Zwanzig Jahre später

Erschienen: Dezember 1901

Bibliographische Angaben

  • , 1845, Titel: 'Vingt ans après', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Auch nach zwanzig Jahren gilt: Einer für Alle, Alle für Einen!

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Mär 2010

Frankreich, Ende der 1640er Jahre. 20 Jahre sind vergangen, seit d'Artagnan, Athos, Aramis und Porthos, die vier verwegenen Freunde, im Dienste von Königin Anna kämpften und dabei sowohl Kardinal Richelieu als auch der mysteriösen und mörderischen Mylady begegneten. Erneut werden die vier Freunde von einer Königin um Hilfe gebeten – doch dieses Mal trennte der aufkochende Bürgerkrieg in Frankreich die vier Freunde in verfeindete Lager. Als jedoch ein gemeinsamer Feind auftaucht, kreuzen die vier Freunde ihre Degen wieder gemeinsam!

Ein Nachfolger für einen großen Abenteuerroman!

Die drei Musketiere kennt wohl fast jeder – wer das Buch nicht gelesen hat oder die Filme nicht kennt, kennt zumindest ihren Wahlspruch: Einer für Alle, Alle für Einen! Die Fortsetzung mit dem Titel Zwanzig Jahre später kennen hingegen meist nur Fans der vier Freunde. Zwanzig Jahre nach den ersten gemeinsamen Abenteuern müssen sie erneut für Land und Krone fechten. Die Großen der Weltpolitik sind jetzt andere: statt Ludwig XIII. sitzt nun sein Sohn, der spätere Sonnenkönig auf dem Thron. Auf den Kardinalminister Richelieu folgte der Italiener Mazarin(i). Und in England tobt ein Bürgerkrieg unter Führung von Oliver Cromwell. Und diese Figuren führen unsere vier Helden in verschiedene Lager.

Deftig, leidenschaftlich, herzlich

Wie schon im Vorgängerroman sind die Sprache und die Charaktere die große Stärke des Autors. Seine vier Helden erkennt man ohne Weiteres wieder – auch wenn zwanzig Jahre sie zum Teil verändert haben. Trotzdem hat der Leser das Gefühl, alte Freunde wiederzutreffen, die man einfach lange nicht gesehen hat.

Auch seinem Stil ist der Autor treu geblieben – herzlich, man will fast sagen, deftig. Es werden Klingen gekreuzt, es wird großspurig mit dem Tode bedroht, es wird viel umarmt und viel geweint. Doch gerade in ihrer emotionalen Größe werden die Helden mit all ihren Ecken und Kanten greifbar, die Geschichte erscheint überraschend realistisch. Heldentum, Pathos, Ehre – drei große Schlagwörter, die in den Geschichten immer von großer Bedeutung sind.

Auch die Geschichte spielt ihre Rolle

Neben dem Bürgerkrieg in England rund um Oliver Cromwell und Karl I. hat auch Frankreich stark mit inneren Konflikten zu kämpfen. Beeinflusst von den englischen Ereignissen drängten die Pariser, das Parlament und die Prinzen auf eine stärkere Machtteilung zu Lasten des absolutistischen Herrschers. Der Kampf zwischen Königin und Paris, zwischen Kardinal und Fronde beeinflusst die Geschichte und die vier Freunde stärker, als es noch in Die drei Musketiere der Fall war. Doch Dumas wirft auch Blicke in die Zukunft: als Sohn eines napoleonischen Generals lässt er sich nicht nehmen, Revolutionen an sich zum Thema zu machen.

 

"Politische Urteilsfindungen sind stets nichtige Formalitäten, da dieselben Leidenschaften, die anklagen, auch verurteilen. Das ist die schreckliche Logik der Revolutionen."

 

Doch in einem bleibt sich Dumas treu: auch hier geht es ihm nicht darum, wahrheitsgetreu Geschichte wiederzugeben – er will unterhalten. Und das gelingt ihm erneut so gut, dass die Vorfreude auf den finalen Teil der Musketiertrilogie - Zehn Jahre danach kaum zu bremsen ist!

Zwanzig Jahre später

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Letzte Kommentare:
11.08.2013 14:34:34
EleonoreVonAquitanien

Ich mag ja am liebsten den ersten Musketierroman, aber auch dieser hier ist absolut empfehlenswert und hat mich von der ersten Seite an begeistert. Genau wie im ersten Roman hat es mir auch diesmal sehr gut gefallen, dass die vier Freunde nicht als Helden, sondern als ganz normale Menschen mit Stärken, aber eben auch mit Schwächen dargestellt wurden. Und im Roman gibt es sehr viele berührende Stellen, wie beispielsweise d´Artagnans Ankunft auf Bragélonne oder die Szene in der Kathedrale von Saint Denis. Und auch der für Dumas typische humor kommt in diesem Roman nicht zu kurz, da gibt es beispielsweise die Szene, in der der von Kardinal Mazarin gefangengehaltene Beaufort einen Krebs aufhängen will. Zuviel will ich nicht verraten, wer mehr wissen will, sollte den Roman selbst lesen ;)
Und es ist sehr interessant, beim Lesen des zweiten Bandes der Romantrilogie die Entwicklungen der vier Freunde miteinander zu vergleichen.

30.01.2012 09:49:11
Kaloubet

Dieses Buch ist einfach großartig - wer die Musketiere mochte, wird es lieben! Denn die Charaktere werden hier vertieft. Aus d´Artagnan, dem Jungen aus der Gascogne, wird der listige, schlaue Musketiersleutnant, der mit zunehmendem Alter einige seiner Illusionen ablegt. Porthos, der übrigens nur einmal heiratete, liebt das Leben und seine Freunde, Aramis ist Opportunist und Athos der Romantiker und hoffnungslose Idealist, den man schon im ersten Buch liebgewann. Die Handlung ist mitreißend, aber was das Buch so faszinierend macht, ist die Entwicklung der Freundschaft. Waren die vier sich im ersten Buch noch bedingungslos ergeben, so stehen sie hier in verschiedenen Lagern und jeder denkt zunächst einmal an sich selbst - bis auf Athos, der als einziger die Illusion der bedingungslosen Freundschaft behält. Sie finden schließlich dennoch zusammen, aber die realistische Schilderung der Widrigkeiten des Lebens und ihrer Auswirkungen auf den Charakter ist eine der großen Qualitäten dieses Romans, abgesehen natürlich von der spannenden und mitreißenden Handlung. Denn letzten Endes ist die Triologie um die Musketiere, also ´die drei Musketiere´, ´Zwanzig Jahre nachher´ und ´der Vicomte de Bragelonne`nicht nur eine Abenteuergeschichte, sondern die Schilderung von vier Schicksalen, die sich entwickeln, die erwachsen werden und schließlich an dem neuen Frankreich Louis XIV zerbrechen. Wer das Buch lesen möchte, sollte aber zu einer antiquarischen Ausgabe greifen, denn die derzeit erhältlichen Übersetzungen sind gnadenlos gekürzt, ja sogar bis zur Unkenntlichkeit verfälscht. Vorsicht auch bei den Onlineausgaben, z.B. Spiegel Online, da tötet mal d´Artagnan einen Gegner, der eigentlich Athos vorbehalten war ... es ist grauenvoll und nicht empfehlenswert. Als Alternative empfehlen sich die englische Oxfort Ausgabe oder die Orginalausgabe auf Französisch.