Totenreich

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2011, Titel: 'Totenreich', Originalausgabe

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98

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Annalena Brix
Eine sympathische Kriminalgeschichte im historischen Frankfurt!

Buch-Rezension von Annalena Brix Mär 2011

Kurzgefasst:

Die Heilkraft des Todes. Unheilvolle Dinge ereignen sich im Frankfurt des frühen Jahres 1533: Dreimal findet Pater Nau nach der Beichte blutiges Frauenhaar im Beichtstuhl. Dann wird am Mainufer die Leiche einer schwangeren Frau gefunden - ausgeweidet,vom Ungeborenen fehlt jede Spur. Und weitere Schwangere werden vermisst. Pater Nau gerät unter Verdacht. Nur die Richterswitwe Gustelies und ihre Tochter Hella glauben an seine Unschuld und beschließen, selbst zu ermitteln. Doch Hella begibt sich damit in höchste Gefahr, denn auch sie erwartet ein Kind...

 

Eine Tote am Mainufer führt Richter Blettner zum Beginn eines neuen Falls. Besonders schockierend: Die Tote war schwanger und das Kind wurde ihr aus dem Leib geschnitten. Blettner, dessen eigene Frau schwanger ist, beginnt zu ermitteln, doch schon bald wird er durch die politischen Interessen seines Vorgesetzten gebremst.

Allerdings hat Blettner keine Ahnung davon, dass Pater Nau, der Onkel seiner Frau, mehrmals blutiges Frauenhaar im Beichtstuhl gefunden hat. Nachdem eine schwangere Magd vermisst wird und der verzweifelte Pater versucht, das Haar verschwinden zu lassen, wird er erwischt und gerät unter Verdacht. Doch seine Nichte Hella und ihre Mutter Gustelies glauben an die Unschuld des Paters und ermitteln auf eigene Faust. Schon bald tauchen neue Spuren auf...

Ausgezeichnete Figuren treffen fesselnde Geschichte

Mit Totenreich legt Ines Thorn bereits den dritten Roman vor, in dem Hella und ihre Mutter Gustelies ermitteln. Gleichwohl liest sich das Buch auch ohne Kenntnis der Vorgänger anregend und flüssig. Die Figuren sind überzeugend und sympathisch dargestellt. Die beiden Frauen kommen resolut und zugleich warmherzig daher und sind glaubhaft ins Leben der Stadt eingeflochten. Gustelies zieht eine Freundin hinzu, die bereits in den vorangegangenen Büchern mit von der Partie war. Der gutherzige Richter und der etwas schrullige Partner fungieren als gelungene Gegenparts im Figurengeflecht. Der Autorin gelingt es darüber hinaus, ihrer Geschichte eine Figurenvielfalt zu verleihen, die das Buch nicht verwirrend, sondern sehr ansprechend macht.

Erzählt wird neben dem spannenden Kriminalfall auch viel über den Aberglauben an manche Heilungsmethoden sowie der politischen und kirchenpolitischen Lage Frankfurts Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Schilderung über den Gebrauch von Leichenteilen oder -flüssigkeiten zur Heilung verschiedenster Leiden ist genauso spannungsreich wie unglaublich. Geschickt werden diese historischen Themen in die Geschichte eingebettet und ein facettenreiches Bild des historischen Frankfurts gezeichnet.

Historisch, humorvoll, herrlich

Die Ermittlungen führen den Leser gemeinsam mit den Hauptfiguren in unterschiedliche Richtungen. Hella befragt die Kräuterfrau Minerva und verfolgt im Alleingang eine zufällige Spur, Gustelies und ihre Freundin Jutta beobachten ein seltsames Findelhaus, der Richter untersucht die Toten und ein mit dem Pater befreundeter Mönch landet zu Ermittlungszwecken sogar im Freudenhaus. Ines Thorn erweist sich als wunderbare Erzählerin, die den Leser zu fesseln weiß. Ihr Roman begeistert mit historischen Hintergründen, detailreichen Beschreibungen, charmanten Figuren, Spannung und einer wohlgesetzten Prise Humor. Totenreich ist ein Roman, den man nur ungern aus der Hand legt - ein herrliches Lesevergnügen!

 

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Letzte Kommentare:
12.09.2012 17:19:59
Sagota

Dieses Buch ist mein 2. Buch der Autorin, das ich gelesen habe: Aus der Reihe "Verbrechen in Frankfurt" - ist es das erste Werk, das ich sehr empfehlen kann: Ich gebe Mira Sharisa recht und fand die Handlung sehr stimmig; etwas Lokalkolorit aus F/Main aus dem Spätmittelalter - und durch die flüssige, aber recht prägnante Schreibweise von Ines Thorn macht es sehr viel Spaß, der Handlung und ihren Wendungen zu folgen. In puncto Spannung ist es sicherlich zu überbieten, aber mir gefiel besonders die Prise Humor bzw. Ironie, die doch schalkhaft in Person der "Gusteliese" durchscheint sowie die tiefe Menschlichkeit, die deutlich beschrieben wird und den Leser mitfühlen lässt. Danke für Mußestunden des Lesens voller Genuss - und einem neuen Lieblingszitat à la Pater Nau:

"Die Welt ist in Frevlerhand. Die Erde ist ein Jammertal und das Leben ein Graus" :-))
wohl dem also, der trotzdem lacht und seinen Humor nicht verliert. Von mir gibt es 94 Punkte, auch wenn es kein sprachliches Meisterwerk ist. Lesenswert!

16.08.2011 14:40:06
Mira Sharisa

So schön leicht und einfach geschrieben und dabei so spannend. Auch für dieses Buch habe ich nur zwei Tage gebraucht, es zu lesen und es genossen, in Gedanken wieder die mittelalterlichen Straßen Frankfurts abzulaufen. Ines Thorn schafft es mit ihrer Schreibe, den Leser ganz tief in die Geschehnisse zu ziehen. Großartig!