Die Erbin der Teufelsbibel

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2010, Titel: 'Die Erbin der Teufelsbibel', Originalausgabe

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89

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Daniela Loisl
Schöner und würdiger Abschluss der spannenden Trilogie um die Teufelsbibel

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mär 2010

Kurzgefasst:

Nach dreißig Jahren Krieg hoffen die Menschen in Europa auf ein Ende des Schreckens. Manche verfolgen dabei ihre eigenen Ziele und die Teufelsbibel, das mächtigste Buch der Welt, steht im Mittelpunkt ihres Trachtens. Im Norden schickt Königin Kristina von Schweden ihre Geliebte Ebba Sparre aus. Im Westen fällt ein Jesuit mit einer wichtigen Botschaft einem Mord zum Opfer. Im Süden erwacht ein uraltes Netzwerk zu neuem Leben. Und im Osten, dort, wo der große Krieg begann, brechen Agnes Khlesl und ihre Tochter Alexandra auf, um ein Kind zu retten. Ihre Mission führt sie direkt in die Falle des Jesuitenpaters Siuffrido Silvicola. Dessen Dasein dient nur einem Ziel: der Vernichtung der Teufelsbibel um jeden Preis...

 

Der dritte Band der Teufelsbibel-Trilogie ist - leider - der Abschluss der selbigen. Cyprian Khlesl und Andrej von Langenfels sind mittlerweile zwei alte Haudegen und wissen ihre Kinder gut versorgt. Wenzel, Andrejs Sohn, ist in die Fußstapfen Kardinal Melchiors getreten und ist Oberhaupt einer Mönchabtei in Raigen. Cyprians und Agnes` Kinder sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Andreas hat das Geschäft übernommen, Melchior treibt es durch das Land und Alexandra, ausgebildete Heilerin, ist nach dem Verlust ihres Kindes todunglücklich. Der dreißigjährige Krieg ist zwar beinahe beendet, aber als Agnes und Alexandra nach Würzburg reisen, um der todkranken Tochter Andreas` zu helfen, geraten sie in die Hände von Soldaten. Dem nicht genug, hat sich der junge Pater Giuffrido Silvicola von Rom auf den Weg gemacht, die Teufelsbibel zu finden und sie und deren Bewacher zu vernichten...

Etwas "leiser" als die beiden ersten Bände

Richard Dübell ist auch mit dem dritten Band seinem hohen Sprachniveau und mitreißendem Erzählstil treu geblieben. Fairerweise sei aber vermerkt, dass man auf den gut ersten 200 Seiten ein paar Längen überwinden muss, bis die Jagd so richtig beginnt und man dann das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Nach dem emotional sehr aufwühlenden und packenden Prolog, gerät die Erzählung etwas ins Stocken und schreitet nicht mehr ganz so flott voran. Vielleicht fällt dies auch aus dem Grund bei Dübell mehr auf, weil man gerade bei dieser Trilogie ein extrem rasantes Erzähltempo gewohnt ist und der Autor hier den Spannungsbogen straff, aber nicht zum Zerreißen gespannt hält und alles etwas ruhiger angeht.

Zeitlich hat Dübell den letzten Teil seiner Trilogie am Ende des Dreißigjährigen Krieges angesiedelt und gewährt dem Leser sehr reale Einblicke in das grausige und brutale Kriegsgeschehen, jedoch ohne reißerisch und effektheischend zu werden. Interessante Elemente aus dem Alltag der Soldaten, deren Leben und Überleben im Krieg, so wie auch die Vorbereitung auf die nächste Schlacht, veranschaulicht der Autor auf sehr lebensnahe und realistische Weise. Man bekommt schier das Gefühl, die Feuchtigkeit, die durch die Uniformen dringt, die eintönige Verköstigung und den beschwerlichen Marsch durch aufgewühlte Erde am eigenen Köper zu verspüren. Diese einprägenden Szenen vermitteln auch eine Ahnung, mit welch beklemmenden Gefühlen damals Reisende unterwegs waren und kann sich so sehr gut mit Alexandra identifizieren, die sich mit Agnes auf den Weg zu ihrem Bruder macht.

Wer Dübells Bücher kennt, weiß, dass vom Leser stets die ganze Aufmerksamkeit gefordert ist, will er jedes Detail genau erfassen. Mehrere Erzählstränge halten die Spannung stets straff und wie schon in den ersten beiden Bänden, laufen auch in diesem Teil die Erzählstränge erst beim Showdown zusammen. Flüssig geschrieben, prall gefüllt mit Ereignissen und mit oft ungewöhnlichen Figuren gespickt, bietet auch dieser Teil wieder eine rasante Jagd nach dem Codex Gigas, der Teufelsbibel.

Intelligente Erzählweise gepaart mit subtilem Humor

Historisch belegte Figuren wie Ebba Sparre, die Geliebte von Königin Christina aus Schweden, sind geschickt in die Inszenierung mit eingewoben und geben der Erzählung mehr Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Generell hat sich der Autor auch im letzten Band bemüht, alle Figuren vielschichtig und individuell zu zeichnen. Alexandra, die eigentliche Hauptfigur in diesem Band, hat Dübell als sehr starke und intelligente Frau gezeichnet, zeigt aber auf ausgesprochen sensible Weise, wie sie nach dem tragischen Vorfall mit ihrem Kind von Selbstzweifel gequält wird und erst nach und nach, und auch mit der Unterstützung anderer, wieder zu sich selbst findet.
Auch alle anderen Figuren, und derer gibt es im Buch sehr viele, sind ebenso detailliert und mit analytischem Gespür ins Leben gerufen.

Leicht befremdlich scheinen einem nur manchmal Cyprian und Andrej. Die beiden nun mehr im greisenhaften Alter von weit über 80 Jahren, scheinen weder körperlich noch geistig nachgelassen zu haben. So schwingen sich die beiden Methusalems (damals war ein Alter von fast neunzig sehr selten und daher bemerkenswert) auf ihre Rösser, beinah wie in ihren besten Jahren, und kämpfen noch mit derselben Kraft und Inbrunst. Dies wäre sogar in unserer heutigen, medizinisch sehr fortschrittlichen Welt phänomenal! Diese kleine Unstimmigkeit ist aber angesichts der Wichtigkeit der Personen - immerhin waren sie die tragenden Figuren dieser Trilogie - leicht verzeihbar.

Wie bei Richard Dübell üblich, führen am Schluss nun alle Fäden zusammen und ergeben einen perfekten Schluss, in einer wohl durchdachten und klug angelegten Geschichte. Man muss sich von liebgewonnenen Figuren verabschieden und die Liebhaber der Teufelsbibel-Reihe werden dies zwar als kleinen Verlust empfinden, wissen aber ebenso wie der Autor, dass man etwas beenden soll, so lange es noch schön ist.

Im Gesamten wieder ein absolut empfehlenswertes Buch, dass die Teufelsbibel letztendlich dorthin bringt, wo man sie heute noch besichtigen kann: Nach Stockholm.

 

Die Erbin der Teufelsbibel

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Letzte Kommentare:
02.05.2010 02:31:22
bonomania

Auch der krönende Abschluss hat mich von Beginn an sofort gefesselt und in seinen Bann gezogen. Es ist nicht immer leicht, all die Gräueltaten zu lesen, aber wie der Autor in seinem Nachwort erwähnt, wurde nichts dazugedichtet oder beschönigt.
Alles, was über den 30-jährigen Krieg hier geschrieben wird, hat sich tatsächlich so abgespielt.
Aber dazwischen blitzte immer vereinzelt des Autors Schalk auf :o)
Das ist genau das, was ich an Richard Dübells Teufelsbibel Trilogie so liebe - zwischen all den geschriebenen Gräueltaten immer mal wieder befreit (auf)lachen zu können.

Man muss sich auf die Geschichte einlassen (können) und sich beim Lesen nichts anderes vornehmen, sie verlangt dem Leser schon einige Konzentration ab.
Dann wird man mit einer komplexen Handlung belohnt, die einen nicht mehr los läßt. Hier hat jede Person seine Ecken und Kanten, werden liebevoll beschrieben, und man gewinnt sogar die Bösewichter lieb.
Der Autor hat einen eindringlichen Schreibstil, der berührt und fesselt.
Meine Lieblingsfiguren waren Samuel Brahe (genial wie er seine Ehre zurückholt) und natürlich Alexandra und Ebba Sparre, letztere eine historische Persönlichkeit.
Da es hier um die Erben der Teufelsbibel ging, wurden Andrej und Cyprian nur am Rande erwähnt. Die eigentlichen Hauptpersonen waren diesmal die Sucher der Teufelsbibel und der 30-jährige Krieg.

Ich finde es sehr schade, dass ich nun von den Khlesls und den Langenfels Abschied nehmen muss. Ich habe diese Familien in den 3 Jahren sehr lieb gewonnen und sehr gerne auf ihrer Reise begleitet. Ihr werdet mir fehlen ......

Ich freue mich schon auf Richard Dübells nächsten Roman.

30.04.2010 22:08:04
Martin

Der dritte Streich: Nach der `Teufelsbibel` und `Die Wächter der Teufelsbibel` präsentiert uns Richard Dübell das –vorläufige- Ende dieser farbigen, spannenden und teilweise dramatischen Geschichte um den sagenumwobenen, am Ende des Dreißigjährigen Krieges von der schwedischen Armee beschlagnahmten und nach Schweden gebrachten, seit dem Jahr 1649 in der Königlichen Bibliothek in Stockholm verwahrten Codex Gigas, oder auch als Teufelsbibel bezeichnet.
Der Auftaktroman: Erzählerisch wie inhaltlich kompliziert mit damit verbundener Verständnismühe, viele LeserInnen nicht überzeugend…und der fulminante, hochspannende und außergewöhnlich gute Folgeband, welcher in allen Belangen mehr als zu überzeugen wusste und zu den Spitzentiteln seines Genres gehört… nun also das Finale…und auch dieses hat es in sich. Zeitlich gelagert lange später, nämlich am Ende des verheerenden, apokalyptischen Dreißigjährigen Krieges, wird eine sehr spannende, dramatische, hervorragend erzählte Geschichte dargeboten, die alle Elemente eines Spitzenwerks in sich vereint. Nahtlos wird in allen deisen Elementen an den zweiten Teil angeknüpft und die Geschichte an sich wie auch die damalige grauenhafte Zeit werden in eine Art und Weise farbig und lebendig, wie es selten bei historischen Romanen der Fall ist. Bravo! Ein Hochgenuss…und quasi nebenbei gelingt es Richard Dübell ein äußerst realistisches, ungeschminktes, sehr hartes Bild ohne Beschönigungen von jener Zeit und den Auswirkungen auf alle Bevölkerungsteile zu zeichnen, was in der Romanliteratur fast seinesgleichen sucht. Dabei gibt es wirklich nichts zu beschönigen und ich musste ein ums andere Mal schlucken und war emotional fassungslos ob der unglaublichen Grausamkeiten, die Menschen ihren Menschenbrüdern und –schwestern damals sozusagen aus dem Nichts heraus angetan haben…historisch dazu detailliert korrekt beschrieben.
Auch die Charaktere sind wieder fein gezeichnet und behutsam wie spannend in die Handlungsstränge eingebettet, der Spannungsbogen wird hervorragend und lesefreudig geführt, und letztlich können zumindest teilweise in all dem unbeschreiblichen Grauen und unaussprechlichen Elend einige Romanfiguren so etwas wie ein bisschen persönlichen Frieden finden…
Summasummarum ein Roman der Spitzenklasse, absolut lesenswert und die volle Wertung verdienend, ein würdiges Mitglied der Premiumklasse seines Genres.

