Die Erbin

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2010, Titel: 'Die Erbin', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Ein Sittengemälde des beginnenden 20. Jahrhunderts

Buch-Rezension von Bettina Weiß Apr 2010

Kurzgefasst:

Berlin 1900. Um ihre Jugendliebe vor dem Fallbeil zu retten, macht sich die junge Salome auf nach München. Vom Schicksal körperlich gezeichnet, nimmt sie die beschwerliche Reise alleine auf sich und ist fest dazu entschlossen, ihr Erbe einzusetzen, um Nicholas' Unschuld zu beweisen. Der junge Mann ist angeklagt, seine Haushälterin auf bestialische Weise mit einer Axt getötet zu haben. In München angekommen, findet Salome einen von den Gefängniswärtern schwer misshandelten Nicholas vor. Und in den Mordfall scheinen sowohl der bayerische als auch der preußische Hof verwickelt zu sein...

 

Salome, reiche und unabhängige Tochter einer freigeistigen Opernsängerin und ihres Gatten, lebt nach einem schweren Unfall im Hause ihres Schwagers, einem hohen Beamten Kaiser Wilhelms II., und ihrer Schwester. Im heißem Sommer des Jahres 1900 erreicht die beiden Frauen die Nachricht, dass der Jugendfreund Nicholas von Riedenhoff seine Haushälterin mit der Axt erschlagen und Schloss Hockenzell in Brand gesteckt haben soll. Für Salome ist sofort klar, dass dies ein Irrtum sein muss. Gegen den Widerstand des Schwagers reist die von einem Unfall noch schwer gezeichnete junge Frau von Berlin nach München, um der Jugendliebe beizustehen.

Kampf mit nahezu übermächtigen Gegnern

In München angekommen, muss sich Salome nicht nur mit der Polizei, für die in Nicholas der Täter bereits feststeht, herumschlagen, sie muss sich auch gegen Rechtsanwälte zur Wehr setzten, für die Nicholas nur ein gutes Geschäft ist. Salome findet ihre Jugendliebe schwer gezeichnet im Irrenhaus vor, sie weiß unmittelbar, dass nur eine bessere Versorgung und Behandlung Nicholas aufrichten kann. Dazu nimmt sie den Kampf um seine Unschuld auf. Dabei legt sie sich mit Gegnern an, mit denen sie nicht gerechnet hat und die bis in die höchsten Kreise des bayerischen und preußischen Hofes zu reichen scheinen. Wird es ihr gelingen, Nicholas Unschuld zu beweisen?

Starke und doch glaubwürdige Heldin

Charlotte Sandmann hat mit dem Buch einen spannenden historischen Kriminalroman um die Entwicklung der Behandlung von psychisch Kranken gesponnen, deren Handlung auch Abenteuergeschichte und Sittengemälde des beginnenden 20. Jahrhunderts ist. Salome Bottacci ist eine starke Heldin, die sich gesellschaftliche Freiheiten nimmt, welche ihr in dieser Zeit noch kaum zugebilligt werden, ohne dabei allerdings unglaubwürdig zu sein. Sie ist durch ihre körperliche Verletzung eingeschränkt und erlebt diese Grenze tagtäglich neu. Auch in ihren Handlungen stößt sie an Grenzen und eckt an, was ihrer Person Tiefe und Authentizität verleiht. Trotz allem kämpft sie um ihre Jugendliebe mit aller ihrer Kraft und steht dem Freund zur Seite. Der Roman rutscht an keiner Stelle ins Kitschige ab, Salome ist in ihrer Liebe zu Nicholas und der Hingabe an seine Rettung überzeugend. Auch die Figur des Nicholas ist in seinem Schmerz und seiner Unsicherheit, was nun tatsächlich geschehen ist, authentisch gezeichnet. Die Wandlung seiner Person mit der veränderten Behandlung zeigt deutlich auch den Ansatz der Autorin, sich kritisch mit der Geschichte der Behandlung psychisch Kranker auseinander zusetzen.

Zwei Erzählperspektiven halten den Spannungsbogen hoch

Die Romanhandlung wird in zwei Erzählperspektiven geschildert. Zum einen erleben wir Salome als Ich-Erzählerin, zum anderen aber auch einen allwissenden Erzähler, der einige Vorstellungen Salomes geraderückt und somit dem Leser einem Wissensvorsprung gibt, dadurch aber auch den Spannungsbogen hochhält. Die Krimihandlung ist vielschichtig und verwoben. Auch wenn sich die Lösung an manchen Stelle anzudeuten scheint, so gelingt es der Autorin, mit erneuten Wendungen die Spannung wieder anzuheizen. Die schlussendliche Auflösung ist schlüssig und zufriedenstellend.

Die gewählte Sprache ist flüssig und leicht zu lesen, auch die Anteile der Medizingeschichte sind mit einer Leichtigkeit erzählt, die den Lesefluss nicht ins Stocken geraten lässt. Der Autorin gelingt es, alle Handlungsstränge zu verbinden und keinen aus den Augen zu verlieren, alle werden zu einem stimmigen Ende und einer gelungenen Auflösung geführt.

Insgesamt ein sehr spannender und unterhaltsamer historischer Kriminalroman, der vergnügliche Lesestunden bereitet und einen zufriedenen Leser aus dem heißen München um 1900 zurückkehren lässt.

 

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Letzte Kommentare:
10.04.2015 18:40:57
Ramen

Das Buch hat spannend begonnen und hat alles, was eine herrliche Geschichte braucht. Doch leider ist es der Autorin nicht gelungen aus dem Material etwas Besonderes zu stricken. Die Handlung ist langweilig,vorhersehbar, ohne richtigen Höhepunkt.auch die Auflösung des Falles ist enttäuschend banal und mühsam konstruiert.