Sturz der Titanen

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2010, Titel: 'Fall of Giants', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Das zwanzigste Jahrhundert: Europas Weg in eine neue Welt

Buch-Rezension von Bettina Weiß Sep 2010

Kurzgefasst:

Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert.Europa 1914. Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die unter den politischen Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen dem Aufstieg der Arbeiter und dem Niedergang des Adels. Und zwei Brüder aus Russland, von denen der eine zum Revolutionär wird, während der andere in der Fremde sein Glück sucht. Ihre Schicksale verflechten sich vor dem Hintergrund eines heraufziehenden Sturmes, der die alten Mächte hinwegfegen und die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird.

 

Drei Länder - Drei Familien - Ein Jahrhundert. Das zwanzigste Jahrhundert bringt dramatische Veränderungen in Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft. Wie erleben Menschen aus den unterschiedlichste Schichten und Ländern diese Umbrüche?

Hat der Adel in England ausgedient?

Wales, ein kleine Bergarbeitersiedlung, die Arbeiter schuften unter Tage unter schwierigsten Bedingungen für einen Hungerlohn, mit dem sie kaum die Familien ernähren können, während Earl Fitzherbert, der englische Eigner der Mine, in der besten Gesellschaft aus Adel und Politik einen verschwenderischen Lebensstil pflegt. Ethel Williams, die Tochter einer walisischen Bergarbeiterfamilie, dient im Hause des Earls. Als sie von ihm ein Kind erwartet, verliert sie nicht nur ihre Arbeit und ihr Zuhause, sie muss auch auf sich allein gestellt für das Kind sorgen. In London beschließt sie für die Rechte der Frauen zu kämpfen und schließt sich der von Earl Fitzherberts Schwester Lady Maud geführten Frauenbewegung an.

Wohin führt der Weg Deutschlands?

Deutschland: Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie steht im Dienste des diplomatischen Chors des Kaisers und zerbricht fast an den politischen Ereignissen des jungen Jahrhunderts. Während der konservative Otto von Ulrich die deutsche Vorherrschaft in Europa ausweiten und festigen will, notfalls auch mit kriegerischen Mitteln, sehnt sich sein Sohn Walter von Ulrich nach einem demokratischen Deutschland in einem gleichberechtigten Europa. Dazu muss der Krieg mit allen Mitteln verhindert werden. Seine enge Freundschaft zu Earl Fitzherbert und die Liebe zu Lady Maud könnten unter der drohenden Kriegsgefahr zudem zerbrechen.

Hunger und Umsturz prägen Russland

Russland: Grigori und Lew Peschkow verlieren in jungen Jahren die Eltern an das unberechenbare Zarenregime und schlagen sich allein durch. Sie arbeiten und leben unter unmenschlichen Bedingungen. Während Grigori versucht ein rechtschaffendes Lebens zu führen und auf eine glückliche Zukunft in Amerika hofft, wird Lew zum Kleinkriminellen, der bald vor der Polizei fliehen muss. So gelangt er nach Amerika und fällt auch dort wieder auf die Füße und führt bald ein sorgenfreies Leben. Mit Kriegsbeginn werden sich auch für die Brüder die Verhältnisse ändern und eines Tages werden sie sich wieder gegenüberstehen.

Drei Familien, eigentlich vier Familien, prägen diesen Roman und geben Europa ein Gesicht. Die aufsteigende Bergarbeiterfamilie, die sich mit den Ungerechtigkeiten des Lebens nicht mehr zufrieden geben will. Die englische Adelsfamilie, die auf ihre Privilegien nicht verzichten will und vor den Veränderungen der Welt die Augen verschließt. Die deutsch-österreichische Familie zwischen konservativer Tradition und der Zukunft. Und schließlich zwei russische Brüder, die aus der Not und dem Elend Russlands heraus ihren Weg finden wollen.

Der Roman zeigt eindrucksvoll und höchst spannend, wie sich die Verhältnisse in Europa zu Beginn des jungen Jahrhunderts zugespitzt hatten und welche Anstrengungen trotz allem um das Vermeiden des Krieges gemacht worden sind und wie diese Mühen an menschlichen Unzulänglichkeiten scheitern mussten. Es ist ein sehr politischer Roman, der aber auch die familiären Veränderungen und Auswirkungen im Kleinen zeigt. Die einzelnen Protagonisten zeigen in ihren Rollen einfühlsam die unterschiedlichsten Lebensbedingungen und laden zum Miterleben und Mitleiden ein. So begleitet der Leser Earl Fitzherbert, Lady Maud und Walter von Ulrich auf Bälle, in die Oper und feinste Diners, um anschließend Lady Mauds Rede auf einer Versammlung der Suffragetten zu lauschen. Oder sitzt mit Ethel an der Nähmaschine einer Fabrik, um einen Hungerlohn zu verdienen, der kaum ausreichend ist, sich und das Kind zu ernähren. Genauso wie Grigori und Lew in dem russischen Stahlwerk für einen Hungerlohn täglich ihr Leben riskieren müssen, ohne eine Aussicht auf eine bessere Zukunft zu haben.

Durch die ganz unterschiedlichen Blickrichtungen auf die Weltpolitik aber auch die Verhältnisse in den Bergarbeiterstollen, den Fabriken und den Familien entsteht ein umfassenden Bild des Lebens im neuen Jahrhundert. Auch wenn die Ereignisse bekannt sind, so gelingt es dem Autor, einen Spannungsbogen zu erzeugen, wie die Wandlungen auf der Weltbühne von den Menschen erlebt werden und wie sie sich in der neuen Weltordnung bewähren.

Am Horizont ziehen bereits dunkle Wolken auf

Ein literarischer, höchst spannender Geschichtsunterricht, der von vertanen Chancen erzählt, deren Folgen von den Menschen Europas getragen werden müssen. Der aber auch zeigt, das die Hoffnung auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben im Kleinen beginnt und die Zukunft der Welt prägen kann, auch wenn am Horizont längst dunkle Wolken aufziehen. Damit ist auch der Ausblick auf die Folgeromane gemacht, die mit großer Vorfreude erwartet werden dürfen.

 

Sturz der Titanen

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Letzte Kommentare:
29.04.2019 14:39:37
speedy208

Ach so ja, noch ein Nachtrag: wenn er jeder Familie ein Buch gewidmet hätte - sagen wir 3 Bücher total - dann hätte Follett in einem vierten Band die Linien verbinden können. Ich denke mal, das hätte mehr gebracht, als das Buch 1100 Seiten mit NAmen, Details, Schlachten etc. vollzupacken! Und ich dachte, meine Romane seien schon eine Zumutung, mit den Hintergründen und Infos. Nein, 1 Follett genügt mir - auch wenn er immer zitiert wird als der "beste" Vertreter dieses Genres. Denn der historische Roman bzw. dessen Stoffen werden als Stiefkinder des Genres angesehen, eine Art romantisches Kostümfest . Wenn man einen Follett liest, dann beweist er einem das Gegenteil. Aber eben: diese Länge...!

