Die Buchdruckerin

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Schröder, 2010, Titel: 'Die Buchdruckerin', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Kann Lesen die Welt verändern?

Buch-Rezension von Bettina Weiß Sep 2010

Kurzgefasst:

Straßburg um 1520. Margarethe Prüß hat gegen den Willen der Zunft eine Druckerei geerbt. Als die Reformation die Stadt erreicht, heiratet sie den ehemaligen Mönch Johannes. Doch ihr Mann sieht den Platz einer Frau im Haus. Allen Widerständen zum Trotz kämpft Margarethe für ihr großes Ziel: Jeder soll Bücher lesen dürfen.

 

Straßburg um 1510: Margarethe Prüß wächst als Tochter eines Buchdruckers mehr in der Druckerei als im Hause, dem Frauen und Mädchen zugewiesenen Platz, auf. Schon sehr früh beginnt sie ihrem Vater bei der Arbeit zur Hand zu gehen. Für den älteren Bruder und die herrschende Konvention ein unerhörter Vorgang. Als Margarethe nach dem Tod des Vaters dann auch noch die Druckerei erben soll, ist dies auch für die Zunft eine Provokation. Doch Margarethe bleibt standhaft und kämpft für ihre Rechte. Die Zunft erlaubt ihr widerwillig, die Druckerei ein Jahr zu führen, sodann muss sie einen Meister heiraten. Gezwungen durch dieses Ultimatum, kann sie den Mann heiraten, den sie seit Jungendzeit liebt. Damit macht sie sich viele Feinde, behält aber das Eigentum an der Werkstatt.

Die Reformation in Straßburg

Doch die Zeiten sind hart und die junge Kunst des Buchdrucks muss sich erst ihren Platz in der Welt erobern. Dazu tragen die Schriften der Männer bei, die später Reformatoren genannt werden. Margarethe druckt diese teils offiziell, teils anonym und handelt sich dabei ein ums andere Mal großen Ärger ein. Zwar herrschte in Straßburg weitgehende Toleranz und Offenheit für neue Ideen, aber die Macht der Kirche ist in diesen unruhigen Zeiten ungebrochen. Insbesondere nach dem Bauernkrieg wandelt sich jedoch auch hier die Haltung des Rates der Stadt. Aber der Wandel des Glaubens ist nicht aufzuhalten und die Menschen ringen um den wahren Glauben. Doch das Schicksal meint es nicht immer gut mit Margarethe und eines Tages steht sie wieder vor dem Verlust der Druckerei. Sie muss erneut heiraten, diesmal den ehemaligen Mönch Johannes. Der jedoch sieht den Platz einer Frau im Haus und nicht in der Werkstatt. Wiederum ist sie gezwungen, für ihren Traum zu kämpfen. Wird sie es erreichen, dass jeder Mensch lesen darf, was er möchte?

Spuren der Vergangenheit durch Fantasie ausgefüllt

Der Roman schildert den Lebensweg der Margarethe Prüß, deren reales Leben nur wenige Spuren hinterlassen hat, von der Jungmädchenzeit an bis zu ihren Tod im Jahre 1542. Verschiedene Männer kreuzen ihren Weg, sie hat mehrere Kinder und durchlebt in geschichtsträchtiger Zeit einige schicksalhafte Wendungen. Das alles ist sehr interessant zu verfolgen, aber leider bleibt Margarethe in all diesem Geschehen fast eine Fremde. Der Charakter der Hauptperson vermag nicht zu fesseln oder gar zu berühren. Es ist schwer zu fassen, woran dies gelegen hat. Der Stil des Romans ist eher spröde und wenig emotional. Auf die innere Entwicklung der Protagonisten wird zugunsten der äußeren Geschehnisse weniger Augenmerk gelegt. Dies mag eine Erklärung sein, warum die Hauptpersonen blass bleiben und nicht wirklich lebensecht werden.

Reformatoren und Täufer ringen um die wahre Glaubenslehre

Ungeachtet dessen entfaltet der Roman einen Spannungsbogen durch das erste zaghafte Aufkommen der Reformation, der Täuferbewegung, der Verbreitung ihrer Schriften und der Entwicklung zu den ganz unterschiedlichen Glaubenslehren. Hierbei kommen Martin Luther und Thomas Murner ebenso zu Wort wie Melchior Hofmann oder Sebastian Franck. Die handelnden Personen geben hierbei einen Rahmen für die Auseindersetzung der Ideen und den Beitrag des Buchdrucks hierzu. Wirklich zu fesseln vermögen sie jedoch leider nicht.

Die Sprache ist flüssig zu lesen und Zitate aus den gedruckten Werken sind stimmig in das Geschehen eingebettet. Die Verbindung der realen Personen mit den fiktiven Charakteren scheint stimmig und gelungen.

