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Eva Schuster
Liebe, Freundschaft und Pest im 14. Jahrhundert

Buch-Rezension von Eva Schuster Jul 2006

Johannes soll gegen seinen Willen zu einer befreundeten Familie nach Italien, um die Feinheiten des Fernhandels zu erlernen. Anna will nicht mehr in der Schankstube der Stiefmutter stehen und Esra begehrt gegen seinen jüdischen Glauben auf.

Köln, 1338: Anna, Esra und Johannes könnten kaum aus unterschiedlicheren Familien stammen und schwören sich dennoch ewige Freundschaft. Halbwaise Anna kommt aus einer armen Färberfamilie, muss in der Schankwirtschaft der Stiefmutter arbeiten und jederzeit fürchten, vom Vater an einen beliebigen Mann verheiratet zu werden.

Der jüdische Esra lebt bei seinem Onkel, einem Rabbiner. Je älter er wird, desto mehr begehrt er gegen den jüdischen Glauben auf. Johannes dagegen kommt aus einer reichen Kaufmannsfamilie, ist aber wegen seiner in sich gekehrten Art eine Enttäuschung für den Vater. Je älter er wird, desto fanatischer wird sein christlicher Glaube und der Wunsch, ein Mönch zu werden.

Als die drei Freunde erwachsen werden, trennen sich ihre Wege - Anna heiratet, Esra geht nach Venedig, Johannes nach Lucca. Doch weder Esra noch Johannes können Anna vergessen. Der Ausbruch der Pest und die Judenverfolgungen bringen sie schließlich wieder unter dramatischen Umständen zusammen ...

Köln im ausgehenden Mittelalter

Brigitte Riebe versetzt ihre Leser in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Schauplatz ist überwiegend Köln, aber auch nach Italien gibt es Abstecher, die viele Informationen über das damalige Leben liefern. Die unterschiedlichen Herkünfte der Hauptfiguren sorgen dafür, dass der Leser Einblicke in die verschiedensten Schichten und Berufe erhält: Der Alltag der Reichen und Mächtigen wird ebenso thematisiert wie das Leben in der Gosse oder im Kloster. Großen Spielraum nehmen die Glaubenskonflikte ein und viele Rituale aus dem Judentum werden anschaulich näher gebracht. Vor allem die zunehmenden Anfeindungen gegen die Juden erschüttern, ebenso wie die Schilderungen vom Einzug der Pest. Handelsschiffe vom Schwarzen Meer bringen sie im Jahr 1347 in den Süden und von da an breitet sich die Seuche unaufhaltsam aus, bis sie schließlich Venedig erreicht, wo Esra inzwischen lebt. Seine Flucht vor der Pest führt ihn zurück nach Köln, wo es erneut zu dramatischen Verwicklungen zwischen den drei Freunden kommt - und wo zwei Jahre später ebenfalls die Pest Einzug hält. Dem Buch mangelt es nicht an Lokalkolorit, wer sich in Köln auskennt, wird einige bekannte Ecken wiedererkennen. Ein Glossar führt am Ende die wichtigsten zeitgenössischen Begriffe auf und ein Personenregister hilft dabei, den Überblick zu behalten. Auch das tägliche Leben, die Entbehrungen der Menschen werden ausgiebig thematisiert - und ein glückliches Ende für die liebgewonnenen Charaktere darf der Leser zwar erhoffen, aber bei all dem wiederkehrenden Leid nicht voraussetzen.

Ein buntes Potpourri an Charakteren

Die drei Hauptcharaktere bieten jeder für sich abwechslungsreiche Leben, die immer wieder unvorhersehbare Wendungen nehmen. Anna hat es nicht leicht bei ihrer Familie, fühlt sich von der Stiefmutter eher geduldet und hat die Hoffnung schon früh aufgegeben, dass sie einmal Zuflucht in einer glücklichen Ehe findet. Nach einem schrecklichen Vorfall in der Fastnacht erfährt ihr Leben endgültig einen Bruch und sie ergibt sich in ihr Schicksal - die Ehe mit einem alten Gerber, der sie gut behandelt, den sie aber nicht liebt und an dessen Seite sie hart arbeiten muss. Das Wiedersehen mit Johannes und Esra Jahre später bringt ihre Gefühle erneut durcheinander. So verschieden diese beiden jungen Männer sind, beide bedeuten ihr etwas, aber beide haben wiederum mit eigenen Problemen zu kämpfen - Johannes entwickelt sich mehr und mehr zu einem religiösen Fanatiker, Esra muss als Jude um sein Leben fürchten.