29.04.2019 14:27:04
speedy208

Ich kam auf Follett nur deswegen, weil in einem Interview mit Guido Knopp (das Prof. verkneife ich mir, ich mag ihn nicht), stand, einer der Klassiker, den man gelesen haben müsste, wäre u.a. "Sturz der Titanen" von Ken Follett. Okay, dachte ich mir, schau' ich mir mal an. Kam also in die Buchhandlung und kaufte mir dieses Buch (nur wegen dem Umschlag "Auto"). Dann begann ich zu lesen. Am Anfang ödete es mich an, dann gewann ich den Eindruck, dass mir das alles schon lange bekannt sei. Und so ging es weiter. Der Umfang erschlug mich, 1100 Seiten, dazu noch Namen, Ortschaften, die mir (englandmässig) nichts sagten, und ich mir zunächst eine Karte beschaffen musste, damit ich wusste, wo was liegt. Jetzt, wo ich weiss, wo Wales liegt und was es hergibt, geht's mir besser. Nur: für diese 1100 Seiten brauchte ich gut 11 Monate! Nicht, dass ich ein Buchmuffel wäre – ich schreibe ja selbst historische Romane -, aber ich fand's mühsam, alles bis ins Detail genau beschrieben zu bekommen. Ist ja nett gemeint, souverän und ein Zeichen von Kompetenz, aber einfach zuviel des Guten. Am schnellsten verschlang ich den Schluss, d.h. den 3.Teil des 1.Bandes. Dass der Autor daran noch einen 2. Und 3. Band ansetzte, also nein, das tue ich mir nicht an. Zugegeben, die Personen und das Umfeld war interessant, aber noch eins und ein zweites draufzusetzen, würde mir nicht in den Sinn kommen – eine Zumutung.
Ich bin politisch sehr interessiert und fand's lehrreich, was er über die englische Politik vor und nach dem 1.Weltkrieg als Hintergrund schrieb, aber er hätte es meiner Meinung nach nur bei den wirklich wichtigsten Ereignissen bewenden lassen sollen. Mi wäre eigentlich lieber gewesen, die betroffenen Familien hätten einzeln je ein Buch gefüllt, anstatt portioniert in einem 1100 Seiten umfassenden Schinken.
Zugute muss ich ihm halten, dass seiner Meinung nach Deutschland die vernünftige, reife, weitsichtige Nation galt, die für Kinderspielchen wie die andren Grossmächte England, Frankreich, Italien und Russland nichts am Hut hatte. Da erwies er sich als wahrer Autor: neutral und analysierend, nicht von Emotionen geleitet. Aber ok, England und Deutschland sind schon Königin Viktorias wegen verwandt und sich ähnlich, ausser in der Durchsetzung der Ziele (wie man jetzt am Brexit sieht). Und Frankreich, stolz und nachtragend, hat sich ebensowenig geändert, wie die schwachen, wankelmütigen Russen. Die USA mit Wilson als Vorkämpfer für die UNO war ein gelungener Fetzen, den ich mir bei den anderen Protagonisten ebenso kurz gewünscht hätte. Und schliesslich Österreich, mit dem der 1.Weltkrieg eigentlich anfing, ging im Roman gänzlich unter (Walters schwuler Cousin Robert aus Wien kam nur am Anfang und am Ende des Romans vor).
Mein Fazit: weniger wäre mehr gewesen! Ken Follett ist nur denjenigen zu empfehlen, die vielleicht weniger politisch und geschichtsfirm sind, aber nicht sollen, die sich (einigermassen) auskennen. Stelle sich mal einer vor, der Roman bzw. die Trilogie werde verfilmt, wieviele Staffeln gäbe es dann davon bzw. müsste es davon geben?

28.10.2018 17:10:38
Andreas

Ich muss mich nun auch mal äußern zu diesem Roman. Zwar habe ich ihn noch nicht komplett gelesen, aber doch genug, um mir ein Bild zu machen. Die teils überschwänglichen Bewertungen kann ich nicht ganz teilen. Das liegt weniger an der Thematik des Buches als vielmehr an der Umsetzung.

Es trieft nur so von Klatsch, Tratsch und enttäuschter Liebschaften, Tränen hier, Tränen dort. Der reiche Earl, der eine Beziehung mit einer Haushälterin beginnt (Skandal!), die aber wegen des gesellschaftlichen Drucks beendet werden muss. Da sinken verzweifelte Frauen, in Tränen aufgelöst, aufs Bett, gestandene Männer haben, mit den Realitäten des Lebens konfrontiert, Tränen in den Augen usw. usf.

Kommt einem bekannt vor? Klar, als Fortsetzungsroman in zweitklassigen Frauenmagazinen. Es handelt sich hier um einen verkitschten, teils überkonstruiert wirkenden Gesellschaftsroman, dessen historische Rahmenhandlung nur ein dünnes Gerüst für billige Herzschmerzromanzen ist. Der Schreibstil ist so einfach gehalten, als hätte der Autor Sorge, der Leser könne bei der Verwendung von Nebensätzen nicht mehr folgen.

Insgesamt dennoch eine brauchbare Bettlektüre. Wenn man kurz vor dem Einschlafen weg dämmert und sich an die letzte dreiviertel Seite nicht mehr erinnern kann, ist das fürs Weiterlesen kein Problem.

