Die Fehde der Königinnen

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2009, Titel: 'Die Fehde der Königinnen', Originalausgabe

Couch-Wertung:

70

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:0
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Sabine Bongenberg
Ein bunter Gobelin des Lebens im sechsten Jahrhundert - wenn auch ohne Königinnenfehde

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jun 2009

Kurzgefasst:

Europa im Jahr 566: Königin Brunichild führt einen erbitterten Kampf mit ihrer Schwägerin Fredegunde. Seit Jahren tobt nun schon die Fehde zwischen den beiden Königinnen um Gebietsansprüche, Macht und Ansehen. Brunichild jedoch hat Wittiges, einen jungen Landadeligen, als Verbündeten und treuen Vasallen an ihrer Seite. Er hat sein Herz in der ersten Stunde an die Königin verloren, doch müssen sie ihre unstandesgemäße Beziehung verbergen ... Wie weit wird er in seiner Liebe für sie gehen?

 

Für die 16jährige Prinzessin Brunichild beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Eben noch behütete Prinzessin am Königshof von Toledo, muss sie nun ihre Heimat verlassen, um mit Sigibert, dem König Austrasiens, verheiratet zu werden. Ein kleines Geheimnis nimmt die junge Braut dabei mit auf die Reise, denn sie hat sich nicht nur vor dem Aufbruch in ihr neues Leben von einer Prostituierten in die Geheimnisse der körperlichen Liebe einweisen lassen, sondern diese dann auch noch an dem ansehnlichen aber mittellosen Adeligen Wittiges erprobt. Dumm nur, dass Wittiges sich nach diesem Erlebnis Hals über Kopf in die Prinzessin verliebt und er beschließt, in ihrer Nähe zu bleiben, wodurch für Brunichild, aber auch den jungen Mann selbst immer wieder unangenehme und gefährliche Situationen heraufbeschworen werden. Natürlich kann eine solche unstandesgemäße Beziehung im sechsten Jahrhundert keinen dauerhaften Bestand haben, und so begleitet Eva Maaser die beiden Helden auf unterschiedlichen und abenteuerlichen Wegen, die sie nicht nur zu unterschiedlichen Ämtern, Würden und Aufgaben, sondern auch zu eigenen Familien und neuen riskanten Bindungen führen.

Die Fehde kommt zu kurz

Insgesamt ist zu Eva Maasers neuem historischen Roman festzuhalten, dass ihr eine unterhaltsame Lektüre über das Leben im sechsten Jahrhundert nach Christus gelungen ist. Die Autorin beschreibt detailliert und anschaulich die Fallstricke, die das höfische Leben in dieser Zeit jungen Frauen - unabhängig vom Status - stellen kann und die Machtkämpfe, die sich nicht nur zwischen den Herrschenden, sondern insgesamt in allen Schichten abspielen.

Als irritierend muss man hier allerdings den Umstand bezeichnen, dass der Titel Die Fehde der Königinnen und auch der Klappentext von einer erbitterten Kampf zweier Königinnen sprechen. Da Brunichilds Rivalin erst im letzten Fünftel des Romans überhaupt die Königswürde erlangt und somit die Basis für eine eventuelle Fehde unter Gleichberechtigten gelegt wird, haben hier sowohl der Titel als auch der Klappentext offensichtlich das Thema verfehlt. Hier wäre dem Verfasser des Titels und des Textes zu wünschen, nicht nur die ersten und letzten Seiten eines Romanes zu lesen.

Ein bunter Gobelin von Erzählsträngen

Entgegen dem Titel beschäftigt sich Die Fehde der Königinnen daher auch nur nachrangig mit Brunichilds Kampf um die Erhaltung ihrer Position am Hof der Goten, sondern widmet sich in erster Linie dem Aufstieg ihres ersten Liebhabers Wittiges. Diese Gewichtung ist dabei auch nachvollziehbar, verfolgt der Leser doch nicht nur Wittiges Aufstieg vom einfachen verstoßenen Adeligen bis zum Beschützer König Sigiberts mit, sondern werden durch seine Weggefährten auch weitere Schicksale, die dem "niederen Volk" im sechsten Jahrhundert drohen konnten, dargelegt. Dabei dürfte die Stärke der Autorin insbesondere im Erzählen der damaligen Verhältnisse und nicht im Entwickeln von Liebesbeziehungen liegen, sind diese doch teils stark konstruiert und mangels Tiefe nicht nachvollziehbar. Sieht man aber von diesem kleinen Manko und einigen nervigen Störenfrieden und Bösewichtern ab, ist Eva Maaser insgesamt ein bunter Gobelin über das Leben und Streben nach Macht und privatem Glück in dieser frühen Epoche Europas gelungen, den man guten Gewissen mit 70° bewerten kann.

 

Die Fehde der Königinnen

Die Fehde der Königinnen

Deine Meinung zu »Die Fehde der Königinnen«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
12.10.2011 12:22:02
€nigma

Der Titel des Romans, "Die Fehde der Königinnen" lässt den Leser einen langjährigen Machtkampf zwischen Brunichild und ihrer Schwägerin Fredegund erwarten, der Klappentext weist außerdem auf eine ebenso langjährige heimliche Affäre Brunichilds mit ihrem Gefolgsmann Wittiges hin. Beides ist vollkommen irreführend.

Brunichild, die Tochter des Westgotenkönigs Athanagild, wird mit dem Frankenkönig Sigibert verheiratet, um das Bündnis zwischen den Westgoten und den Franken zu stärken. Mit Wittiges hat sie vor ihrer Hochzeit eine kurze Affäre, die aber nach der Eheschließung mit Sigibert nicht fortgesetzt wird, selbst wenn Wittiges Brunichild sehr ergeben ist und ihr als ihr Gefolgsmann in ihre neue Heimat folgt. Brunichild heiratet nämlich in eine wirklich explosive Familie ein, ihr Mann Sigibert und seine drei Brüder Charibert, Guntram und Chilperich sind in dauernde Machtkämpfe verwickelt, so dass der Roman richtiger "Die Fehde der Könige" betitelt sein müsste. In diesem Netz aus Machtkämpfen, Spionage und Betrug erweist sich Wittiges als unwandelbar loyal und wird von Sigibert mit ausgedehnten Ländereien belohnt. Der Roman zeichnet einerseits das Leben Brunichilds und Sigiberts und andererseits das von Wittiges und seinem Haushalt nach, wobei sich die Erzählstränge immer wieder treffen.

Vom Erzählstil hat mir das Buch sehr gut gefallen, es ist flüssig, aber nicht übermäßig anspruchsvoll erzählt und daher sehr angenehm zu lesen. Auch an Spannung mangelt es nicht. Das Ende kam mir allerdings ein bisschen abrupt vor.

Vermisst habe ich jedoch ein Personenverzeichnis, da die frühmittelalterlichen Namen, von denen leider viele mit Ch- beginnen, mir etwas unübersichtlich vorkamen. Außerdem hätte ich mir ein ausführliches Nachwort gewünscht, in dem mehr zu den historischen Fakten erklärt wird. Die Autorin scheint gründlich recherchiert zu haben (Vergleich mit wikipedia), Zusatzinformationen im Buch sowie eine Landkarte des frühmittelalterlichen Europa im Einband hätte ich gern gesehen.

Insgesamt betrachtet, ist "Die Fehde der Königinnen" ein unterhaltsamer Roman, den ich Lesern mit Interesse am frühen Mittelalter empfehlen möchte.

23.01.2011 14:36:20
lesemoni

KimVi,
das abrupte Ende liegt vielleicht daran das es noch eine Fortsetzung der Geschichte gibt und zwar " Die Rache der Königinnen"
Ich hab das Buch hier liegen aber noch nicht gelesen und bin schon sehr gespannt darauf !!! Ein kleiner Tipp ! Sich nicht unbedingt an einen genauen Klappentext klammern ,diese sind sehr oft nicht ganz genau .....

23.01.2011 13:04:01
KimVi

Der junge Landadelige Wittiges versteht sehr viel von Pferden. Dieses Wissen kommt ihm am Hof Athanagilds, König der Westgoten, zu Gute. Die Stute der Prinzessin Brunichild hat Probleme bei der Geburt ihres Fohlens. Durch Wittiges beherztes Eingreifen können die Stute und ihr Fohlen gerettet werden. Bereits beim ersten Zusammentreffen mit Brunichild verliebt Wittiges sich in die Prinzessin. Obwohl auch er der Prinzessin nicht gleichgültig ist, hat ihre Liebe keine Zukunft. Denn Brunichild ist Sigibert, dem König der Franken, versprochen. Wittiges kann die Prinzessin nicht vergessen und deshalb schließt er sich dem prächtigen Brautzug Brunichilds an und begleitet sie in ihre neue Heimat. Obwohl Brunichild versucht Wittiges von sich fernzuhalten, kreuzen sich ihre Lebenswege auch im Frankenland. Dort hält das Schicksal einige Überraschungen bereit.



Meine Meinung:

Durch den Schreibstil der Autorin fühlte ich mich ins Jahr 566 n. Chr. versetzt und konnte so das erste Zusammentreffen der beiden Hauptakteure miterleben. Auch den weiteren Verlauf der Erzählung empfand ich flüssig geschrieben und verfolgte deshalb gebannt den abenteuerlichen Brautzug und den Werdegang Wittiges. Brunichilds Entwicklung zur fränkischen Königin empfand ich ebenfalls glaubhaft geschildert. Die farbenprächtige Darstellung der damaligen Zeit, die politischen Schachzüge und auch die privaten Fehden am Rande der Handlung, zogen mich in ihren Bann. Doch nachdem ich nun schon über zweihundert Seiten des Romans verschlungen hatte, stellte ich mir langsam die Frage, wann es denn nun eigentlich zur Fehde der beiden Königinnen Brunichild und Fredegunde kommen würde. Aufgrund des Klappentextes hatte ich nämlich eine ganz andere Geschichte erwartet. Es gab zwar allerlei Intrigen und höfische Ränkespiele, doch der Auftakt zu einer Fehde zwischen den beiden Königinnen, war erst auf den letzten einhundert Seiten der Erzählung zu lesen.

Dennoch empfand ich die Handlung durchgehend interessant und spannend geschrieben. Die Liebe zwischen den Hauptprotagonisten spielte auch eher eine untergeordnete Rolle. Da ich kein Freund von allzu romantischen Liebesverwicklungen bin, empfand ich diesen Aspekt sehr erfreulich.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Handlung auf einem geschichtlichem Gerüst beruht und historisch belegte und fiktive Protagonisten darin vorkommen. Allerdings hätte ich mir in ein Nachwort gewünscht, in dem historische Daten und Persönlichkeiten erwähnt werden.

Nach all den detailliert beschriebenen Ereignissen der Erzählung, überraschte mich allerdings das relativ abrupte Ende des Romans. Denn dort überschlug sich die Handlung förmlich, ohne näher auf die Vorkommnisse einzugehen. Etwas mehr Ausführlichkeit hätte mir an dieser Stelle besser gefallen, da ich das Ende so als gehetzt und abrupt empfand.

03.03.2010 20:51:27
adhara

Schade, dass dieses wirklich feine und gut geschriebene Buch dem derzeitigen Trend, unbedingt eine weibliche Hauptperson zu haben, unterworfen worden ist. Weder Titel noch Klappentext sind stimmig, der eigentliche Protragonist ist definitiv Wittiges. Doch wurde wohl aus verkaufstechnischen Gründen eine so irreführende Verpackung gewählt...

Grundsätzlich hat Eva Maaser hier ein grosses Stück Geschichte vorgelegt, das sie in einer leicht verständlichen Sprache erzählt. Die Figuren sind - mit wenigen Ausnahmen - charakterstark und spannend geschildert. Es geht zwar nicht wirklich um eine Fehde von Königinnen sondern um den Bruderzwist der Könige, der manch intriganten und blutigen Schachzug verursacht, aber dieser wird schlüssig, spannend und über weite Strecken feinfühlig geschildert.

Ein tolles Buch, das vom Verlag leider weit unter seinem Wert angeboten wird...

