Und stehe auf von den Toten

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2009, Titel: 'Und stehe auf von den Toten', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
3 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:86.666666666667
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":0,"90":1,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Carsten Jaehner
Prospero Lambertinis zweiter Fall

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Nov 2009

Kurzgefasst:

Rom 1701: "Wunderdetektiv" Prospero Lambertini sitzt an einem Bericht zur Heiligsprechung. Die tote Frau muss nur noch exhumiert werden. Eine reine Formsache, denkt er, als ein Freund in sein Zimmer stürzt: Seine Schwester sei verschwunden. Sie ist das vierte junge Mädchen in kurzer Zeit. Mord oder Entführung? Und wie ist zu erklären, dass eine vermeintlich Heilige beim Öffnen des Sargs einen Pfahl in der Brust hat und zwei spitze, lange Zähne zeigt?

 

Rom Im Jahr 1701. Während des Karnevals verschwinden Mädchen und werden nie wieder gesehen. Auch wird die Angelegenheit totgeschwiegen, was allein schon verdächtig ist. Derweil bekommt Prospero Lambertini, Hilfsauditor der Rota, wiederum vom Papst persönlich den Auftrag, den Heiligsprechungsprozess einer Frau voranzutreiben. Allerdings stellt sich sehr bald heraus, dass zu den entführten Mädchen auch Cäcilia, die Schwester seines Freundes Velloni gehört, und so beginnt Prospero zu ermitteln.

Schnell wird dabei klar, dass auch höchste Kreise in diesen Fall verwickelt sind. Und als sei dies alles noch nicht genug, Hat sein Freund Valenti eine Einladung zum Duell - mit David von Fünen, einem Juden und Rabbinersohn aus Prag, von dem sich bald herausstellt, dass er der Verlobte von Deborah ist, der Frau, für die Prospero mehr empfindet, als gut für ihn ist.

Prospero ermittelt an verschiedenen Fronten und bedarf mehr als sonst die Hilfe seiner Freunde. Und die Nachforschungen gehen bald in einen unglaublichen Bereich, über den man damals noch nicht sehr viel wusste und der einige Schauerlichkeiten bereit hält.

Alte Bekannte werden aktiv

Prospero Lambertinis zweiter Fall schließt fast nahtlos an den ersten an, und es ist schön, auch die bekannten Figuren wieder zu treffen, so die Juden im Getto, die Prospero so viel zu verdanken haben, und auch seine beiden leicht konfusen Freunde Velloni und Valenti kommen wieder vor. Sie erhalten mehr Raum als im Vorgänger, und das tut der Geschichte auch gut. Der Fall selber ist verzwickt und geschickt konstruiert, auch werden gehörig falsche Fährten gelegt, was ja das Salz einer jeden Suppe ist.

Nicholas Lessing versteht es, den Leser in die Zeit zu entführen, und gerade der Blick auf die Vampirgeschichte ist besonders interessant, denn die Geschichte spielt weit vor den Schauerromanen aus dem 19. Jahrhundert, und so hat man eine ungewohntere Herangehensweise an den Vampirismus. Sprachlich am beeindruckendsten ist sicherlich die Stelle, wo die Familien um ihre toten Töchter trauern, hier kann es einem als Leser schon kalt den Rücken herunter laufen und man muss doch das eine oder andere Mal schlucken.

Leichte Abstriche gegen Ende

Sehr schön ist auch die Einbindung der Erzählung in das Leben Prosperos als Papst Benedikt XIV. So wird der Fall ausschließlich zur Rückschau und wird aus einer reflektierten Perspektive erzählt. Dieser Rahmen hat etwas cineastisches, und er verleiht der Reihe noch mehr Realismus.

Wenn man einen Schwachpunkt im Roman ausmachen will, so ist das sicherlich das Ende, wo Prospero noch einmal wegreitet, von einer Räuberbande überfallen wird usw. Hier sind einige unnötige Begebenheiten, die zur Lösung nicht gebraucht wurden und die zu schnell abgehandelt werden, als dass sie eine gewisse Wichtigkeit hätten.