Neben den drei Protagonisten bevölkern noch zahlreiche Nebenfiguren den Roman, deren Schicksal ebenfalls recht ausgiebig beleuchtet wird. Da ist etwa Annas Tante, die Begine Regina, die ihr so manches Mal Trost spendet - die aber selbst ein düsteres Geheimnis in sich trägt, das sie seit vielen Jahren belastet. Da ist Ursula, die Anna einst als halb verhungertes Bettelmädchen von der Straße auflas. Ursula findet in der Schankwirtschaft ein neues Zuhause, doch anstatt Anna dankbar zu sein, entwickelt sie mehr und mehr Heimtücke und spielt heimlich belauschtes Wissen gegen Anna und Regina aus. Auch das Schicksal von Esras kleiner Schwester Lea bewegt: Nach einer schweren Krankheit kommt sie gerade noch einmal mit dem Leben davon, wird aber von nun an stark hinken. Es scheint beinah aussichtslos, dass sie mit diesem Makel einmal einen Ehemann für sich gewinnt. Ausgerechnet Annas Onkel Guntram findet Gefallen an Lea und sie wiederum scheint als Einzige nicht auf seine Lippenspalte zu schauen, das "Teufelsmaul", das ihn bisher zu einem Außenseiter gemacht hat. Esra aber wehrt sich vehement dagegen, dass Lea mit Guntram verheiratet wird und löst damit in Guntram eine folgenschwere Verzweiflung aus.

Kleine Makel

Der Roman braucht ein wenig Zeit, bis er an Fahrt gewinnt. Es ist nicht immer ganz leicht, den verschiedenen Handlungssträngen gleichermaßen Aufmerksamkeit zu schenken. Im Grunde böte jeder der drei Hauptcharaktere mit seinem dramatischen Schicksal die Möglichkeit, allein einen Roman zu füllen - und gerade wenn man sich in das Leben der einen Figur gut eingelesen hat, wird wieder zum nächsten Protagonisten gesprungen. Auch die Nebenfiguren nehmen so viel Raum ein, dass sich phasenweise die Ereignisse parallel überschlagen und der Roman somit unnötig überladen wirkt. Während Esra und vor allem Anna überzeugende Gestalten sind, fällt es schwerer, mit Johannes zu fühlen. Schon früh zeigt er unsympathische Züge und es ist nicht immer nachvollziehbar, warum Anna immer noch an ihren Gefühlen für ihn festhält.

Fazit: Ein trotz kleiner Schwächen lesenswerter Roman, der ins Köln des Mittelalters entführt und nicht mit dramatischen Geschehnissen geizt.

Pforten der Nacht

Pforten der Nacht

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Letzte Kommentare:
10.07.2008 09:34:02
Käthe S.

Mein neuer Lieblingsroman, weil so spannennd und so informativ zugleich - und die ganz großen gefühle kommen auch nicht zu kurz. Wunderbar erzählt die Dreiecksgeschichte, die Anna, Esra und Johannes an Leben lang aneinander bindet - wo steht eigentlich geeschrieben, dass man nur einen Menschen lieben darf?! Und natürlich sehr beeindruckend die Last, die den Juden ungerechterweise zugeschoben wird, die an der Pest ebenso wenig schuld waren, wie alle anderen Menschen jener Zeit. Trotzdem niemals zu düster: die Hoffnung lebt, "als der Himmel noch weit war und das Meer unendlich" - traumhaft schöner Schluss!

04.07.2008 21:46:27
Heli B.

Ein Roman, der mir sehr gefallen hat - toll komponiert, voller Wärme und Tiefe, mit einem bemerkenswerten Hintergrundwissen, das keinen Augenblick aufgesetzt wirkt, sondern kunstvoll in eine überaus spannende Handlung einfließt.
Ja, so könnte es damals gewesen sien - und dennoch hat alles mich ganz frisch und lebendig angemutet, als wären Anna, Esra und Johannes, alte, lieb gewordene Freunde.
Für mich die interessanteste historische Lektüre der letzten Woche!

27.06.2008 09:25:24
Histoleser

Endlich mal wieder ein historischer Roman, der auch uns Männer anspricht! Spannend, mitreißend, aber auch feinfühlig und detailverliebt beschreibt die Autorin die Welt im mittelterlichen Köln. Ich war begeistert und werde mir gleich das nächste Buch von Brigitte Riebe kaufen!

25.06.2008 08:10:47
Robin Hood

Geniales Buch, das mich schwer beeindruckt hat, weil es eine "dunkle" Epoche sinnnenreich und sehr kundig erzählt. Die Erfahrung der großen Pest - eine Apokalypse für Europa - dient als Hintergrund für ein kunstvoll geknüpftes Beziehungsgeflecht, in dem viele Facetten des Mittelalters aufleuchten - zum Glück endlich einmal auch die jüdischen. Dass sich die Angst der Massen schließlich auf die Kinder Israels entlädt, ist ebenso bedrückend wie leider historisch wahr.
Manchmal bin ich sehr froh, heute zu leben.

16.06.2008 15:24:24
Hobbyhistorikerin

Obwohl ich das Buch bereits seit Jahren besitze und bereits einmal gelesen habe, habe ich es am letzten Wochenende - Dank Regen - wieder einmal herausgezogen und nochmals gelesen. Und ich war ehrlich überrascht! Auch nach acht Jahren war das Buch immer noch genaus spannend zu lesen wie beim ersten Mal! Man merkt einfach, dass Brigitte Riebe hier ihr Zauberrezept ausgepackt hat: eine spannende Story, differenzierte Charaktere, garniert mit gut recherchierten historischen Fakten! Ein Meisterwerk!

08.06.2008 14:47:31
Maja

Umwerfende Lektüre. die mich bis zum Schluss gefesselt hat!
Sprachlich toll, inhaltlich auf hohem Niveau mit dem richtigen Schuss an historischer Wahrheit, die ich allen historischen Stoffen abfordere. Hab vieles gelernt beim Lesen, bin nachdenklich geworden, habe mitgelitten - und zum Schluss sogar ein bisschen geweint.
Was will man mehr?

06.06.2008 16:34:45
Eva -Marie

Roman zum Träumen und zum Nachdenken - zum sich Versenken - und einfach zum Genbießen! So hab ich Brigitte Riebes "Pforten der Nacht empfunden und diese Lektüre hat mir Lust auf "mehr" gemacht.
Hier hat der Ton für mich gestimtm und die Personen, der Hinterhrund und der Spannungsaufbau - einfach alles im Lot.
Eine Schau!

31.05.2008 12:30:05
Eva Oppermann

Wow - wie geil war das denn!
Als echte Kölnerin hab ich diese schwere Zeit meiner geliebten Heimatstadt Satz für Satz und Wort für Wort mit durchlitten. Da ich einen jürdischen Ehemann habe, hat es mir umso besser gefallen, wie gefühlvoll diese oftmals ausgesparte Sektion des mittelalterlichen Lebens dargestellt wurde.
kein Schwarz-Weiß, kein simples Böse-Gut, sondern wundervoll gezeichnete Charaktere: für mich zum Verlieben!

