Zwei bemerkenswerte Frauen

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Knaus, 2009, Titel: 'Remarkable Creatures', Originalausgabe

Couch-Wertung:

72

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Rita Dell'Agnese
Den Fossilien verfallen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2010

Kurzgefasst:

Elizabeth Philpot ist eine junge Frau aus besseren Kreisen, deren Familienerbe nicht zu einem standesgemäßen Leben in London reicht. Daher zieht sie 1830 in den kleinen südenglischen Küstenort Lyme Regis. Was ihr zunächst wie eine Verbannung vorkommt, erweist sich als glückliche Fügung, denn am Strand nehmen seltsame Steine sie völlig gefangen: Fossilien. Sie begegnet Mary, einem Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das die Familie mit dem Verkauf von Fossilien über Wasser hält und dabei spektakuläre Versteinerungen findet. Die beiden ungleichen Frauen freunden sich an. Doch dann verlieben sich beide in denselben Mann.

 

Elizabeth Philpot kann später nicht mehr genau sagen, was genau es war, das sie an diesem kleinen Küstenstädtchen angezogen hat. Als sie im 19. Jahrhundert in Lyme Regis ankommt, ist es nichts anderes als ein netter Badeort für weniger begüterte Familien. Doch Elizabeth fühlt sich in ihrer neuen Heimat wohl. Sie hatte zusammen mit ihren beiden Schwestern London verlassen müssen, um Platz für die junge Frau an der Seite ihres Bruders zu schaffen. Bald schon macht Elizabeth die Bekanntschaft mit Mary Anning, einem Mädchen an der Schwelle zur Frau. Mary, einst vom Blitz getroffen, hat einen besonderen Blick, mit dem sie in den Kreidefelsen ungewöhnliche Fossile aufzustöbern vermag. So teilen die beiden Frauen bald eine Leidenschaft, die sie durch die Höhen und Tiefen des Lebens begleitet: Das Sammeln von Fossilien.

Wechselnde Erzählperspektive

Erzählt wird der Roman mal aus der Sicht von Elizabeth, mal aus jener von Mary. Durch den unterschiedlichen Bildungsstand und die sich stark unterscheidende Herkunft der beiden Protagonistinnen ist jedoch immer klar, durch wessen Auge man das Geschehen gerade verfolgt. Während sich Elizabeth etwas gewählter ausdrückt, sind im Part von Mary die kindlichen Ansätze wie das einfachere Gemüt gut spürbar. Teilweise überlappen sich die beiden Erzählstränge, so werden einige Ereignisse zunächst aus der einen Sicht, dann aus der anderen Perspektive erzählt. Dies ist durchaus reizvoll, führt aber mit fortschreitender Geschichte zu Längen, die sich immer stärker bemerkbar machen und den Lesegenuss doch etwas trüben.

Geschichte einer Emanzipation

Prinzipiell geht es um die Fossilienfunde, die nicht nur höchst spektakulär sind, sondern auch das bisherige Weltbild in Frage stellen. Doch weitaus stärker als dieser Teil ist die Geschichte der Emanzipation, die die beiden Frauen durchleben und die sie auf ganz unterschiedliche Art und Weise erleben. Das Buch ist aber auch die Geschichte von zwei Frauen unterschiedlichen Alters - Elizabeth ist ein ganzes Stück älter als Mary - die in einer tiefen Freundschaft verbunden sind, die auch schwierige Momente zu überstehen vermag.

Ruhige Erzählweise

Autorin Tracy Chevalier hat als Hintergrund für ihren Roman eine stürmische Gegend gewählt, in der es oft sehr rau und unwirtlich ist. Dazu kommt, dass viele Szenen an der aufgewühlten See spielen und die fein aufgebaute Sprache die Bilder der stürmischen Umgebung mühelos vor dem inneren Auge aufbaut. Dennoch zeichnet sich das Buch durch eine ruhige Erzählweise aus, die aber immer wieder in Langeweile zu kippen droht. Dies ist schade, hat doch die Geschichte an sich viel Potenzial. Nur werden etwa Ausgrabungsszenen mehrfach wiederholt, ohne dass sich dies auf den Verlauf des Romans vorteilhaft auswirken würde. Ob es an der Übersetzung liegt oder an der Handschrift der Autorin selber, lässt sich leider nicht ausmachen. Es wirkt jedoch hemmend auf die anfängliche Begeisterung über den äußerst gelungenen Einstieg ins Buch.

An den Fossilienfunden interessiert sein

Um mit diesem Buch bis zum Schluss glücklich zu bleiben, sollte man ein gesteigertes Interesse an den Fossilienfunden in Südenglang mitbringen. Und ein Interesse an den gesellschaftlichen Zwängen, die den beiden Frauen viele Hürden in den Weg legten. Wer eine reine Unterhaltungslektüre bevorzugt, sollte hier sehr vorsichtig sein, es könnte eine Enttäuschung geben.
Ein großes Plus verdient das Buch durch seine schöne, stilvolle Aufmachung. Cover wie auch Buchinnenseiten sind liebevoll gestaltet und auch die Klappentexte sind sorgfältig aufbereitet. So wird das Buch zu einem Erlebnis nicht nur für den Geist, sondern auch für die Augen.

 

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Letzte Kommentare:
08.03.2013 16:28:50
Mathilda Weber

Mir gefällt das Buch gut. Ruhig erzählt, zwei Perspektiven, zudem mit historischen Hintergrund. Allerdings bin ich mitunter mit der Übersetzung nicht sehr zufrieden. So heißt es in dem Buch immer wieder "der Cottage", was mich beim Lesen schier wahnsinnig macht. Es sind auch ungewohnt viele Rechtschreibfehler in der Übersetzung, vielleicht wurde beim Lektorat gespart. Mich stört sowas, aber im Grunde sind es ja nur Kleinigkeiten.

01.05.2012 23:30:17
Barbara THies

Mary Anning ist eine historische Figur, die für die Wissenschaftsgeschichte eine bedeutende Rolle spielt. und die Autorin schafft es nicht nur, sehr anschaulich die familiäre und finanzielle Situation einer ungelernten, aber hochbegabten Frau zu schildern, sondern auch noch die spannende Periode der ersten Fossilfunde in England, der kühnen Hypothesen der ersten Geologen über ganz neue Zeiträume der Erdgeschichte in dichten Bildern nachzuerzählen.
Eine Bereicherung ist tatsächlich die zweite- den Jane Austen Romanen nachempfundene Gestalt derMiss Philpot, die aus ihrer Sicht erzählen darf, welch leidenschaftliches Leben sie und Mary Anning an den Stränden Sürdenglands auf der Suche nach den ersten Ichthysauriern, Fischen und Ammoniten geführt haben.