Hexenwahn

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2009, Titel: 'Hexenwahn', Originalausgabe

Couch-Wertung:

74

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91-100
0 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:90
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Birgit Stöckel
Hexenwerk in Neuss

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Nov 2009

Kurzgefasst:

Man schreibt das Jahr 1509. Unheimliche Dinge geschehen in Neuss: Kinder verschwinden spurlos, Ungeziefer taucht aus dem Nichts auf, man munkelt von Schadenzauber und Teufelswerk. Zwei Frauen werden der Hexerei bezichtigt und in den Blutturm gesperrt. Ein zu diesem Zweck einberufener "Hexenausschuss" setzt sich zum Ziel, die beiden auf den Scheiterhaufen zu bringen. Doch es finden sich Widersacher: ein buckliger Weinhändler, ein schwergewichtiger Barbier und ein einbeiniger Schustermeister halten die beiden Frauen für unschuldig - und kommen einem Verbrechen auf die Spur, wie es teuflischer nicht sein könnte...

 

Neuss im Jahre 1509: Als in der Stadt Kinder verschwinden und sich noch weitere seltsame Dinge ereignen, werden die Hebamme Aleidis Wintz und ihre Schülerin Elsbeth der Hexerei angeklagt und in den Kerker geworfen. Dort werden sie immer wieder der peinlichen Befragung unterzogen, um sie zu einem Geständnis zu zwingen und sie danach zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilen zu können. Doch die beiden Frauen widerstehen der Folter länger als gedacht, währenddessen sich der Ratsherr und Weinhändler Augustin Jordis mit zwei Freunden fieberhaft dran macht, die Unschuld der beiden zu beweisen und die wahren Schuldigen hinter den Vorkommnissen zu entlarven.

Nicht zu grausame Schilderungen

Christina Döhlings hat sich mit ihrem Debütroman eines Themas angenommen, dass in historischen Romanen schon oft bemüht wurde und daher von einem Teil der Leserschaft äußerst kritisch beäugt wird. Um es gleich vorweg zu sagen: Die Autorin hätte es deutlich schlechter machen können.

Sie verzichtet auf Effekthascherei und überbordende, ausschweifende Grausamkeiten. Natürlich kommen einige unschöne Szenen vor, schließlich werden die beiden inhaftierten Frauen gefoltert, doch sind diese Passagen jedes Mal nicht allzu lange gehalten und die Beschreibungen gehen wohltuender weise nicht allzu sehr ins Detail. Dennoch transportieren sie das Leid und den Schrecken, welche die Folter verbreitete, sehr gut.

Das eigentliche Hauptaugenmerk liegt auf den Ermittlungen und dem ungleichen Trio, welches sie durchführt: Der bucklige Weinhändler Augustin Jordis, der einbeinige Schuster Rutger Jansen und der fettleibige Barbier Hannes Kreitfisch. Diese drei sind es auch, die die Geschichte tragen und vorantreiben. Durch ihr Äußeres sind sie Argwohn, Misstrauen und auch Vorurteile gewohnt und somit werden sie von ihnen nicht so leicht geblendet. Daher wollen sie den Dingen auf den Grund gehen. Dabei gibt es immer wieder amüsante Plänkeleien zu lesen, während sich die drei langsam besser kennen lernen und zu Freunden werden. Dieser humorvolle Unterton macht einen großen Teil des Reizes dieses Buchs aus.

Lineare Nachforschungen

Der eigentliche Kriminalteil ist sehr gradlinig gehalten, es gibt kaum überraschende Wendungen, sondern die Informationen werden Stück für Stück gesammelt und setzten so nach und nach das Bild zusammen. Hindernisse gibt es wenig und sind die drei doch einmal in einer Sackgasse gelandet, so hilft ihnen kurz darauf der Zufall oder eine Zufallsbekanntschaft weiter. Das wiederum nimmt dem Kriminalfall einiges an Spannung und Tiefe und somit ist dieses Buch für eingefleischte Krimifans nur bedingt geeignet. Zumal die Auflösung mit keinen großen Überraschungen aufwartet und auch der Täter relativ leicht zu erraten ist. Trotzdem liest es sich interessant, wie die ganzen Dinge zusammenhängen und wer hinter den Vorkommnissen steckt.

Schade ist, dass man über die Mitglieder des Hexenausschusses, die die beiden Frauen "befragen", und deren Motivation so gut wie nichts erfährt. So erscheinen diese Männer als reine Bösewichte in dem Roman ohne Facetten oder tiefergehende Charakterisierung. Gerade hier hätte noch einiges herausgeholt werden können, indem der Leser Einblicke und Erklärungen für die Überzeugungen und Handlungen dieser Männer erhält.

Insgesamt ist Hexenwahn ein leicht zu lesendes Buch, das besonders Kenner der Stadt Neuss erfreuen dürfte. Doch auch Ortsunkundige können bei diesem Buch auf ihre Kosten kommen, wenn sie mehr Wert auf sympathische Ermittler als auf den eigentlichen Kriminalfall legen und einfach mal leichte, aber gut geschriebene Lektüre genießen wollen.

 

Hexenwahn

Hexenwahn

Deine Meinung zu »Hexenwahn«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
14.08.2011 17:44:16
maupe

Das Buch ist flüssig geschrieben und die Gruppe der "Ermittler" ist liebevoll gezeichnet mit den jeweiligen Schrullen.

Zu Beginn fragt man sich, wie das bloß aufgelöst werden soll. Denn es ist nicht nur eine Tat sondern, da es sich bei den Schuldigen um Hexen handelt, gleich ein ganzer Schwung.

Ein abgrundtief Böser ist mit von der Partie, doch das tut dem ganzen keinen Abbruch. Für ein Erstlingswerk alle Achtung.

04.10.2010 12:27:48
Astrid Panitz

Ein rundum gelungenes Werk, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich auf der letzten Seite angekommen war. Spannend und realitätsnah erzählt fesselt es den Leser an die Geschichte und und lässt ihn einen Rundgang durch das mittelalterliche Neuss erleben, wie man ihn sich nur wünschen kann. Aus verschiedenen Gründen bedauere ich, dass ich das Buch erst jetzt entdeckt habe und die Lesungen der Autorin verpasst habe. Weiterhin viel Erfolg beim Schreiben!

19.05.2010 16:08:16
Dr. H.G.Hüsch

Es beindruckt die Sprache und die Genauigkeit, mit der das Geschehen in die mittelalterliche Realität eingebettet. Es lässt sich auch heute noch am und im "Tatort" nachvollziehen. Wer die Geschichte nachliesst, wird auch auf Vorgänge stossen, die dem Roman fasst einen Wahrheitscharakter geben lässt. Das ist gute Literatur!

08.05.2010 13:31:56
AnneB

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und fand es besser als vieles andere aus dieser Kategorie. Die Autorin hat eine ganz eigene Sprache, unverkrampft, detailreich und humorvoll, eine Mischung, die mir persönlich sehr gut gefällt. Es fällt leicht, sich in die beschriebenen Situationen hineinzudenken. Die Hauptfiguren sind überzeugend und lebensnah, ohne sich zu sehr an Klischees zu orientieren.
Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung!

30.03.2010 21:28:04
C.P. Hartmann

Es ist zweifellos ein gutes Buch, kommt dennoch dem Genre nicht genügend nach: Die Figuren denken wie Menschen der Neuzeit denken, nicht in mittelalterlichen Kategorien. Auch das Ende ist ein wenig kitschig geraten, was dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch tut. So kann man also resümieren, dass hier, mit einigen Abschlägen, ein durchaus kurzweiliges und unterhaltsames Werk vorliegt

17.01.2010 16:08:34
Peter

Klasse Buch!!!
Ich habe selten ein so "rundes Buch" gelesen. Eine bildhafte Sprache, kein Spannungsabfall, keine langatmigen Strecken. Der Leser wird auch als "Nicht-Neusser" gefesselt. Selbst das Ende des Buches ist "rund" und lässt keine Fragen / Emotionen offen.
Mein Urteil: Mehr davon!!!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren