Pilger des Hasses

Erschienen: Januar 1989

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 1984, Titel: 'The pilgrim of hate', Originalausgabe

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92

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Christina Wohlgemuth
 Wunder in Zeiten der Anarchie

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Aug 2009

England, im Mai 1141. Im gefühlt schon ewig schwelenden Bürgerkrieg zwischen König Stephen und Kaiserin Maud zeichnet sich scheinbar eine Vorabentscheidung ab: Stephen wurde nach der verheerenden Schlacht bei Lincoln gefangen genommen, die Kaiserin begehrt Einlass in London und will gekrönt werden. Inmitten der Tumulte wird ein Getreuer der Kaiserin hinterrücks ermordet. Doch Bruder Cadfael hat nicht die Zeit, sich mit einem Mord zu beschäftigen, der weit entfernt passiert ist, denn in Shrewsburry soll der vierte Jahrestag der Überführung der Gebeine der Heiligen Winifred gefeiert werden. Und tatsächlich wird es, wie von Bruder Cadfael erhofft, ein Fest voller Wunder: für einen Pilger, für zwei Liebende und sogar für Cadfael selbst …

Pilger des Hasses ist der zehnte Kriminalroman rund um den ehemaligen Kreuzfahrer und nunmehr Mönch Bruder Cadfael, der mit detektivischem Spürsinn und guter Menschenkenntnis allerlei Fälle und menschliche Verwicklungen löst. Wie auch schon in den neun Vorgängern schafft es die Autorin in Pilger des Hasses, eine sehr angenehme und vertraute Atmosphäre zu kreieren, in der sich der Leser sofort gut aufgehoben fühlt. Dies umso mehr, weil hier Elemente aus dem ersten sowie aus dem sechsten Cadfael-Krimi eingewoben werden.

Liebgewonnene und neue Charaktere in einer sich langsam entwickelnden Geschichte

Bruder Cadfael, Hugh Beringar, Prior Philip – die Bewohner des Klosters und der Stadt Shrewsburry sind für den geneigten Leser mittlerweile zu alten Bekannten geworden. Auch diese liebgewonnenen, aber keinesweges langweilig gewordenen Charaktere tragen zum Wohlgefühl des Lesers bei.

Der Kriminalfall an sich bzw. dessen Auflösung nehmen nur einen überschaubaren Teil der Geschichte für sich ein und laufen mehr als Begleiterscheinung denn als Haupthandlung. Das tut der Geschichte jedoch keinen Abbruch, überzeugt doch die Autorin wie stets auch in ihrer Darstellung zwischenmenschlicher Geschehnisse. Darüber hinaus spielt der politische Hintergrund – die Lage in England nach der Schlacht bei Lincoln – eine große Rolle, ohne dass dem Leser die Geschichte deshalb langweilig erscheinen wird.

Ein ruhiger und gelungener Stil sorgen – wie immer – für ein Lesevergnügen

Ellis Peters' Stil ist dem Cadfael-Leser mittlerweile bestens vertraut: sie hetzt nicht durch die Geschichte, sie lässt sich und den Leser Zeit, um in Shrewsburry und der Ausgangssituation anzukommen und führt den Leser langsam, aber stetig interessant durch den Roman. Und wer die bereits angesprochenen Vorgängerromane kennt, wird bei der ein oder anderen Erinnerung Cadfaels sich ebenfalls lächelnd erinnern wie an etwas, das er selbst erlebt hat. Und somit gilt auch nach dem zehnten Band, dass Bruder Cadfael eine echte Empfehlung für alle jene ist, die gerne gemütliche Krimis in Mittelalterumgebung lesen.

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Letzte Kommentare:
16.05.2016 18:56:56
Beatrice Berger

In Shrewsbury soll das vierjährige Jubiläum der Ankunft der Gebeine der heiligen Winifred feierlich begangen werden. Das ist Grund genug für Pilger und allerlei anderes Volk, Fest und Prozession zu besuchen. Neben vier offenkundigen Gaunern und einer Wollhändlerswitwe mit einem kranken Neffen und einer heiratsfähigen Tochter finden sich auch zwei mehr als merkwürdige Pilger ein: einer trägt ein schweres Kreuz um den Hals und hat sich barfuß auf den Weg nach Wales gemacht, und das, wegen einer tödlichen Krankheit, die er, wie er sagt, in sich trägt. Sein Begleitet bittet ihn eins ums andere Mal, doch das Kreuz abzulegen oder wenigstens Schuhe anzuziehen, aber erfolglos. Währenddessen dringt die Kunde von den politischen Entwicklungen der Wochen und Monate vorher nach Shrewsbury: Kaiserin Maude hat ihre Widersacher, König, Stephen, gefangengesetzt und bereitet sich nun auf ihre Krönung in London vor. Stephens Bruder, Henry von Blois, Bischof von Winchester, hat sich unter dem Druck, seine Loyalität auf eine Probe gestellt zu sehen, um Ausgleich bemüht, als in Winchester sein Schreiber überfallen wurde. Ein Ritter der Kaiserin stellte sich zwischen die Angreifer und den Überfallenen und bleibt selbst (durch die Hand eines seiner eigenen Verbündeten) tot auf dem Schauplatz zurück...

Auch wenn diese Geschichte von Rache und Vergebung dem mittelalterlichen Denken nicht so fremd ist, für die heutigen Vorstellungen ist sie merkwürdig und fügt sich so recht nicht zusammen. Sie gibt zwar Cadfael die unverhoffte Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit Olivier de Bretagne und hat ihre magischen Momente, die das Buch lesenswert machen, sie bleibt aber trotzdem sperrig und schwer zugänglich.

Trotzdem gelingt es Ellis Peters auch hier, den Geist des mittelalterlichen Denkens verständlich zu machen. Die Anachronismen halten sich in wohltuend engen Grenzen (keine Hexenverfolgungen im völlig falschen Jahrhundert, keine sensationslüsternen Folterszenen...) - ihre Handlung ist stets eingepasst in einen plausiblen Kontext. Als wohltuend empfinde ich in allen Bänden Ellis' Peters Menschenliebe. Obwohl sie nahezu ausschließlich über Gewalt und Mordfälle schreibt, ist ihr grundsätzlicher Glaube an das Gute im Menschen unverbrüchlich (ich will damit nicht sagen, daß ich diese Haltung vollends teile, aber es ist eine sehr entspannte und entspannende Haltung!). Das schließt viele (aber beileibe nicht alle!) ihrer Täter ein, die selten kalte Bestien sind, aber sehr oft Konflikttäter, die einen anderen Ausweg nicht sehen.

17.08.2009 10:17:57
tassieteufel

Im Sommer 1141 ist der Konflikt zwischen König Stephen und Kaiserin Maud immer noch nicht entschieden, zwar ist der König gefangen, doch in London weigert man sich noch die Kaiserin in die Stadt zu lassen. Da ereignet sich ein feiger Mord, ein Schreiber in Diensten des Königs, der zuvor lautstark die Freilassung seines Herrn gefordert hat, wird auf offener Straße feige angegriffen. Der Ritter Rainald Bossard, eigentlich ein Mann der Kaierin, eilt ihm zu Hilfe und wird im Handgemenge niedergestochen. Bruder Cadfael, der von dem Mord im fernen Winchester erfährt, ahnt zunächst nicht, das auch er darin verwickelt wird, erst als sich im Kloster anläßlich des Feiertags der heiligen Winifred viele Pilger einfinden, kommt Cadfael des Rätsels Lösung auf die Spur.
Obwohl es kein Cadfael Krimi wie die anderen ist, hat mir das Buch recht gut gefallen. Cadfael braucht hier recht lang, um die die Zusammenhänge im rechten Licht zu sehen,denn auch er läßt sich vom offensichtlichen täuschen und erkennt erst ziemlich zum Schluß, was er falsch gedeutet hat. Ellis Peters versteht es aber auch hier wieder sehr gut, den historischen Hintergrund mit der Geschichte zu verbinden. Die Sorgen und Nöte der Menschen in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land werden gut geschildert und man kann ihre Gefühle nachvollziehen. Hugh Beringar, als Mann des Königs sieht sich vor einer neuen Herausfoderung, als ein Gesandter der Kaiserin auftaucht und Bruder Cadfael erlebt während des Festes der heiligen Winifefred sein eigenes Wunder.
Fazit: obwohl hier mehr das klösterliche Leben und das historische Geschehen im Fordergrund stehen, so ist es doch wieder eine interessante Geschichte, man freut sich vor allem mit Bruder Cadfael über sein ganz spezielles Wunder .