Der Name der Rose

Erschienen: Januar 1982

Bibliographische Angaben

  • , 1980, Titel: 'Il nomme della rosa', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Opulenter, vielschichtiger und raffiniert angelegter historischer Krimi

Buch-Rezension von Daniela Loisl Jul 2006

Oberitalien, zu Beginn des 14. Jahrhunderts. William von Baskerville, ein englischer Franziskaner, und sein Gehilfe Adson von Melk, ein österreichischer Benediktinernovize, reisen im Winter 1327 in eine norditalienische Abtei, um ein Kolloquium vorzubereiten. Doch schon bei ihrer Ankunft erfahren sie vom ungewöhnlichen Tod eines Mönchs, dem noch weitere folgen sollen.

Ein Wettrennen zwischen dem ermittelnden William und dem Mörder beginnt, denn binnen kurzer Zeit kommt es noch zu weiteren Morden, und auch William und Adson geraten in Gefahr, als sie der Lösung immer näher kommen.

Alles andere als ein gewöhnlicher historischer Roman

Ist Der Name der Rose wohl das bekannteste Buch Umberto Ecos, so werden wohl viele Liebhaber des Genres Historischer Roman das Buch auch in ihren Regalen, aber viele nicht oder nur teilweise gelesen haben. Ist die eigentliche Geschichte des Buches auch ein intelligent konstruierter Krimi, so macht es Eco dem Leser aber nicht ganz so einfach und führt ihn durch ein sprachliches und erzählerisches Labyrinth an die Lösung des Falls und fordert somit Ausdauer und Durchhaltevermögen des Lesers.

Zu Beginn muss man sich an Ecos Sprach- und Erzählduktus gewöhnen. Gelingt einem dies, wird man nicht nur in den Genuss eines subtil aufgebauten Krimis kommen, sondern taucht wesentlich tiefer ein in das Leben des "finsteren Mittelalters". Der Autor lässt den Novizen Adson im Rückblick auf sein Leben die Ereignisse in der Abtei wiedergeben - wie Watson die Erlebnisse mit Sherlock Holmes.

Immer wieder vergaloppiert der Autor sich in ausschweifende politische Verstrickungen mächtiger Fürsten, Könige, Kardinäle und auch des Papstes und bereichert so wie nebenbei den Leser nach allen Regeln der Kunst mit seinem umfangreichen Wissen und - scheinbar realen - Denkansichten der damaligen Zeit, ohne besserwisserisch zu wirken. Wenngleich Ecos Erzählfluss durch die immens vielen Exkurse in andere historisch belegte Bereiche immer wieder unterbrochen wird, wie beispielsweise in das Leben oder Wirken des Thomas von Aquin, des gefürchteten Inquisitors Bernhard Gui, des Franziskaners Roger Bacon oder Ubertin von Casale, einem italienischen Theologen, der sogar ein alter Freund Williams ist und von dem man durch Adson, der sich als Erzähler bemüßigt fühlt, einen Einblick in dessen Leben zu geben.

Unzählige Anspielungen und Parallelen

Schon der Name des Protagonisten William von Baskerville zeugt von Ecos Humor, Sir Arthur Conan Doyles Werke nicht nur mit einem Buchtitel, sondern auch noch mit der Konstellation seiner Hauptfiguren - William à la Sherlock Holmes und Adson à la Watson - zu ehren. Auch charakterlich ähneln die beiden dem berühmten Paar, denn William zeigt dem Abt schon bei der Ankunft ins Kloster, dass er nicht nur intelligent ist, sondern auch die Fähigkeit besitzt, Spuren zu lesen und sein junger Gehilfe bewundert ihn und berichtet dem Leser eben auch von dieser Reise.

Auch Agatha Christies mörderisches Vorgehen ist auf geschickte Weise in den Roman mit eingewoben, ebenso Andeutungen zu Edgar Ellen Poe und auch unzählige Parallelen zur Bibel gibt es und für den Autor ist es ein Stilmittel, gewisse Passagen aus anderen, alten Texten - gekonnt umformuliert - in die Erzählung mit einzubauen. Eco spielt nicht nur mit Worten, sondern auch mit Entlehnungen und unzähligen Andeutungen, die sich dem Leser sicher nicht alle erschließen, was aber dem Lesevergnügen weder einen Abbruch tut noch von großer Wichtigkeit ist.

Mit kleinen Fauxpas gewürzt

Hat man als Leser eine der ersten Übersetzungen des Romans zur Hand, so wird man wohl über so manche Fauxpas des Autors stolpern. Man wird nicht umhin kommen, dass man befremdet von Kürbissen, Paprika oder Violinen liest. Erst in einer späteren Ausgabe hat Eco diese Anachronismen im Original "bereinigt" und sprach bei einem Interview darüber von einem "Frühjahrsputz".

Dem intellektuellen Romancier und Semiotikprofessor Umberto Eco ist mit dem raffiniert aufgebautem Krimi mit einem mit viel Cleverness und Witz ausgestatteten Ermittler William und dem smarten und sehr authentisch wirkenden Assistenten Adson ein fulminantes Werk des historischen Krimis gelungen, dem man den Erfolg gönnt und auch nachvollziehen kann. So ist es jedem empfohlen, sich ans Lesen dieses Schmökers zu machen und sich vom breitgefächerten Wissen des Autors und seiner Vorliebe zum ausschweifenden Erzählen davontragen zu lassen.

Der Name der Rose

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Letzte Kommentare:
15.03.2014 18:30:46
win_fried

Lange habe ich gezögert, diesen Roman zu lesen, weil ich die Verfilmung so fürchterlich und ärgerlich fand. Doch zum Glück habe ich mich nun doch durchgerungen: Nach einem etwas schwierigen Start und einigen Seiten, durch die man sich ein wenig durcharbeiten muss, wird man durch eine Geschichte und eine Sprache belohnt, die wirklich meisterlich sind. Großartig und lange nachwirkend.

10.06.2013 08:04:01
gianluca__8

Eindeutig das beste Buch vom Mittelalter das ich je gelesen habe. Die lateinischen Passagen machen das Buch um einiges authentischer. Mich hat vor allem die Sprache Babylons von Salvatore begeistert, und Williams Intellekt, wie zum Beispiel am Anfang, die Geschichte mit Brunellus, wo er sich als großer Ermittler erweist. Wobei es aber keineswegs zu einem trivialen Kriminalroman verkommt. Besonders begeistert war ich aber vom Ende, doch dies sollte ich hier nicht genauer schildern.

16.06.2010 10:01:17
Purzelina

Die Urmutter aller historischen Romane!
Ein Buch, dass durch mehrmaliges Lesen immer mehr gewinnt. Auch mich haben die lateinischen Begriffe zugegebenermaßen zuerst gestört, aber der Stil ist so unglaublich fesselnd bis zum Ende, dass man einfach weiterlesen muss.-Eines dieser Bücher, aus denen man nachher staunend aus einer anderen Welt auftaucht, in die man während des Lesens gezogen wurde.

25.11.2009 14:48:20
Stefan83

Nun wie beginnt man die Rezension zu einem Meisterwerk der Literaturgeschichte, einem modernen Klassiker, den eigentlich jeder, und sei es nur dank der Verfilmung aus dem Jahre 1986, kennt? Mir fiel der Einstieg nicht leicht und es hat eine ziemlich lange Zeit gedauert, bis ich nach Beendigung der Lektüre von "Der Name der Rose" etwas halbwegs Brauchbares auf Papier bringen konnte. Zu bewegt, berührt und in Bewunderung gefangen, hat mich dieses Buch zurückgelassen.

Ecos erster großer Roman, der ihm gleich weltweiten Erfolg brachte, ist sicherlich alles andere als ein geeigneter Lesestoff für Zwischendurch. Wer die filmischen Szenen mit Sean Connery in der Hauptrolle des William von Baskerville in Erinnerung hat, wird erstaunt sein, als wie viel komplexer sich die literarische Vorlage erweist. "Der Name der Rose" ist intellektuelle und philosophische Hochliteratur, welche dem Leser ein großes Maß an Geduld abverlangt, die aber auch gleichzeitig den Beweis antritt, dass ein Autor, der über Jahre hinweg ein wichtiger Vertreter der Semiotik und führender Kritiker in Italien gewesen ist, sein theoretisches Wissen über die Niederschrift guter Bücher in die Praxis umzusetzen vermag. So sei jedem, den bereits der Film gefallen hat und der gewillt ist auch ein wenig mehr Zeit in ein Buch zu investieren, dieses Werk ans Herz gelegt, dessen Handlung hier für die Unkundigen nochmals kurz angerissen sei:

