Das Mädchen aus Herrnhut

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • , 2010, Titel: 'Das Mädchen aus Herrnhut', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Rasanter Verschwörungs-Thriller auf religiöser Basis

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jan 2010

Kurzgefasst:

Der Historiker Daniel Ritter ist fasziniert von einer Holzfigur, die ein junges Mädchen mit Umhang darstellt. Denn diese Figur gibt einige Rätsel auf. Ihre Spur führt zurück bis ins Mittelalter und sie ist gesäumt von mysteriösen Todesfällen und seltsamen Verstrickungen. Was verbindet Luise, eine Frau, die im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Gemeinschaft lebte, mit der jungen, modernen Lehrerin Emma Fischer? Daniel, der schon bald auch von Emma fasziniert ist, macht sich gemeinsam mit ihr an die Nachforschungen. Doch dann geraten beide in große Gefahr...

 

Eine Ebenholz-Statue mit geheimnisvollen Zeichen in den Mantel geritzt steht im Mittelpunkt von Elisabeth Büchles neuem Roman Das Mädchen aus Herrnhut. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt. Zunächst erzählt die Autorin von Luise, die nach einem Missgeschick von ihrem bisherigen Dienstherrn entlassen wird und in der noch jungen Gemeinschaft von Herrnhut eine neue Existenz aufbaut. Luises Leben wird aber nicht nur von der fortschreitenden Erblindung, sondern auch von einem düsteren Geheimnis überschattet. Denn die junge Frau kennt ihre Herkunft nicht, sieht sich aber unvermittelt von finsteren Kräften bedroht, die sie als Geheimnisträgerin ausgemacht haben. Nachdem Luises Aufenthalt in Herrnhut in einem tragischen Ereignis mündet, springt die Autorin vom 18. Ins 21. Jahrhundert zum Historiker Daniel und der Lehrerin Emma sowie deren Schülern Falk und Rahel. Sie alle geraten in Gefahr, nachdem Daniel auf der Suche nach der verschollenen Statue mit Emma und ihren Schülern in Kontakt kommt. Die Vertreter eines geheimen Ordens heften sich dabei ebenso auf die Spur der Vier, wie ein Konkurrent Daniels, der die Statue für sich haben möchte.

Um Schutz beten

Der Roman, dessen liebliches Cover nichts von der rasanten Verschwörungsstory verrät, beruht stark auf einer religiösen, protestantischen Basis. Das wird schnell klar, als Luise von der Religions-Gemeinschaft in Herrnhut aufgenommen wird. Hier fehlt eine etwas kritischere Distanz zur Gemeinschaft. Diese wird als unglaublich liebenswürdige und ohne jeden Misston lebende Gruppe geschildert. Es wird ein solch liebliches Bild gezeichnet, dass die Gemeinschaft alle Konturen verliert, was sich sehr nachteilig auf die Glaubwürdigkeit auswirkt. Doch während der religiöse Hintergrund im historischen Teil noch teilweise stimmig ist, wirkt er im modernen Teil sehr blauäugig, so etwa, wenn die Protagonisten in akuter Gefahr um Schutz beten oder alle Wendungen der Geschichte als Gottes Fingerzeig sehen. Es ist nicht so, dass die Religiosität grundsätzlich störend wäre, doch müsste der christliche Hintergrund des Romans zwingend auf dem Klappentext vermerkt sein, so dass die Leser von Beginn an wissen, was sie erwartet.

Alle Elemente enthalten

Mit Ausnahme einer stellenweise sehr einfachen Sprache, die der Geschichte nicht immer ganz gerecht wird, hat die Autorin alle Elemente, die man von einem Verschwörungs-Thriller erwartet, in ihren Roman eingebaut. Besonders im letzten Drittel nimmt die Geschichte gehörig Fahrt auf und kann mit ihren "großen Brüdern", den klassischen Verschwörungs-Romanen, mühelos Schritt halten. Einziger Bruch in der Geschichte ist, dass es zunächst um die Statue selber geht, plötzlich aber ein damit verbundener Schatz in den Vordergrund rückt und so die Suche nach Wahrheit zur Schatzsuche mutiert. Das ist sehr schade, denn damit verliert der Roman etwas an Tiefe.

Gut und Böse

Elisabeth Büchle reiht ihre Figuren ganz klar in Gut und Böse ein. Alle Guten sind religiös - der aufgeweckte und intelligente Schüler Frank träumt beispielsweise von einer Ausbildung zum Theologen - alle anderen Mitwirkenden sind Böse. Graustufen sucht man vergeblich. Das ist letztlich auch einer der Hauptgründe, weshalb Das Mädchen aus Herrnhut nicht über ein Mittelmaß hinaus kommt.

Wer sich auf diesen Roman einlässt, muss entweder selber einen religiösen Hintergrund haben und diese Art des Romans bewusst suchen oder zumindest die Bereitschaft mitbringen, die Religiosität der Figuren als wichtigen Teil der Geschichte zu akzeptieren und das Verhalten der Protagonisten vor diesem Hintergrund sehen.

Das Mädchen aus Herrnhut

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