07.05.2008 08:21:09
Eva

Für mich einer der besten historischen Romane, weil er das 14. Jahrhundert in seiner ganzen Zwiespältigkeit zeigt und Aufbruch und menschenverachtenden Hass ohne Wertung darstellt. Nirgendwo sonst hab ich bislang die Schrecknisse der Großen Pest so eindringlich beschrieben gefunden. Dazu kommt die profunde und interessante Schilderung jüdischen Lebens, das man sonst oft nur in paar Splittern erzählt bekommt.
Und eine wunderbare, herzergreifende Dreiecksgeschichte dazu - was will man mehr?
Ich war nach der Lektüre sehr beglückt.

23.04.2008 16:34:08
Flo

Wie in einem mittelalterlichen Bildetteppich setzt Brigitte Riebe die Schicksale ihrer Protagonisten in vielen Schichten zusammen - und auf einmal sieht man eine ganze Stadt in all ihren Facetten vor sich: das Köln des 14. Jahrhunderts, in dem Pest und Geißlerheere so große Verwüstung anrichten. Schlimmer vielleicht aber ist die Zerstörung in den Herzen der Menschen, die "außen" nach Schuldigen suchen, um das Unbegreifbare zu fassen - und dabei auf die Juden verfallen, die natürlich ebenso wenig etwas dafür können wie sie selber.
Eindrucksvolles, starkes, großes Kino im Kopf.
Mein Kompliment!

23.04.2008 16:11:33
Lisa

Konnte mich am Anfang nicht so zurecht finden, da das Buch immer aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde. Doch mit der Zeit wurde es immer spannender und zum Schluß konnte ich es gar nicht mehr weglegen. Es wurde mal wieder sehr detailiert beschrieben, wie groß der Hass früher auf die Juden war und wie sie versucht haben sich zu schützen. Die Freundschaft vllt auch etwas mehr...;) )zwischen Anna,Johannes und Esra hat mich doch sehr bewegt. Wie sie sich immer wieder aus den Augen verloren und dann doch wiedergefunden haben. Aber die letzten Seiten waren schon sehr traurig und zum Teil vllt auch etwas "unkreativ" geschrieben. Ich weiß nicht ob es so eine gute Lösung ist, aufeinmal (fast) alle sterben zu lassen. Auf der anderen Seite hat dies jedoch viel über das Buch ausgesagt. Entweder sie sind an der Pest gestorben, haben sich oder jmd. anderen umgebracht. Und eben genau die Menschen um die es im Buch ging. Da hat man gesehen, dass das Leid und die Qual am aller größten war und die einen gestorben, die einen sich umgebracht haben, ob aus Verzweiflung, weil sie einen wichtigen Menschen verloren haben oder weil sie nicht mehr konnten und die anderen geflohen sind um das ganze Leid der Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine neues Leben zu beginnen. Bei einigen Personen fand ich ich sehr traurig, dass sie gestorben sind, gereda die Kleine, die ja ein Teil von Joahannes war und bei dem ich froh gewesen wäre, wenn Anna diesen Teil von einem ihrer besten zwei Freunde hätte behalten können und das nächste Kind dann von ihrem anderen Freund so, dass sie zum Schluß von beiden etwas hat. Sicher ist es nicht wirklich normal, aber so hätte ich es mir gewünscht. ^^ Nichtsdestotrotz ein sehr gelungenes Buch mit vielen Emotionen und Facetten, bei dem es sich einfach lohnt es zu lesen.

05.04.2008 08:59:22
Vivien

Spannend und dicht und endlich auch einmal das jüdische Leben im Mittelalter in wundervollen Personen entsprechend gewürdigt! Der Roman zeigt anschaulich, wie Hass und Vorurteil auf Andere abgeschoben werden, weil man den Schrecken der Großen Pest damals weder erklären noch verhindern konnte. Aber er erzählt auch eine wunderbare Freundschaft zwischen drei Jungen Menschen, die über den Tod hinaus trägt.
Tolle Lektüre!

09.03.2008 11:49:19
Karin

Hat mich schwer begeistert und gefesselt, weil ichs elten so anschaulich uns unter die Haut gehend gelesen habe, wie sich langsam Hass gegen eine Minderheit aufbaut, was dann in einem scheußlich Pogrom endet. Die Juden wurden f. den Schwarzen Tod verantwortlich gemacht, obwohl sie ebenso wneifg dafür konnten, wie ihre christlichen Zeitgenossen - echt schaurig!
Starkes, anschauliches Stück Geschichte!

