Der Löwe von Burgund

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • , 2010, Titel: 'Der Löwe von Burgund', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Vom Aufstieg und Fall Karls des Kühnen

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Sep 2010

Kurzgefasst:

Als der junge Adrian von Bubenberg dem Grafen Karl von Charolais am burgundischen Hof das Leben rettet, legt er dabei den Grundstein für eine lebenslange Freundschaft. Doch durch widrige Umstände stehen sich die beiden dreissig Jahre später bei Murten auf dem Schlachtfeld gegenüber. Und während der Stern Karls des Kühnen unaufhaltsam sinkt, beginnt die glorreiche Zeit der Eidgenossen ... "Der Löwe von Burgund" erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang des burgundischen Reiches unter Karl dem Kühnen im 15. Jahrhundert. Doch es ist auch die Geschichte von Rudolf Stalder und Georg Wyler, zwei Berner Soldaten, die in die Wirren der Burgunderkriege geraten und letztendlich das Schicksal ganz Europas verändern.

 

Karl von Charlois ist noch ein junger Mann, als ihm Adrian von Bubenberg im Jahr 1446 das Leben rettet. Karls Vater ist Herzog von Burgund, und Karl wird einstmals dessen Titel und Ländereien erben. Karl erkämpft sich den Titel eines Ritters vom Goldenen Vlies, deren Anführer er einst sein wird, und im Duell verdient er sich seine Mitgliedschaft als Sieger im Kampf.

Adrian Bubenberg ist Schweizer, und er und Karl sind zwar Freunde, hoffen allerdings, sich nie im Kampf auf dem Feld begegnen zu müssen. Adrian verlässt den Hof von Burgund, und als Karls Vater stirbt, tritt Karl dessen Nachfolge an. Schon bald wird er durch sein kühnes, wenngleich auch brutales Vorgehen in Schlachten Karl der Kühne genannt, und unter diesem Namen wird er berühmt und berüchtigt und sein Heer gilt als unschlagbar. Dies liegt auch und vor allem an der Kampfkraft seiner Ritter vom Goldenen Vlies.

Ein über ihn ausgesprochener Fluch besagt, dass er sich selbst durch seine Befehle zu Fall bringen wird. Karl schenkt diesem Fluch keine Beachtung, und zunächst scheint ihm das politische Geschehen auch Recht zu geben. Er ist ein erfolgreicher Heerführer, schmiedet Bündnisse wie mit dem französischen König Ludwig XI. und gewinnt eine Schlacht nach der anderen. Doch dann steht ihm auf dem Schlachtfeld Adrian von Bubenberg gegenüber...

Grosse Zeitsprünge

Der Debütroman des schweizerischen Autoren Thomas Vaucher beschäftigt sich mit einer - aus Sicht der Eidgenossen - erfolgreichen Episode der eigenen Geschichte, nämlich dem erfolgreichen Kampf gegen die Angriffe der Burgunder und somit ihres Anführers Karls des Kühnen, der zuvor jahrelang als unschlagbar galt. Dabei umfasst die Erzählung 21 Jahre, die mit dem unspektakulären Tod Karls (auf dem Schlachtfeld) und somit der vernichtenden Niederlage der Burgunder in der Schlacht bei Nancy endet.

In vier Großkapitel unterteilt der Autor seinen Roman, wobei nicht wirklich klar ist, warum er diese Einteilung gewählt hat. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass die einzelnen Erzählteile des öfteren durch größere Zeitsprünge voneinander getrennt sind und sich somit nicht immer ein einheitlicher Lesefluss einstellen kann. So lässt der Autor seinen Figuren auch keine kontinuierliche Entwicklung angedeihen, sondern immer nur Bruchstücke aus den jeweiligen Biografien, was den Leser immer wieder mal stört. So wird man immer mal wieder überrascht, dass Karl am Rande mal wieder geheiratet hat, eine scheinbar unwichtige Sache, denn die Damen (und Kinder? Ein Kind? Mehrere?) werden nach ihrer Degradierung zur Randbemerkung nie wieder erwähnt.

Schwache Charakterisierungen

Überhaupt bleibt auch die Charakterisierung mancher Figur auf der Strecke, und der Leser wird nie das Gefühl los, hier vor einer Aneinanderreihung von Schlachten, angeführt von einem rachedurstigen und selbstüberschätzten Herzogs zu stehen, der mit der Zeit immer unsympathischer wird und für den einem immer mehr das Verständnis fehlt. Man ist schon fast froh, dass ihn am Ende in noch recht jungen Jahren sein Schicksal ereilt.

Erst ab der Mitte des Romans wechselt die Erzählperspektive auch immer mal wieder ins schweizerische Lager, so dass es auch endlich einen Zielkonflikt für den Roman gibt, denn bis dahin fehlte dem Ganzen doch der rote Faden. Auch taucht zu dieser Zeit erst wieder Adrian auf, der auf dem Buchumschlag bereits erwähnt wurde und dessen Abwesenheit man bis dorthin noch nicht einmal gemerkt hat.

Dabei versteht der Autor durchaus zu erzählen, die Schlachten sind recht spannend und auch detailreich erzählt, für manch zart besaitete Seele vielleicht zu detailliert. Wenn die Handlung einmal in Fahrt kommt, lässt sich auch der Autor mitreissen, und man hat einen guten Roman vor sich. Leider wird dies dann aber immer wieder unterbrochen, und so legt man den Roman das eine ums andere Mal zur Seite und weiß nicht, ob er nun spannend ist oder nicht.

Lobenswerter Anhang

So bleibt ein Roman, der eigentlich nicht schlecht ist, sich aber selber immer wieder ausbremst und somit im Wege steht. Der Autor kann erzählen, er sollte aber an der Dramaturgie des Romans arbeiten und es mehr "menscheln" lassen, damit mehr Fluß in die Erzählung kommt. Lobenswert ist in jedem Fall der ausführliche Anhang mit drei Schlachtenkarten, Nachwort, Namensverzeichnis, Ortsverzeichnis, Glossar und Literaturverzeichnis sowie einer Karte jeweils auf der inneren Umschlagseite. Das Thema ist interessant gewählt, da es bislang in der Literatur nur wenig Erwähnung fand. Weitere Romane des noch jungen Autors dürften in jedem Fall einen oder auch mehrere Blicke wert sein.

Für alle "Erbsenzähler" findet sich in diesem Roman noch ein Kuriosum. "Seid ihr Ameisenbären oder Berner?" lautet der Satz, der jedem Leser komisch vorkommen wird, der sich wundert, dass diese Tierart, die in Süd- und Mittelamerika beheimatet ist, den Schweizern bereits im Jahr 1476 bekannt gewesen sein soll. Letztlich ist das für Karls Niederlagen nicht entscheidend, fällt aber auch Nicht-Erbsenzählern ins Auge und wirft kein gutes Licht auf die ansonsten gute Recherchearbeit des Buches. Die Tippfehler im Roman sind hingegen eher dem Lektorat anzukreiden.

 

Der Löwe von Burgund

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Letzte Kommentare:
01.01.2015 16:27:55
Tobias Dahlmann

Das Buch ist als Erstling noch schwächer als sein Nachfolger. Es verfällt ab und an in unnötige Klischees. Man merkt oft, dass der Autor Gegebenheiten außerhalb seiner Heimat beschreibt. Die in der Schweiz spielenden Passagen sind für mich die besseren. Trotzdem ist es unterhaltsam und recht gut recherchiert. Es gehört insgesamt zur oberen Mittelklasse.

03.01.2011 18:11:27
Michèle Müller

Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen. Anfangs war ich ein wenig kritisch, weil ich mich nicht wirklich für dieses Thema interessiert habe.
Als ich dann aber angefangen habe es zu lesen, konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen! Wer hätte gedacht, dass Schweizer Geschichte so interessant sein kann?! Eindrücklich geschildert wie die Eidgenossen bzw. Schweizer damals im Krieg mit Burgund standen, gut recherchiert und sehr fesselnd geschrieben!
Der rote Faden durch die Freundschaft von Adrian von Bubenberg zu Karl dem Kühnen macht die Geschichte bis zum Schluss spannend!
Alles in allem ein sehr lohnenswertes Buch!

Zeitpunkt.
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