Das Mönchsopfer

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2010, Titel: 'Das Mönchsopfer', Originalausgabe

Couch-Wertung:

77

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:84
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Annalena Brix
Maler trifft auf Mörder - ein farbenfroher Roman

Buch-Rezension von Annalena Brix Aug 2010

1709. Der wandernde Maler Francesco Antonio Giorgioli ist im Kloster Rheinau, um die Fresken der Klosterkirche zu gestalten und zu vollenden. Sein Sohn Giovan Pietro steht ihm mit Tatkraft zur Seite, denn die Zeit ist knapp, neue Aufträge müssen her und die Familie wartet auf die Reisenden. Doch unverhofft entdeckt Giorgioli den vermissten Pater Basilius tot unter einem Wacholderstrauch. Der Fund sorgt für Aufregung im Kloster, denn der tote Mönch ist vergiftet worden. Schon bald sieht sich der Maler vor neuen Verzögerungen seiner Arbeit, denn der Abt hat ihn zu seinem Missfallen mit der Aufklärung des Verbrechens betraut.

Einblicke in die Künstlerseele

Schnell entführt die Autorin die Leser ins Geschehen des Romans und zeichnet direkt ein erstes Bild ihrer Hauptfigur Francesco Antonio Giorgioli. Dass die historische Person des Malers im Laufe seiner Wandertätigkeit gemeinsam mit seinem Sohn im Kloster Rheinau gearbeitet hat, ist belegt. Seinen Charakter aber beschreibt uns Alexandra Guggenheim auf ihre Weise und schafft zunächst damit nicht den sympathischsten Eindruck. Der Maler ist eher etwas griesgrämig, streng mit seinem Sohn und wenig menschenfreundlich. Doch er liebt seine Arbeit, geht seinen eigenen inneren Konflikten nach und offenbart nach und nach die vielseitige, manchmal zerrissene Künstlerseele. So entsteht eine interessante Figur, der sich seinem rebellierenden Sohn, einem frommen Abt, den strengen Regularien des Klosterlebens und nicht zuletzt einer reizvollen Frau gegenübersieht.

Klosterleben und Malerhandwerk

Besonders eindringlich verwebt der Roman die Stille und Strenge des Klosterlebens im 18. Jahrhundert mit der Geschichte um den Maler. Eindrucksvoll und aus heutiger Sicht wagemutig wird die Komplexität des Projekts einer Deckenmalerei deutlich, inklusive der historischen Praxis des Malerhandwerks über Gerüst, Skizzen und Farben. Die Konflikte zwischen den Interessen des Klosters und der dörflichen Bevölkerung werden ebenfalls thematisiert. Hinzu kommen die persönlichen Belange des Malers, der um seinen Sohn besorgt ist und selbst den Avancen einer Frau erliegt. Auch die Nebenfiguren der Geschichte sind gut und amüsant, wenn auch nicht immer mit viel Tiefgang gestaltet.

In das Szenario des Klosterlebens bettet sich die Geschichte um Giorgioli, persönliche Konflikte und Interessen und den Mord angenehm ein. Die Krimihandlung bleibt dabei nicht immer im Vordergrund und manchen Leser mag dies als langwierig erscheinen. Doch die interessanten Figuren und die ansprechende Erzählweise sorgen dafür, dass der Roman spannend bleibt und man sich auf abwechslungsreiche Lesestunden freuen darf. Kein typischer historischer Krimi, aber ein kurzweiliger Roman.

Das Mönchsopfer

Das Mönchsopfer

Deine Meinung zu »Das Mönchsopfer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
24.09.2010 12:48:13
Janina

Dieser Roman hat noch lange in mir nachgewirkt. Die Handlung beginnt zunächst langsam, das Tempo steigert sich mit jedem Kapitel. Im Mittelpunkt steht das alltägliche Leben von Benediktiner-Mönchen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. So, wie es sich auch heute nicht viel anders abspielt.
Und es geht um die Sorgen eines Wandermalers, der immer wieder neue Arbeit finden muss, um einen Konflikt zwischen Vater und Sohn, um Schuld und Sühne, Glaube und Zweifel und - um Mord.
Anfangs fiel es mir nicht leicht, mit dem Protagonisten Francesco Antonio Giorgioli warm zu werden. Aber dann war ich fasziniert von dieser kantigen und widersprüchlichen Figur. Auch die übrigen Charaktere sind facettenreich und glaubwürdig gezeichnet, wobei der herrlich selbstironische Stuckateur Franz Schmuzer ein absoluter Sympathieträger ist. Die Erzählsprache ist ausdrucksvoll und klar, dabei von angenehmer Leichtigkeit.
Der hervorragend recherchierte Roman wird sinnvoll ergänzt durch ein Glossar sowie ein Personen-und Literaturverzeichnis.
Mein Fazit: spannend, unterhaltsam, lesenswert! Ich hoffe auf eine Fortsetzung.

17.09.2010 17:03:10
Anna Lisa

Eine wundervolle Geschichte! Antonio Francesco Giorgioli ist mal nicht einer von diesen strahlenden, ewig liebreizenden Helden, sondern ein Charakter mit Ecken und Kanten, vor allem zu Anfang. Aber er ist ein großer Künstler, hat stets sein Skizzenbuch zur Hand und die Augen offen für Farben, Formen und Motive. Wie nebenbei lässt uns Guggenheim dank ihm teilhaben an der Arbeit an einem Deckenfresko. Zwar rückt die eigentliche Krimihandlung mitunter in den Hintergrund, dafür entschädigen wundervolle Einblicke in Kloster- und Alltagsleben, vor allem aber in Künstlerseelen auf ganzer Linie. Ein farbenprächtiger Roman!