30.12.2007 13:39:28
Renata

Das hat mir aber gut gefallen!
Das Buch stand schon länger in meinem Schrank - und ich hatte es irgendwie übersehen, aber zum Glück jetzt in den Ferien wiederentdeckt und gleich in einem Rutsch "gefressen". Ich mochte die dichte atmosphärische Beschreibung der Stadt Köln zur Zeit der Großen Pest und erst recht das faszinierende "Trio" Anna, Ezra und Johannes, die nicht mit-, aber erst recht recht ohne einander können. Für mich persönlich war das fesselnde Lektüre mit Tiefgang.

12.10.2007 08:43:13
Birger

Ein Roman, der mir beim Lesen viel Freude bereitet hat, weil er sich so ungemein wohltuend von vielen verkitschten Nachbarwerken abhebt. Hier dagegen hat sich eine profunde Kennerin der Geschichte ernsthaft und profund mit den Schrecknissen des 14. Jahrhunderts auseinandergesetzt, die die Welt Europas für fast 4 Jahrhunderte anhaltend verändern sollten. Dazu kommt die Kunst der großen Erzählerin, die es geshafft hat, mich schon auf den ersten Seiten emotional einzubinden.
Schöne, tiefe Lesekost!

11.10.2007 12:50:17
Tringin

Ein wunderbares Buch! Authentisch, dicht, emotional, kitsch- und klischeefrei, lehreich ohne dozierend oder belehrend zu sein. Das Charakteristische des 14. Jh. wird hier konzentriert anhand der Protagonisten und Geschehnisse unterhaltsam und ergreifend vermittelt; das pointierte Nachwort macht das Buch dann so richtig rund! Wegen mir hätte es ruhig noch was länger und ausführlich sein können; besonders was das Seelenleben einiger Figuren betrifft. Erfahren wir über Johannes und religiöses Empfinden/Wahn eine Menge, so bleiben Regina und Guntram oder auch Lea blässlich - in der Anlage der Figuren steckt noch eine Menge Potenzial. Dieser Minikritikpunkt stellt aber kein Einschränkung dar! Unbedingt lesenswert!

18.09.2007 12:08:45
Mathis

Dicht und fesselnd, voller Menschlichkeit und Wärme und dennoch haarscharf an den historischen Ereignissen, die im Ghetto von Köln zu einer Katastrophe führten, als die Geißler in die Stadt zogen: dieser Roman hat alles, was mein Leserherz sich wünscht.
Großartige Lektüre!

10.09.2007 09:53:25
Vivian

Ein spannender und ergreifender Roman, den ich sehr mochte. Er bringt alles mit, was nötig ist, um nicht in der Masse unterzugehen: eine mitreißende Handlung, vielschichtige Charaktere und vor allem eine besondere Art zu erzählen. Trotz der vielen historischen Fakten wurde der Roman niemals "trocken" - im Gegenteil: Beim Lesen entstand vor meinem inneren Auge ein lebendes bild der Stadt Köln zur Zeit der Pest.
Ein Buch zum immer und immer wieder lesen!

23.07.2007 13:19:49
GELI

War das gut!
Tief, spannend, ungwöhnlich, informativ und niemals auch nur eine Sekund kitschig oder vorhersehbar!Ein historicher Roman erster Güte, der mich auch jetzt noch - Tage später - ganz in seinem Bann hält. Alles andere als Massenware, stattdessen gründliche, kenntnisreiche Autorenkunst.Bravon meinerseits!

15.07.2007 11:28:16
Susanna

Konnte ich wunderbar für die Kollegstufe als Hintergrund für die Große Pest gebrauchen - aber ich hab den Roman auch ganz freiwillig sehr, sehr gern lesen. Hat mich interessiert, nicht nur über die Sündenbock-Funktion der Juden im 14. Jahrhundert zu erfahren, sondern auch so vieles über das jüdische Alltagsleben, was ich bisher alles noch nicht wusste.
Und sauspannend und teilweise ganz schön ergreifend war es zudem.
Tolles Buch!

04.07.2007 08:11:32
Billi

Spannend, authentisch, berührend: das Schicksal dreier Kinder und dann junger Menschen im Köln der Großen Pest! Bin ich froh, dass ich damals nicht leben musste - aber zu lesen, wie sich die Helden durch Not und Angst (zum Glück auch viel Liebe!) kämpfen, das hat mir ausgenommen gut gefallen!

06.06.2007 11:28:39
Melanie

Lese gerade "Pforten der Nacht" von Brigitte Riebe und finde den Roman wunderbar. Sie erzählt die Schrecken der großen Pest genauso spannend wie die Verwicklungen zwischen Händlern, Färbern und den Bewohnern des jüdischen Ghettos. Toll auch, wie viel man über die neue Betrachtung der Zeit lernt. Bin schon sher gespannt, wie die wundervolle Liebesgeschichte zwischen Anna, Ezra und Johannes ausgeht.
Toller Schmöker!

12.04.2007 15:32:44
Eva

Spannende Lektüre, bei der ich viel über die Nöte und Freuden des 14. Jahrhunderts gelernt habe. Schön, dass es nicht nur um christliche Belange, sondern auch um jüdische ging. Gar nicht schön, dass die Juden als Sündenböcke für die Pest herhalten mussten. Besonders toll fand ich das ausführliche historische Nachwort, das vieles erklärt hat.
Wieso machen sich eigentlich alle AutorInnen/Autoren historischer Romane diese Mühe?

01.03.2007 11:40:50
Sabine Tucholski

Viel Vergnügen hat mich mir dieser Roman bereitet, der mich schnell und tief in die Wirren und Freuden des 14. Jahrhunderts entführt hat. Ich habe mitgelitten bei den Schicksalen der drei Hauptfiguren, aber auch sehr gemocht, wie die Autorin die Nebencharaktere aufgebaut hat: sensibel, feinfühlig, ohne billige Klischees. Zwei Dinge haben mich an disem Roman besonders fasziniert: die Änderung der Zeitvorstellung, ausgelöst durch die große Pest von 1348 und den Tod so vieler Menschen, die Arbeitszeit plötzlich zu einem kostbaren Gut gemacht haben.
Und die kenntnisreiche Darstellung des jüdischen Jahres, das sich wie eine zweite, zartere Schablone auf das uns viel bekanntere christliche Jahr gelegt hat.
Ideal zum Versinken, aber auch prima, um etwas zu lernen!

25.01.2007 14:30:52
spindler

So hätte der Geschichtsunterricht unserer Schulzeit aussehen sollen: anschaulich und spannend, m. jeder Menge Hintergrundwissen, aber so prall erlebbar, als sei man selber dabei gewesen! Vor dem Szenario der großen Pest entwickelt Brigitte Riebe eine delikat erzählte Liebesgeschichte zwischen drei jungen Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die nach allen Wirrnissen und Schicksalsschlägen doch noch ein glückliches Ende findet.
Ein Roman voller Schönheiten und Geheimnisse - sehr empfehlenswert!

17.01.2007 13:33:23
Francesca H. Sedlmeier

Welche Fülle an Geschehen und an geschichtlichen Ereignissen, ausgebreitet in dem besonderen Stil der Sprache von Brigitte Riebe, die den Leser richtig mit auf die Reise nimmt, und nicht mehr losläßt! Ein Buch, das so richtig Spaß macht und bei dem man noch zusätzlich manches über das Mittelalter lernt.

03.01.2007 21:46:39
Monika Windthorst

Ein dramatisches Buch, das einen vollkommen in seinen Bann zieht und wo man hin und wieder einen Stoßseufzer zum Himmel schickt, dass doch alles gut werden möge - und dieser Wunsch erfüllt sich auch.
Ein Meisterwerk!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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