13.05.2017 13:38:27
seoirse_siuineir

Auf über 1000 Seiten beschreibt Follet die historischen Ereignissen zwischen 1911 und 1924, wobei der Zeit kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs der größte Platz eingeräumt wird. An Hand der Schicksale von fünf Familien (nicht nur drei wie im Klappentext erwähnt - zu den angesprochenen von Ulrichs aus Deutschland, den Fitzherberts aus England und den Peschkows aus Rußland kommen noch die walisische Bergarbeiterfamilien Williams und die Familie des amerikanischen Seantor Dewar dazu - spannt Follet den Bogen über die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Trotz der Vielzahl an Protagonisten verliert man nicht den Überblick, da diese immer wieder auch miteinander in Kontakt treten.
Follet läßt seine Charaktere mit realen Personen der Geschichte zusammentreffen. So treten neben dem englischen König George V und dem deutschen Kaiser Wilhelm II auch der amerikanische Präsident Wilson und die Führer der russichen Revolution Lenin und Trotzki auf.
Dadurch daß Follet seine Protagonisten aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen läßt, erhält der Leser einen guten Überblick über die verschiedenen politischen Einstellungen und Bewegungen dieser Zeit. Earl Fitzherbert hat einen Sitz im britschen Oberhaus und fühlt sich der konservativen Partei verbunden, seine Schwester Maud hingegen zählt zu den Suffragetten, die für das Frauenwahlrecht kämpfen - genauso wie Ethel Williams, deren Familie die Labour Party unterstützt. Der Amerikaner Gus Dewar arbeitet als Berater des amerikanischen Präsidenten Wilson, während Grigorij Peschkow als politischer Kommissar mit dem Gründer der Roten Armee Lew Trotzki zusammenarbeitet.
Obwohl ich mich durchaus als historisch interessiert und einen Kenner der Geschichte des Ersten Weltkriegs und der Russichen Revolution bezeichnen kann, durfte ich einige neue Aspekte kennenlernen. Es gibt sehr wenig an dem Werk auszusetzen: so reicht in einer Szene im der Hause der von Ulrichs in Berlin ein "Butler" "Brandy" - tatsächlich hat wohl eher ein "Diener" "Cognac" serviert - was aber der deutschen Übersetzung geschuldet sein mag; die eine oder andere Schlachtbeschreibung aus dem Weltkrieg hätte man etwas kürzen können - abder dies sind wirklich nur Petitessen.
Alles in allem ein rundum gelungenes Werk. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.

02.11.2016 15:53:53
Thomas Fechner

Eine unglaublich fesselnde Geschichte, die die entscheidende Periode, von Mitte des 19. Jhd. bis in unsere heutige Gegenwart hinein, anschaulich beschreibt.
Ich habe alle 3 Teile gelesen, und ich war begeistert. Jeder, der geschichtsinteressiert ist, und auch gerne persönliche, fiktive Schicksale inkludiert in die Geschichte verfolgt, muss diesen Roman, und auch seine weiteren 2 Folgen gelesen haben. Interessant vor allem, wie die verschiedenen Familien in ihren jeweiligen Ländern in die beiden Weltkriege hineingezogen werden, und wie sich die Welt auf den verschiedenen Erdteilen bis in die Gegenwart hinein entwickelt. Teilweise grausam, wie im echten Leben, aber immer beeindruckend. Monumental!

10.02.2016 20:14:36
Jossele

Wie soll man so ein monumentales Werk zusammenfassen? Es geht nicht wirklich, aber in diesem Fall hilft ein Blick auf den Klappentext: Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. Und obwohl ca. 1000 Seiten lang behandelt dieser Band im Wesentlichen nur die Zeit des 1. Weltkriegs. Und man weiß, es folgt noch mehr. Wie Follett diese Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln und aus der Sicht verschiedener Nationalitäten betrachtet, ist eine hervorragende Arbeit. Nie wird es langweilig, was man bei einem solchen Wälzer ja durchaus mal zwischendurch erwartet. Treffend schildert Follett nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen den Nationen, sondern auch die Konflikte innerhalb zwischen Arbeitern, Adel und Bürgertum. Schade nur, dass die Arbeiterbewegung in Deutschland überhaupt nicht erwähnt wird. Deren Auseinandersetzung mit dem Kaiserreich und mit sich selbst, Stichwort Kriegskredite, wäre durchaus einer Beleuchtung wert gewesen, aber das stört vermutlich nur den historisch genauen Leser. Alle anderen erhalten neben spannender Lektüre auch einen angenehmen Geschichtsunterricht. 95°

21.05.2015 15:20:40
PMelittaM

Ken Follett erzählt in seinem ersten Band der Jahrhunderttrilogie die Geschichte des ersten Weltkrieges. Dabei bedient er sich der Perspektiven verschiedener Protagonisten aus beteiligten Ländern: Adeligen aus England und Deutschland, Bergleuten aus Wales, Fabrikarbeitern aus Russland, Oberschichtangehörigen aus den USA, Männern und Frauen. Erzählt wird über die Entstehung des Krieges, den Krieg selbst und über die Nachwirkungen des Krieges, das Buch ist daher auch in drei Teile eingeteilt.

