Die Lebküchnerin

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2009, Titel: 'Die Lebküchnerin', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Die Entstehung der Nürnberger Lebkuchen

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Okt 2009

Kurzgefasst:

Nürnberg 1387, eine der blühendsten Städte des Mittelalters, doch ein unwirtlicher Ort für eine junge Adelige, die gerade dem Kloster entflohen ist. Ihr bleibt nur eines: Sie gibt sich als Schwester ihrer Freundin aus, der ehemaligen Klosterköchin Agnes, und zieht zusammen mit ihr ins Haus von Agnes Verlobtem, einem Bäcker. Das wiederum passt dem künftigen Schwiegervater gar nicht, bis Benedicta ihm aus seinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten hilft. Ihr Geheimrezept für Lebkuchen, das sie einst im Kloster entwickelte, rettet die Bäckerei. Mit dem Erfolg ihrer köstlichen Benedicten-Lebkuchen macht sie sich jedoch auch Feinde. Und erkennt beinahe zu spät, dass einer es gut mit ihr meint...

 

Sybille Schrödter veröffentlicht mit Die Lebküchnerin erstmals einen historischen Roman in eigenem Namen, nachdem ja schon der Histo-Roman Die Tochter des Würfelspielers unter dem Pseudonym Tiana Faber erschienen ist. Außerdem gibt es noch einige Veröffentlichungen von ihr im Bereich Krimi und Familie & Beziehungen.

In Die Lebküchnerin beschreibt die Autorin die Entstehung der Nürnberger Lebkuchen, genauer gesagt, eine Möglichkeit, wie die Lebkuchen-Kultur entstanden sein könnte. Denn, wie die Autorin in ihrem Nachwort schon sagt: So genau kennt man die Geschichte der Lebkuchen nicht. Woher kommt der Name? Wer hat's erfunden? Was kann als der erste Lebkuchen bezeichnet werden?

Und trotzdem: Das was geschichtlich überliefert ist, wurde von Sybille Schrödter geschickt und wahrheitsgetreu in den Roman verpackt. So dürfte der Lebkuchen in der Region um Nürnberg tatsächlich zunächst über die Männerkloster im Fränkischen Land (gebacken als Nachtisch und Fastenspeise) im 14. Jahrhundert Einzug erhalten haben.

Wie nun aber die Lebkuchen ihren Weg von den Küchen der Mönche zu den Backstuben der Bäckermeister von Nürnberg gefunden haben könnten, ist die Geschichte, die in dem vorliegenden Roman erzählt wird.

Ein seicht-unterhaltender Roman mit Drang zum Griff in die Lebkuchenschachtel

Die Lebküchnerin ist ein Roman, der sich leider doch einiger Klischees anderer historischer Romanen bedient. So dürfte der zu Anfang erzählte Plot der bösen Stiefmutter, die das Kind nach dem Tod seines Vaters - aus Angst vor Verlust des Erbes ins Kloster verbannt - , das Kind selbst, dass zu einer Nonne wird und wenig von der Hochzeit mit Gott und dem geziemten Leben im Kloster hält, mit einem Fechtmeister - dem Neffen der Oberin - tändelt, nicht allzu viel Neues bieten.

Im zweiten Teil entwickelt sich der Roman zu einem lebendigen und interessanten Werk, weil die Leserschaft viel erfährt über die Entstehung der Lebkuchen und die Mechanismen der Zunftordnungen, die z.B. den Schwarzbäckern verbot, mit weißem Mehl zu backen, während die Weißbäcker im Gegenzug mit allen Zutaten ans Werk gehen durften. Trotzdem hätte die Autorin auch hier noch mehr Tiefe erreichen können, wenn sie länger an diesem Thema geblieben wäre.

So reicht eine immer wieder leicht vorhersehbare Geschichte mit einer überaus aufmüpfigen Nonne, die sich nichts sagen lässt und eine an vielen Stellen ziemlich farblose und naive Darstellung der Charaktere - inklusive der Hauptdarstellerin - leider nicht aus, um die Geschichte nennenswert über das Niveau eines Massentitels der Sorte "Die ...-in"-Romane zu erheben.

Trotzdem hat der vorliegende Roman durch seine seicht-unterhaltende Art einen Pluspunkt verdient: Er ist nämlich gut in einem Schwung wegzulesen und wird bestimmt von einem Teil der Leserschaft gerne in der Vorweihnachtszeit bei einem Tässchen Tee und dem einen oder anderen Griff in die Lebkuchenschachtel verschlungen werden.

 

Die Lebküchnerin

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Letzte Kommentare:
12.01.2012 18:11:37
Synapse11

Liebeslust und Leckereien

Inhalt:
Nach dem Tod ihres Vaters ist die zwölfjährige Benedicta ihrer Stiefmutter nur noch ein Dorn im Auge. Unter dem Vorwand, es sei der letzte Wille des Vaters, wird sie ins Kloster abgeschoben. Benedicta spürt, dass dies nicht sein kann. Vater hätte ihr die Freiheit gelassen. Nur widerwillig fügt sie sich den Klostersitten. Während ihre Mitschwestern durch Bibelstudium und Gebet um besondere Heiligkeit wetteifern, entdeckt Benedicta ihre Vorliebe fürs Lebkuchen backen. Aber warum den faden Teig als Fastenspeise? In Abwesenheit der Priorin verwendet sie heimliche Zutaten und kreiert ein köstliches Lebkuchenrezept. Die Leckereien sind in aller Munde, bis Benedicta von der Priorin zu Fasten und Gebet verdonnert wird. Zwischendurch taucht auch noch der mit der Priorin verwandte Fechtmeister Julian im Kloster auf und Benedicta verliebt sich. Als beide beobachtet werden, wird sie beschuldigt, ihr Gelübte gebrochen zu haben und soll in ein anderes Kloster abgeschoben werden. Benedicta plant die Flucht mit ihrem Liebhaber. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Ihre Freundin Agnes hat die Flucht beobachtet und will mit. Julian wird verletzt und letztendlich vermisst. Lebt er noch? Wird er sich melden? Auch die Stiefmutter erfährt von der Flucht und das Leben der Benedicta ist nicht mehr sicher. Sie kann vorerst als “Brunhilde” in der Backstube von Agnes Verlobten aushelfen. Scheinbar sind die Lebkuchen ihre Rettung, aber die Neider schlafen nicht. Wer versucht die beiden Frauen zu töten und warum? Auf der Suche nach Julian macht Benedicta eine ungeahnte Entdeckung.

Meine Meinung:
Als Leser ahnt man förmlich, was die Küchenmädchen der Klosterküche, nach der Freude über die gelungenen Lebkuchen, erwartet. Die Vorahnung läßt die Spannung steigen.
Meist sind die Gefühle der Protagonisten so lebendig geschildert, dass sich der Leser gut in die einzelnen Charaktere hinein versetzen kann. Deutlich führt Sybille Schroedter dem Leser die Sitten und Gebräuche des Mittelalters vor Augen. Sehr spannend ist auch die Flucht aus dem Kloster geschildert. Später wird der Spannungsbogen durch die Handlung selbst, einige Cliffhanger und Agnes dunkle Vorahnungen aufrecht erhalten. Benedictas Neider werden zu Feinden und schrecken vor nichts zurück um ihr und den anderen Kameraden der Bäckerei zu schaden.
Und warum heißen Lebkuchen eigentlich Lebkuchen? Nach dem Lesen ist der Leser diesbezüglich schlauer. Wie die Benedicten Lebkuchen zu den heutigen Elisen Lebkuchen wurden, soll in einem späteren Band verraten werden.

Meine Lieblingstextstelle:
“Deine Augen sind gierig wie die unserer Schweine, wenn wir ihnen Futter geben.” (S.71)

Fazit:
Die Geschichte der Nürnberger Lebkuchen wird dem Leser durch eine historisch sehr anspruchsvolle Weise nahe gebracht. Spannend, und von amüsant bis grausig gut ausgeschmückt. Ich habe das Buch in der Nachweihnachtszeit gelesen und nebenbei die restlichen Nürnberger Lebkuchen verspeist. - Ein doppelter Genuss! (Im Buch erfährt man auch, warum eine Oblate darunter ist und was damals Benedicta als Oblate diente.)

12.10.2011 14:36:59
€nigma

Nach dem Tod ihres Vaters wird die adelige Benedicta von der
Stiefmutter schnell in ein Kloster gebracht, damit sie nicht an das
väterliche Erbe gelangen kann, das die Stiefmutter für sich und ihren
leiblichen Sohn vorgesehen hat. Benedicta ist allerdings überhaupt
nicht zum Leben in stiller Kontemplation berufen und interessiert sich
mehr für das Leben außerhalb der Klostermauern. Auch innerhalb der
Klostermauern ist sie mehr an weltlichen Dingen wie der Herstellung
köstlicher Lebkuchen interessiert als am Gebet. Als sich die
Gelegenheit ergibt, flüchtet sie mit ihrer Freundin, der Köchin Agnes,
und einem jungen Fechtmeister, in den sie (zu diesem Zeitpunkt)
verliebt ist. Auf der Flucht vor geistlichen und weltlichen Häschern
erlebt sie jede Menge Abenteuer: Von Liebe über Intrigen bis zum Mord
ist alles dabei...

Dieser Roman strotzt vor Klischees, wie man sie heute bei vielen
historischen Romanen findet: einige Figuren sind durch und durch
schlecht, andere nahezu Lichtgestalten.Auch das Verhalten der Personen
ist manchmal zu theatralisch, wenn sich Tränenausbrüche und Ohnmachten
abwechseln. Im Verlauf der Handlung gibt es ein paar Ungereimtheiten
und ein wenig zuviele Zufälle.

Es gibt aber auch Positives zu vermerken: die Thematik der
mittelalterlichen Lebkuchenbäckerei ist noch nicht so abgegriffen und
wird im Roman auch sehr interessant dargestellt, wobei nicht nur das
Bäckerhandwerk und seine merkwürdigen Zunftregeln, sondern auch die
Tätigkeit der Gewürzhändler dem Leser nähergebracht werden.

Außerdem kann die Autorin flüssig und spannend erzählen, so dass ich das
Buch nicht aus der Hand legen wollte und quasi in einem Rutsch
durchgelesen habe.

Fazit: Dies ist kein besonders anspruchsvoller Roman. Trotz einiger
Kritikpunkte ist es jedoch ein unterhaltsamer Schmöker, genau das
Richtige für einen gemütlichen Leseabend auf dem Sofa an einem
stürmischen Herbsttag.

02.05.2011 15:25:25
bookorpc

Die Lebküchnerin von Sybille Schrödter ist eine wunderschöner Historischer Roman der Lust auf Nürnberger Lebkuchen macht.

Inhalt: Benedicta wird nach dem Tod ihres Vaters von ihrer Stiefmutter mit 12 Jahren ins Kloster abgeschoben. Dort lernt sie den Fechtmeister Julian kennen und verliebt sich. Aber da sie ihr Gelübte bereits abgelegt hat, ist diese Liebe aussichtslos. Sie versucht sich durch Backen mit ihrer Freundin der Köchin Agnes abzulenken, aber auch dieses Vergnügen wird ihr nicht gegönnt. Als sie beschuldigt wird ihr Gelübte gebrochen zu haben, flieht sie mit Julian und Agnes nach Nürnberg. Auf der Flucht wird der junge Fechtmeister verletzt und von einem Unbekannten mitgenommen. Benedicta begibt sich deshalb mit Agnes zur deren Verlobten und hilft dort in der Backstube als Brunhilde mit. Aber ihre Stiefmutter lässt nichts unversucht um sie zu finden. In Nürnberg trifft sie den Unbekannten wieder und merkt schnell, das ihre Gefühle zu ihm anders als zu Julian sind.

Meine Meinung: Eine wunderschöne Liebesgeschichte in drei Teilen. Zwar ahnte ich bereits ab dem ersten Teil in welche Richtung sich die Romanze entwickelt, aber da sich viele unerwartete Handlungen, wie z.B. die Giftmischerin im Laufe des Buches auftaten, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Man erfährt zwar wenig über die Historische Stadt Nürnberg, aber dafür einen Einblick in die Hierarchie innerhalb einer Zunft und kulinarische Leckerbissen sind auch dabei. Schön fand ich das im Epilog die Priorin noch mal aufgegriffen wird.

Fazit: Für alle Fans historischer Liebesgeschichten ein süßes Lesevergnügen.

15.11.2010 15:34:26
anath

Ein Buch, das sich nahtlos in die -innen-Bücher einfügt. Alles in allem eine Menge Zufälle, jede Menge sehr unwahrscheinlicher Episoden, naja, aber ein etwas anderes Happy end als anfangs erwartet, aber genauso, wie man es spätestens ab Seite 200 kommen sieht. Nett zu lesen, mehr leider nicht, auf keinen Fall informativ in Sachen Entstehung der Nürnberger Lebkuchen. Wer es als Märchen liest, als Zeitvertreib , nun der hat ganz sicher seinen Spaß damit.

26.08.2010 16:16:55
HelgaR

In Nürnberg des 14. Jahrhunderts flieht die junge Adelige Benedicta aus dem Kloster, in das ihre Stiefmutter sie nach dem Tod ihres Vaters gesteckt hat. Fechtmeister Julian von Ehrenreit, der Neffe der Priorin, hilft ihr, zusammen mit ihrer Freundin Agnes, der Klosterköchin, bei der Flucht. Allerdings wird er bei einem Kampf verletzt und muss zurückbleiben. Die beiden müssen sich alleine zu Agnes Verlobten, dem Bäcker Anselm, durchschlagen, wo sich Benedicta als heiratswillige Schwester von Agnes ausgibt.

Nun beginnt für beide ein neues Leben. Benedicta beginnt in der Bäckerei Lebkuchen zu backen und versucht, nach und nach, ihr Rezept zu verbessern und zu verfeinern. Was ihr sehr gut gelingt, aber dadurch auch viele Neider auf den Plan ruft. Dazu kommen noch die Probleme, zu Honig und Gewürzen zu kommen, die sehr teuer sind.

Durch diese ganzen Umstände bekommt sie es plötzlich mit furchtbaren Gehässigkeiten zu tun. Und nicht zuletzt, wird sie überall gesucht, weil sie ja geflohen ist und somit das Gelübde als Nonne gebrochen hat und auch ihre Stiefmutter ist hinter ihr her. Also eine recht aufregende Geschichte, in einer Zeit, in der man nicht sehr freundlich mit den Leuten umgeht, die sich etwas zu Schulden kommen lassen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist leicht und locker zu lesen, auch wenn die Geschichte nicht sehr tiefgründig ist. Die vielen unterschiedlichen Charaktere passen wunderbar in diese mittelalterliche Zeit und das damalige Nürnberg ist sehr schön beschrieben. Es zeigt auch deutlich, dass sich in dieser Zeit jeder der nächste ist und man daher vor niemanden sicher ist. Wem kann man wirklich vertrauen? Verräter gibt es sehr viele, vor allem, wenn dabei für denjenigen etwas herausspringt.

Obwohl sich der Verlauf der Geschichte irgendwie abzeichnet, gibt es doch einige Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und auch eine gewisse Spannung ist vorhanden, da es ja doch eine ziemlich derbe Zeit war. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Entwicklung des Lebkuchenbackens, wie Benedicta sich bemüht immer wieder ihr Rezept zu verbessern, und diesen Fortschritt mitzuerleben, war recht interessant. Man befindet sich beim Lesen mitten in den Gerüchen und kann den Lebkuchen förmlich schmecken. Sybille Schrödter lässt ja am Ende anklingen, dass es vielleicht eine Fortsetzung gibt, darüber würde ich mich sehr freuen.

11.08.2010 21:49:16
KimVi

Nach dem Tod ihres Vaters wird die zwölfjährige Adelige Benedicta von ihrer Stiefmutter in die Obhut eines Klosters gegeben. Das Mädchen kann sich nicht mit den strengen Ordensregeln anfreunden und sehnt sich nach einem normalen Leben in Freiheit. Eine willkommene Abwechslung bildet die Arbeit in der klösterlichen Backstube, denn hier entwickelt sie mit der Köchin Agnes ein köstliches Lebkuchenrezept. Aufgrund einer Tändelei mit dem Fechtmeister Julian von Ehrenreit, einem Neffen der Priorin, muss Benedicta mit ihm aus dem Kloster fliehen. Auch die Köchin Agnes schließt sich ihnen an. Bei einer nächtlichen Verfolgungsjagd wird der Fechtmeister schwer verletzt und die beiden Frauen müssen ihre Flucht alleine fortsetzen.

Ihr Weg führt sie ins mittelalterliche Nürnberg, denn dort lebt junge Bäcker Anselm. Er hat Agnes die Ehe versprochen. Um in Nürnberg kein Aufsehen zu erregen, gibt Benedicta sich als Agnes Schwester aus. Doch auch hinter den Nürnberger Stadtmauern gönnt man den Frauen keinen Frieden. Kaum angekommen, befinden sie sich auch schon im Mittelpunkt eines Bäckerstreits. Denn eigentlich soll Anselm die Tochter eines mächtigen Bäckermeisters heiraten. Als dieser mitbekommt, dass aus seinen Plänen nichts wird, greift er zu unlauteren Mitteln. Um Agnes Schwiegervater zu helfen, backt Benedicta wieder ihre köstlichen Lebkuchen. Doch das ruft viel Neider auf den Plan.

