Der Schatz Salomos

  • Lübbe
  • Erschienen: Januar 2009
  • Lübbe, 2009, Titel: 'Der Schatz Salomos', Originalausgabe
Der Schatz Salomos
Der Schatz Salomos
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Jörg Kijanski
70

Histo-Couch Rezension vonOkt 2009

Alte Stärken, alte Schwächen zur alten Römerzeit

Kurzgefasst:

In der Provinzhauptstadt Divodurum an der Mosel werden zwei junge Frauen tot aufgefunden. Die eine ist Sklavin des Augustuspriesters, die andere die Verlobte eines jungen Mannes aus reichem Hause. Dessen Vater, Cornelius Felix, ist der frühere Herr der Sklavin Invita, die jetzt im Dienste des Statthalters steht. Er lenkt den Verdacht auf den jüdischen Goldhändler Salomo. Ist Hexerei im Spiel? Invita ist entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, und sie entdeckt ganz andere Motive: Hass, Neid, Gier nach Gold jeglicher Art und Dämonen der Vergangenheit, die durch keine magische Zauberformel gebannt werden können.

 

260 n. Chr.: Der Statthalter von Treveris (heute Trier) zieht nach Divodurum Mediomatricorum (heute Metz), begleitet unter anderem von seiner Tochter Marcella und deren persönlicher Zofe, der Sklavin Invita. Während des Empfangs beim Bürgermeister erhält Invita von einer anderen Sklavin eine Papyrusrolle, verbunden mit dem Hinweis, der Statthalter befände sich in großer Gefahr. Am nächsten Morgen kauft Invita ein paar Honigbrötchen und stolpert auf ihrem Heimweg über eine Leiche. Entsetzt stellt sie fest, dass es sich um die junge Frau vom Vorabend handelt, die offensichtlich ermordet wurde.


Doch damit nicht genug, muss Invita feststellen, dass ihre früheren Besitzer, die Familie der Cornelier, keineswegs wie beabsichtigt nach Rom gezogen sind, sondern immer noch in Divodurum leben. Der Sohn der Familie, Primus Cornelius, hat seit einiger Zeit eine Verlobte, die hübsche Iunia Curmilla. Allerdings nicht mehr lange, denn als Marcella ihren Vater zu den Spielen in der Arena begleiten soll, ereilt sie dort die Nachricht vom Tod der Iunia. Auch sie wurde ermordet und wie schon bei der anderen toten Frau findet sich bei ihr ein Fluchtäfelchen. Die Stimmung in Divodurum ist angesichts der politischen Situation angespannt, immer wieder wird gegen Juden und Christen gehetzt, und so kommt es, dass der junge Salomo, Sohn des angesehenen jüdischen Arztes Isaac, der beiden Morde beschuldigt wird. Invita, die Salomo von Kindheit an kennt, ist von dessen Unschuld überzeugt und versucht die rätselhaften Morde aufzuklären...

Überschaubare Spannung

Nach Fortunas Rache und Die Legion des Raben ist Der Schatz Salomos bereits der dritte Roman, in dem die Sklavin Invita sich als "Detektivin" versucht. Nun könnte ich es mir an dieser Stelle ganz einfach machen und auf die Rezension unseres Chefredakteurs Carsten Jaehner zu Die Legion des Raben verweisen, denn seitdem hat sich kaum etwas geändert. Die Herkunft der Protagonistin ist weiterhin ungeklärt und nimmt erneut einen nicht geringen Teil der Handlung ein. Invita schnüffelt zudem wieder einmal in Angelegenheiten herum, die eine Sklavin nun wahrlich nichts angehen und löst mit ihrer Mischung aus Dickköpfigkeit und Leichtsinn letztlich die Verbrechen auf, nicht ohne sich selber in höchste Gefahr zu bringen. Leider sorgt die arg begrenzte Anzahl an mitwirkenden Figuren dafür, dass sich die Spannung in überschaubaren Grenzen hält. Die Figur der Protagonistin wird - wie schon beim Vorgänger - ordentlich weiterentwickelt und auch das Leben im dritten Jahrhundert wird erneut sehr anschaulich dargestellt.

Schwerpunktmäßig erfahren wir einiges über die schwarze Magie sowie die Thematik des Fluches in dessen unterschiedlichen Formen. Die politische Lage in Divodurum wird in Ansätzen beschrieben, hätte aber ein wenig mehr Tiefe erhalten können. Autorin Maria W. Peter hat sich hingegen dafür entschieden, den Schwerpunkt mehr auf das Alltagsleben zu setzen, was ihr sehr gut gelingt und nicht zuletzt durch die Ich-Erzählerperspektive verstärkt wird. Unterm Strich ist Der Schatz Salomos - um den es, na ja, nur am Rande geht - ein kurzweiliger Ausflug in die römische Geschichte, der empfohlen werden kann. Leider gibt es einmal mehr einige vermeidbare Druckfehler. Ein Schwachpunkt, der schon beim letzten Roman für Punktabzüge sorgte.

 

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