Der Roman ist in mehrfachem Sinne schwergewichtig, er ist nicht nur gute 1.000 Seiten dick, er ist auch sehr komplex, nicht nur wegen der hohen Anzahl an Charakteren (die am Anfang des Buches in einem Personenverzeichnis aufgelistet sind, welches auch hervorhebt, wer historische Persönlichkeit ist), sondern auch wegen dem sehr umfassenden historischen Hintergrund, der in den Roman einfließt. Wer nicht gerade Experte für den 1. Weltkrieg ist, wird einiges erfahren, was er noch nicht wusste, wird über die Zusammenhänge informiert, wird miterleben, wie nicht nur die Herrschenden, sondern vor allem auch „der kleine Mann“ das Geschehen erlebte und es wird auch nahe gebracht, was neben dem reinen Kriegsgeschehen in den einzelnen Ländern passierte, der Roman zeigt die gesellschaftlichen Verhältnisse und spart nicht mit sozialkritischen Äußerungen.

Neben den Ereignissen rund um den 1. WK erfahren wir auch viel über das Leben der Protagonisten, ihre Wünsche, Träume und Ängste, ihre Gedanken und Gefühle (all das auch durch die Kriegsereignisse beeinflusst). Dadurch gelingt es Ken Follett auch sehr gut, dem Leser die Charaktere nahe zu bringen, sie wirken allesamt authentisch und werden tiefgehend gezeichnet. Beim Perspektivewechsel entstehen immer wieder kleine (und größere) Cliffhanger, die dazu beitragen, dass sich der Roman, trotz seiner Dicke, flüssig und flott lesen lässt. Interessant sind auch die Verknüpfungen zwischen den Protagonisten, die zum Teil schon zu Beginn vorhanden sind, sich teilweise aber auch erst später ergeben, so wird das Geschehen noch eingängiger und die Bedeutung, die der Krieg für den Einzelnen haben kann, noch deutlicher. Trotz seiner Dicke und des „schweren“ Themas, ist der Roman daher nie langweilig oder lässt sich gar langwierig lesen.

Am Ende des Romans wirft der nächste Weltkrieg schon seine Schatten voraus, damit beschäftigt sich dann der nächsten Band, den ich bald beginnen möchte, ich bin schon gespannt, ob und wie wir die Akteure aus „Sturz der Titanen“ wieder treffen.

Absolut lesenswerter historischer Roman, der die Zeit und vor allem die Geschehnisse rund um den ersten Weltkrieg anschaulich begreifbar macht, allen sehr zu empfehlen! Für mich ein absolutes Lesehighlight.

23.02.2014 10:34:17
Pangloss

Hallo,

Der dritte und letzte Teil der Trilogie ist für den Herbst diesen Jahres angekündigt worden. Ich werde in drei Wochen zu Buchmesse nach Leipzig fahren und hoffe, dort mehr zu erfahren, wie beispielsweise zumindest schon mal den Titel. Das Buch wird wohl, wie die anderen beiden, parallel auf der Welt zeitgleich in allen Sprachen erscheinen, daher wird es auch vorher keine Originalausgabe geben. Wir bleiben am Ball...

23.02.2014 09:46:14
Franz Hiebler

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich habe bereits von Ken Folletts Drilogie Sturz der Titanen auch den zweiten Teil die Fortsetzung Winter der Welt gelesen und warte sehnsüchtig auf den Dritten Teil.

Wie lange muss ich noch warten um ihn lesen zu dürfen?

Danke im voraus.

