Das Königskind

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2009, Titel: 'The Rebel Princess', Originalausgabe

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85

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Volker Faßnacht
Frankreich eingeklemmt zwischen England und dem Papst

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Aug 2009

Kurzgefasst:

Paris, im OKtober 1207: Nichts wünscht sich die französische Prinzessin Alaïs Capet mehr, als ihrem Sohn Francis endlich die Wahrheit über seine Herkunft zu offenbaren. Doch dieses Wissen ist gefährlich, denn in Francis Adern fließt das Blut zweier Königshäuser. Sollte seine Abstammung bekannt werden, würde er zum Spielball der Mächtigen Europas werden. Und so schweigt Alaïs - bis Francis entführt wird und sie alles daran setzen muss, ihren Sohn zu retten...

 

Das zweite Abenteuer von Alais Capet

Judith Koll Healey führt Ihre Leserschaft mit Das Königskind nach Die Gesandte der Löwin ins beginnende 13. Jahrhundert in Frankreich. Nachdem Die Gesandte der Löwin sich mit den Erbstreitigkeiten der englischen Plantagenet-Könige Ende des 12. Jahrhunderts auseinandersetzte, spielt Das Königskind ein paar Jahre später am französischen Hof Philippes II. Trotzdem handelt es sich um eine Fortsetzung der Geschichte, so kommen die Leser des ersten Teils auch durchaus in den Genuss, einige Protagonisten erneut anzutreffen.

Gleichwohl ist es aber nicht erforderlich, den ersten Teil zu kennen, um dem zweiten Teil vernünftig folgen zu können. Ganz im Gegenteil, denn die Autorin findet mit einem kurzen Vorwort eine sehr löbliche Einleitung in ihre Geschichte.

Frankreich befindet sich zwischen allen Stühlen

Frankreich ist zu dieser Zeit ein recht kleines Königreich. Mächtige Nachbarn, der König von England, Burgund, die Champagne, sowie der gesamte Süden agieren souverän und auch die territorial nicht ganz unmittelbaren Nachbarn, wie der Papst oder Spanien versuchten in Frankreich dreinzureden. So stellt sich das zunehmend größer werdende Problem des erstarkenden neuen Glaubens der Katharer für den französischen König als Zwickmühle dar:

Der Papst fordert eine starke Intervention Frankreichs im Süden ein, was sich der König finanziell nach den langen und kostspieligen Kämpfen mit England und auch aufgrund der Bedrohungslage durch die Engländer auf kontinentalem Boden (ein Zwei-Fronten-Krieg drohte) weder leisten kann noch will, während gleichzeitig ein Eingreifen des erzkatholischen Spaniens zu befürchten steht, soll sich der französische König gar zu lasch um die abtrünnigen Schäflein bemühen. Gleichwohl muss es Frankreich sehr wohl in den Fingern jucken, nach den südlichen Ländern zu greifen, bedeutet dies doch territoriale Zugewinne und den Zugang zum Goldhandel, der in den Küstenstädten am Mittelmeer floriert.

Eine Reliquie verschwindet

Das Leben könnte doch so schön sein. Alais hat ihren Sohn wiedergefunden. Die Heirat mit Ihrem Liebhaber William von Caen steht bevor und sie genießt ihren Einfluss am Hofe ihres Bruders Philippe. Doch der Schein trügt. So scheinen etliche Personen am Hof ihr jeweils eigenes Süppchen zu kochen. Wem kann der König noch vertrauen? Eine Reliquie verschwindet. William von Caen muss in den Süden reisen und versuchen, den bevorstehenden Krieg mit den Landadeligen, die all zu sehr mit den Katharern sympathisierten, zu verhindert und den Papst zu beschwichtigen. Morde am Hof geschehen, und schließlich wird auch noch der erst kürzlich wiedergefundene Sohn Alais', Francis, entführt.

Etwas zu langatmig und vielleicht zu wenig tiefgründig - dafür aber sehr unterhaltend

Vielleicht ist der Autorin vorzuwerfen, dass der erste Teil am Hof des Königs mit 300 Seiten ein bisschen zu lang geraten sein könnte und bestimmt hätte man die Problematik, in der Philippe politisch stecken mochte, noch deutlicher herausstellen können. Jedoch entschädigt der hintere Teil des Buches für manche Länge im ersten Teil, wenn man gewillt ist, die in vielen Romanen vorzufindende Hosenrolle, die auch hier ansatzweise zur Verwendung kommt, sowie auch die Tatsache, dass manche Problematik von den Protagonisten doch recht einfach bewältigt werden kann, zu verzeihen.

Unterhaltend ist der vorliegende Roman allemal. Die Ich-Erzählweise aus der Perspektive Alais' passt sehr gut. Irgendwie ist es spannend, nur immer gerade so viel zu wissen, wie auch die Hauptperson zu wissen glaubt. Ob die Hellsichtigkeit Alais' von der Leserschaft akzeptiert werden kann, ist gewiss Geschmacksache. Mehr als ausgeglichen wird das durch die Tatsache, dass Judith Koll Healey ein umfangreiches Beiwerk in Form des bereits erwähnten Vorwortes, einer Karte Frankreichs, Erklärungen zum historischen Hintergrund und eine Danksagung beigefügt hat.

Das Königskind ist ein feiner historischer Kriminalroman, der sich nicht an den Bedürfnissen der Liebhaber höchsten historischen Anspruchs messen lassen kann, jedoch all den Lesern Freude bereiten wird, die eine bunte Melange aus Spannung, Unterhaltung, Intrigen und einer schönen Mutter-Sohn-Beziehung bzw. eine Liebesgeschichte zwischen Alais und William erhoffen.

 

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