Farina - Der Parfümeur von Köln

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2010, Titel: 'Der Duftmacher', Originalausgabe

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Almut Oetjen
Eine Frau zwischen zwei Männern und der perfekte Duft

Buch-Rezension von Almut Oetjen Sep 2010

Kurzgefasst:

Ein Gemisch aus Bergamotte und Mandelöl ist das Erste, was seine feine Nase entzückt: Schon bei seiner Geburt im Jahre 1685 lässt sich erahnen, dass für Giovanni Maria Farina das Riechen eine ganz besondere Rolle spielt. Als Kind liebt er den Geruch der Bergluft und der Tautropfen, und seine Ankunft in Venedig eröffnet ihm die Düfte der Welt. Doch erst ihre Nähe raubt ihm die Sinne: Es ist »der zarte Geruch der Jungfrau, vermischt mit dezenter Zitrusnote und einem Hauch von Veilchen«, der seine Liebe zu der Kaufmannstochter Antonia Brentano nährt. Und von da an bestimmt der Wunsch, für sie den perfekten Duft zu kreieren, sein Leben. Dabei entgeht seiner feinen Nase die gefährliche Nähe seines größten Rivalen. Und der ist zu allem bereit, um den verhassten Konkurrenten aus dem Weg zu räumen.

 

Giovanni Maria Farina wird 1685 im norditalienischen Santa Maria Maggiore geboren. Schon bald macht sich seine Fähigkeit bemerkbar, feinste Gerüche wahrzunehmen. So kann er allein mit seinem Riechorgan in Parfüms die Inhaltsstoffe nach Qualität und Menge bestimmen. Bei Reisen durch Europa erlernt er das Handwerk der Parfümerie und entwickelt es zu einer Kunstform weiter. Inspiriert durch eine Begegnung mit dem Komponisten Vivaldi, will er Düfte komponieren. Er verliebt sich in Antonia, für die er den perfekten Duft kreieren will, um so ihr Herz für sich zu gewinnen. Ein Konkurrent um Antonia erwächst ihm aus Bernardo, der in der venezianischen Gesellschaft durch Hinterlistigkeit und Verbrechen sozial aufsteigt. Der von Giovanni geschaffene Duft tritt am Ende von Köln aus als "Eau de Cologne" seinen Siegeszug in die Welt an.

Der Gute, der Böse und die Schöne

Der Roman wartet mit drei gut charakterisierten Hauptfiguren auf. Giovanni, der Gute, und Bernardo, der Böse, sind zwei symmetrische Hauptfiguren, zwischen denen sich der zentrale Konflikt um Antonia, der Schönen, entwickelt. Der Konflikt wird von Bernardo mit diesem angemessenen Mitteln ausgetragen und von Giovanni den Großteil des Romans hindurch nicht wahrgenommen. Es handelt sich dabei um einen Standardkonflikt, der angelegt ist im Dreieck der Frau zwischen zwei Männern, ein äußerst beliebtes Motiv in Literatur und Film. Am Ende jedoch erfährt er bei Knobloch eine untypische Wendung.

Zeiten, Orte und Gerüche

Der Duftmacher spielt in der Zeit von 1685 bis 1714, der Schwerpunkt der Handlung liegt zwischen 1700 und 1703. Die vierzig Kapitel sind durch einen Prolog und einen Epilog gerahmt. Sie alle sind überschrieben mit Orts- und Zeitangaben. Letztere variieren stark. Mal sind großzügig Jahre, Jahres- und Tageszeiten angegeben, mal heißt es stark einschränkend "am selben Abend" und "wenige Minuten später". Die Ereignisse folgen zumeist relativ eng aufeinander, es gibt vier große Zeitsprünge zwischen vier und zehn Jahren. Erzählt wird linear, bis auf einen Zeitrücksprung in Kapitel zehn. Die wichtigsten Handlungsorte sind Santa Maria Maggiore, Venedig und Köln. Die Autorin löst die Handlung in kleine Bruchstücke auf, die sie wie filmische Einstellungen inszeniert, mit häufigen Wechseln zwischen Orten und Figuren.
Den Kapiteln sind Informationen über Duftträger und Duftstoffe, Gerüche und deren Wirkungen vorangestellt. Knobloch erzählt auch etwas über die Zeit, in der die Handlung verortet ist, über gesellschaftliche Konventionen und damit einhergehende Schwierigkeiten, sich seiner Traumfrau zu offenbaren. In ihrer Nachbemerkung klärt uns die Autorin darüber auf, was an historisch verbürgtem Gehalt in die Geschichte eingegangen ist.

Ein anderes Parfum?

Der Titel des Buches und die Aufmachung des Umschlags wecken Erinnerungen an Patrick Süskinds Das Parfum. Aber abgesehen vom Motivkomplex Parfum und der Tatsache, dass gemordet wird, unterscheiden sich beide Bücher. Eher als Süskinds Buch ähnelt Der Duftmacher Tracy Chevaliers Das Mädchen mit dem Perlenohrring, das von der Liebesbeziehung zwischen dem Maler Vermeer und seinem Dienstmädchen Griet erzählt. Thematisch ist Der Duftmacher Sina Beerwalds 2010 erschienenem Crossover aus historischem Roman und Kriminalroman vergleichbar, Das blutrote Parfüm. Dieser spielt ebenfalls im 18. Jahrhundert, im Spannungsfeld von Stadt und Provinz, und behandelt die Komposition von Düften als einen wichtigen Bestandteil der Erzählung.

Duftkunst

In Der Duftmacher wird die Entwicklung von Parfüms durch Giovanni als Kunst begriffen. Knobloch grenzt das Handwerk gegen die inspirierte Kunst ab. Die meisten Parfüms sind nur den Eigengeruch ihrer Anwender verstärkende oder überdeckende Stoffe. Aber die Hauptfigur ist vielleicht der historische Vorläufer dessen, was heute als "Créateur de Parfums" bezeichnet wird. Wer Romane mag, die ihre Erzählung auf das Wesentliche beschränken, ist mit Der Duftmacher gut bedient.

 

Farina - Der Parfümeur von Köln

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