Mit freundlichen Grüßen aus der Steiermark

22.08.2013 16:13:42
dorothea

Wer Ken Folletts Bücher liebt, wird auch dieses Buch mögen. Dem Autor gelingt zum Einen ein anschaulicher Abriß über die Ursachen und Anlässe, die zum Ausbruch des Krieges geführt haben, aber auch zum Anderen ein Einblick in die damaligen Gesellschaften der wichtigsten europäischen Staaten, die vor entscheidenden politischen Umwälzungen standen. Zur Darstellung bedient er sich verschiedener Figuren aus verschiedenen Ländern, deren Charaktere er anschaulich schildert. Diese Figuren kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Klassen, haben ihre Schwächen und Stärken, rufen beim Leser Verständnis und Gefallen, aber auch Mißfallen oder Abneigung hervor. Die Menschen sind mehr oder weniger mit den "Großen Menschen" dieser Zeit verbunden und tragen so zur durchgreifenden Umwälzung (Sturz der Titanen) bei. Ein schönes Beispiel dafür, dass wir alle uns politisch mehr einbringen könnten und auch sollten!
Der Leser erhält einen guten Einblick nicht nur in politische Zusammenhänge, sondern auch in gesellschaftliche und soziale Bereiche dieser Zeit.
Das Buch macht einen gut recherchierten Eindruck, ist unterhaltsam und spannend geschrieben. Man legt den "dicken Schmöker" erst wieder zur Seite, wenn man ihn ausgelesen hat!

13.10.2012 20:43:44
Muckel

Mit dem Buch Sturz der Titanen ist Ken Follett ein überzeugender Roman über den ersten Weltkrieg gelungen. Wenn ich so ein Buch zu meiner Schulzeit gelesen hätte, dann hätte ich wohl auch die Geschichte der einzelnen Länder besser verstanden. Die Arbeit, die in diesem Buch steckt, ist famous und dafür danke ich dem Autor!! Bin gespannt auf den zweiten Teil und auf das bessere Verständnis der beschriebenen Zeit!!

27.12.2011 12:42:30
Diemut

Ein mehr als gelungener historischer Roman, mit dem die durchaus widersprüchlichen Befindlichkeiten der Europäer zu Zeiten des Imperialismus begreifbarer werden - und eine Herausforderung für den Leser: Die langen Fäden der Ausgangsgeschichten der Hauptfiguren beginnen erst nach etwa einem Drittel des Romans merklich sich zu verweben, dann aber mit großer Überzeugungskraft und steigendem Tempo.

Alle 3 historischen Romane Ken Follets finde ich sehr spannend und erhellend. Hoffentlich kommen noch mehr!

18.06.2011 10:50:07
Susannah

Europa, im beginnenden 20. Jahrhundert. Noch deutet nichts auf das große Unglück hin, das Europa heimsuchen wird. Und doch sind die Vorzeichen für die großen Umwälzungen überall zu erkennen ...
In England macht eine Frau aus einer armen Bergarbeiterfamilie ihren Weg im Kampf für die Frauenrechte. In Deutschland sehnt sich der Sohn einer alten kaisertreuen Familie nach Demokratie und Freiheit. Und England träumen zwei Brüder vom Ende der Unterdrückung durch den Zaren. Liebe, Hass, Rache, Vergebung, Hoffnung und Schmerz - vor diesem Hintergrund droht der erste der beiden großen Kriege des 20. jahrhunderts alles zu zerstören, was den Menschen lieb und teuer ist.

Ken Follett diesmal auf fremdem Terrain: nicht das Mittelalter ist Schauplatz seines historischen Romans, sonder das Europa des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit, die aufgrund ihrer Jugend bisher kaum Berücksichtigung fand. Zu Unrecht, wie die lebensnahe und intensive Schilderung durch Follett beweist. Der Übergang von der alten in die neue Welt ist am Einzelschicksal geschildert und doch auch im Großen fassbar. Die historische Komponente ist Follett sehr gut gelungen: auch die europäischen, ja weltweiten Zusammenhänge sind verständlich.
Ansonsten verlässt sich Follett auf sein altbekanntes Handwerkszeug: Liebe, ein wenig Sex, Kampf, ein wenig Blut, Gefühle, das Schicksal der Kleinen verknüpft mit dem Schicksal der Großen. Und es funktioniert auch hier. Man fiebert mit den Figuren mit, wünscht Ihnen Gutes und Schlechtes. Erfreulich diesmal, dass Follett von seiner schwarz-weiß-Zeichnung abgewichen ist. Es gibt nicht mehr den großen Bösen, dem man den Tod wünscht. Alle Figuren haben ihre Stärken und Schwächen.
Zusammengefasst ein gewohnt gutes Werk von Follett - ich freu mich auf den zweiten Band der Jahrhundertsaga.

08.02.2011 16:59:02
Michael Winkelmann

Natürlich war meine Erwartung an das Buch hoch, da ich sehr viele Romane von Ken Follett gelesen habe. Ich fand es lesenswert, unterhaltsam und informativ, da ich die Zusammenhänge, wie der 1. Weltkrieg entstanden ist, so noch nicht gelesen hatte. Das die vier Familien dazu die Geschichten drumherum liefern, empfand ich beim Lesen als gelungen. Ich bin gespannt, wie die Fortsetzung die Familiengeschichten weiter schreiben wird. Man kann nach meiner Meinung, das Buch lesen und wird dem Inhalt sehr gut unterhalten. Mit gutem Gewissen kann man das Buch auch an seine Freunde verschenken.

24.01.2011 14:35:50
Betty

Hallo,

ich fand "Sturz der Titanen" ein sehr gutes Buch, der Lesefluss bleibt das ganze Buch hinweg gut erhalten und es ist spannend/interessant geschrieben.
Man kann sich richtig in die Zeitgeschehnisse hineindenken und während des lesens in der Epoche "leben".
Ich finde auch die Geschichte des Weltkrieges sehr gut erklärt - wäre auch was für den Geschichtsunterricht in der Schule ;)
Wer natürlich an eine Anlehnung von Tore der Welt / Säulen der Erde gehofft hat, wurde "etwas" enttäuscht, aber das liegt einfach daran, dass es ein komplett anderes Buch ist und auch in einer ganz anderen Zeit spielt....
Also alles in allem ist der neue Follett sehr, sehr, sehr lesenswert, natürlich hat er auch die eine oder andere Schwäche, aber welches Buch hat das nicht?!?
Ich für meinen Teil würde das Buch jederzeit weiterempfehlen und freue mich auf die nächsten Teile.

Weiß eigentlich jemand bis wann der 2. und 3. Teil in Deutschland erscheinen werden?

25.12.2010 18:58:29
Klaus Kröger

Mir hat das Buch gut gefallen. Endlich hat Ken Follet einmal, mit Walter von Ulrich, eine positive deutsche Figur geschaffen. Sein Vater Otto von Ulrich repräsentiert die reaktionäre Seite des Kaiserreiches. Auch die kritische Darstellung des Versailler Vertrages finde ich von einem englischen Autor bemerkenswert. Ich freue mich schon auf den 2. Teil der Trilogie und bin sehr auf die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gespannt.

10.12.2010 10:24:32
tedesca

Ich habe "Sturz der Titanen" al 37-stündiges ungekürztes Hörbuch gehört (von audible.de) - ein sehr beeindruckendes Werk!

Über 1.000 Seiten bzw. 37 Stunden Spieldauer, aber nicht einmal hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, keine Sekunde lang habe ich mich trotz der ausführlichen Schilderungen der politischen Hintergründe für den 1. Weltkrieg gelangweilt. Irgendwie erinnert mich das Buch an "Krieg und Frieden", aber es ist weitaus unterhaltsamer und etwas weniger detailliert in den Kriegsbeschreibungen.

Die Hauptfiguren leben in England, Russland, Deutschland und den USA und sind auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden. Wallisische Minenarbeiter, englische Adelige, deutsche Diplomaten, russiche Arbeiter, alle erleben die Vorkriegszeit und vor allem den 1. Weltkrieg auf ihre Art mehr oder weniger dramatisch. Während in England weiter Teegesellschaften gegeben werden und die Frauen um ihre Rechte kämpfen, hungern die Russen und gehen auf die Barrikaden, kämpfen nicht nur mehr im Krieg, sondern auch gegen das eigene Regime. Der Zar wird abgesetzt, die Bolschewiken übernehmen die Macht, Engländer und Deutsche versuchen finanziell und durch das Eingreifen ihrer Truppen in das Geschehen einzugreifen, die Revolution in ihrem Sinne zu lenken. Nach dem Krieg werden die Deutschen beinhart in die Knie gezwungen, die Inflation treibt selbst die reichsten Adeligen in den Ruin, macht einst feine Damen zu Hausfrauen, die in Mietshäusern wohnen und Geld verdienen müssen.

Historische Fakten werden mit Geschichten über Liebe, Verlust und Angst zu einem spannungsgeladenen Roman verbunden. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, und Philipp Schepmann hat mit seiner Art zu lesen sicherlich das Seine dazu beigetragen.

04.12.2010 02:11:45
hinterwald

mal ehrlich: der bislang schwächste follett. langweilig, zerfasert, löchrig.

als liebesroman halbwegs bauchbar, als historische analyse zu hoch gegriffen und dabei das ziel verfehlt.

wer die mittelalterromane liebt: FINGER WEG! hier gibt\'s keine überdimensionalen bösen, auf deren ende man hinfiebern kann, nur den versuch, in eine zeit hineinzutauchen.

leider bleibt follett dabei über dem wasser. der roman plätschert in wirklichkeit öde und langweilig vor sich hin.

03.11.2010 15:52:59
Dr. Manfred Lubitz

Ich habe das Werk als mein erstes Hörbuch kosumiert. Ich bin begeistert. Follet schafft es, wie schon in \'Die Säulen der Erde\', vergangene Geschichte hautnah und lebensecht zu erzählen. Man weiss, wie alles kommen wird und ist trotzdem gespannt und gepackt vom Fortgang der Erlebnisse zwischen den geschaffenen Figuren, an Hand deren Leben die Vorgeschichte und Geschichte des ersten Weltkrieges in seinen Ursachen und Ungeschicktheiten, Brutalitäten und Egoismen, bestens recherchiert gekonnt erzählt werden. Es ist große Erzählkunst, das vielfach Recherchierte in seinen kleinen und großen Ereignissen dem Leser so einfach rüber zu bringen. Die komplexe Geschichte des Ersten Weltkrieges mit dem Davor und Danach wird in einfachen Lebensgeschichten nahegebracht und man will gar nicht aufhören zu hören oder zu lesen. Der große Umfang des Buches ist nicht abschreckend, wenn man erst einmal angefangen hat, im Gegenteil ich freue mich schon auf die nächsten Bände.

06.10.2010 12:58:00
HerrHansen

Die Erwartungen waren hoch …

… Nun ja, Anders als sonst, hatte ich „Sturz der Titanen“ nicht auf meiner Terminzustellung bei Amazon sondern um geschlagen 4:30 Uhr bereits auf dem Flughafen erstanden – Zeit zum Lesen war also ausreichend vorhanden.

Alles in allem verzichte ich hierauf eine wiederholte Zusammenfassung des Inhalts und beschränke mich allein auf meine Meinung zu diesem Buch:

Die Erwartungen waren hoch – nach den Säulen der Erde und auch den Toren der Welt sowie zahlreichen anderen hochwertigen Ergüssen Folletts wirkt „Sturz der Titanen“ für mich wie eine Mixtur aus dem Klassikern „Krieg und Frieden“ von Tolstoi sowie „Im Westen nichts Neues“ von Remarque. Das Buch überzeugt durch den gewohnt vorhandenen Lesefluss und man will den Inhalt auch aufnehmen, doch aus meiner Sicht fehlen an entscheidenden Stellen einfach Bausteine der Handlung. Die Handlung bleibt aufgrund der Vielgliedrigkeit ein wenig auf der Strecke – ein Kritikpunkt, den ich bereits bei Ildefonso Falcones „Kathedrale des Meeres“ gebracht habe indem ich darin eine dünne Anlehnung an „die Säulen der Erde“ sehe.

Alles in allem ist „Sturz der Titanen“ wahrlich kein schlechtes Werk, aber an eigene qualitative Spitzenleistungen reicht Ken Follett hiermit leider nicht heran. Deshalb von mir – für einen Follett magere – 75Grad!

03.10.2010 08:03:58
Bratmax

Das bisdato beste Buch von Ken Follett. Ein wunderbarer Roman, den man gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Die Vielzahl der Personen sorgen dafür, dass man die Geschehnisse rund um den 1. Weltkrieg hautnah miterlebt, aus allen Persepektiven. Man ist traurig wenn man die 1020 Seiten durch hat, was bei mir ziemlich schnell ging, aber man kann sich auf die Nachfolgebände der Triologie freuen.