Barabbas - Der zweite Sohn Gottes

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • , 2009, Titel: 'Barabbas - Der zweite Sohn Gottes', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Barabbas - Der zweite Sohn Gottes?

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Feb 2011

Kurzgefasst:

Palästina zur Zeit Jesu. Der vor den Römern nach Ägypten geflohene Barabbas erfährt, dass in Nazareth der Messias erschienen sein soll und kehrt zurück. Der mutige junge Mann schließt sich Widerstandskämpfern gegen die Besatzer an und wird ihr Anführer. Jesus zieht in Jerusalem ein und wird vom Volk als Messias gefeiert, der ihnen die Freiheit bringen wird. Anstatt den Kampf anzuführen, predigt er jedoch Vergebung und Nächstenliebe Barabbas und seine Kämpfer beginnen an Jesus zu zweifeln. Die Prophezeiung, dass Gott ihm zu Hilfe eilen wird, erfüllt sich nicht und beide werden verhaftet. Beim Prozess ertrotzt die von seinen Anhängern durchsetzte Menge Barabbas` Freilassung Jesus aber wird gekreuzigt. Die Kämpfer besetzen Jerusalem und Barabbas ruft das ganze Land zum Widerstand gegen Rom auf. Nach anfänglichen Erfolgen werden er und seine Männer in einer Bergfestung eingekesselt. Hinter den Golanhöhen kommt es schließlich zum letzten Kampf mit den römischen Verfolgern.

 

Die Lebensgeschichte des Mannes, der an der Stelle Jesu freigelassen wurde

 

 

Nicht von Jesus will ich berichten, sondern von seinem Gegenbild. Er, der Jerusalem brennen sah, war so etwas wie eine Nachgeburt, ein Zwilling des Phyrros, des Königs der Molosser, der die Römer mächtig in Verlegenheit brachte und so oft siegte, dass er schließlich erschöpft aufgeben musste. Doch dies trifft es nur halb, denn eigentlich passte er bereits damals nicht mehr in unsere Zeit, sondern gehörte eher zu den Mythen um Achilleus, Odysseus und den anderen Archäern, die nach Ruhm trachteten und einzig ihr Heldentum im Sinn hatten, und so kann man Jeschua Barabbas vielleicht noch der Alexanderlegende zurechnen. Ein Mann der Tat also, einer, der sich sein Reich aus den Völkern herausschneidet. Und beinahe wäre es ihm auch gelungen.

 

Heinz-Joachim Simon schreibt über diesen Mann, über den man doch schon alles zu wissen glaubt: Barabbas, der Räuber. Ein Mörder, der anstelle des Messias freikam. Unglaublich eigentlich, vielleicht dadurch zu erklären, dass Jesus einfach sterben musste, um die Prophezeiungen erfüllen zu können und den neuen Bund Gottes mit den Menschen beginnen zu lassen....

Im Grunde genommen, weiß man jedoch nichts über den Mann. In der Bibel wird auch keine nähere Beschreibung gegeben. Er ist da, als es darum geht, Jesus freizulassen, oder eben ihn, den Mörder und Räuber.

Das fiktive Leben des Barabbas und tiefe Einblicke in das Palästina zur Zeit Jesu

Es ist eine schlimme Zeit für die Juden. Das römische Reich hat Besitz vom gelobten Land ergriffen, man befindet sich unter der Fremdherrschaft, verwaltet durch den Statthalter Pontius Pilatus und den wenig jüdischen - da in Rom erzogenen - Tetrarchen Herodes Antipas ("König Herodes"). Manche würden auch sagen, ein Zaunkönig von Roms Gnaden. Man wartet sehnsüchtig auf den Messias, der da, wie von Johannes dem Täufer angekündigt, kommen sollte, das Reich Gottes auf Erden zu errichten. Ein Reich das frei sein sollte von der Herrschaft des fernen und ungerechten Roms.

