Die Eifelgräfin

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2009, Titel: 'Die Eifelgräfin', Originalausgabe

Couch-Wertung:

71

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:77
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":1,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Rita Dell'Agnese
Begegnung mit dem Schrecken der Pest

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2009

Kurzgefasst:

Jerusalem, 1148. Drei Männer teilen nach erfolgreichem Kreuzzug ihre Beute. Im Angesicht eines magischen Kruzifixes schließen sie einen Pakt: sich und die Ihren auf ewig zu schützen.

Zweihundert Jahre später: Wegen einer drohenden Fehde wird Elisabeth von Küneburg in die Obhut von Freunden geschickt. Sie genießt das Leben dort - doch dann bricht die Pest aus. Ihr Onkel Dietrich nutzt die Wirren, um die elterliche Burg einzunehmen. Er setzt alles daran, seinen Sohn, den düsteren Albrecht, so schnell wie möglich mit ihr zu vermählen. Gelingt es den Nachkommen der Bruderschaft, sie zu retten?

 

Weil auf der heimatlichen Burg der Frieden nicht mehr gewährleistet ist, reist die junge Adlige Elisabeth auf die Kühneburg, wo sie bei Freunden auf die Ankunft ihres Verlobten warten soll. Als Magd dient ihr dabei die nur unwesentlich jüngere Luzia, Tochter eines frei geborenen Bauern. Bald stellen Elisabeth und Luzia fest, dass sie beide mehr verbindet, als bloss das Dienstherren-Verhältnis. Zaghaft entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Dann hält mit der Pest das Grauen Einzug...

Zögerliche Entwicklung

Sehr lange passiert beim Roman Die Eifelgräfin nur wenig. Die Geschichte dümpelt nach einem starken Prolog zunächst einmal seicht dahin. Die Protagonisten bleiben oberflächlich, farblos, ja teilweise gar konturlos. Die Entwicklung bedient sich gängiger Muster, bleibt dadurch zu spannungslos. Selbst die geheimnisvolle Reliquie, ein uraltes Kruzifix, mag hier nicht viel auszurichten. Fast wäre man geneigt, Die Eifelgräfin als nettes Leseerlebnis abzuhaken und sofort wieder zu vergessen. Doch dann, nach einer mehr als nur zögerlichen Entwicklung, nimmt das Buch plötzlich Fahrt auf.

Tiefgehende Schilderung

Mit der Ankunft der Pest in der Eifel - hervorragend geschildert - kommt das erzählerische Talent von Petra Schier zum Ausdruck. Es ist, als ob sich ein Schleier, der bisher auf der Geschichte gelegen hat, lüften und die ganze darunter liegende Farbenpracht offenbaren würde. Zwar bleiben die meisten Protagonisten farblos und konturlos - das ist aber nahezu der einzige Minuspunkt ab diesem Zeitpunkt. Denn die Autorin schafft es, durch eine tiefgehende Schilderung des Grauens, das die Pest mit sich bringt, die Fassungslosigkeit und auch Hilflosigkeit der Menschen sichtbar, ja gar erlebbar zu machen. So tritt der eigentliche Handlungsstrang dezent in den Hintergrund und überlässt das Feld einem weit sinnlicheren Leseerlebnis.

Kleine Feinheiten

Im letzten Drittel von Die Eifelgräfin finden sich sprachlich wie inhaltlich so viele kleine Feinheiten, dass sich die Leser fragen müssen, wieso sich die Autorin so lange bedeckt gehalten hat. Natürlich lesen sich auch die ersten zwei Drittel von der Sprache her flüssig und angenehm, doch fehlen in diesen ersten zwei Dritteln eben jene Nuancen, die den Reiz des Buches ausmachen. Ganz abgesehen davon, dass in der Mitte des Buches mit dem Kaufmann Martin ein Protagonist die Szene betritt, der sich mühelos als charakterstarke Figur etabliert und den bisherigen "Starken" den Rang abläuft.

Schön gemacht sind der Grundriss der Kühneburg und die Erklärungen von Petra Schier zum Schluss des Buches. Sie setzen das Sahnehäubchen auf das letzte Buchdrittel. Und so lohnt es sich trotz zunächst eher banalem Plot durchaus, zu diesem Buch zu greifen. Besonders dann, wenn man sich von einem gut erzählten Gesellschaftsportrait ansprechen lässt.

Die Eifelgräfin

Die Eifelgräfin

Deine Meinung zu »Die Eifelgräfin«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
12.10.2013 13:57:08
PMelittaM

1147 teilen sich drei Männer im Heiligen Land ein Beutestück und schwören sich ewige Verbundenheit und Füreinandereinstehen. 200 Jahre später wird Elisabeth von Küneburg auf die Burg Kempenich in Sicherheit gebracht, da ihrer Familie eine Fehde droht.