15.02.2010 16:45:17
nina2401

Erzählt wird in diesem Buch die Geschichte von Wittiges, einem verarmten Adeligen, der ganz zu Beginn auf Brunichild, der späteren Frau von König Sigibert trifft. Er verliebt sich in sie, erlebt ein kurzes Techtelmechtel im Stall mit ihr und ist ihr weiterhin sehr verbunden. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder, zumal Wittiges in den Dienst von Brunichilds Ehemann tritt und ihre schwangere Zofe heiraten muss.
Ich lese total gerne historische Romane, doch dieses Buch konnte mich nicht wirklich fesseln. Ich habe 2 Anläufe benötigt, um es zu beenden. Die einzelnen Protagonisten bleiben farblos, der Handlung fehlt die Spannung. Über weite Strecken wird ohne Höhen und Tiefen erzählt und diese Passagen ziehen sich etwas in die Länge. Die Autorin schafft es lediglich ganz zu Anfang, als Wittiges und Brunichild sich zum ersten Mal begegnen, eine gewisse Atmosphäre herzustellen, im weiteren Verlauf der Geschichte gelingt es ihr leider nicht mehr. Der Klappentext hat natürlich keinen Einfluss auf die Story, aber ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass eine Inhaltsangabe so wenig mit dem Buch zu tun hat.
Ich kann dieses Buch leider nicht wirklich empfehlen, denn wer atmosphärische historische Romane liebt, wird sicher ein wenig enttäuscht sein

03.01.2010 13:22:49
charlotte_30

Wittiges und Brunichild lernen sich in Toledo kennen, ihre Lebensgeschichte wird im Roman erzählt. Der Plot führt den Leser in das frühe Mittelalter, in eine Zeit in der es in Europa zu einer Neuordnung kommt. Die Vormachtstellung der Römer ist beendet, sie hinterlassen ihren Nachfolgern ihre Kultur und ihre Gesetze. Der Autorin ist es gelungen dieses Erbe in ihren Roman aufzunehmen. Ebenso bemüht sie sich den Glaubensstreit darzustellen, welcher erst im 7.Jh. offiziell beendet wurde. Die historische Glaubwürdigkeit ihrer handelnden Figuren stimmen teilweise mit der Quellenlage überein und so beleuchtet der Roman eine bisher vernachlässigte Zeit, denn die meisten historischen Romanen spielen im Hochmittelalter. Ein Glossar der Personen und eine Karte wären beim Lesen hilfreich, statt des Klappentextes. Die Handlung des Romans erinnert weder an die Nibelungensage /Lied, noch passt der Titel, dies wären die größten Kritikpunkte.
Gegen Ende des Romans häufen sich Ereignisse, welche nicht 100% geklärt werden, daraus könnte man schließen, dass es eine Fortsetzung gibt. Diese Fortsetzung könnte Vergleichbar zu Rebecca Gablé sein.

14.10.2009 12:39:59
KH

Großartiger spannender Roman. Besonders faszinierend, die Beschreibung des damaligen Lebens und die Bezüge zur Römerzeit. Der Titel ist leicht irreführend, wäre genau passend für den hoffentlich irgendwann erscheinenden Folgeband. Liebe Frau Maaser, diese Buch schreit nach einer Fortsetzung!!! Enttäuschen Sie uns nicht!

