Himmelsdiebe

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2010, Titel: 'Himmelsdiebe', Originalausgabe

Couch-Wertung:

97

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
1 x 41-50
1 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:61
V:3
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":1,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":1,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":1,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Rita Dell'Agnese
Eine vielschichtige Geschichte über menschliche Abgründe und künstlerische Höhenflüge

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2010

Kurzgefasst:

Als Laura Paddington Harry Winter das erste Mal begegnet, glaubt sie, dem "großen Zauberer" gegenüberzustehen - jenem Mann, von dem sie seit Kindertagen träumt, damit er sie in eine andere Welt entführt. Es ist der Beginn einer großen Leidenschaft - zwischen ihr, der kaum zwanzigjährigen Malerin, und ihm, dem großen Außenseiter der Kunst. Gegen den Willen ihrer Eltern folgt Laura Harry ins Paris der Dreißigerjahre. Als sich auch dort die Welt gegen die beiden verschwört, fliehen sie nach Sainte-Odile, ein Dorf in den Pyrenäen, das zum Paradies ihrer Liebe wird. Einem Paradies, aus dem sie schon bald vertrieben werden. Denn die Zeiten sind dunkel. Und so muss sich in einer Odyssee, die sie quer durch Europa führt, zeigen, was stärker ist: die Wirklichkeit oder die Fantasie. Die Barbarei oder die Liebe.

 

Bei einer Ausstellung in London lernt die Kunststudentin Laura Paddington den deutschen Maler Harry Winter kennen und verliebt sich leidenschaftlich. Schon nach kurzer Zeit stellt das ungleiche Paar - Harry ist um einiges älter als seine junge Geliebte - fest, dass sie einander ohne viele Worte verstehen. Gegen den Willen ihrer wohlhabenden Eltern folgt Laura Harry nach Paris, um an seiner Seite zu leben und zu malen. Doch Harry muss gegen einige Widrigkeiten ankämpfen: Seine Kunst gilt in Nazi-Deutschland als "entartet", ihm droht das KZ. Auf der Suche nach einem eigenen Paradies zieht das Paar nach Südfrankreich und erlebt dort für kurze Zeit einen wahren Rausch der Gefühle. Als Harry verhaftet wird - als Deutscher ist er in Frankreich ein unerwünschter Ausländer - gerät Laura in einen Zustand geistiger Verwirrung. Da marschieren die Deutschen in Frankreich ein und Laura muss ihr Paradies verlassen. Dank einer Freundin schafft sie die Flucht nach Spanien und später über Lissabon nach New York. Dort trifft sie Harry wieder, den sie für immer verloren glaubte.

Atemlos und leidenschaftlich

Peter Prange hat einen Roman geschaffen, der vielschichtiger und überzeugender kaum sein könnte. Die Liebe zwischen Laura und Harry, die Probleme, mit denen die beiden zu kämpfen haben, das Nazi-Regime, das wie eine dunkle Gewalt Frankreich überrollt: Atemlos und leidenschaftlich beschreibt der Autor eine Zeit voller Extreme. Es gelingt ihm, sowohl die Gefühlswelt von Harry als auch jene von Laura überzeugend darzustellen und die Leser in das Geschehen auf eine berauschende Art einzubinden. So vermag sich das Buch das eine oder andere Mal schwer auf die Seele zu legen, während man an anderen Stellen einen Hauch des berauschenden Glücks erhascht, in dem sich vor allem Laura immer wieder bewegt.

Mit Sprache Bilder zeichnen

Peter Prange hat nicht nur eine hinreissende Geschichte geschrieben, er hat sie auch so geschrieben, dass allein schon durch die sprachliche Umsetzung Bilder entstehen und Gerüche durch die Luft schweben. Gerade im Zusammenhang mit einem so intensiven Roman über Malerei, Alpträume und Genie kommt die Sprache hervorragend zum Ausdruck. Die schmale Gratwanderung zwischen farbenfroher Beschreibung und schwülstiger Übertreibung schafft Prange ohne einen einzigen Ausrutscher. Er legt ein gut lesbares und sprachlich überzeugendes Werk vor.

Tiefe Verbundenheit mit den Charakteren

Was auch immer es ist: Peter Prange schafft es innerhalb kürzester Zeit, seine Protagonisten so zu positionieren, dass sich der Leser nicht mehr entziehen kann. Ob es nun Harry und Laura in ihrem künstlerischen und emotionalen Rausch sind, oder die unglücklich liebende Debbie, ob die kauzige, nicht unfreundliche Wirtin in Saint-Odile oder Künstlerkollegen in Paris - alle bekommen schnell ein Gesicht, sind glaubwürdig und überzeugend. Hier tritt auch eine der Stärken dieses Romans zutage: Die Figuren leben und handeln so, als würde man ihnen tatsächlich gegenüber stehen. Es gibt weder strahlende Helden noch holde Maiden, sondern Charaktere, die in ihrer ganzen Wesensart vertraut wirken.

Auch für Leute, die mit Kunst wenig anfangen können

Schliesslich ist es Peter Prange gelungen, einen Roman über die Kunst zu schreiben, der auch Leute überzeugen kann, die ob Malerei nicht in Verzückung geraten und auch keine Ahnung von der Kunstszene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben. Alleine durch seine Ausstrahlung und Aussagekraft wirkt der Roman für sich und beschert höchst intensive Lesemomente.

 

Himmelsdiebe

Himmelsdiebe

Deine Meinung zu »Himmelsdiebe«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
05.07.2012 16:27:24
monika62

Die Liebesgeschichte von Harry Winter und Laura ist wie das Gemälde, dass beide zusammen erschaffen haben. Sie ist farbig und bunt, aber auch traurig und dunkel.
Sie wärmt und erschreckt auch zugleich.
Peter Prange hat hier einen Roman geschrieben, der unter die Haut geht.
Der die Facetten den menschlichen Seins so gut beschreibt, als wäre man selbst mit in der Geschichte verwoben.
Der Roman handelt aber nicht nur von den beiden Liebenden, sondern auch vor der Kulisse des 2. Weltkrieges, mit seinen ganzen schrecklichen Seiten.
Für mich auf jeden Fall eines der besten Bücher des Autors!

26.08.2010 11:03:07
Eliza08

Peter Prange hat mit "Himmelsdiebe" eine Homage an die große und ewige Liebe geschaffen. Voller Gefühl und Sensibilität erzählt er die Geschichte von Laura Paddington und Harry Winter.

Als Laura den berühmten Künstler Harry Winter in seiner Ausstellung in London zum ersten Mal trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick, die beiden fühlen sich magisch angezogen. Harry Winter beendet kurz und schmerzlos die Beziehung zu seiner Muse Florence, vor sämtlichen Gästen des Ausstellung. Als er wenig später mit Laura nach Paris geht, bewegen sich die Beiden in den höchsten Pariser Küstlerkreisen. Doch dann wollen sie ihr eigenes Paradies schaffen. Harry enführt Laura nach Saint-Odile, wo die beiden sich nicht nur ein Liebesnest schaffen, sondern auch ihr küstlerisches Schaffen auf den Zenit bringen. Doch dann bricht der Zweite Weltkrieg aus, nichts ist mehr so wie es vorher war, die Welt gerät ins Wanken. Harry wird wegen seiner deutschen Herkunft in ein Interimslager gesteckt und Laura kann ohne Harry, nicht mehr ihr Leben wie gewohnt weiterführen.

Besonders beeindruckend schildert Peter Prange die Seelenverwandtschaft dieser beiden großen Künstler, obwohl sich beide erst kurze Zeit kennen, wissen sie, wie der andere fühlt, denkt und handeln wird. Die historische Begebenheiten sind gut in diese Geschichte hineingearbeitet worden. Sicherlich ist dieser Roman in erster Linie ein Liebesroman und erst dann ein historischer Roman, dennoch merkt man mit wieviel Liebe der Autor die historischen Details ein seinem Roman gezeichnet hat. Das Einzige was mich ein klein wenig gestört hat, ist der offenen Umgang mit dem Thema Sexualität, manchmal empfand ich die häufigen Anspielungen uns Synonyme etwas störend.

Dieser Roman ist sicherlich anders als seine Vorgäner, dennoch nicht weniger Lesenswert. Peter Prange zeigt seinen Lesern eine andere Seite, die sicherlich genauso viele Fans finden wird wie seine anderen Romane. Peter Prange hat sich mit diesem Buch seinen Platz in der Riege der großen Liebesroman-Autoren zur Zeit der Weltkriege gefestigt. Wer die Romane von Paullina Simmons und Theresa Revay gerne gelesen hat, wird an diesem Buch nicht vorbei kommen.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren