das klösterliche Leben

Im März 1609 ereignet sich im Hôtel-Dieu ein eigenartiger Diebstahl des Anmeldebuches der Schwangeren. Weitere undurchsichtige Vorgänge im Kloster werfen Rätsel auf. Das ruhige und der Krankenpflege gewidmete Leben im Kloster scheint in Gefahr zu geraten. Wer hat ein Interesse daran zu erfahren, welche Frau im Hôtel-Dieu entbunden hat und warum trachtet jemand den Brüdern und Schwestern des Klosters nach dem Leben? Estiennette kann sich diesen Vorgang zunächst nicht erklären, dann aber erinnert sie sich eine unbekannte jungen Frau, die neben sehr guter Kleidung auch ein Schmuckstück getragen hat, welches bei Estiennette Erinnerungen an ein dunkles Geheimnis weckt.

Louise teilt die Nöte ihrer Freundin, obgleich sie mit eigenen Sorgen zu kämpfen hat. Auch in ihrem Hause ereignen sich rätselhafte Geschehnisse und irgendjemand scheint ein Interesse daran zu haben, die Hebammen der Stadt zu verunglimpfen und ihnen unredliche Machenschaften nachzuweisen. Hängen alle diese Ereignisse zusammen und gelingt es den Freundinnen hinter das Geheimnis zu kommen?

Wer versucht die Hebammen der Stadt anzufeinden?

Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen die beiden historisch belegten Hebammen, die im Paris des 17. Jahrhunderts tätig waren. Sie muten in ihrem Wissen über Schwangerschaft und Geburt, aber auch in ihrer Haltung dem Beruf nachzugehen, schon sehr modern an. Trotzdem wirken die Figuren authentisch und äußerst sympathisch. Louise bewegt sich in den Kreisen des Adels und am Königshof, als wäre sie dort zuhause. Dort geht sie auch in der häuslichen Umgebung der Gebärenden ihrer Profession nach. Die Welt von Estiennette beschränkt sich auf das klösterliche Leben und die Geburtshilfe bei den Frauen der niederen Stände. Zwischen diese beiden Polen erblickt das Leben von Paris das Licht der Welt und Männer haben keinen Zugang. In dieser von den Frauen dominierten Welt lösen die Hebammen glaubwürdig die Rätsel der mysteriösen Vorgängen und kommen einem düsteren Geheimnis auf die Spur.

Die Spannung bezieht der Roman aus dem sehr verschachtelten Aufbau, der in verschiedenen Rückblenden die Geschehnisse erzählt, ohne dabei den roten Faden zu verlieren oder sich gar zu verzetteln. Die Kümmernisse und Sorgen der Figuren sind glaubhaft erzählt und laden den Leser zum Mitfiebern ein. Die Geheimnisse werden schlüssig aufgelöst und der Leser kann das Buch nach vergnüglichen Stunden zufrieden aus das Hand legen.

 

Das Labyrinth der Engel

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Letzte Kommentare:
06.03.2012 07:31:19
Schnagg

Eine ausgezeichnete Leselektüre. Angereichert mit viel Wissen i.S. Frauenheilkunde. Es hat mir sehr viel Vergnügen bereitet die 317 Seiten zu lesen. Langeweile ist hier ein Fremdwort. Der Erzählstil hat mir gut gefallen u. auch die Unterteilung in diverse Zeitabschnitte. Man kam auch nie durcheinander, da durch entsprechende Hinweise der Autorin, diese wieder einen Überblick vermittelte. Die in der Lektüre beinhaltete Liebesgeschichte erdrückt nicht sondern fügt sich angenehm ein. Besonders nett von der Autorin fand ich, dass am Ende wirklich jeder Ungereimtheit auf den Grund gegangen wird. Somit hat man am Ende keine offenen Fragen. Ihr erster Roman u. der gleich ausgezeichnet. Empfehlenswert !

31.05.2011 09:19:53
Almut Winkler

Auf spannende Weise eröffnete sich mir das Leben und das reichhaltige Erfahrungswissen der Hebammen im 17. Jahrhundert in Paris. Die detaillierten Beschreibungen ihres Wirkens und ihrer religiös-ethischen Haltungen im Rahmen geheimnisvoller Verwicklungen fesselte meine Neugier. Das detaillierte historische Wissen über Frauenheilkunde, das mir so nahe gebracht wurde, beeindruckte mich ganz besonders.