Insgesamt ein interessanter Roman aus den Anfänger des Buchdrucks und der Reformation, der trotz der angesprochenen Schwächen gute Unterhaltung geboten und Spaß gemacht hat.

 

Die Buchdruckerin

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Letzte Kommentare:
12.10.2011 11:54:17
€nigma

Die Kurzbeschreibung bei amazon ist äußerst dürftig und wird dem Roman in keiner Weise gerecht. Die Handlung erstreckt sich über die Jahre 1510 bis 1542 und erzählt, literarisch ausgeschmückt, aus dem Leben der Margarethe Prüß, die zu Beginn des 16.Jahrhunderts als Tochter des Buchdruckers Johannes Prüß d.Ä. in Straßburg aufwächst.

Die "Schwarze Kunst" ist erst ca ein halbes Jahrhundert alt, hat sich aber bereits weit verbreitet. Margarethe ist von klein auf mit den Arbeitsprozessen in der väterlichen Druckerei vertraut und hilft gern mit. Beim Tod ihres Vaters erben sie und ihr leichtsiniger und arbeitsscheuer Bruder die Druckerei zu gleichen Teilen, wobei es allerdings ständig Querelen gibt, da die Zunft eine Frau als selbstständige Druckerin nicht akzeptieren will. Die Heirat mit dem Altgesellen ihres Vaters erlaubt ihr, weiterhin in der Druckerei tätig zu sein. Die Ehe ist glücklich und bringt fünf Kinder hervor, leider gerät Margarethe durch den Tod ihres Mannes in die gleiche Zwangslage wie ein Jahrzehnt zuvor: sie muss wiederum einen Drucker heiraten, um die Druckerei für ihre Söhne erhalten zu können. Bei ihrer zweiten Ehe hat sie weniger Glück. Sie heiratet einen entlaufenen Mönch, der sich als fanatischer Reformator entpuppt und sehr traditionelle Ansichten über die Rolle einer protestantischen Ehefrau hat. Schwere häusliche Konflikte sind vorprogrammiert. In einer dritten Ehe findet Margarethe dann noch einmal persönliche und berufliche Erfüllung...

Dieser Roman ist jedoch weder eine Liebesgeschichte noch ein seichter "Die ...in"-Roman, sondern ein gut recherchierter, faktengetreuer Roman über den Buchdruck und seine Gefahren in den Zeiten der Reformation. Die noch junge Erfindung des Buchdrucks ermöglicht es, neue Ideen in kurzer Zeit einer großen Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. Zunächst ist es Martin Luther, dessen bahnbrechendes Gedankengut auf diesem Weg verbreitet wird, doch schon nach kurzer Zeit entwickeln andere Geistliche eigene reformatorische Ideen , wobei erbittert um diverse religiöse Fragen gerungen wird: Ist Christus beim Abendmahl physisch anwesend oder wird nur seiner gedacht? Ist die Taufe im Kindesalter sinnvoll oder sollte nur ein erwachsener Mensch sich aktiv für das Christentum entscheiden können ? Für zusätzlichen Sprengstoff sorgt die Bewegung der Wiedertäufer , die sich im zunächst ziemlich liberalen Straßburg verbreitet, jedoch schnell bekämpft wird.
Die Vertreter aller dieser Strömungen wenden sich an die Druckerei Prüß, um ihre Schriften auf den Markt bringen zu lassen und auch überregional zur Kenntnis zu bringen. Schon im 16.Jahrhundert werden alljährlich Bücher nach Frankfurt zur Messe verschifft. Religiöse Schriften, die nicht von der Zensurbehörde zugelassen sind, werden anonym gedruckt. Auch die Druckerei Prüß bringt solche Schriften heraus. Wenn die Büttel bei Durchsuchungen verdächtiges Material finden, werden die "schuldigen" Drucker eingekerkert und es bedarf schon besonderer Fürsprache durch einflussreiche Vertreter der Zunft, eine Freilassung zu erwirken.

Die Darstellung der Entwicklung der reformatorischen Bewegungen in Straßburg liest sich wie ein Who is who der Reformation, der Leser begegnet u.a. Reformatoren wie Martin Bucer und Matthäus Zell, dem Vertreter des mystischen Spiritualismus Sebastian Franck und dem Wiedertäufer Melchior Hoffman. Hier hätte ich mir neben dem informativen Nachwort der Autorin ein Personenverzeichnis der Reformatoren gewünscht, da es nicht immer einfach ist, die jeweiligen religiösen Strömungen und ihre Vertreter im Überblick zu behalten.
Von diesem Kritikpunkt abgesehen, möchte ich "Die Buchdruckerin" allen Lesern mit Interesse an religionsgeschichtlichen Fragestellungen und mit genügend Muße, sich für die Lektüre Zeit zu nehmen, empfehlen. Neben der religiösen Komponente ist das Buch auch wegen seiner faszinierenden Darstellung der Arbeitsabläufe in einer frühneuzeitlichen Druckerei lesenswert.

