Der gehörnte Marquis

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2008, Titel: 'Le Montespan', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Appell an die niederen menschlichen Instinkte

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2009

Kurzgefasst:

Ein derartiges Gefährt hat man am Hofe des Sonnenkönigs noch nie gesehen. Soeben ist Louis Henri de Montespan in einer gehörnten Kutsche vorgefahren, um seine Gattin Françoise von König Ludwig XIV. zurückzufordern. Der vor Eifersucht schäumende Marquis hat sich längst zum Pariser Gespött gemacht, sträubt er sich doch mit aller Macht gegen eine große Gunst: Seine Frau hat der Sonnenkönig zur Lieblingsmätresse erwählt! Im ganzen Land kursieren bereits höhnische Lieder, und Molière verfasst sogar ein Stück über den wütenden Gehörnten. Doch dieser sinnt weiter auf Rache. Nachdem sein Plan fehlgeschlagen ist, den König mit Syphilis anzustecken, scheint ihm nichts anderes übrig zu bleiben, als Françoise aus Versailles zu entführen.

 

Mit seinem Buch Der gehörnte Marquis hat Autor Jean Teulé schon einige Preise einheimsen können. Wer sich davon verspricht, tatsächlich das auf dem Klappentext gepriesene "herrlich schräge Sittengemälde und ein aberwitziges Stück echter französischer Geschichte" in Händen zu halten, dürfte zunächst einmal tief durchatmen, wenn er sich in den Roman um den vor Eifersucht rasenden Marquis de Montespan vertieft. Worum geht es? Marquis de Montespan verliebt sich unsterblich in die schöne Françoise. Die beiden heiraten innerhalb weniger Tage. Um die hohen Ansprüche seiner angebeteten Gemahlin erfüllen zu können, verschuldet sich de Montespan tief und zieht in den Krieg, aus dem er ohne Ruhm und Geld zurück kehrt. Seine Gattin ist inzwischen dem König Ludwig XIV. aufgefallen, der sie zu seiner Mätresse macht. Obwohl der Marquis de Montespan alles versucht, seine Frau zurück zu gewinnen, steht er auf verlorenem Posten.

Kein Blatt vor dem Mund

Was sich wie eine amüsante Geschichte voller schwarzem Humor anlässt, gerät schon bald auf die schiefe Bahn. Ob es nun um die ehelichen Lustbarkeiten geht oder um die menschlichen Bedürfnisse, sich zu erleichtern, Jean Teulé nimmt kein Blatt vor den Mund. So wird der Leser Zeuge von einer exzessiven sexuellen Begierde wie auch von braunen Spuren, die eine sich gerade erleichternde Hofdame quer durch einen Tanzsaal zieht. Die Summe solcher Schilderungen ist es letztlich, die den Lesespass auf ein Minimum zusammen sinken lässt. So kommt also im Laufe der Geschichte, deren erstes Kapitel sich im Nachhinein als Höhepunkt des Buches erweist, vor allem eines auf: gähnende Langeweile, wenn nicht zuweilen gar eine Spur von Ekel.

Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig

Der Lesefluss wird aber nicht nur durch die Lustbarkeiten im Ehebett, auf dem Sitz der Kutsche oder wo auch immer gehemmt. Auch die Sprache ist äusserst gewöhnungsbedürftig. Immer wieder sind poetische Wendungen oder Reime eingestreut, die zwar witzig sein sollten, doch ihr Ziel in der Regel eher verfehlen - "Wie schwarze Orgeln, mit offener Brust, um die sich einst die hübschen Fräulein schlangen, stossen lange sich im Sand an in grausamer Liebeslust..." oder "An der Balustrade stossen sich Lehrlinge an wie irre, die Zungen hängen ihnen heraus wie kirre."

Interessant gestaltet

Pluspunkt des Buches ist dessen Gestaltung - mal abgesehen vom Cover, das wenig spektakulär ist. Angereichert ist der Roman mit Bildern und Emblemen, was nicht nur immer wieder mal aufschlussreich ist, sondern auch als witziges Einsprengsel stehen bleiben kann.

Wer sich mit Jean Teulés Der gehörnte Marquis vergnügen will, sollte also einerseits Freude an sexuellen Exzessen haben - wobei die Erotik schlicht nicht vorhanden ist - und andererseits eine krause Sprache mögen. Ansonsten wird er das Buch kopfschüttelnd weglegen. Schade ist dabei nur, dass die Geschichte selber durchaus Stoff für einen spannenden, witzigen, ja aberwitzigen Roman geboten hätte.

 

Der gehörnte Marquis

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