20.04.2010 08:56:07
olympia

Der nun dritte Band der "Teufelsbibel-Reihe" ist nun endlich erschienen. Cyprian Khlesl und Andrej von Langenfels sind mittlerweile zwei alte Haudegen und wissen ihre Kinder gut versorgt. Wenzel, Andrejs Sohn, ist in die Fußstapfen Kardinal Melchiors getreten und ist Oberhaupt einer Mönchabtei in Raigen. Cyprians und Agnes` Kinder sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Andreas hat das Geschäft übernommen, Melchior treibt es durch das Land und Alexandra, ausgebildete Heilerin, ist nach dem Verlust ihres Kindes todunglücklich. Der dreißigjährige Krieg ist zwar beinahe beendet, aber als Agnes und Alexandra nach Würzburg reisen, um der todkranken Tochter Andreas` zu helfen, geraten sie in die Hände von Soldaten. Dem nicht genug, hat sich der junge Pater Giuffrido Silvicola von Rom auf den Weg gemacht, die Teufelsbibel zu finden und sie und deren Bewacher zu vernichten...

Richard Dübell ist auch mit dem dritten Band seinem hohen Sprachniveau und mitreißendem Erzählstil treu geblieben. Von Beginn an reißt es einem in die Geschichte und man steht mitten im Geschehen. Wer Dübells Bücher kennt, weiß, dass vom Leser stets die ganze Aufmerksamkeit gefordert ist, will er jedes Detail genau erfassen. Mit subtilem Humor erweckt er seine Figuren zum Leben und gibt jedem noch so kleinen Nebendarsteller seinen ihm eigenen Charakter. Vielschichtige Figuren mit allen Stärken und Schwächen sind eine von Dübells Stärke, um seiner Erzählung Glaubwürdigkeit und Authentizität zu verleihen.

Mehrere Erzählstränge halten die Spannung stets straff und wie schon in den ersten beiden Bänden, laufen auch in diesem Teil die Erzählstränge erst beim Show-down zusammen. Flüssig geschrieben, prall gefüllt mit Ereignissen und mit oft ungewöhnlichen Figuren gespickt, bietet auch dieser Teil wieder eine rasante Jagd nach dem Codex Gigas, der Teufelsbibel.
Fairerweise sei aber vermerkt, dass man auf den gut ersten 200 Seiten eine "Durststrecke" überwinden muss, bis die Jagd so richtig beginnt und man dann das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Nach dem emotional sehr aufwühlenden und packenden Prolog, gerät die Erzählung etwas ins Stocken und schreitet nicht mehr so flott voran. Vielleicht fällt dies auch aus dem Grund bei Dübell mehr auf, weil man gerade bei dieser Trilogie ein sehr rasantes Erzähltempo gewohnt ist und der Autor hier die Vorbereitungen zwar sprachlich und erzählerisch ebenso perfekt, aber einfach ruhiger angeht.

Im Gesamten jedoch wieder ein absolut empfehlenswertes Buch, dass die Teufelsbibel letztendlich dorthin bringt, wo man sie heute noch besichtigen kann: Nach Stockholm.

08.04.2010 09:17:37
Wello

Mit großer Vorfreude habe ich auf dieses Buch gewartet und, um es vorweg zu nehmen, diese Freude war berechtigt.
Zu beginn ist auch hier wieder eine kurze und humorvolle Umschreibung der wichtigsten Personen in diesen Roman und im ersten Teil werden diese Protagonisten noch eingehender vorgestellt. Aber auch die deprimierende und hoffnungslose Stimmung gegen ende des 30 jährigen Krieges wird hier beeindruckend geschildert und ehe man sich versieht ist man mitten im geschehen.
Langsam formieren sich die Gegner, die Geschichte beginnt spannend zu werden, die Dramatik nimmt zu und die Jagt nach der Teufelsbibel beginnt. Und wie sie beginnt. Man wird von einem Brennpunkt zum nächsten befördert. Die Handlung nimmt weiter an fahrt auf und lässt einen kaum Zeit zum Atmen.
Leider nähert sich das Ende viel zu schnell. Aber dieses Ende ist grandios und ließ mich sprachlos mit einer Träne im Auge zurück.
Ein würdiger Abschluss einer Trilogie die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen hielt.