Der Lilienpakt

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Der Lilienpakt', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Eine neue Version der Geschichte der drei Musketiere

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2011

Kurzgefasst:

Frankreich 1643: Die siebzehnjährige Christine muss den Mord an ihrer Familie miterleben und befindet sich seitdem auf der Flucht getrieben von dem Plan, die Schuldigen zu entlarven. Ein Schmied nimmt sie nur widerwillig auf, denn er hat Angst vor dem Geheimbund Schwarze Lilie...

 

In einer Gewitternacht muss die junge Comtesse Christine d'Autreville den Mord an ihrer Familie und allen Bediensteten des Hauses miterleben. Von ihrem Vater im letzten Moment in einem Schrank versteckt, schwört Christine den Mördern Rache. Immerhin hat sie in den letzten Jahren Fechten gelernt. Zunächst schlüpft Christine bei einem Waffenschmied unter, wo sie sich mit dessen Sohn Jules anfreundet. Einem versteckten Hinweis ihres Vaters folgend, versucht Christine, mit den Musketieren in Kontakt zu kommen. Als Page des Musketiers d'Athos will sie nach den Mördern ihrer Familie Ausschau halten. Dass diese zum Geheimbund "Schwarze Lilie" gehören, steht für die junge Comtesse fest, einem Geheimbund, der mit den Musketieren verfeindet ist. Je näher Christine den Mitgliedern der schwarzen Lilie kommt, desto deutlicher wird, dass vieles, was sie glaubte zu wissen, nur Schein war.

Es könnte so gewesen sein

Corina Bomann spinnt um die fiktive Figur von Christine d'Autreville eine Geschichte, die nicht nur sehr viel aus dem Leben der Musketiere erzählt, sondern auch einen über viele Strecken hinweg wahren Kern hat. Die Autorin nutzt dabei die tatsächlichen Namen der Musketiere, die in Dumas' Roman Die drei Musketiere in leicht abgeänderter Form vorkommen. Selbst die Geschichte rund um die Comtesse hat einen Hintergrund, der das Geschehen im Roman als glaubwürdig erscheinen lässt und bei dem der Schluss "Es könnte so gewesen sein" zulässig ist, wenngleich Bomann in ihrem Nachwort klar stellt, dass die Figur von Christine ihrer Phantasie entspringt. Da sich Corina Bomann bei ihrer Erzählung über die Musketiere stark auf die bekannten Eckdaten stützt, könnte es manchem Fan des Dumas-Romans ein Kopfschütteln entlocken, unterscheiden sich gewisse Bereiche - besonders was die innige Freundschaft der Musketiere betrifft - doch eklatant voneinander.

Richtige Mischung gefunden

Corina Bomann tritt den Beweis an, dass es auch historische Romane gibt, in denen zwar Blut fließt und auch das Thema "Vergewaltigung" nicht ganz tabu ist, die aber nicht in blutigen Details schwimmen müssen. Dies ist sicher teilweise dem Umstand geschuldet, dass es sich hier um ein Buch handelt, das auch an ein jugendliches Publikum gerichtet ist. Es als ein für erwachsenes Publikum ungeeignetes Buch abzutun, wäre aber auf jeden Fall falsch. Die Spannung, die die Autorin ins Geschehen einbringt, wie auch die Informationen über die Waffenschmiedekunst oder eben die Welt der Musketiere vermögen auch erwachsene Leserinnen und Leser durchaus zu faszinieren. So hat Corina Bomann die richtige Mischung zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur gefunden und einen kurzweiligen, leicht lesbaren historischen Roman vorgelegt.

Sich treu geblieben

Beeindruckend ist, wie die Autorin der am Anfang skizzierten Figur Christines bis zum Schluss treu bleibt. Sie schildert das Mädchen als eine Heranwachsende, die mit ihren Gefühlen zwar noch oft in der kindlichen Welt verharrt, körperlich und von der gesellschaftlichen Entwicklung her aber bereits als Frau gilt. Als Frau, die sie eigentlich gar nicht sein möchte. Denn die nach Freiheit strebende Christine ist alles andere als glücklich über die Erwartungen, die in sie als Comtesse gesteckt werden. So sieht sie sich gegenüber ihren drei Brüdern zurückgestellt und lehnt sich mit einer pubertären Einstellung gegen das Erlernen weiblicher Fertigkeiten auf. Dabei verzichtet die Autorin aber darauf, Christine allzu modern zu gestalten. Das Verhalten der jungen Comtesse passt durchaus in den geschichtlichen Rahmen des 17. Jahrhunderts. Dass Corina Bomann die Comtesse auch am Ende des Buches so handeln lässt, wie sie sie über den Verlauf der Geschichte darstellt, macht einen besonderen Reiz aus.

Leichte Kost

Wer gerne einen leichtfüßigen historischen Roman liest, der sich auf geschichtlich überlieferten Fakten bewegt, wird hier gut bedient. Sprachlich wie inhaltlich wird kein Schwergewicht serviert und es fehlt da und dort etwas an Tiefe. Aber Der Lilienpakt ist ein unterhaltsamer und gut geschriebener Roman, der von einem überzeugenden Aufbau wie von Spannung lebt.

Der Lilienpakt

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Letzte Kommentare:
13.06.2015 02:45:46
Klio

Aus knappem Detailwissen - die drei Dumas'schen Musketiere Athos, Porthos und Aramis haben wirklich existiert - hat die Autorin routiniert einen ausgesprochen absehbaren roman mit wenig Phantasie und nahezu abwesendem Spannungbogen geschaffen. Christine d' Autreville, die zwar fechtende, ansonsten brave bis angepasste Heldin, trägt zum Mangel an Spannung folgendes bei: Fehlende Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihrer Motivation, Mangel an Witz, Überraschung und - ja! - Romantik. Auch die Antagonisten und sidekicks bleiben blass und treten irgendwie auf der Stelle.
Das tödliche Rätsel um ihre Herkunft löst Christine denn auch nicht selbst. Eine Nebenfigur, die leider auch nicht zum deus ex machina taugt, klärt sie ziemlich unmotiviert über Woher, Warum und Wohin auf.
Bomanns Erzählstil tritt überdies oft auf der Stelle, wiederholt sich und ist daher bei einem Mantel- ud - Degen - Roman nicht angemessen. Schade für das vertane Potential dieser Geschichte!

01.08.2011 19:18:52
Nicole

Der Lilienpakt war das erste historische Buch das ich gelesen habe. Die Spannung stieg mit jedem Kapitel an und letztendlich konnte ich das Buch kaum weglegen. Die Geschichte von Cristine ist faszinierend, sie kämpft sich durch ihr Schicksal und erreichte dennoch ihr Ziel. Die beeindruckende Welt der Renaissonce wird hervorgehoben und in ein anderes Licht getaucht, was mir persönlich am meisten gefallen hat.