Meine Meinung:

Den Schreibstil empfand ich als flüssig und gut lesbar. Ich hatte keine Schwierigkeiten den Einstieg in die Handlung zu finden und konnte ihr auch problemlos folgen. Deshalb freute ich mich auf einige unterhaltsame Lesestunden. Doch leider hat mich das Buch inhaltlich sehr enttäuscht.

Bereits am Anfang verfolgte ich das klösterliche Leben mit skeptischem Blick und machte mir meine Gedanken über die unterschiedlichen Protagonisten und deren Handlungsweisen. Denn bereits hier empfand ich die Erzählung vorhersehbar. Leider hatte ich mich auch nicht getäuscht und alles kam genauso, wie ich es befürchtet hatte und kein Klischee blieb offen.

Trotzdem hoffte ich immer noch auf eine Steigerung und verfolgte deshalb gespannt die Flucht und das spätere Leben im mittelalterlichen Nürnberg. Doch auch in diesem Teil der Erzählung wurden alle Register gezogen und wieder sämtliche Klischees bedient. Die plötzlichen Begebenheiten, unzählige haarsträubende Gefahrensituationen und die Reaktionen der Protagonisten darauf, waren mir persönlich zu viel und wirkten dadurch auf mich übertrieben konstruiert und unglaubwürdig. Die Zahl der Leichen stieg im Verlauf der Handlung auf eine beträchtliche Anzahl und wirkte dadurch auf mich noch fragwürdiger. Weniger Zufälle und eine deutlich geringere Zahl der Leichen, hätten diesem historischen Roman sicher gut getan.

Die Protagonisten der Handlung konnten mich auch nicht in ihren Bann ziehen. Denn entweder erschienen mir sie extrem böse oder besonders freundlich dargestellt. Einige Dialoge oder Handlungsweisen konnte ich nur schwer nachvollziehen, da ich die Charaktere ausserdem sehr wankelmütig und leicht beeinflussbar empfand.

Leider konnte mich dieser historische Roman nicht begeistern. Das mag auch daran liegen, dass ich in den letzten Jahren nicht mehr so gerne herzergreifende Liebesromane lese, da sie mir einfach zu vorhersehbar und konstruiert erscheinen.

10.08.2010 14:03:53
anyways

Wie entstanden die weltberühmten Nürnberger Lebkuchen?

Sybille Schröder stellt uns mit ihrem Buch „Die Lebküchnerin“ ihre Version der Geschichte vor.



Die junge Benedicta von Altmühl wurde nach de frühen Tod ihres Vaters von ihrer Stiefmutter ins Kloster Engelthal verbracht. So sicherte sich diese das gesamte Erbe für sich und ihren Sohn. Unter den strengen Augen der Priorin Leonore und der intriganten Schwester Walburga wächst Benedicta heran. Das Klosterleben fällt ihr schwer, fühlte sie sich doch nie als Nonne berufen. Lediglich die Arbeit in der Küche, das Backen von Brot und anderen Köstlichkeiten erfüllt sie. So schleicht sie sich auch heimlich in die Küche um die Fastenspeise ein wenig genießbar zu machen. Die ersten Lebkuchen entstehen. Da sie sich aber wenig in Demut übt, wird sie von der Priorin des öfteren der Küche verwiesen .Als sie sich dann noch in den Neffen der Priorin verliebt ist das Chaos vorprogrammiert. Julian von Ehrenreit hegt ebenfalls Gefühle für die junge Nonne und küsst diese, leider werden sie von Walburga dabei gesehen. Diese erstattet sofort Bericht. Hals über Kopf müssen die beiden fliehen. Bei ihrer Flucht werden unterstützt sie die junge Köchin Agnes. Als Julian verletzt wird, nimmt Agnes die Nonne mit zu ihrem Verlobten und gibt sie als ihre Schwester aus. Ein Zufall das der Zukünftige ein Bäcker mit schlecht laufendem Geschäft ist. So kann Benedicta sich nützlich machen. Sie verfeinert das Gebäck und die Leute stehen Schlange. Aber wo Erfolg ist, sind Neider auch nicht weit weg….





Ein gut recherchierter historischer Roman. Ganz besonders hat mir die Darstellung der mittelalterlichen Stadt Nürnberg, die Geflogenheiten ihrer Bewohner, die Schwierigkeiten der Bäcker, hierbei die strikte Trennung der Schwarz- und Weißbäcker gefallen. Lediglich die Lebensgeschichte der Benedicta erinnert doch zu sehr an das Märchen Aschenputtel. Da die Geschichte während der großen Inquisitionen spielt, fürchte ich dass die abtrünnige Nonne so leicht nicht davon gekommen wäre.

02.01.2010 14:28:02
anushka

Benedicta wird als 12jährige von ihrer bösen Stiefmutter in ein Kloster abgeschoben, damit sie aus dem Weg ist und keinen Anspruch auf ihr Erbe erheben kann. Doch Benedicta ist für das Klosterleben nicht geschaffen. Immer wieder fällt sie durch Aufmüpfigkeit und Ungehorsam auf. Sie hilft lieber in der Küche beim Backen von Lebkuchen als sich in ihrer Zelle dem Gebet zu widmen. So hat sie sich auch mit der Klosterköchin Agnes angefreundet. Und ihr Herz schlägt zunehmend für den Fechtmeister Florian, den Neffen der Priorin des Klosters. Doch dann eskalieren Missgunst und Verleumdung und Benedicta und Florian müssen flüchten. Auch Agnes hat sich den beiden angeschlossen. Doch auf der Flucht wird Florian schwer verletzt und ihrer Freiheit zuliebe muss Benedicta ihn zurücklassen und mit Agnes allein weiterfliehen. Die beiden Frauen gehen nach Nürnberg, denn dort ist Agnes mit einem Bäckerssohn verlobt und sie stellt ihm Benedicta als ihre Schwester Brunhild vor. Doch Benedicta ist es nicht gewohnt, sich zurückhaltend und demütig zu verhalten. Und so fällt sie schnell auf und macht sich zahlreiche Feinde während die Häscher des Klosters nicht mehr weit sind, denn die Flucht aus dem Kloster und die körperliche Sünde stehen unter harter Strafe ...

Wem diese Inhaltsbeschreibung schon kitschig und klischeehaft erscheint, der hat bereits den Kern des Buches erkannt. Benedicta fällt überall durch ihr schnelles und lautes Mundwerk auf, da sie jedem ihre Meinung sagt und manchen damit überrollt. Dass man so nicht in Deckung leben kann, wird schnell deutlich, denn sie bemüht sich auch nicht, misstrauische Charaktere zu besänftigen. In der Mitte des Buches war ich irgendwann so genervt von den beiden Einfaltspinseln Agnes und Benedicta, dass ich das Buch am liebsten zur Seite gelegt hätte. Denn wer sich derart laut im Wald verhält, während er sich eigentlich auf der Flucht befindet, braucht sich nicht zu wundern. Zudem wurden mir Probleme viel zu schnell gelöst. Agnes\' Verlobter ist Schwarzbäcker und ihm ist somit untersagt, Weißmehl zu benutzen. Doch wie Lebkuchen backen ohne Weißmehl? Die Lösung bietet sich in Form eines Geistesblitzes an. So wie eigentlich jede Lösung, wenn die Frauen mit ihrem Lebkuchenteig nicht weiter wissen. Dazu kommt, dass Benedicta einfach viel zu vertrauensselig ist und jedem, der halbwegs nett zu ihr ist, ihre Geschichte auf die Nase bindet. Dagegen sind die, die es nicht gut mit ihr meinen, abgrundtief böse. Die junge Frau von gegenüber, die eigentlich usprünglich Agnes\' Verlobten heiraten sollte, greift sogar zu mörderischen Mitteln. Diese Wendung kam mir viel zu plötzlich, da das selbst mit dem schlechten Charakter, der der jungen Frau zugeschrieben wurde, so nicht vorhersehbar oder logisch folgend war.

Leider ist es der Autorin nicht gelungen, mich mit der Geschichte vollends zu packen und sie konnte mir keinen der Charaktere nahe bringen. Nicht einmal die verliebten Gefühle wirkten auf mich authentisch. Alles ging etwas drunter und drüber, die Geschichte hatte merkwürdige Wendungen und die Protagonistin belastete meine Nerven immer wieder. Außerdem strotzte die Geschichte vor Klischees und Kitsch. Allerdings habe ich mich auch hin und wieder unterhalten gefühlt, sodass ich dieses Buch als mittelmäßig einstufe. Vielleicht gelingt der Autorin im angedrohten zweiten Band ja eine ausgewogenere und glaubhaftere Geschichte.