Die Flamme und das Schwert

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2009, Titel: 'La espada y la llama', Originalausgabe

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Sabine Bongenberg
Leichte Reiselektüre für den Strandurlaub in der Nachsaison

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Sep 2010

Kurzgefasst:

Asturien im 8. Jahrhundert. Lua ist die rebellische Tochter des Stammesfürsten Galo. Sie lebt mit ihrem Clan in den Bergen Kantabriens. Die Winter sind hart, es fehlt an Vorräten. Bei einem Beutezug stiehlt Lua das Pferd eines westgotischen Adeligen: Morvan de Bres, der neue Lehnsherr, soll die Gegend vor Angriffen muslimischer Berberheere schützen. Er erhascht einen kurzen Blick auf die Frau mit dem flammend roten Haar - und ist wie verzaubert. Auch Lua fühlt sich zu dem mutigen Krieger hingezogen. Doch sie hat nicht mit den ehrgeizigen Plänen ihrer Schwester gerechnet. Aia will durch eine Heirat mit Morvan in den Adelsstand aufsteigen - und setzt alles daran, ihr Ziel zu erreichen.

 

Die 17jährige Lua ist ein rechter Wildfang. So gibt sie sich äußerst ungern mit den Dingen ab, die im achten Jahrhundert zur Zierde einer Dame gehören, sondern zieht lieber mit den Jungs durch die Gegend. Als sie mit ihren Freunden dem Adeligen Morvan de Bres das Pferd quasi unter dem Hintern wegstiehlt, bildet das naturgemäß nicht die Grundlage einer wunderbaren Freundschaft, dennoch ist der hartgesottene Junggeselle von Anfang an von der jungen Frau begeistert. Leider kommt es wie so oft im Leben anders als man denkt, und so sieht sich der Held aus politischen Gründen nicht im Verlöbnis mit der Angebeteten, sondern mit deren Schwester Aia. Diese wiederum kann auch mit körperlichen Vorzügen glänzen, zeichnet sich aber im besonderen durch zickiges Verhalten aus, was nicht unbedingt dazu geeignet ist, einen Mann auf längere Sicht an sich zu binden. Morvan erkennt, dass seine Gefühle für seine Schwägerin in spe deutlich über eine Schwager-Schwägerin-Beziehung hinausgehen, sieht sich aber zunächst dennoch verpflichtet, sein Versprechen gegenüber Aia einzulösen, damit seine Führungsposition untermauert wird. Als er sich letztendlich zu einer Entscheidung zwischen den beiden Frauen gezwungen sieht, schafft der Rachefeldzug eines alten Feindes neue Fakten: Eine der beiden Schwestern wird entführt und soll in den Harem eines Diwan verkauft werden.

Bewährte Zutaten

Mónica Penalver hat in ihrem Roman Die Flamme und das Schwert auf bewährte Zutaten des historischen Frauenromans zurück gegriffen. Da ist einerseits die natürlich rothaarige Heldin, die gegen die Frauenrolle aufbegehrt und ihren Platz vielmehr in der Männerwelt sieht. Hier könnte man sich bei der Fülle der rothaarigen, aufsässigen Heldinnen, die historische Romane bevölkern, langsam fragen, ob dieses Verhalten eigentlich die Regel war. Offensichtlich war das herkömmliche Burgfräulein, das gesittet in seiner Kemenate lebte, nur eine Randerscheinung. Andererseits tritt ihr der überaus männliche und kontrollierte Morvan de Bres entgegen, der von klein auf gelernt, hat seine Gefühle zu beherrschen und erst im Laufe der Geschichte seine "weibliche" Seite entdeckt. Zwischen den beiden muss sich natürlich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung entwickeln, die leider, leider durch Morvan's Verlöbnis mit Luas' Schwester in ihrem Lauf gehemmt wird. Dieser Hemmschuh nimmt einen großen Teil des Romans in Anspruch und wirft irgendwann die Frage auf, warum Morvan, der immer ein deutliches Wort zur rechten Zeit schätzt, nicht einfach das Naheliegende tut und die Dame seines Herzens ehelicht. Immerhin - letztendlich kommt es zu einer Eheschließung und der Leser erfährt anschließend diverse Details aus dem Beischlafverhalten des Adels. Ob diese Beschreibungen letztendlich in ihrer Ausführlichkeit notwendig sind, sei dahingestellt, dennoch bildet dieses Element wiederum eine offensichtlich bewährte Zutat des historischen Romans.

Was koche ich heute?

Man täte Mónica Penalver dennoch Unrecht, wenn man ihren Roman nur als weiteren Aufguss von Altbewährtem abtun würde. So gelingen ihr witzige Schilderungen, als ihre Heldin erkennen muss, dass gewisse Kenntnisse im häuslichen Bereich in bestimmten Situationen durchaus nützlich sein könnten. Als unfreiwillige Köchin führt Lua so den interessanten Aspekt der psychedelischen Pilze in die Rezepte der damaligen Zeit ein und unterzieht sich und ihre Gäste dabei einem überraschenden Selbstexperiment.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Die Flamme und das Schwert sicherlich nicht das Rad neu erfindet, aber dennoch zu fesseln vermag. Als leichte Reiselektüre für den Urlaub in der Nachsaison ist der Roman daher durchaus zu empfehlen, wenn auch die Betonung auf dem Wort "leichte" liegt.

 

Die Flamme und das Schwert

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