Das Löwenmenschen-Amulett

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • , 2009, Titel: 'Das Löwenmenschen-Amulett', Originalausgabe

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Kirsten Lambeck
Ein leider nur mittelmäßiger Jugendkrimi über einen Klan von Steinzeitjägern

Buch-Rezension von Kirsten Lambeck Feb 2011

Kurzgefasst:

Tief im Wald findet Wuschan, ein junger Jäger des Sochil-Klans, eine Halskette aus gelochten Muscheln: Dazwischen ragt eine Elfenbeinfigur hervor, ein Mischwesen von rätselhafter Schönheit - der Löwenmensch. Kaum hat er das Amulett an sich genommen, überschlagen sich die Ereignisse. Wuschan und sein Freund Ronat machen eine grausige Entdeckung und tappen beinahe in eine tödliche Falle.
Gefahr droht auch von ganz anderer Seite: Neue Siedler brennen am Großen Fluss die Wälder ab und vertreiben das Wild. Vielleicht hätte Wuschans Vater, der große Klanchef Frado, darauf eine Antwort. Doch der ist vor zwei Wintern unter mysteriösen Umständen auf der Bärenjagd verschwunden. Auch Ila, zu der Wuschan sich hingezogen fühlt, scheint ihm nicht helfen zu können. Er muss selber nach einer Lösung suchen - und bringt sich erneut in Lebensgefahr...

 

Die Schwäbische Alb vor 8.000 Jahren: Die Kultur der wandernden Jäger wird allmählich von ackerbauenden Siedlern verdrängt. Vor dieser Kulisse erzählt der Buchautor und Zeitungsredakteur Markus Zecha die Geschichte von Wuschan, einem jungen Jäger aus dem Klan der Sochil.

Eine Jugend als Steinzeitjäger

Wuschan, dessen Vater vor einiger Zeit verschwunden ist, erlebt mit seiner Mutter Boda den Alltag des Jägerklans, der zwischen Winter- und Sommerlager wechselt. Er wird wie alle Jungen zum Jäger ausgebildet und fiebert auf den Tag seiner ersten richtigen Jagd hin. Als er von seinem Onkel mit einem geheimen Auftrag zu einem Nachbarklan geschickt wird, verpasst er den Aufbruch seiner Sippe aus der Winterhöhle ins Sommerlager am Fluss und ist zum ersten Mal auf sich allein gestellt.

Jäger treffen auf Siedler

Doch am üblichen Platz findet der Junge ein ungewöhnliches Bild vor: Im Flusstal lagern fremde Menschen, die als "Waldbrenner" verschrieenen Siedler. Nur durch Zufall gelingt es Wuschan, die Sochil wiederzufinden, die sich mit einem weniger geeigneten Sommerlager begnügen müssen. Hier erlebt der Junge seine erste Jagd und verschiedene sommerliche Abenteuer mit seinem Freund Ronat und den anderen jungen Jägern. Immer wieder sind die Siedler Thema in der Sippe, Wuschan, der vorschlägt, friedlich auf die anderen zuzugehen und das Land zu teilen, findet auch als Sohn des verschwundenen Klanchefs kein Gehör. Zunächst geht man sich aus dem Weg.

Ein Krimi unter Steinzeitklans

Am Ende des nächsten Winters macht Wuschan einen folgenschweren Fund: er findet das Löwenmenschen-Amulett seines Vaters und wenig später auch dessen Leiche in einer Höhle - mit einem Loch im Hinterkopf, das auf einen Mord hindeutet. Als dem Jungen klar wird, dass nur einer der Jagdgefährten seines Vaters als Mörder in Frage kommt und auch er bedroht wird, verlässt er den Klan und macht sich auf zu den Bogil, einer verwandten Sippe, die am Ufer des Bodensees vom Fischfang lebt. Doch auch dort holt ihn die Vergangenheit ein - und das Rätsel um den Mord am Klanchef bleibt spannend.

Zähe Heimatkunde

Wenn auch die Geschichte, die Autor Zecha hier für Jugendliche ab etwa elf Jahren erzählt, leidlich spannend ist, ist die Umsetzung in weiten Teilen erstaunlich zäh: Nahezu auf jeder der Seiten findet sich ein Verweis auf das angefügte Glossar, das jede der auch noch so unbedeutenden Landmarken, die reichlich in den Text eingestreut sind, mit dem modernen Pendant verbindet - Wissen, das höchstens im unmittelbaren Umfeld der Schwäbischen Alb von Interesse sein dürfte, ortsfremde Leser aber schlichtweg nervt.

Jugendbuch mit Bildungsauftrag

Sowieso nimmt Zecha seinen vermeintlichen Bildungsauftrag allzu ernst. Immer wieder werden für den Verlauf völlig unwichtige Details über Keramikverzierungen, Handwerkskunst und Glaubenswelt ausgewalzt, reflektieren die angeblichen Steinzeitjäger über den Kulturkonflikt zu den Siedlern. Hier wäre sehr viel weniger deutlich mehr gewesen - und die Geschichte hätte dann vielleicht auch nicht so sehr nach Schulbuch geklungen. Für einen Lacher am Rande hat die Tatsache gesorgt, dass der Autor die Steinzeitmenschen von den dort heimischen Fledermäusen als Hufeisennasen sprechen lässt - HufEISEN dürften auch in der Schwäbischen Alb erst etliche Jahrtausende später aufgetaucht sein...

Geschickter Aufbau

Allerdings gelingt es Zecha, mit Wuschan eine Figur zu konstruieren, mit der sich Jugendliche gut identifizieren können und deren Motive verständlich und nachvollziehbar sind. Seine Geschichte wird abwechselnd in zwei Zeitebenen erzählt: die eine begleitet Wuschan auf seiner Flucht an den Bodensee, die andere erzählt in Rückblenden, wie es zur Trennung des Jungen von seiner Familie kam. Diese Aufteilung ist recht geschickt und fördert den Spannungsaufbau. Dass aber zuletzt des Rätsels Lösung wie in den meisten schlechten Krimis eine Beziehungstat sein soll, hinterlässt ein recht flaues Gefühl.

Insgesamt ein ziemlich mittelmäßiges Jugendbuch mit einem eigentlich spannenden Grundthema, das aber durch schulmeisterliche Detailverliebtheit viele Möglichkeiten vergibt.

 

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