Auch Jeschua Barabbas bekommt die Härte und Ungerechtigkeit Roms zu spüren. Er muss nach Ägypten fliehen, lernt dort vieles über die Politik und das Kriegshandwerk. Er schwingt sich auf zum Heerführer und hofft doch immer wieder, nach Hause zurückkehren zu können. Als ihn die Nachricht erreicht, dass der Messias erschienen sein soll, kehrt er zurück und bietet sich Jesus als Hauptmann, als dessen Schwertarm, an. Doch Jesus ist anders, keiner der mit dem Schwert umzugehen weiß, vielmehr lehnt er Gewalt ab und predigt von Nächstenliebe und Vergebung. So lehnt er auch die Hilfe Barabbas ab.

 

 

Nicht Jesus hatte die Händler mit der Peitsche aus dem Tempel gejagt, sondern er, Jeschua Barabbas. Jesus [...] war zur Gewalt niemals fähig.

 

Heinz-Joachim Simon beschreibt das äußerst spärlich überlieferte Leben des Jeschua Barabbas, der nach Meinung von Papst Benedikt XVI. "als eine Art Doppelgänger zu Jesus... [galt]. Das Volk hatte also die Wahl zwischen einem Messias, der den Kampf anführt, der Freiheit und das eigene Reich verspricht und ...[diesem anderen]..., diesem geheimnisvollen Jesus."

Der Autor spielt mit der Antagonie der Ereignisse

Die damalige Zeit und die Tatsache, dass Palästina zu recht als Schmelztiegel der Völker genannt werden konnte, ist allein schon ziemlich verworren. Zunächst muss sich die Leserschaft auch gedanklich lösen, von der ihr wahrscheinlich in Erinnerung gebliebenen Passionsgeschichte, so wie sie im Neuen Testament der Christen niedergeschrieben steht. Barabbas, eine Heldenfigur, der Fürst der Donnersöhne, Befreier des Tempels von Jerusalems und der zweite Sohn Gottes? Manchem Leser werden sich bereits frühzeitig alle Nackenhaare zu Berge stellen.

Erzählt wird Simon's Geschichte des Barabbas von Hermelaos, dem Sohn des Postus, der einerseits mitunter sehr schwülstig im Stile einer Ilias berichtet, andererseits aber oft sehr spöttisch, ja geradezu flapsig und allzu modern erscheint.

Sicherlich verlangt der Roman Barabbas - Der zweite Sohn Gottes seiner Leserschaft Durchhaltevermögen ab. So erscheinen die ersten 50 Seiten des Romans irgendwie zusammenhangslos. Eine Geschichte, die irgendwo mittendrin - besser gesagt am Ende - beginnt und deren Vorgeschichte vom Erzähler zwar gestenreich angedeutet wird, die jedoch dem Leser nicht bekannt sein kann. Weitere 300 Seiten dienen der Beschreibung des Lebens Barabbas', bis er schließlich zum "Schwert des Messias" werden konnte.

Vielleicht ist die langsame Entwicklung der Person des Barabbas die eine kleine Schwäche des Buches, da man sich doch beginnt zu fragen, wie das zum Titel und auch zum Klappentext des Romans noch passen könnte. Doch letzten Endes muss plausibel erklärt werden, wie der Sohn des Schmieds zum überaus erfolgreichen Heerführer und Rebell werden konnte. Nur so lässt sich auch glaubhaft erklären, warum das Volk Barabbas für die Freilassung erwählt hat und nicht Jesus Christus - ganz losgelöst von der Tatsache, dass nur so Gottes Verheißung von seinem neuen Bund mit den Menschen in Erfüllung gehen konnte. Das gelingt sehr gut und man kommt zu keiner Zeit zu dem Schluss, dass irgendetwas dazu erfunden worden wäre. Vielmehr werden weitere Nebelschleier aufgelöst. Man denke nur einmal an die Rolle des Judas als Verräter. Kaum zu glauben, dass er diesen ungeheuerlichen Verrat wegen 30 Silberstücken begangen haben soll. Heinz-Joachim Simon deutet noch einen ganz anderen Grund an...

Barabbas - Der zweite Sohn Gottes ist die Passionsgeschichte des Jeschua Barabbas. Oder wie Hermelaos sagen würde: "Lest also, welch wundersames Leben er durchlitt".

 

Barabbas - Der zweite Sohn Gottes

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