Das Herz der Tänzerin

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Diana, 2008, Titel: 'The Return', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Aufwühlender Roman über den Spanischen Bürgerkrieg

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2009

Kurzgefasst:

Spanien in den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: Die vier Kinder der Familie Ramírez aus Granada sind dabei, ihre Träume zu verwirklichen. Mercedes, die jüngste Tochter, liebt den Tanz über alles. Aber erst als sie den Gitarristen Javier Montero trifft, wird sie durch seine Musik zur erfolgreichsten Flamencotänzerin des Landes. Jede Bewegung zeugt von ihrer Zuneigung füreinander, jede Note besingt ihre große Liebe. Doch nach der Machtübernahme Francos bleibt nichts, wie es war. Die Familie droht an den politischen Konflikten zu zerbrechen, Mercedes und Javier verlieren sich in den Wirren des Spanischen Bürgerkrieges. Fieberhaft begibt sich die Tänzerin auf die gefährliche Suche nach dem Geliebten...

Jahrzehnte später erfährt die zweiunddreißigjährige Sonia bei einem Spanienaufenthalt von der berührenden Liebe in Zeiten des Krieges. Fasziniert nimmt sie die Spuren der Vergangenheit auf, ohne zu wissen, wie sehr Mercedes' Schicksal mit ihrem eigenen verwoben ist...

 

Sonia reist nach Spanien, um zusammen mit ihrer Freundin Maggie einen Tanzkurs zu besuchen. Hier kommt die Engländerin zum ersten Mal in Kontakt mit dem Flamenco, der sofort eine Saite in ihrem Innersten anschlägt. Auf ihrer Erkundungstour durch Granada lernt die 32-jährige Sonia einen alten Barbesitzer kennen, der ihr die Geschichte der Familie Ramirez zur Zeit des Spanischen Bürgerkrieges erzählt. Besonders berührt ist Sonia vom Schicksal der Flamenco-Tänzerin Mercedes, die auf der Suche nach ihrem Geliebten Javier Montero, eines begnadeten Gitarristen die Schrecken des Krieges in ihrer ganzen Härte erfährt. Je mehr Sonia über die Familie erfährt, desto stärker wird das Gefühl der Vertrautheit. Zurück in England muss Sonia sich der Frage stellen, wer sie wirklich ist und wohin sie gehört.

Zwei Zeitebenen

Der Roman der englischen Autorin Victoria Hislop spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen legt die Autorin das Geschehen ins Jahr 2001 und lässt die selbstbewusste Geschäftsfrau Sonia aus ihrem engen Korsett von Beruf und Eheleben ausbrechen, um in Spanien zusammen mit ihrer unkonventionellen Freundin Maggie ihre Lust am Tanzen ausleben. Der Tanz verbindet Sonia mit der geheimnisvollen Flamenco-Tänzerin Mercedes, die auf einem alten Plakat abgebildet ist, das in einer kleinen Frühstücksbar hängt. Dies wählt die Autorin als Einstieg in den historischen Teil der Geschichte, der in den 30er Jahren spielt. Zwar wirkt es doch sehr konstruiert, wie es dazu kommt, dass der Barbesitzer Miguel der Fremden die Liebesgeschichte von Mercedes und Javier erzählt, doch wird diese in so intensiven Tönen geschildert, dass man bereit ist, über diesen Schönheitsfehler hinweg zu sehen.

Tatsächlich ist es der historische Teil des Buches, der auf eine tiefgründige Weise zu faszinieren vermag. Die Leser schliddern regelrecht in den spanischen Bürgerkrieg hinein. Sehr geschickt baut die Autorin das Bild einer zerrissenen Gesellschaft auf, die sich einem Krieg nähert, der hunderttausende von Opfern fordern wird. Glaubwürdig erzählt Victoria Hislop, wie es dazu kommen konnte, dass aus Freunden plötzlich erbitterte Feinde wurden. Es entsteht ein bedrückendes Bild der Machtübernahme durch das Franco-Regime. Dabei lässt Hislop weder die Gräueltaten der Republikaner noch jene der Franco-Anhänger außen vor.

Einige ärgerliche Ungenauigkeiten

So berührend und stark die Geschichte der Familie Ramirez erzählt ist, so ärgerlich sind leider auch einige Ungenauigkeiten und fragwürdige Verknüpfungen. Es mag sein, dass sich bei der Übersetzung aus dem Englischen ein paar Ungenauigkeiten eingeschlichen haben - der hauptsächliche Kritikpunkt ist jedoch eindeutig der Autorin zuzuschreiben. Die finale Verknüpfung der beiden Geschichte scheitert alleine an den Jahreszahlen der beiden Handlungsstränge - hier wird die Glaubwürdigkeit denn doch zu stark strapaziert. Dies ist umso bedauerlicher, als damit ein an sich sehr gelungener Roman mit überzeugenden Szenen unnötig Schlagseite erhält. Es ist allerdings nicht der historische Teil, der all diese Fragen aufwirft, sondern vornehmlich der im Jahr 2001 spielende Part, dem die Klasse fehlt.

Besonders auffällig ist dabei die Figur von Sonia, die als eine der Protagonisten unscheinbar und farblos bleibt und letztlich eher als schlechte Statistin wahrgenommen wird, denn als tragende Figur der Geschichte. Anders die Familie Ramirez, die vom Bürgerkrieg aufgerieben die Hoffnung nie ganz verliert - und deren fein gezeichnete Charaktere durchaus zu überzeugen vermögen. So muss denn das Fazit auch lauten: Die Autorin hätte sich auf den historischen Teil beschränken sollen. Der zeitgenössische Teil bleibt banal, fehlerhaft und weitgehend uninteressant - es wäre problemlos möglich, ihn ganz zu streichen und den historischen Teil noch etwas auszubauen, um eventuell fehlende Verknüpfungen aufzuzeigen.

Falsches Cover - Den Roman nicht gelesen?

Ein letztes Ärgernis - oder ein Erstes? - stellt auch das Cover dar. Hier fällt auf, dass die Grafiker den Roman nicht gelesen haben können. Zwar wurde ein stimmungsvolles und gefälliges Cover gewählt, doch leider stellt dieses ein Tango tanzendes Paar dar, während sich der Roman um den Flamenco dreht. So steht das Cover leider als Symbol für eine Reihe von unschönen Ausrutschern.

 

Das Herz der Tänzerin

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