Es beginnt im späten 14. Jahrhundert, wo sich, an der Schwelle des Todes angekommen, der greise Mönch Adson in seiner Zelle des Klosters zu Melk (im heutigen Österreich) an eine denkwürdige Begebenheit aus seiner Jugend erinnert: Im November des Jahres 1327 besucht er gemeinsam mit dem Franziskanerpater William von Baskerville, unter dessen Obhut er steht, eine Benediktinerabtei im ligurischen Appenin. Dort sollen sich die führenden Köpfe des Franziskanerordens mit einer Gesandtschaft des Papstes Johannes XXII. treffen, um theologische Fragen des Für und Wider der Armut der Kirche zu erörtern und damit gleichzeitig die Machtpositionen abzustecken. William fungiert dabei als Gesandter des damaligen Kaisers Ludwig IV., der die Forderung der Minoriten nach theologischer Anerkennung der Armut Christi unterstützt, weil er sich davon einen Vorteil im Machtkampf mit dem prunksüchtigen Heiligen Stuhl erhofft. Bevor es jedoch überhaupt zu dem politisch-theologischen Treffen kommen kann, bittet der Abt des Klosters den für seinen Scharfsinn bekannten Bruder William (ein früherer Inquisitor, der das Amt freiwillig niedergelegt hat), um die Untersuchung eines mysteriösen Todesfalls. Ein Mönch scheint auf äußerst ungewöhnliche Weise Selbstmord begangen zu haben. William, der sich gemeinsam mit Adson prompt an die Arbeit macht und Nachforschungen anstellt, sieht sich bald mit einer ganzen Reihe von Morden konfrontiert, die stets nach den sieben Posaunen der biblischen Apokalypse inszeniert zu sein scheinen.

Und die Zeit drängt, denn mit der Ankunft der päpstlichen Legation, kündigt sich auch die von Bernard Gui an. Ein alter Widersacher Baskervilles und glühender Verfechter der heiligen Inquisition...

Analog zu diesen bereits erwähnten sieben Posaunen ist auch das Buch in sieben Tage unterteilt, welches Elemente des Schauer- und Detektivromans ebenso beinhaltet, wie philosophische und literarische Anspielungen, und damit Merkmale des klassischen Bildungsromans. Überhaupt lässt sich Ecos Werk nicht konkret einem Genre zuordnen. Es behandelt Fragen der Kultur, Religion und Geschichte des späten Mittelalters, thematisiert aber gleichzeitig auch die Empfindungen und Gedanken der einzelnen Figuren, welche als Gerüst einer Handlung dienen, die in ihren Verzweigungen epische Ausmaße annimmt. Für den Leser ist es hier nicht immer einfach den Überblick und damit den roten Faden der Handlung im Auge zu behalten. Seitenlange Dialoge und Monologe. Ganze Absätze in Latein. Ungeduldige werden das Buch wohl bereits nach wenigen Seiten in die Ecke geknallt haben. Wer sich jedoch Zeit nimmt, sogar rückblickend manches überdenkt und sich auf Ecos Stil einlässt, wird bald mit jeder Zeile in eine äußerst dichte und verdammt spannende Geschichte hineingezogen. Trotz der ausführlichen Schilderung größerer Konflikte und der Thematisierung theologischer Fragen (Häresie, Dolcinianer, Aristoteles Werke), welche ein komplexes und vielfarbiges Bild des mittelalterlichen Lebens in mehreren Verzweigungen und Nebenlinien zeichnen und die meiner Meinung nach die Lektüre dieses Buches erst so kostbar machen, bleibt die Aufklärung des Verbrechens stets der erzählerische Hauptstrang des Romans. Und der lebt natürlich in erster Linie von den beiden Hauptfiguren.

William von Baskerville ist dabei, man kann es schon am Namen erahnen, ganz deutlich dem Vorbild des literarischen Meisterdetektivs Sherlock Holmes nachempfunden, mit dem er nicht nur seine Vorliebe zur Beobachtung und Deduktion, sondern auch ein paar anatomische Gemeinsamkeiten (z.B. die schmale Adlernase) teilt. William ist seiner Zeit voraus, ein Visionär, der jedoch nie anachronistisch wirkt und sich trotz anderen Denkens perfekt in die Gemeinschaft seiner Ordensbrüder einfügt. Auf der anderen Seite wiederum steht Adson von Melk, der Erzähler, welcher die Geschehnisse aus Sicht seiner damaligen jugendlichen Erfahrung schildert und als staunender Beobachter gleichsam als Identifikationsfigur für den Leser dient. An seiner Seite erlebt man die Geschehnisse rund um das Benediktinerkloster und lässt sich gefangen genehmen von einer Geschichte, die bis zur letzten Seite aufs allerbeste und spannendste unterhält. Das Ende macht dann nicht nur sprachlos und nachdenklich, sondern setzt die Krone auf ein in allen Belangen faszinierendes Buch.

Insgesamt ist "Der Name der Rose" ein literarisches Meisterwerk, das von seiner sprachlichen Qualität und der enormen Tiefe lebt. Ein Buch, das sicherlich Aufmerksamkeit und Mitdenken erfordert, aber dafür auch lehrreiche Stunden bietet, ohne zu belehren. Ausgezeichnet recherchiert, sprachlich gewandt und nicht zuletzt auch erstklassig übersetzt. Ein Roman, welcher die Phantasie anregt und der für alle Zeiten einen besonderen Platz in meiner ganz privaten Bibliothek einnehmen wird.

21.11.2008 19:09:31
Thomas_Willeitner

Der Name der Rose ist wohl eines dieser wenigen Bücher, bei denen sich fast jeder der Meinung anschließen muss: großartig. Ich selbst habe, wie wohl viele meiner Generation, zuerst den Film gesehn und erst viel später das Buch gelesen - aber es war nicht zu spät, zu erkennen: Meisterwerk!
Es gibt wenig in der Weltliteratur, das in punkto Gehalt, Stil, Gelehrsamkeit heir mithalten kann. Ein Lebensbuch!

20.10.2008 02:24:29
Rolf.P

Ein Roman des Mittelalters, der seinesgleichen sucht.
Das Fantastische an Eco ist sein seltenes Talent, Stimmung, Bedrohung und Gefühle zu erzeugen, ohne diese zu beschreiben. Mit einer unglaublichen sprachlichen Versiertheit erzählt Umberto Eco diese im 14. Jahrhundert angesiedelte und auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte.
Es ist nicht einfach ein Roman, der im Mittelalter spielt, wie so viele andere historische Romane. Eco merkt man an, dass er mehr verfolgt, als den Leser zu unterhalten. Er zeiht den Leser in das Leben hinter Klostermauern hinein, alles rankt sich um das Wissen und dort, wo es versammelt ist, in den Bibliotheken der Klöster.
Das Buch Ecos selbst ist solch ein Hort des Wissens, denn was der Leser aus dem Buch schöpfen kann, ist äußerst vielfältig und trifft den Geist der damaligen Zeit auf den Kopf. Die Sprache Ecos ist ein weiterer Punkt, der das Buch lesenswert macht: mit solch erzählerischer Kraft sind nur wenige Bücher ausgestattet.
Eco gelingt hier nicht nur eine der lebendigsten Schilderungen des mittelalterlichen Lebens auf einer Abtei in den italienischen Bergen, er schafft auch einen Roman mit verschiedenen Ebenen.
Oberflächlich gesehen ist es ein Krimi um verschiedene Mordfälle, die dem Muster der Apokalypse zu gehorchen scheinen. Darunter geht es um soziale und religiös/philosophische Konflikte um die Aufrechterhaltung der Macht der katholischen Kirche in einer Zeit voller sozialer Spannungen und Verwerfungen.
Das eingestreute Latein trägt zur Verdichtung der Atmosphäre in dem Buch bei und macht den Einbezug des Leser in die Zeit noch deutlicher.
Dieses Buch ist echt en muss und jeder sollte es gelesen haben. Es hilft, das Mittelalter mit seinen Ängsten, aber auch fest verwurzelt im christlichen Glauben zu verstehen. Eine echte Reise in die Vergangenheit!
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen genommen. Beim Lesen konnte ich mich vollkommen in die dort beschriebene Gedankenwelt des Mittelalters versetzen. Auch die handelnden Personen sind nicht nach dem reinen schwarz- weiß Schema beschrieben. Auch sie gestatten sich Fehler und menschliche Unzulänglichkeiten. Gerade dies macht das Buch in meinen Augen so fesselnd.
"Der Name der Rose" vermag auf eindrückliche Art und Weise einerseits durch eine spannende Kriminalgeschichte zu unterhalten und andererseits so ganz nebenbei und ohne belehrend zu wirken eine große Portion Bildung zu vermitteln.

Nehmt euch Zeit und lest dieses Meisterwerk von Umberto Eco!

08.10.2008 14:06:31
Jerôme

Ich habe das Buch vor etwa zehn Jahren gelesen, und ich muss gestehen, dass es bis heute eines der am schwersten verdaulichen Werke meiner Leserkarriere war. Nur Grass' Blechtrommel war noch anstrengender, und sie ist bis heute das einzige Buch, das ich nicht beenden konnte, weil Sätze, die über zwei Seiten gehen, einfach meinen Intellekt überfordern.
Ähnlich war es bei Eco, doch hier war es nicht der Satzbau, sondern vielmehr dieser nicht mehr überschaubare Wust an Information, der einem im Hals stecken blieb und so die Spannung ein wenig im Keim erstickte. Egal, zwischen diesem Roman und Groschenheften aus dem Supermarkt soll es ja noch Alternativen geben...;-)

23.06.2008 21:16:36
Carlson

Umberto Ecos "Name der Rose" ist für mich die Mutter des historischen Kriminalromans. Ich habe das Buch zum ersten Mal vor ca. 20 Jahren gelesen und nicht verstanden. Ungefähr ein Jahr später habe ich mich erneut heran gewagt. Damals hat das Buch mich dann mehr und mehr fasziniert. Ich habe mir damals vorgenommen alle lateinischen Passagen selbst zu übersetzen und nicht "hinten" nachzuschauen. Damals war ich noch im Lateinkurs. Ich habe das Buch beim zweiten Lesen mehr als nur verschlungen. Es ist und bleibt für mich der beste Mittelalterroman. Vielleicht ist dies aber auch nur juvenale Verklärung. Grundsätzlich gilt: Wer wirklich tief in das Mittelalter eintauchen will, ein Mittelalter jenseits schillernder Farben und heldenhafter Ritterrüstungen, wer das Mittelalter mit all seinem Gestankund dem Fanatismus dogmatischer Willfährigkeit, dem sei "der Name der Rose" bestens empfohlen. Es ist ein wirklich "historischer Roman" der an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt.
Zum Film: Bitte erst gucken wenn Buch gelesen. Ansonsten für mich die beste Umsetzung Buch zu Film aller Zeiten (liegt wohl an Sir Sean Connery)!

19.04.2008 22:15:36
Johanna Baumschlag

Wenn man die erste Seite zu lesen beginnt will man am liebsten gar nicht mehr weiterlesen. Ich dachte vielleicht wird das buch ja später noch interessant, aber jetzt bin ich schon auf Seite 104 und das Buch ist noch gleich langweilig wie auf der ersten Seite. Es wir einfach alles zu genau beschrieben und ich muss ehrlich sagen ich verstehe den Inhalt des Buches auch nicht ganz. Der Film ist meiner Meinung nach gleich langweilig wie das Buch!

19.03.2008 16:17:05
youtas

Ein spannender Kriminalroman, gleichzeitig eine Informationsquelle fuer mittelalterliche Denkweise und Kultur. Ich friere mit den Helden in den kalten Gemaeuern, und es graust mich, wenn ich an die Behandlungsweisen der Aerzte (oder Moenche) denke.
Fuer mich ein besonders gelungenes Buch

20.01.2008 15:07:08
mina

durch die vielen lateinischen begriffe wird der leser von der eigentlichen,spannenden handlung abgelenkt.
wäre das buch ohne diese langweiligen aufklärungen über ketzterei usw. wäre es ein richtig toller roman

01.10.2007 15:16:18
oooo_A3_oooo

der spannungsbogen verläuft wie eine cosinusfunktion. erst mal ist es total langweilig, dann kommt geniale spannung auf, dann wird der leser mit ketzerfakten gelangweilt. kaum kommt wieder spannung auf, wird sie gleich zerstört. ohne die katholischen fakten wäre das buch 200 seiten kürzer, um einiges spannender und sogar noch besser zu verstehen!

10.08.2007 13:04:44
Mila

Das Buch ist echt klasse und unheimlich spannend. Einziges Manko ist hier, dass das Buch durch die Sprache und die unheimlich vielen Informationen teilweise mühsam zu lesen und zu verstehen ist. Aber ansonsten ein super Buch.

01.07.2007 20:06:45
Swen Piper

Geniale Mischung aus Kriminalroman, historischer Lektüre und Lehrbuch. Teilweise wirkt das Buch etwas kopflastig und wissensüberladen, trotzdem sehr spannend.

11.07.2006 23:55:47
Beowulf

Neben Ken Follets Säulen der Erde das MUSS zum Mittelalter und DER historische Roman der historischen Roman übeerhupt erst zu einer wiederentdeckten Romangattung machte, kongenial verfilmt- aber ich bleibe dabei Bücher sind Filme in jeweils seiem eigenen Kopf- und daher kann keiner einen besseren drehen als die eigene Phantasie, die ECO in mehreren Ebenen anspricht- eben ein Klassiker.