Dieses Mal entführt Petra Schier uns auf eine Burg und ihre Protagonistin ist nicht wie in ihren vorherigen historischen Romanen Bürgerin einer Stadt sondern ein Burgfräulein. Man erlebt hier eine ganz andere Welt mit eigenen Sitten und Gebräuchen, z. B. wird hier Wert auf gutes Benehmen gelegt und die Frauen sind noch mehr als in den Städten abhängig von ihren Familien. Ein interessantes Setting, das Petra Schier wieder mit guter Recherche und ihrem bildhaften Erzählstil auszufüllen weiß.

Die Protagonistin lässt mich allerdings etwas zwiegespalten zurück, sie hat mich durch ihre etwas zickige und sehr sture, starrsinnige Art manchmal ein bisschen genervt, vor allem gegen Ende der Geschichte fand ich ihr Verhalten sehr übertrieben; andererseits ist sie ein liebenswerter Mensch, der auch mit niedriger gestellten Personen respektvoll umgeht und auch einmal Verständnis aufbringt für Dinge, die den Konventionen widersprechen (z. B lehrt sie ihrer Magd das Lesen und Schreiben).

Die anderen Charaktere sind ebenfalls interessant gestaltet und wirken authentisch, besonders gut gefallen mir Johann von Manten, zwar recht kantig aber mit einem guten Herzen, Luzia, Elisabeths Magd, selbstbewusst und sehr intelligent und der Weinhändler Martin Wied, loyal und liebenswert.

Neben dem historischen Hintergrund findet sich auch eine mystische Komponente, die nicht aufdringlich, sondern recht dezent eingebaut wurde und zum Setting gut passt.

Wie bereits erwähnt, hat die Autorin einen sehr bildhaften und auch farbenfrohen Erzählstil, das alltägliche Leben in einer Burg, unterbrochen z. B. von Gauklerbesuchen, wird vor dem inneren Auge lebendig, man sieht die Figuren vor sich, die Burg, auch das Treiben in einer Stadt, als diese besucht wird – und als dann eine schlimme Krankheit ausbricht, wird auch das mit allen Sinnen erfahrbar erzählt und lässt einen sehr mitleiden. Insgesamt ein Buch, das man nur ungern aus der Hand legt.

Als (sehr nützliche) Extras bietet der Roman Grundrisszeichnungen der Burg und ihres Inneren sowie ein Nachwort der Autorin mit Hintergrundinformationen.

Wieder ein toller historischer Roman der Autorin, der auch schon eine Fortsetzung erhalten hat, die ich möglichst bald lesen werde. Von mir erhält der Roman auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Wer gut recherchierte historische Romane mag, sollte zugreifen!

09.09.2013 16:06:24
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Ich habe bislang noch kein historisches Buch gelesen, welches so weit in der Vergangenheit spielt und Deutschland finde ich diesbezüglich eigentlich auch weniger interessant. Die Autorin hat mich jedoch sehr positiv überrascht und ich werde auf jeden Fall noch mehr Bücher von ihr lesen, die Fortsetzung habe ich mir bereits gekauft.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, vor allem Elisabeth. Sie ist eine aufgeschlossene und freundliche junge Frau, welche zugleich eine liebevolle und gerechte Herrin ist. Ihre Magd Luzia ist ganz begeistert von ihr und sehr loyal.
Johann von Mantel kommt nicht unbedingt wie der typische Held einer Geschichte daher. Er kann sehr ungehobelt sein und hat eine Narbe im Gesicht, trotzdem finde ich ihn sehr interessant. Es ist richtig spannend zu lesen, was sich zwischen Elisabeth und ihm entwickelt und vor allem wie.
Meiner Meinung müssen in einem historischen Roman geschichtliche Fakten einfließen, je mehr desto besser. Petra Schier hat für dieses Buch eine gute Mischung gefunden. Gerade die Fakten über die Pest haben mich angesprochen, da ich über dieses Thema noch nicht viel wusste.
Ich freue mich schon sehr auf „Die Gewürzhändlerin“ und auf weitere Bücher von ihr!

07.03.2012 22:39:31
tigerbea

Im Jahre 1348 wird Elisabeth wird von der Burg ihrer Eltern zu befreundeten Burgherren geschickt. Elisabeths Familie hat Erbstreitigkeiten, und Elisabeths Verlobter ist auf Reisen.
Auf Burg Kempenich, der Burg der Freunde, wird Elisabeth Luzia, die Tochter eines Bauern, als Magd zugeteilt. Die beiden werden Freundinnen.
Dann stellen sie fest, daß beide ein Teil eines Kruzifixes besitzen. Luzia besitzt das Kruzifix, Elisabeth die Einfassung. Von dem Moment an, wo die beiden Teile zusammengefügt werden, träumen die beiden Frauen Dinge aus der Zukunft.
Beide Frauen verlieben sich. Doch beide Beziehungen scheinen zum Scheitern veruteilt....

Dieses Buch ist ein gelungener Einstieg in eine neue Sage. Frau Schier versteht es genau, wie sie ihre Leser in den Bann zieht. Die Beschreibungen der Lebensart im Mittelalter, wie die Menschen damals miteinander umgingen, ist wieder sehr gut beschrieben.

Ein sehr zu empfehlendes Buch für alle Freunde historischer Romane.

26.10.2011 19:39:17
M-L

Wieder habe ich es nicht bereut ein Buch der Autorin Petra Schier zu lesen. Ihr Roman "die Eifelgräfin" bietet Spannung , Romantik und eine sehr gute Beschreibung des Lebens auf einer Burg( da muss ich Frau Schier loben). Sie läßt den Leser in diese Welt eintauchen. Frau Schiers Schreibstil füttert das Kopfkino. Ich war sehr froh, dass Ferien sind , so hatte ich Zeit und Muße das Buch fast in einem Rutsch zu lesen. Es fiel mir schwer, es aus der Hand zu legen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen und hoffe auf eine weitere Geschichte. Denn eine Frage blieb offen: Was wird aus Martin und Luzia?

09.02.2010 09:45:39
Netha

Im Rahmen einer Leserunde nahm ich dieses Buch zur Hand.
Mich haben das Cover, der Klappentext des Buches, sowie das Thema sehr angesprochen.
Die Inhaltsangabe von Amazon wird dieser Geschichte kaum gerecht, der des Buches ist aussagekräftiger, da er die Geschichte besser beschreibt.

Meine Erwartung war recht hoch, denn es war nicht mein erstes Buch von Petra Schier. Diese Erwartung wurde dann auch vollstens Bedient.

Der Graf von Küneburg gibt seine Tochter Elisabeth in die Obhut des Grafen von Kempenich, da er eine Familienfehde seitens seines Stiefbruders erwartet, dieser stellt Anspruch auf die Burg Küneburg und dessen Ländereien sowie den Titel.

Elisabeth eine sehr gutaussehende und gescheite Frau, fühlt sich auf Burg Kempenich sehr wohl.
Dort lernt sie auch Johann von Manten kennen. Dieser hat es nicht leicht mit Elisabeth, die ihn unmissverständlich vor Augen führt was sie von ihm und seinem Benehmen hält.
Elisabeth bekommt Luzia, eine freie Bauernmagd, zur Seite gestellt. Die beiden freunden sich sehr schnell an und finden durch die Teile eines Kruzifixes heraus, dass ihre Vorfahren ein Leben lang Freundschaft und Hilfe in der Not geschworen haben. Als Elisabeth die zwei Teile des Kreuzes zusammenfügt passieren ungewöhnliche Dinge mit diesem Kreuz, aber auch mit den beiden Frauen.
Als die Beulenpest ausbricht spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Mir hat der flüssige, klare Schreibstil sehr gut gefallen. Ebenso die sehr gute Ausarbeitung der örtlichen Begebenheiten.
Sehr hilfreich dabei waren zwei Karten am Ende des Buches, die eine Rekonstruktion der Burgen Küneburg und Kempernich zeigt.
Am Anfang dachte ich das es ein Roman ist der dem Leser das Leben im 17. Jahrhundert nahe bringen möchte und sich um das Werben zweier liebenden Menschen dreht.
Doch das war weit gefehlt von mir.
Die Autoren baut eine super Spannung auf die sie Stück für Stück zu steigern vermochte und sie dann in einem klasse Showdown ausklingen lies.
Die Dramatik die diese Geschichte beinhaltete lies mich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich war so gefesselt das ich das halbe Buch an einem Tag in fast einem Rutsch durchgelesen habe.

Die Beschreibungen der Orte und Figuren war so plastisch das mein Kopfkino im vollen Umfang am laufen war. Ich durfte die Protagonisten sehr gut kennen lernen und habe mit gelitten und gehofft. Mich aber auch mit ihnen gefreut.
Die Schurken in dieser Geschichte sind so klasse beschrieben, dass man diese am liebsten ins ewige Eis gewünscht hätte.

Für mich ein völlig runder, spannender und fesselnder Roman, der nach einer Fortsetzung ruft. Der berühmte rote Faden fand keine Ecken um hängen zu bleiben, und Längen sucht der Leser vergeblich.

Auch der Lerneffekt war sehr schön, habe ich doch wieder Dinge erfahren dürfen die mir so nicht bekannt waren.

Petra Schier erzählt in einem schönen Nachwort auch noch was in diesem Roman Tatsache war und wo die Fiktion begann.

Ich finde es ist eine wunderbare Mischung daraus entstanden die gelesen werden sollte.

Dieses Werk bekommt von mir fünf von fünf Sternen