20.01.2011 22:41:37
Nati

Leidenschaft zum Buch
Das Buch spielt zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Straßburg. Margarethe Prüß hat die Leidenschaft zu Büchern von ihrem Vater geerbt. Schon als kleines Kind spielte sich ihr Leben in der Druckerei ab und sie erlernte von ihrem Vater das Buchdruckerhandwerk. Nach seinem Tode vererbte er ihr zur Hälfte die Druckerei. Doch zur damaligen Zeit durften Frauen keinen eigenen Betrieb leiten. Es standen Margarethe zwei Möglichkeiten offen entweder musste sie innerhalb einer angemessenen Zeit einen Drucker heiraten oder sie konnte die Druckerei verkaufen. Unter schwierigen Umständen beginnt sie die eigene Druckerei auf zu bauen. Aber es läuft in ihrem Leben nicht immer glatt und Margarethe muss einige Schicksalsschläge hinnehmen. Aber auch die Welt des Glaubens befindet sich im Umbruch. Mit der Veröffentlichung seiner Thesen tritt Luther eine Lawine los, die nicht gestoppt werden kann. Dieser Umstand hat auch Auswirkungen auf die Druckerei.

Als Leser fühlt man sich mitgenommen auf eine Reise ins Mittelalter nach Straßburg in die Buchdruckerei der Familie Prüß, die tatsächlich dort lebte. Die Autorin schildert sehr detailliert und farbig den Beruf des Buchdruckers sowie die Lebensumstände der damaligen Zeit. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Er zieht einen in den Bann. Hautnah erfährt der Leser mehr über die Geschichte der Reformation, die spannend erzählt wird. Besonders gefallen hat mir die gute Recherche von Sabine Weiss, die einen historischen Roman erst richtig interessant machen.

Es hat mir Freude bereitet dieses Buch zu lesen und kann es sehr empfehlen, vor allem an diejenigen, die Wert auf eine gute Hintergrundrecherche legen.

26.10.2010 08:26:33
KimVi

Straßburg um 1520

Margarethe Prüß ist die Tochter eines angesehenen Buchdruckers. Die Druckerei der Familie ist der Ort, an dem sie sich am liebsten aufhält. Von Kindesbeinen an hat sie dem Vater bei seiner Arbeit über die Schulter gesehen und versteht deshalb viel vom Buchdruck. Da sie ausserdem lesen und schreiben kann, darf sie die Bücher Korrektur lesen, beim Verkauf der gedruckten Werke helfen und dem Vater auch sonst zur Hand gehen. Margarethes Bruder Hans dagegen lässt sich in der Druckerei nur selten sehen und verbringt seine Tage lieber mit Freunden im Wirtshaus.

Als der Vater überraschend stirbt, gibt Hans das Geld mit vollen Händen aus und vernachlässigt die Druckerei. Doch in seinem Testament hat der Vater die Hälfte der Druckerei Magarethe übertragen. Ein erbitterter Streit um das Familienerbe entbrennt. Da es nicht üblich ist, dass Frauen eine Druckerei führen, erteilt die Handwerkszunft Magarethe Auflagen um ihr Erbe anzutreten. Sie muss innerhalb einer bestimmten Frist einen Drucker heiraten, der die Geschäfte für sie übernimmt. Doch das Glück scheint auf Magarethes Seite zu stehen, denn schon bald findet sie einen geeigneten Partner, dem ebenfalls sehr viel an der Druckerei und der jungen Buchdruckerin liegt. Das Schicksal lässt Margarethe allerdings nicht zur Ruhe kommen, denn es hält noch einige Wendungen bereit. Die Reformation belebt das Handwerk des Buchdrucks, da viele Schriften unter das Volk gebracht werden müssen. Doch auf die Drucker lauern dabei einige Gefahren, denn selbst Schriften, die an einem Tag durch die Zensur freigegeben werden, können am nächsten Tag als ketzerisch gelten und den Drucker in den Kerker bringen.

Meine Meinung

Im Nachwort erfährt man, dass die Buchdruckerin Margarethe Prüß tatsächlich im damaligen Straßburg gelebt hat und im Bürgerbuch der Stadt erwähnt wird. Die Hauptprotagonistin zählt zu den wichtigsten Druckern der Wiedertäufer in Straßburg. Es handelt sich um eine Romanerzählung bei der zwar einiges erfunden ist, die sich allerdings trotzdem so genau wie möglich an den historischen Begebenheiten und Fakten orientiert. Detailliert und gut recherchiert beschreibt Sabine Weiss den Alltag und die Arbeitsbedingungen in der Druckerei. Man erfährt ausserdem etwas über die Handwerkszünfte, ihre Regeln und den Einfluss den die Zünfte ausüben konnten. Es gelingt der Autorin das historische Straßburg so zu beschreiben, dass man sich das emsige Treiben in den Gassen oder vor dem Münster lebhaft vorstellen kann. Die Beschreibungen sind detailliert, aber keinesfalls langatmig. Im Gegenteil, sie lassen die Handlung glaubwürdig und lebendig wirken.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann mühelos in die Handlung eintauchen und ihr problemlos folgen. Selbst die Beschreibungen der damalig angewendeten Drucktechniken und auch die eher trockenen Fakten der Reformation sind gut recherchiert und als Teil der Handlung ansprechend und interessant geschildert. Die Hauptprotagonistin Margarethe wirkt, im Gegensatz zu anderen weiblichen Protagonistinnen im historischen Genre, authentisch. Obwohl sie die Buchdruckerei erbt, kann sie das Handwerk nicht ohne Mann ausüben und muss sich an die Auflagen der Zunft halten. Margarethe ist keine typische Heldin, denn sie hat durchaus ihre kleinen Schwächen, aber gerade diese lassen sie sympathisch und glaubhaft wirken.

Auch in diesem Roman darf natürlich die Liebe nicht fehlen. In dieser Hinsicht hält das Schicksal einige Überraschungen für Margarethe bereit. Dennoch hält sich die Liebesanteil wohltuend zurück und lässt dem historischen Bereich genug Raum. Das Buch erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Frauenschicksals und wirkt dabei nicht überladen und klischeehaft, sondern glaubwürdig.

Mein Fazit

Insgesamt gesehen hat mir dieser historische Roman sehr gut gefallen. Besonders interessant fand ich, dass die Hauptprotagonistin Margarethe Prüß tatsächlich als Buchdruckerin in Straßburg gelebt hat und man erfährt, wie aufwendig Bücher zur damaligen Zeit hergestellt wurden und welche Risiken die Drucker dabei manchmal eingingen. "Die Buchdruckerin" ist ein gut recherchierter und lebendig erzählter historischer Roman, den ich gerne weiterempfehle.

06.10.2010 17:32:45
Jan Kurbel

Zwei Romane von Sabine Weiß (Wachsmalerin) habe ich verschlungen. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut recherchiert und detailliert. Was wäre da als Bücherliebhaber und Leser schöner, als ein Buch über den Buchdruck in Romanform zu lesen? In „Die Buchdruckerin“ nimmt uns die Autorin mit auf die Reise zur Entstehung von Büchern. Man ist sofort in der Handlung drin und auch gleich gefangen.
Die Beschreibung der einzelnen Charaktere gefällt mir sehr gut, durch eine bildhafte Sprache werden sie zum Leben erweckt. Auch das mittelalterliche Straßburg ist gut getroffen und wirkt authentisch. Ein großartiges Buch über die turbulenten Zeiten geprägt von Reformation, Glauben und Liebe. Die Hoffnung auf Freiheit, die nur möglich ist durch Wissen und Aufklärung gegenüber Aberglauben und Unterdrückung. Sehr empfehlenswert.

30.09.2010 15:10:38
Vera Kahnert

Das dritte Buch von Sabine Weiß hat erneut gezeigt, welches Steigerungspotenzial in dieser jungen Autorin steckt. Dass die Umstände der Protagonistin ebenso korrekt und detailgetreut recherchiert sind wie in den beiden vorhergehenden Romanen über Mme Tussaud, versteht sich von selbst. Das ist sie sich als Historikerin selbst schuldig.
Insofern gilt auch hier wieder der Slogan "Lesen gefährdet Ihre Dummheit". Diese Gafahr lasse ich auch diesmal wieder gern zur Realität werden: Ich lerne Geschichte auf die angenehmste Weise.
In dem neuen Buch beweist Sabine Weiß aber vor allem, dass sie sehr, sehr spannend erzählen kann. Die Spannungsbögen, teils sehr bewusst an den letzten Sätzen der Kapitel verankert, lassen schon sehr bald vermuten: Solange ich das Buch nicht beendet habe, kriege ich kaum Schlaf... Zumindest bei mir war das wieder so.
Jetzt ist das Buch durch, ich habe viel gelernt, kann wieder schlafen. Aber nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn: Bis das nächste buch von ihr rauskommt und mich um den Schlaf bringt, dauert es bestimmt viel zu lange!