Marcus - Tribun Roms

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Ammianus , 2009, Titel: 'Marcus - Tribun Roms', Originalausgabe

Couch-Wertung:

63
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Eva Schuster
Krieg und Liebe im Rheinland der Spätantike

Rezension von Eva Schuster Nov 2009

Kurzgefasst:

Wir schreiben das Jahr 356 n.Chr. Wo die Pax Romana; Jahrhunderte lang Sicherheit und Wohlstand garantiert hatte, herrschen Chaos und Auflösung. Seit vier Jahren setzten fränkische und alemannische Scharen über den Rhein, haben die Grenzarmeen zerschlagen und Köln, die Kapitale am Rhein, erobert. Um der Lage Herr zu werden, hat der Imperator Constantius II. seinen Vetter Julian als Stellvertreter und Cäsar des Westens an den Brennpunkt des Geschehens entsandt. Marcus Junius Maximus, jüngst zum Tribun ernannt, steht vor der Bewährungsprobe seines Lebens. Dunkle Schicksalsmächte und ein erbarmungsloser Feind treiben ihn durch die Provinzen an Rhein und Mosel. Angegriffen von fränkischen Plünderern führt er seine Truppen durch den Hunsrück an den Rhein. Dort muß sich seine Liebe zur schönen Alemannin Bissula gegen alle Widerstände beweisen und er sieht sich unversehens in den großen politischen Skandal jener Tage, der Ursupation des Silvanus, verwickelt.

 

Im Jahr 356 nach Christus: Seit mehreren Jahren herrschen inzwischen schon die erbitterten Kämpfe zwischen den Römern und den alemannischen und fränkischen Scharen, die inzwischen die Provinzhauptstadt Colonia erobert haben. Marcus Junius Maximus hat sich von den letzten Kämpfen erholt, als ihn ein kaiserlicher Befehl nach Mogontiacum ruft. Die Heertruppen sollen Colonia zurückgewinnen.

Marcus und seine getreuen Gefolgsleute müssen sich auf dem Weg in Richtung Rhein gegen mehrere Überfälle wehren. Dabei muss er auch erfahren, dass sein totgeglaubter Erzfeind in Wirklichkeit noch lebt und ihm weiterhin auf den Fersen ist. Seine Reise führt ihn auch endlich wieder mit der schönen Alemannin Bissula zusammen, doch ihre Liebe steht vor harten Prüfungen. Schließlich wird Marcus auch noch in eine Verschwörung verwickelt, die sich um den selbsternannten Kaiser Silvanus dreht ...

Ein Tribun geht seinen Weg

Der zweite Band um Marcus Junius Maximus, gerade zum Tribun ernannt, knüpft beinahe nahtlos an den ersten Teil der Trilogie an. Der Ich-Erzähler selbst liefert nach dem Prolog eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Stationen und Ereignisse aus dem ersten Band, die es dem Leser leicht machen, sich schnell in der Handlung zurechtzufinden. Wie schon im Vorgänger sind es vor allem die turbulenten Zeitumstände, die dem Roman Reiz verleihen - es ist eine chaotische Epoche, in der sich das römische Imperium gegen heftige Angriffe wehren muss und der Protagonist nimmt unmittelbar an diesem Geschehen teil. Die Handlung wird einmal durch diese politischen Ereignisse dominiert - und zum anderen durch Marcus' persönliches Schicksal. Ende des ersten Bandes erfuhr er eine überraschende Enthüllung über seine Herkunft, die in diesem Teil einen breiteren Raum einnimmt, zudem spielt die tödliche Feindschaft zwischen ihm und dem fränkischen Krieger Ulf eine wichtige Rolle. Sicher ist für den Leser nur, dass Marcus überleben wird, doch was mit seinen Freunden oder Bissula geschehen wird, lässt sich nicht vorhersehen - und tatsächlich gibt es im Verlauf der Gefechte mindestens einen recht traurigen Verlust zu verschmerzen.

Die Handlung wird ein wenig geschickter aufgebaut als im ersten Teil; aufgrund der sehr komplexen Ereignisse ist es nicht immer leicht für den Leser, den Entwicklungen zu folgen, allerdings gibt es mehr spannende Momente als noch im Vorgänger und weniger verschenkte Möglichkeiten. Marcus' Charakter wird dem Leser näher gebracht, nicht zuletzt dank seiner Liebe zu Bissula. Der Franke in römischen Diensten Charietto gehört erneut zu den interessantesten und vielschichtigsten Figuren - einerseits ist er ein Freund und Unterstützer für Marcus, andererseits ist er durchaus zu Grausamkeiten fähig, die auch Marcus irritieren. Das Verhältnis zu Bissula ist durchaus nicht komplett frei von Spannungen, zumal sie als Alemannin von seinem Gefolge nicht unbedingt als ideale Partnerin gesehen wird. Im letzten Drittel des Romans kommt mit der schönen Römerin Serena noch eine recht interessante Nebenfigur ins Spiel, die eine größere Bedeutung einnimmt, als man zunächst annimmt. Das Ende macht klar, das ein dritter Teil folgt, um die Geschichte zum Abschluss zu bringen - es ist allerdings weitgehend in sich geschlossen und führt einige offene Fäden vorläufig zusammen.

In sich geschlossener Mittelteil der Trilogie

Ein bisschen zu nachlässig war das Lektorat offenbar bei der Interpunktion; immer wieder finden sich Punkte an der falschen Stelle der wörtlichen Rede, vergessene Kommata und falsch gesetzte Anführungszeichen. Wie schon im ersten Band nutzt der Autor bisweilen sehr unpassende Formulierungen, um eine wörtliche Rede einzuleiten oder zu beenden, statt sich auf vertraute und bewährte Begriffe wie "sagte" oder "rief" zu verlassen, die scheinbar um jeden Preis vermieden werden - das ist dem Lesefluss auf Dauer nicht unbedingt zuträglich.

Wie schon im ersten Band beschließt ein ausführlicher Anhang das Buch. Die "Spurensuche" begibt sich ins Rheinland des 4. Jahrhunderts mit Karten und Fotos und nennt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten jener Zeit, inklusive Öffnungszeiten und Hinweise für nähere Informationen. Der Leser kann somit den Weg der Figuren sehr bildhaft nachvollziehen und erhält interessante Auskünfte zur Zeitgeschichte. Anschließend folgt ein nützliches Glossar mit zentralen historischen Begriffen und Eigennamen sowie eine Zeittafel zur Geschichte des Römischen Reiches. Hilfreich ist auch die Auflistung der mitwirkenden Figuren mit jeweiligem Hinweis, ob es sich um fiktive oder historische Personen handelt.

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