Die Seidenrose

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2010, Titel: 'Die Seidenrose', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Seidener Teint, knallrote Lippen und eine starke Frau

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2010

Wer Die Seidenrose gelesen hat, wird wohl künftig mit anderen Augen an den Kosmetikregalen in den Kaufhäusern entlang gehen. Denn der Roman aus der Feder von Julia von Droste erzählt nicht nur von den Anfängen der Kosmetik-Industrie, er schildert auch, wie sich eine junge Frau weit vor dem Gross ihrer Geschlechtsgenossinnen emanzipiert und ihre Zukunft in die eigenen Hände nimmt. Dass dabei das eine oder andere Klischee bemüht wird, ist wohl nicht zu vermeiden, ist aber auch nicht weiter tragisch. Denn Die Seidenrose ist ein durchaus unterhaltsamer Roman.

Welten prallen aufeinander

Zunächst ist da einmal das Mädchen Mirella, das an der Schwelle zum Teenager steht. Mirella ist die einzige Bewohnerin eines kleinen, italienischen Dorfes, das eine Naturkatastrophe in ihrer Heimat überlebt hat. Ihre Tante Antonietta, die in New York einen Schönheitssalon betreibt, holt Mirella zu sich. Doch das verstörte Mädchen will sich der bis dahin nur dem Namen nach bekannten Tante zunächst nicht öffnen. Mirella leidet darunter, dass sie unvermittelt in eine andere Welt geworfen wurde und wünscht sich nach Hause. Nach und nach gelingt es Antonietta doch, einen Zugang zu ihrer Nichte zu finden. Dies zum Missfallen von Brian Casey, der im Labor des Schönheitssalons nach neuen kosmetischen Produkten forscht und sich Hoffnung auf ein Leben an Antoniettas Seite gemacht hat. Als Mirella nach dem Tod ihrer Tante eine unerfreuliche Entdeckung macht, scheint die Stunde von Brian Casey gekommen. Doch die selbstbewusste junge Frau gibt nicht auf und kämpft für ihr Unternehmen.

Gelungene Mischung

Die Seidenrose stellt eine gelungene Mischung von Liebesroman-Elementen und historischer Geschichte dar. Wobei sich die Historie nicht nur - wenn auch sehr stark - auf die Entwicklung der Kosmetik-Industrie stützt. Die Autorin hat es verstanden, mehrere durchaus ernsthafte Themen in den Roman zu verarbeiten. Einen wichtigen Stellenwert nimmt etwa die langsame Aufweichung gesellschaftlicher Konventionen ein, aber auch die seelische Belastung der amerikanischen Soldaten, die im fernen Europa im Kriegseinsatz stehen. Es werden Hürden aufgezeigt, die den Frauen im beginnenden 20. Jahrhundert in den Weg gestellt wurden - beispielsweise das Verbot, in der Öffentlichkeit zu rauchen oder Alkohol zu trinken - und es wird die Aufbruchstimmung beschrieben, die die fortschreitende Entwicklung mit sich brachte.

Leichtfüssige Erzählung

Die Autorin schafft es, trotz einigen durchaus kritischen Betrachtungen, einen leichtfüssigen Erzählstil beizubehalten, der Die Seidenrose zu einem "Verschling-Buch" macht. Die Charaktere sind glaubwürdig und zeigen verschiedene Facetten. Gerade Antoninetta, eigentlich die schillerndste Figur des Romans, hat einige dunkle Geheimnisse und lebt eine Form von Unabhängigkeit aus, die ihr auch heute noch, 100 Jahre nach der Zeit, in der die Geschichte spielt, Probleme bereiten könnte. Mit grossem Feingefühl versetzt sich die Autorin in die Persönlichkeit Antoniettas und zeigt die Zerrissenheit dieser Frau auf. Etwas zu klischeehaft ist die Figur des Pferdetrainers Nick geraten, aufgrund der vielen anderen, gut gelungenen Protagonisten ist dies aber verzeihbar.

Eher ein Frauenbuch

Die Seidenrose dürfte eher eine weibliche Leserschaft ansprechen. Zu überwiegend sind hier die Elemente der starken Frau, der kleinen Schönheitstipps und der verzehrenden Liebe gewichtet. Doch geht die Geschichte erheblich tiefer, als es Thema und Plot zunächst vermuten lassen. Alles in allem eignet sich Die Seidenrose als Lektüre für gemütliche Mussestunden, bei denen man eine Geschichte auf sich einwirken lassen möchte, ohne allzu starken Emotionen ausgesetzt zu sein, an die man aber dennoch einige Ansprüche stellen darf.

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