Die Schwestern vom Roten Haus

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2009, Titel: 'Die Schwestern vom Roten Haus', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Ein historischer Krimi der feinen Art - farbenfrohes Spektrum und Spannung inklusive

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2009

Kurzgefasst:

Hamburg, 1773. Unmittelbar nach dem Karnevalsball treibt eine tote Frau in der Alster, eine zweite stirbt, eine dritte entkommt knapp einem Anschlag. Ein Mörder geht um der Mann mit der Maske. Die Komödiantin Rosina kannte die Toten, Grund genug, selbst nach dem Täter zu suchen.Die Spur führt ins Waisenhaus. Rosina und Weddemeister Wagner müssen sich beeilen, wenn sie dem nächsten Mord zuvorkommen wollen.

 

Es kommt wenig spektakulär daher, das Buch Die Schwestern vom Roten Haus von Petra Oelker. Und wer sich alleine auf den Klappentext verlässt, könnte durchaus versucht sein, das Buch ungelesen liegen zu lassen - besonders wenn er bisher keinen der Rosina-Krimis von Petra Oelker gelesen hat. Doch das wäre ein bedauerliches Versäumnis. Denn hinter dem zwar stimmungsvollen, aber wenig aussagekräftigen Cover verbirgt sich ein Krimi, der seinen Leserinnen und Lesern nichts vorenthält. In einem farbenprächtigen Spektrum wird von feinen Beschreibungen bis zur Spannung alles geboten, was einen guten Roman - und auch einen guten historischen Krimi - auszuzeichnen vermag.

Große Erzählkunst

Petra Oelker verwöhnt gleich von Anfang an mit ihrer Erzählkunst, die innerhalb weniger Zeilen eine Welt vor dem inneren Auge entstehen lässt, die mit fortschreitender Geschichte immer mehr an Konturen gewinnt. Subtil reiht die Autorin Perle um Perle auf, um unvermittelt einen farbenfrohen Erzählstrang zu präsentieren, der bis zur letzten Seiten in Bann zieht. Einige wenige Stellen, die sich etwas gar zu sehr in Schilderungen verlieren, können die Spannung, die in der Geschichte sehr geschickt aufgebaut worden ist, nicht ernsthaft gefährden. Gekonnt schickt Petra Oelker ihre Leserinnen und Leser auf einen Irrweg voller Vermutungen und Verdachtsmomente. Die Auflösung schließlich lässt keine Wünsche übrig.

Nahe am Geschehen

Die unprätentiöse Art, in der die Geschichte erzählt wird, lässt den Leser ganz dicht ans Geschehen heran treten. Er begleitet die einstige Komödiantin und nun ehrbare Bürgersfrau Rosina auf ihrem Ausflug über das Eis der Elbe. Das Knacken, als das Eis bricht, ist fast hörbar, ebenso wie die Kälte an mehr als einer Stelle greifbar scheint. Rosina, die eine Tote im Eis findet, begibt sich einmal mehr an der Seite von Weddemeister Wagner auf die Suche nach einem Mörder. Als eine zweite Tote gefunden wird, stehen die beiden vor einer unlösbar scheinenden Aufgabe. Sie ahnen den Zusammenhang der beiden Ermordeten, finden aber kaum Gemeinsamkeiten, geschweige denn ein Motiv. In Rosina, die unter der Abwesenheit ihres Mannes Magnus leidet, erwacht die Neugier dieses Mal nur langsam. Zu viele persönliche Probleme lenken sie ab.

Leider nicht vollständig

Die feine Art der Erzählung, der spannende Handlungsstrang und die geglückte Kombination von gewitzter Ermittlung und menschlichen Abgründen würden Die Schwestern vom Roten Haus zu einem wunderbaren Buch machen, an dem es - abgesehen von einigen ärgerlichen Schreibfehlern - nichts zu beanstanden gibt. Würde, wenn nicht die ganze Geschichte darauf ausgerichtet wäre, den nächsten Rosina-Band zur Muss-man-haben-Lektüre zu machen. Schade, dass die Geschichte nicht in sich abgeschlossen ist, sondern einige Enden offen liegen und vage Andeutungen in Richtung Fortsetzung zielen. Das ist selbst bei einer Reihe nicht notwendig. Dadurch kommt ein etwas bitterer Nachgeschmack auf, was dem an sich wundervollen Roman leider nicht ganz gerecht wird. Es bleibt das Gefühl, dass das Buch nicht vollständig ist, was den an sich runden Gesamteindruck negativ beeinflusst.

Sehr schön gemacht ist hingegen die Gestaltung mit den Bildern, die unter anderem auch einen realen Eindruck des Waisenhauses, in dem immer mal wieder ein paar Fäden zusammen laufen, wiedergibt. Weniger erfreulich ist der Klappentext, der einerseits zu viel verrät und andererseits dem Inhalt des Buches nicht wirklich gerecht wird.

Für Rosina-Fans ist Die Schwestern vom Roten Haus ein "Muss" - für Rosina-Neulinge ein guter Einstieg. Auf jeden Fall empfehlenswert ist er für alle, die gut geschilderte Sittengemälde des früheren Hamburgs (18. Jahrhundert) mögen.

 

Die Schwestern vom Roten Haus

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Letzte Kommentare:
12.11.2009 16:40:50
anath

Lange hatte ich ein neues Buch über Rosina herbei gesehnt und ich wurde nicht enttäuscht: ein spannungsreicher Krimi mit interessanten Protagonisten und vielen Denkfallen. Die Handlung wirft ein sehr deutliches Licht auf den hanseatischen Standesdünkel und vor allem die Schilderungen aus dem Waisenhaus berühren sehr.
Schade, daß Tante Augusta diesmal ein wenig zu kurz kommt, ihr Mutterwitz und ihr gesunder Menschenverstand haben mir zeitweise gefehlt. Aber auch in ihrer Nebenrolle war sie - wie immer - brillant.
Das Buch bietet viel Spannung , jede Menge Rätsel und dazu ein farbenreiches Sittenbild Hamburgs Ende des 18.Jhs. Immer wieder gefällt mir an Petra Oelkers Büchern, daß sie mir ihre Protagonisten sehr plastisch vor Augen führt.Dazu braucht sie weniger umfangreiche Beschreibungen, sie läßt Personen vielmehr in ganz bestimmten Situationen agieren und ich Leserin habe die Chance, mir mein eigenes Bild zu machen. Ein sehr zum Mitdenken anregendes Verfahren!
Ein gutes Buch zum Selberlesen - verschenken geht natürlich auch !

19.09.2009 17:42:06
M-L Bakhaus

In Hamburg geschehen zwei Morde und Rosina findet eine der Leichen. Natürlich muss sie wieder neugierig sich einmischen, auch der Weddemeister beginnt mit seinen Nachforschungen, die ihn mal wieder in betuchte Kreise führen. Leider kann und will ihn Rosina nicht wie gewohnt unterstützen. Mir hat das Buch wieder gut gefallen und ich hoffe, dass die Geschichte von Rosina weitergeht.

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