10.10.2009 18:22:51
Silberfee28

Zum Inhalt :
Es geht um das Europa des frühen Mittelalters.
Zwei Königinnen die sich erbittert um Gebiete, Macht und Ansehen streiten und mittendrin ein junger Ritter namens Wittiges.
Zunächst wir die junge Prinzessin an einen anderen Königshof verheiratet um – wie damals üblich - die Gebietsansprüche des Vaters zu untermauern oder zu schützen.
Die Heirat wird aber von der anderen Prinzessin die ebenfalls den gleichen Mann begehrt nicht gern gesehen und schon beginnen Intrigen, Eifersucht und Hass eine große Rolle zu spielen. Die Lage spitzt sich immer weiter zu und schlussendlich muss sich jeder entscheiden auf wessen Seite er steht.
Das verspricht um die Zeit doch eine gehörige Portion Spannung und so sollte es auch sein.
Zum Buch selber:
Direkt zu Beginn des Romans bekommt man einen wagen Eindruck dessen was die Autorin unter Spannung versteht.
Sie versteht wie wenige andere Autoren die Dinge gleich ob es Situationen, Personen oder Landschaften sind zu beschreiben und dem Leser das Gefühl zu geben die Dinge selber zu sehen oder zu erleben. Das macht meiner Meinung nach auch den besonderen Charakter dieses Buches aus, die Liebe zum Detail.
Natürlich ist das Grundgerüst der Story nicht das Neueste, viele andere Autoren mittelalterlicher Romane haben sich ebenfalls dessen bedient und dennoch hat dieser Roman etwas Besonderes. Er ist einfach zu lesen wirkt an keiner Stelle langatmig , die Sprache ist nicht kompliziert und man hat als Leser nicht das Gefühl von historischen Fakten erschlagen zu werden. Gekonnt werden die notwendigen Fakten in Gespräche oder Berichte mit einbezogen ohne sich in den Vordergrund zu drängen oder belehrend zu wirken, man erfährt quasi nebenbei wie es damals war.
Die sich am Rande abspielende oder auch mal in den Vordergrund tretende verbotene Liebesgeschichte die gerade zu Beginn des Romans einen Großteil der Story ausmacht erfrischt den Roman zusätzlich und der Leser ist einmal mehr darauf erpicht zu wissen wie es zwischen den Liebenden weitergeht.
Zwei Kritikpunkte möchte ich mir dennoch erlauben zu erwähnen auch wenn sie nicht wesentlich ins Gewicht und den Gesamteindruck des Romans nicht schmälern.
Zum Einen sind die Namen sehr kompliziert und ungewöhnlich, wobei einige Namen so ähnlich sind das die Personen zu Beginn leicht verwechselt werden können und zum Anderen lässt sich zu Beginn des Romans kein genauer Bezug zum Titel des Buches herstellen.

Insgesamt ein gelungener Roman der eine Freude zu lesen war und von mir auf jeden Fall weiter empfohlen wird., mit der Hoffnung auf eine baldige Fortsetzung.

16.09.2009 22:06:58
anushka

Gleich als erstes vorweg: eigentlich hätte dieses Buch die volle Punktzahl verdient, wenn nicht Titel und Klappentext am eigentlichen Inhalt des Buches vorbeizielen würden.

Brunichild ist eine Tochter Athanagilds, König der Westgoten. Im Jahr 566 wird sie aus politischen Gründen an den Frankenkönig Sigibert I verheiratet. Dieses Buch setzt kurz vor dem Aufbruch ins Frankenland ein. Zu diesem Zeitpunkt ist Wittiges bereits seit zwei Wochen an Athanagilds Hof in Toledo. Da er nur der zweitgeborene Sohn seines Vater war, erbte sein Bruder das Gut und Wittiges muss sein Glück woanders suchen. Doch von einem Edelmann werden auch immer wieder Geldgeschenke erwartet und so ist Wittiges bald pleite. Als er Brunichilds Stute Bella beim Fohlen das Leben rettet, lernt er auch Brunichild kennen und verfällt ihr. So entschließt sich Wittiges, den Brautzug nach Reims zu begleiten, was Brunichild gar nicht recht ist, hat sie doch Wittiges\' Hingabe für sich ausgenutzt und nun die Befürchtung, dass ihr kurzes Verhältnis zu ihm bekannt werden könnte. Sie legt ihm viele Steine in den Weg und beide erwartet unabhängig voneinander eine abenteuerliche Reise ... und ein abenteuerliches neues Leben. Brunichild muss zur Königin heranreifen und sich als solche behaupten und Wittiges wird bald in die Garde des Königs aufgenommen und zum Krieger ernannt.

In diesem Buch passiert unglaublich viel. Die Autorin hat auf 477 eng bedruckten Seiten sehr viel Geschichte untergebracht und doch ist sie nur ansatzweise der Beginn der Königinnenfehde und der Auseinandersetzungen im Frankenland. Nach etwas Recherche im Internet bin ich mir sicher, dass sich mit dem weiteren Verlauf der Ereignisse noch mehrere Bände füllen lassen. Dabei ist mir auch bewusst geworden, wie gut recherchiert dieses Buch ist und wie überzeugend die Charaktere dargestellt wurden. Viele der Personen sind tatsächliche historische Figuren und die damalige Zeit ist farbenprächtig, anschaulich und sehr gut vorstellbar dargestellt. Auch Maasers Sprachstil fand ich angenehm und angemessen. Immer wieder gibt es neue Wendungen und die Geschichte wird nie langweilig. Mit Wittiges hat Maaser zudem einen sympathischen Helden erschaffen und der ständige Wechsel zwischen Wittiges\' und Brunichilds Perspektive bietet viele Einblicke in die damalige Politik und zahlreiche Intrigen. Allerdings sind sowohl Klappentext als auch Titel irreführend, da Brunichild und Fredegund anfangs noch Freundinnen sind und sich die Feindschaft erst auf den letzten hundert Seiten abzeichnet, als Brunichilds Schwester Gailswintha ins Spiel kommt. Ab diesem Punkt flammt der Bruderkrieg wieder voll auf und beide Frauen, Fredegund und Gailswintha, sind aktiv involviert. Das Buch endet an einem Punkt, an dem die Geschichte unmöglich zu Ende sein kann und es wird offensichtlich, dass es einfach weitere Bücher geben muss. Und auf diese freue ich mich schon sehr, denn Maaser konnte mich voll überzeugen und mich für einen Teil der europäischen Geschichte begeistern, für die ich mich von selbst wohl eher weniger interessiert hätte. Faszinierend fand ich auch die zu diesem Zeitpunkt noch bestehenden Bezüge zur Römerherrschaft, die da noch nicht allzu lange her ist. Nach diesem ersten Buch, dass ich von Eva Maaser gelesen habe, gehört sie für mich bereits mit zu den besten deutschen Autoren im Genre des historischen Romans.

27.08.2009 20:47:03
ESTRELLA

Brunichild, die westgotische Königstochter, wird schon in jungen Jahren politisch klug verheiratet. Kurz vor ihrer Abreise erlebt sie eine kurze Affäre mit dem Stallburschen Wittiges, der ihr auch prompt in die neue Heimat folgt - gegen Brunichilds Willen. Brunichild reift immer mehr zur einflussvollen Königin heran und Wittiges - zu ihrem Missfallen - zum persönlichen Vertrauten ihres Mannes, Sigibert.

Zusätzlich zu dem Hauptstrang, der aus Sicht Brunichilds geschildert wird, kommen auch Aletha, die unter Zwang Wittiges heiraten mussste, und ihr Bruder Alexander zu Wort. Das Geschehen wird farbenfroh und ausführlich geschildert, die Charaktere sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet und überzeugen durch eine glaubhafte Entwicklung während des Verlaufs der Geschichte.

Leider wird das letzte Viertel des Buches, das fast 10 Jahre umfasst, sehr schnell und unausführlich abgehandelt, beinahe wie im Zeitraffer. Dadurch geht die dichte Atmosphäre verloren, was es dem Leser schwer macht, wieder in die Geschichte einzutauchen.

Die durch den Titel und Klappentext versprochenen Fehde wird allerdings nicht geschildert. Fredegunde, die eigentliche Gegenspielerin Brunichilds, bleibt eine lieblose Randfigur, nie werden auch nur kleine Streitigkeiten zwischen ihnen geschildert.

Obwohl ich durch den irreführenden Titel etwas ganz anderes erwartet habe, kann ich doch wegen der farbenprächtigen Schilderungen, die eine längst vergessene Zeit wieder zum Leben erwecken, und wegen den authentischen Charakteren 3 Punkte vergeben.

18.08.2009 18:33:03
Markus Giesinger

Leicht lesbare, eher epische und nicht krampfhaft um Spannung bemühte Geschichte Europas nach der Völkerwanderung. Auch die Mühen des Alltagslebens werden farbig und unaufdringlich geschildert. Die Figuren werden ohne Heldenpathos charakterisiert. Ein unaufdringlicher Roman, besonders geeignet für frankophile Leser.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren