Roter Eukalyptus

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2009, Titel: 'Roter Eukalyptus', Originalausgabe

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Kirsten Lambeck
Eine Gemeinde reist ans andere Ende der Welt

Buch-Rezension von Kirsten Lambeck Nov 2009

Kurzgefasst:

Monatelang hat Friederike auf diesen Moment gewartet. Zum ersten Mal setzt die siebzehnjährige Gärtnerstochter aus Preußen den Fuß auf die Erde, die ihr und der Gemeinde strenggläubiger Lutheraner eine neue Heimat sein soll: Australien! Mit Zähigkeit und Fleiß baut die mutige Frau sich eine Blumengärtnerei auf. Das Geschäft floriert, und als sie den weltgewandten Daniel heiratet, scheinen ihre kühnsten Träume wahr zu werden. Doch Glück zieht Missgunst an.

 

Frühling 1839: Die junge Friederike lebt mit ihren Eltern und fünf Geschwistern in der preußischen Provinz. Der Druck der Landeskirche auf die altlutheranische Familie und die ganze Gemeinde wächst: Der Gottesdienst ist längst verboten und so wartet man gespannt auf die Genehmigung zur Ausreise nach Australien. Dort herrsche Religionsfreiheit, sagt man, und Land sei günstig zu bekommen. Friederike selbst geht, als es soweit ist, eher widerwillig auf die lange Reise, doch sie kann nicht allein und ohne ihre Familie in Deutschland bleiben.
In Australien dagegen fragt zeitgleich das Aborigenee-Mädchen Kartanya in der Tradition ihres Volkes die Geister nach ihrem Lebensweg. Sie erfährt, dass sie zu einer weißen Familie gehören wird und das eine der weißen Frauen ihre Schwester sein wird.

Katastrophe auf See

Noch während der Reise ereignet sich die erste Katastrophe für die deutsche Familie: Als die Zwischendeck-Koje, in der die Familie nächtigt, zusammenbricht, stirbt der kleinste Bruder - und wenig später begeht die Mutter aus Verzweiflung Selbstmord. So kommen die deutschen Auswanderer dezimiert und trauernd in Adelaide an.

Ein neues Land - ein neues Leben innerhalb alter Strukturen

Doch das Land nimmt sie mit offenen Armen auf: der Vater baut sich auf dem geschenkten Land mit mitgebrachten Samen eine Gemüsezucht auf, das Gemeindeleben kann nahezu ungestört weitergehen. Friederike macht aus ihrem Hobby, der Blumenzucht, ein einträgliches Geschäft. Bald ist sie die Hauptlieferantin von Blumendekorationen für die Reichen und Mächtigen der Kolonie und wird eine selbständige Frau. Doch für einige der Auswanderer wird die beschauliche Frömmigkeit der aus Preußen verpflanzten Gemeinde in dem aufregenden neuen Land zu eng: Friederikes Schwester Charlotte verlässt die Gemeinschaft, um gegen den Willen von Vater und Pastor einen jungen Australier zu heiraten.

Kartanya beobachtet währenddessen das Leben der weissen Siedler, lernt die fremde Sprache und beginnt, die Familie und vor allem Friederike, in der sie die prophezeite Schwester erkennt, vor Unglück zu beschützen. Friederike nimmt derweil ihr Schicksal in die eigenen Hände und macht Daniel, einem Besucher der Familie, der nach Land für einen Weinberg sucht, einen Heiratsantrag - eine reine Vernunftehe. Als der Vater schwer erkrankt, rückt die Familie wieder enger zusammen, aber es gibt zerstörersiche Kräfte auf dem Weingut...

Liebe, Leidenschaft und Familienintrigen

Ein wenig erzähltes Kapitel deutscher Auswanderergeschichte lebendig gemacht
Susanne Wahls 'Roter Eukalyptus' ist ein gelungener und runder Liebesroman vor der Kulisse des kolonialen Australiens. Sie erzählt die wenig bekannt Geschichte der deutschen Alt-Lutheraner, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die englische Kolonie auf der Südhalbkugel auswanderten. Die Autorin fügt immer wieder orgininale Quellen, wie Zeitungsartikel, Karten oder Dokumente ein und belegt zahlreiche Zitate in ihrer Literaturliste. Auch in der Beschreibung der Verhältnisse sowohl in Preußen als auch in Australien ist sie sehr detailverliebt, ohne dabei die Handlung aus den Augen zu verlieren oder belehren zu wollen.

Denn eigentlich ist Roter Eukalyptus vor allem eins: ein packender Liebes- und auch Familienroman, der den Leser mit seiner starken Hauptperson Friederike mitleiden und mitfiebern lässt. Gut, manche Personen, wie der allzu dogmatische Bruder Heinrich oder die egozentrische Schwester Charlotte, bleiben arg eindimensional. Das macht die sehr lebendig beschriebene Friederike allerdings locker wett - und die immer wieder eingeschobenen Kurzepisoden der Ureinwohnerin Kartanya lassen das wahre Australien und seine Menschen durchscheinen und sorgen für zunehmende Spannung und Neugier auf die erste Begegnung der beiden Frauen, die das Schicksal zu Schwestern gemacht haben soll.

Zum Schluß sind zwar alle wichtigen Fragen geklärt - und trotzdem bleibt die Neugier und Lust auf eine Fortsetzung dieser gelungenen und soliden Familiensaga in Australien.

 

Roter Eukalyptus

Roter Eukalyptus

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Letzte Kommentare:
06.08.2020 09:13:15
Christian Hohl

Ein hervorragendes, spannendes, einfühlsames Buch. Drei Ungereimtheiten stehen dem nicht im Weg: Opossums sind amerikanische Beutelratten, die meist pflanzenfressenden Beuteltiere in Australien sind Possums; fuer den Kaiser-Wilhelm-Kanal ist es 1839 noch sehr früh; das gilt auch für das 1842 geschriebene und 1860 mW erstmals veröffentlichte Lied "So nimm denn meine Hände". Drei Kleinigkeiten, die dem Buch als sehr gute Einstimmung in die Lage der lutherischen Auswanderer keinen Abbruch tut.

12.05.2016 22:34:00
Christa

Die Einwohner der preußischen Gemeinde Friedrichsdorf verlassen gemeinsam ihre Heimat, da sie aufgrund ihres strengen lutherischen Glaubens verfolgt werden. Gemeinsam brechen sie 1839 auf nach Australien. Es ist eine anstrengende Tortur und nicht alle kommen lebend in der neuen Heimat an. Auch die Familie Thiele, die ihre Gärtnerei in Deutschland hinter sich gelassen hat, muss sich mit schmerzlichen Verlusten auseinandersetzen.

Die Friedrichsdorfer landen in Adelaide und erhalten auch nicht weit davon ihre Landzuteilungen. Sie werden sie mit wichtigen Naturalien vom Staat unterstützt. Die 17-jährige zweitälteste Tochter der Thieles Friedericke fängt sofort an das Land zu roden und pflanzt Gemüse und Blumen, um wieder eine Gärtnerei aufzubauen, was ihr auch schnell gelingt. Sie verkauft sehr erfolgreich ihre Blumen, die ihr in der Stadt geradezu aus den Händen gerissen werden. Der mitgereiste Pfarrer Fichte, ein böser verbohrter Frömmler, macht den Segensthalern, wie die Gemeinde jetzt heißt, das Leben schwer und verdammt alles, was nicht nach seinem Kopf geht. Das müssen auch die Thieles verspüren. Er verlangt u. a. , dass Friedericke verheiratet wird. Da nimmt sie das Blatt selbst in die Hand und sucht sich einen Mann. Sie hat auch Glück, denn ihre Wahl ist nicht nur der gut aussehende, sondern auch wohlhabende Daniel. Damit wäre eigentlich das Glück vollkommen. Leider passieren dann so viele unerklärliche Unfälle, dass alles aus dem Ruder läuft.

Gleichzeitig erfährt der Leser nebenbei von der Aborigine Kartanya, die alleine und verborgen im Busch lebt und Friedericke beobachtet und beschützen will, was ihr auch in einigen Fällen gelingt. Sie erreicht damit jedoch, dass Friedericke sich fürchtet, da sie sich diese Geschehnisse nicht erklären kann. Bis zur Aufklärung ist es ein langer Weg.

Dies ist ein ungewöhnliches und untypisches Australienbuch, wie ich es noch nicht gelesen habe. Hier geht es um die frühe Besiedlung Mitte des 19. Jahrhunderts. Da in dieser Zeit viele wegen ihres Glaubens fliehen mussten, waren diese Menschen dort sehr willkommen. Fleißige Deutsche hat man gerne aufgenommen. Die Autorin hat nicht nur viele Zitate mit Fußnoten erklärt, sondern am Ende des Buches Hinweise auf entsprechende Nachschlagewerke gegeben. Obwohl ich eigentlich ein "Typisches Australienbuch" lesen wollte, fand ich dieses Buch nicht nur interessant und informativ, sondern auch wirklich spannend.

Fazit: Sehr empfehlenswert!

12.11.2009 14:16:24
Anna24

Mein erstes Buch von Susanne Wahl und ich wurde nicht enttäuscht!
Es ist zwar, meiner Meinung nach, mehr ein Liebesroman als ein historischer, dennnoch fand ich die Geschichte um Friederike und ihre Familie schön. Interessant fand ich auch die Beschreibung Australiens, und den Konflikt zwischen Siedlern und Aborigines.
Von mir 60 °.

Zeitpunkt.
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