Die Sünde aber gebiert den Tod

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • , 2005, Titel: 'Die Sünde aber gebiert den Tod', Originalausgabe

Couch-Wertung:

96
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Elke Röhrig
Ein historischer Krimi vom Feinsten!

Buch-Rezension von Elke Röhrig Jul 2006

Andrea Schacht, Autorin einiger historischer Romane verschiedener Epochen, schafft in der Fortsetzung der Almut-Bossart-Reihe eine gottgleiche Heldin in der Begine Almut. Eine besondere Szene in Dunkelheit und Kälte, in der Liebe und Wut eine Frau in eine Heldin verwandelt und sie ungeachtet der Folgen gegen den Klerus tätlich auflehnen lässt, rührt das Herz an.

Ein Christkind im Kloster

In Groß Sankt Martin, der Kirche des Benediktinerklosters zu Köln, geschehen wunderliche Dinge. Mitten in der Christmette, just in dem Moment, als in der Weihnachtsgeschichte die Passage verlesen wird: "Ihr werdet finden ein Kind in Windeln gewickelt ..." hören die Mönche einen Säugling schreien und werden am Altar fündig. Offenbar wurde er ausgesetzt. Pater Ivo vom Spiegel nimmt sich der Angelegenheit an und bringt den Säugling zu den Beginen am Eigelstein, in der Gewissheit, dass viele von ihnen vor ihrem Leben als Beginen ein bürgerliches Leben geführt und selbst Kinder geboren haben. Und so kommt es, dass wiederum Almut Bossart und Pater Ivo in etwas hinein geraten, das nicht nur gefährlich, sondern auch politisch hoch brisant ist, so dass selbst vor einem Mord nicht zurückgeschreckt wird.

Jakobus kannte die menschlichen Schwächen

Wie schon die Überschrift uns auf den Brief des Jakobus hinweist, ziehen sich wieder interessante Wortwechsel der beiden Protagonisten wie ein roter Faden durch das Buch, diesmal eben dieser Brief aus der Heiligen Schrift. Das Wort Gottes ist zu jener Zeit nicht nur ein Richtweiser, es ist fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Nur können die wenigsten Menschen aus der Heiligen Schrift zitieren, da es noch keine Übersetzung ins Deutsche gibt und sie somit auf die Auslegung des Klerus angewiesen sind. Wie fortschrittlich sind daher die Beginen vom Eigelstein, die sogar eine Gelehrte in ihren Reihen wissen, welche nach und nach die Bibel übersetzt.

Wer ist die Ermordete? Wer der Mörder?

Man muss nicht die ersten Bücher gelesen haben, um sich in dieser Geschichte zurecht zu finden. Es werden zwar einige Begebenheiten aus den beiden vorangegangenen Büchern gestreift, aber sie sind nicht von Bedeutung für dieses Buch. Zudem werden alle uns begegnenden Personen zuvor beschrieben. Tatsächlich gelebt haben der Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden, der allerdings nur erwähnt wird, aber keine aktive Rolle spielt und Gerhard de Benasis. Im Vorwort wird dem Leser außerdem einiges zur handelsrechtlichen und politischen Situation erläutert, so dass er - mit einem ersten Eindruck in das Köln des Jahres 1376 katapultiert - in der Lage ist, sich sofort zu orientieren.

Die Autorin benutzt eine der Zeit angemessene Sprache und Ausdrucksweise, ohne dabei zu fremd zu klingen und schildert Einzelheiten in wohl dosierten Portionen, um dem Leser nicht die Spannung zu nehmen. Die einsetzenden Verwicklungen und Fragen, die sich mit zunehmenden Recherchen stellen, lassen dem Leser keine Ruhe. Zudem ist er angehalten, sich ein eigenes Bild der möglichen Täter zu machen, denn da jeder der Charaktere andere Erfahrungen mit den entsprechenden Personen gemacht hat, könnte eine Äußerung den Leser aufs Glatteis führen. Dies macht die einzelnen Charaktere menschlich und deren Handeln nachvollziehbar.

Andrea Schacht hat einen wundervollen dritten Teil der Almut-Bossart-Reihe geschrieben und ist, wenn überhaupt, nur besser geworden. Dies ist ein wunderbar atmosphärischer Krimi des Mittelalters mit einer Heldin, die in ihrer Ausstrahlung sicherlich im Gedächtnis bleiben wird. Und ein I-Tüpfelchen gibt es noch oben drauf - dies ist nicht der letzte Teil - Fortsetzung folgt.

Die Sünde aber gebiert den Tod

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