Eine Personenliste und ein Nachwort des Autors ergänzen das Buch. Ohne weitere Einzelheiten zu verraten, ist Prospero Lambertinis zweiter Fall sicher ein thematisch ungewöhnlicher, aber er ist ein würdiger Nachfolger von Sein Blut komme über uns. Nicholas Lessing hat bereits Ideen für weitere Fälle, und auch diese wird sich der geneigte Leser wieder gerne vornehmen. Diese Reihe hat noch viel Potenzial, das man wohl noch gar nicht ahnen kann. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Fall!

 

Und stehe auf von den Toten

Und stehe auf von den Toten

Deine Meinung zu »Und stehe auf von den Toten«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
09.02.2010 22:12:44
anath

Spannend und lesenswert wie schon der vorhergehende Band. Der Autor hat es geschafft, einige Irrwege in die Krimilösung einzubauen, die gar nicht so einfach zu erkennen sind. Der Kniff, immer wieder eines der Opfer in seiner derzeitigen Situation zu beschreiben, erhöht die Spannung und gibt dem Leser auch die Hoffnung, daß es wenigstens teilweise ein gutes Ende geben könnte. Einige der dargestellten Szenen im Buch sind jedoch so grausig und gehen so unter die Haut, daß sie sich tief ins Gedächtnis des Lesers einprägen.
Dazu kommt die gelungene Beschreibung Roms und des Lebens in dieser Stadt, ein gelegentlicher Ausflug in Richtung Kunst und Architektur, das alles macht das Buch interessant.
Der Schluß ging mir ein wenig zu schnell und war für meinen Geschmack ein wenig zu voll gepackt. Trotzdem ist mit diesem Buch Spannung und Gänsehaut garantiert, von Lese\\\\\\"vergnügen\\\\\\" mag ich hier nicht sprechen. Aber es ist ein tolles Buch und ich hoffe auf die Fortsetzung.

16.01.2010 13:06:26
Jana Kretschmer

Und endlich bei uns, Lambertini!
Ein Jahr ist vergangen, wir finden uns in Rom 1701 wieder. Es ist Karnevalszeit und wieder verschwindet spurlos ein schönes junges Mädchen wie schon so viele vor ihm. Es ist die Schwester seines Freundes, und um ihm zu helfen, ermittelt Prospero Lambertini auf eigene Faust, obwohl er eigentlich einen ganz anderen Arbeitsauftrag hat. Der Leser folgt nun voller Spannung und wird mitgerissen von dem Strudel der Intrigen, Leidenschaft, den Konflikten der nun schon so vertraut gewordenen Freunde Lambertinis. Man muß einfach bangen, man leidet und hofft mit ihnen. Toll ist auch der Schluß des Buches, denn er läßt dem Leser Raum zu eigenen Schlußfolgerungen. Es bleibt jedem selbst überlassen, den Faden auf eigene Weise weiter zu spinnen, und so geht die Geschichte noch lange nicht aus dem Kopf. Nun beginnt die lange Zeit des Wartens voller Ungeduld auf ein neues Abenteuer von Prospero Lambertini!

31.12.2009 20:05:08
Günter Krawutschke

Nicholas Lessing: Und stehe auf von den Toten

Prospero Lambertini, Hilfsauditor der Rota des höchsten römischen Gerichts muss im römischen Karneval im Februar 1701 in einem aufregenden Fall ermitteln, in dem es um Mädchen geht, die wie vom Erdboden verschwunden sind. Treibt ein Serienmörder sein Unwesen oder der Teufel? Seine Ermittlungen bringen ihn in Lebensgefahr. Eine spannende Geschichte mit Verfolgungsjagden durch das Rom des beginnenden 18. Jahrhunderts fesseln einen. In einem fast klassischen "Whodunit" Roman steckt ein Buch, das Lust macht auf weitere Bücher von Nicholas Lessing. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. So schnell habe ich selten ein Buch gelesen.

11.12.2009 15:55:44
Sandra Kempf

Mir hat schon Nicholas Lessings erster Band "Sein Blut komme über uns", sehr gut gefallen. Mit dem zweiten Teil, "Und stehe auf den Toten" hat er mich so richtig begeistert. Dieses Mal ist die Welt, die der Autor beschreibt noch intensiver. Man riecht Rom, sieht und fühlt es, das macht der Autor einfach toll. Dazu Prospero Lambertini, der dieses Mal einem Serienmörder auf der Spur ist. Das Titelbild auf dem Buch findet ich einfach nur langweilig, dafür ist der Inhalt umso spannender. Also nicht beirren lassen. LESEN!!!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren