Das Spiel des Sängers

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2010, Titel: 'Das Spiel des Sängers', Originalausgabe

Couch-Wertung:

64

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:80
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Rita Dell'Agnese
Attraktive Minnesängergeschichte in zähflüssige Sprache gepackt

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jun 2010

Kurzgefasst:

Burg Langel im ausgehenden Mittelalter. Seit dem gewaltsamen Tod des Burgherrn Eberhard ist die Lehensnachfolge ungeklärt. Ritter Ulrich von der Arken will die Burg nun neu vergeben. Eine erlauchte Gesellschaft findet sich ein; ein jeder der Gäste erhebt Anspruch auf das Lehen. Bis man sich einig wird, soll Minnesänger Hardo Lautenschläger des Abends mit seinen Künsten für Unterhaltung sorgen. Niemand ahnt, welches Geheimnis Hardo mit Burg Langel verbindet - und mit der holden, aber spitzzüngigen Engelin van Dyke, die an Hardos abendlichen Gesängen so gar keinen Gefallen zu finden scheint...

 

Minnesänger Hardo Lautenschläger wird auf die Burg Langel eingeladen, wo es zur Vergabe eines neuen Lehens kommen soll. Es ist aber nicht nur die Kunst Hardos, die Ritter Ulrich von der Arken bewogen hat, ihn einzuladen, sondern die Beobachtungsgabe des Minnesängers. Denn Hardo soll dem Ritter beratend zur Seite stehen, wenn es darum geht, denjenigen auszuwählen, der die Burg zum Lehen erhalten soll. Doch da stirbt der Burgvogt, und so taucht die illustre Gesellschaft, die auf Langel zusammen gekommen ist, in eine Welt von offenen Anfeindungen, von Misstrauen und Angst ein. Dank seinem gewitzten Gehilfen Ismael gelingt es Hardo, sich einen Überblick über die persönlichen Interessen jedes Einzelnen zu verschaffen.

Veraltete Sprache

Durch den Minnesang von Hardo Lautenschläger erzählt Autorin Andrea Schacht eine ganze Reihe von kleineren Sagen und Geschichten. Diese sind ganz nett, wenn sie auch den Verlauf der Geschichte teilweise etwas belasten. Sie sind es auch, die einen für sich stehenden Hintergrund bilden, der durchaus seinen Reiz hat. Dass die beim Gesang erzählten Geschichten und die Lieder in eine zähflüssige Sprache gepackt sind, versteht sich von selbst. Leider wird die veraltete und deshalb oftmals auch allzu schwülstige Sprache aber durch das ganze Buch hinweg gepflegt und legt sich wie dickflüssiger Sirup klebrig über die ganze Handlung.

Auf der Suche nach dem Täter

Andrea Schachts Stil, der von anderen Büchern bekannt und geschätzt wird, blitzt denn aber doch noch durch und lässt die Leser etwas Atem holen. Sie stellt den Minnesänger als einen durchaus humorvollen Erzähler in den Mittelpunkt des Geschehens: Einerseits als Erzähler und Unterhalter auf der Burg Langel, andererseits aber auch als Ich-Erzähler in einem der Erzählstränge, die sie miteinander zur einer historischen Kriminalgeschichte verwebt. Ganz im Stile der alten englischen Kriminalschriftsteller lässt sie Hardo die Ermittlungen aufnehmen und durch seine gewitzte Art auch zum Ziel kommen. Dabei verzichtet Andrea Schacht auf zu große Übertreibungen, mit Ausnahme der männlichen Attribute, die der Minnesänger vorzuweisen hat. Doch diesen kleinen Ausrutscher mag man der Autorin verzeihen, ist der Minnesänger doch ansonsten ein sehr angenehmer Erzähler (mit Ausnahme der altertümlichen Sprache, die auch ihm in den Mund gelegt wird).

Immer wieder Ballast

Leider beschwert die Autorin ihre Geschichte mit zwar netten, aber letztlich reinen Ballast-Elementen. Sei es nun die "obligatorische" graue Katze im Rosengarten oder die heilige Apollonia von den Zahnschmerzen: Es ist wird viel eingefügt, was nicht unbedingt sein müsste. Dadurch verliert die ganze Geschichte zu sehr an Leichtigkeit und es braucht denn doch einiges Durchhaltevermögen, um nicht entnervt aufzugeben. So steht sich Andrea Schacht bei diesem Roman zu sehr selber im Wege: Ihre Erzählung wäre kurzweilig, gewieft, witzig und unterhaltsam. Die Erzählweise aber ist teilweise so strapaziös, dass man davon schnell genug hat und das Buch wohl mehr oder weniger in kleinen Häppchen zu sich nimmt, sofern man denn bei der Geschichte überhaupt dabei bleibt.

Wer diesen Roman in die Hand nimmt, sollte sich unbedingt zuvor anhand der Leseprobe mit dem Sprachstil vertraut machen, um Enttäuschungen vorzubeugen. Auf jeden Fall aber vermittelt das Buch einen guten Eindruck von der Kunst des Minnesanges.

 

Das Spiel des Sängers

Das Spiel des Sängers

Deine Meinung zu »Das Spiel des Sängers«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
16.01.2013 10:40:53
Isis7

Anfangs dachte ich, ich hätte das schlechteste Buch von Andrea Schacht in der Hand, das ich je von ihr gelesen habe. Die Geschichte, die der Minnesänger Hardo Lautenschläger erzählt, passte so gar nicht ins Bild, bis auf einmal der Spannungsbogen kippt und man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Geschichte, die er erzählt handelt von ihm und fast jeder der erlauchten Gesellschaft kommt irgendwann darin vor. Nicht jeder kommt dabei sehr gut weg, eher bekommt jeder sein "Fett weg". Und immer wieder gibt es neue Rätsel auf, wie die Geschichte weitergeht, vor allem, wie sie zu Ende geht und wer letztendlich das Lehen bekommt. Man sollte sich also nicht davon abhalten lassen, das es anfangs etwas schwer fällt hereinzufinden (mir ging es zumindest so), denn insgesamt gesehen ist es super spannend!

08.06.2011 19:41:04
Minz

Ein Minnesänger, der mit einer ihm nur auf den ersten Blick unbekannten Gruppe von Menschen auf eine Burg eingeladen wird, über deren Vergabe als Lehen entschieden werden soll. Dann wird einer der Burgbewohner ermordet und niemand darf die Burg verlassen.
Zur Unterhaltung der Gäste erzählt der Sänger abend für abend eine Geschichte...

Ein etwas ungewöhnlicher Schreibstil und eine Erzählung in Ich-Form.

Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, las sich das Buch ganz gut, aber nicht so flüssig und leicht, wie es bei anderen Büchern von Andrea Schacht der Fall ist.
Trotzdem ist die Geschichte spannend und unterhaltsam. Kaum hat man den einen Teil im komplizierten Geflecht der Beziehungen innerhalb der Gruppe von Burgbewohnern und Gästen erahnt und kurz danach erzählt bekommen hat, taucht eine neue rätselhafte Verbindung auf. Auf diese Weise bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten.
Ungewohnt bei Andrea Schacht sind einige kleinere Ungenauigkeiten, zum Beispiel in Bezug auf die relativen Altersangaben einiger Hauptpersonen zueinander und die Zuordnung von Aussagen zu den einzelnen Sprechern in manchen Dialogen, die mich persönlich im Lesefluss etwas gestört haben.

Alles in allem ein leichtes und bis zum Ende spannendes Buch, das aber für mich eindeutig nicht zu den besseren Büchern von Andrea Schacht zählt. Auch der Aussage aus der vorherigen Rezension, eine Taschenbuchausgabe wäre passender für diese Geschichte gewesen, stimme ich zu.

13.01.2011 23:36:35
Tigo

Die Burg Langel im ausgehenden Mittelalter ist dieses Mal Schauplatz der Geschichte. Nach dem Mord an dem ehemaligen Burgherrn ist die Lehnsnachfolge offen und soll nun geklärt werden. Aus diesem Grund hat der Herzog Ritter Ulrich beauftragt, aus den Bewerbern den fähigsten Kandidaten auszuwählen. Und so reist eine recht illustre Gesellschaft zur Burg, um dort die jeweiligen Ansprüche vorzutragen und auf die Übertragung des Lehens zu hoffen. Unter ihnen ist auch Minnesänger Hardo Lautenschläger, der eigens vom Ritter zur Unterhaltung der Gäste eingeladen wurde.

Kurz nach der Ankunft spitzt sich die Situation bereits zu, als der Burgvogt tot aufgefunden und auf den Minnesänger ein Mordanschlag verübt wird. Ritter Ulrich handelt prompt, lässt die Zugbrücke schließen und ordnet an, dass keiner der Anwesenden die Burg verlassen darf, bis dieser Vorfall aufgeklärt ist ... Welche Rolle genau spielt der Minnesänger, was verbindet ihn mit der Burg und den Gästen? Und wie verhält sich die Gemeinschaft, eingesperrt und bar an Dienstboten?

Ein wenig fühlt man sich bei diesem Aufbau an Agatha Christie erinnert! Die Vielzahl der handelnden Personen ist zu Anfang etwas verwirrend, aber das lichtet sich im Laufe der Zeit.

Hardo Lautenschläger erzählt des Abends (s)eine Geschichte in wohlproportionierten Dosen, so dass sich dem Leser sein Lebensweg Stück für Stück erschließt. Diese Geschichte in der Geschichte ist geschickt eingearbeitet und hält Spannung und Interesse auf einem konstanten Level.

Die Charaktere der Protagonisten sind gut herausgearbeitet, wenngleich natürlich alle Stereotype bedient werden. Die Männer sind ehrenhaft, klug und "eine Augenweide", die Frauen wunderhübsch, vorlaut und durchsetzungsstark. Selbstverständlich sind auch gleich zwei Liebesgeschichten enthalten!

Diese simple Struktur mag man aber verzeihen, weil sich das Buch insgesamt flüssig liest, keine Längen aufweist und sich die Geschichte wirklich nur Stück für Stück entfaltet und dabei durchaus auch einige Überraschungen präsentiert werden.

Als Meisterwerk würde ich es zwar nicht bezeichnen, aber als solides Buch, das einem leicht konsumierbare Unterhaltung mit Aha-Momenten anbietet, Happy End natürlich inklusive.

Dennoch möchte ich bemängeln, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis hier nicht stimmt, eine Taschenbuchausgabe wäre dem Format der Geschichte weitaus angemessener gewesen.

31.07.2010 16:02:34
M-L. Bakhaus

Nein, was hat das Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Frau Schacht ist wieder ein kurzweiliger Roman gelungen. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet. Das Kopfkino wurde ausgiebig gefüttert. Danach bin ich auf die Suche gegangen , Ende der 60iger habe ich in der Schule Minnelieder durchgenommen. Da ich ja kaum etwas wegwerfe, werde ich wohl noch fündig werden. Ich habe das Buch mit viel Vergnügen gelesen. Ich kann es nur empfehlen.