Das Mädchen und sein Henker

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2009, Titel: 'Das Mädchen und sein Henker', Originalausgabe

Couch-Wertung:

74

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:85
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":1,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Volker Faßnacht
Ein Plädoyer für die Menschlichkeit

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Jun 2009

Kurzgefasst:

Hamburg im 18. Jahrhundert: Der 16-jährige Jan Kock muss nach dem plötzlichen Tod seines Vaters dessen Amt als Scharfrichter übernehmen. Viele Jahre erfüllt er seine Arbeit pflichtbewusst. Doch als er sich in das Lachen eines Mädchens verliebt, gerät seine Welt ins Wanken. Denn die junge Hanna Kranz, Dienstmädchen einer reichen Familie, ist des Kindsmordes angeklagt und bis zu ihrer Hinrichtung bleiben nur noch wenige Tage...

 

Das Mädchen und sein Henker ist der erste veröffentlichte Roman von Dagmar Fohl. Sie berichtet detailliert über den Beruf des Scharfrichters im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Die Zwänge der Zeit

Noch immer sind die Menschen eingezwängt in die Nomenklatur des herrschenden Systems. Scharfrichter sind und bleiben das, was sie sind, nämlich die nachrichterlichen Vollstrecker, die für die Obrigkeit die Drecksarbeit erledigen. Die Durchführung der Folter, Körper- und Ehrenstrafen und die Abdeckerei und Kloakenreinigung waren neben der Aufsicht über die Prostitution weitere Aufgaben des Henkers. Aber auch Arzt und Apotheker waren Tätigkeiten, die von Henkern ausgeübt wurden, denn niemand sonst kannte sich mit der Anatomie des menschlichen Körpers so gut aus, wie die Scharfrichter - wohlgemerkt, diese Tätigkeit wurde nur hinter vorgehaltener Hand von den Menschen akzeptiert, da der Henker gleichzeitig als unrein und unehrlich galt.
Aber z.B. auch die Mägde waren fest eingebunden in dieses starre System:

 

 

Gottes Wille ist es, dass du anderen, die höher stehen als du, dienst. Wie Gott nun einen jeden berufen hat, also wandle er.

 

Oder auch das alttestamentarische Gebot "Auge um Auge - Zahn um Zahn" war unabdingbares Gut der Gesellschaft, was weder kritisiert noch hinterfragt wurde, ebenso wie es quasi unmöglich war, eine höhergestellte Person anzuklagen. Und so war das Recht stets auf Seiten des gesellschaftlich höher angesiedelten Menschen, der im Umkehrschluss Narrenfreiheit genoss, solange er einen "Schuldigen" präsentieren konnte.

Ein Appell für die Abschaffung der Todesstrafe in Romanverpackung

Dagmar Fohl ist bei ihrem Erstlingswerk keine reine Roman-Erzählerin. Vielmehr appelliert sie an die Menschen, ihr Hirn einzuschalten, nicht mehr die Augen zu verschließen, wenn doch ersichtlich ist, welch großes Unrecht geschieht. Der vorliegende Fall: Eine Magd soll angeblich ihr neugeborenes Kind getötet haben. Einen Vater dazu gibt es nicht. Selbst wenn sie es gewesen sein sollte - Dagmar Fohl spricht sich zwar nicht deutlich dagegen aus, aber es ist zu erahnen, dass sie es wohl nicht gewesen ist - so hat sie sich in ihrer Zeit zwischen Not und Elend zu entscheiden.

Verlust der eigenen Ehre, Armut, Ächtung einerseits oder Kindsmörderin andererseits

Wäre es nicht viel besser, die Ursache dieses Dilemmas abzuschaffen? Dafür aber war die Zeit trotz der mit Immanuel Kant einhergehende Erkenntnis, einer aufgeklärten Gesellschaft, die die Glückseligkeit aller ermöglicht und garantiert, noch immer nicht reif, da die Voraussetzung dafür der richtige Gebrauch der Vernunft und den Mut zum selbstverantworteten Denken erfordert hätten und nicht immer nur der Verweis auf Gott und dass wohl schon alles seine Richtigkeit habe, wenn es die Obrigkeit so bestimmt.

Wie aber hätte Zweifel über die Gerechtigkeit einer öffentlichen Hinrichtung entstehen sollen? Der speichelleckende, obrigkeitsunterwürfige, eifernde und geifernde Mob, der sich voller Lust und Grausen am Elend der Unglücklichen erfreut hat und bisweilen selbst Hand angelegt hat, wenn ein Scharfrichter gefehlt haben sollte, waren doch gerade er derjenige, der am schärfsten verurteilte.

Wie kann ein Scharfrichter richten?

Der - wohl fiktive - Scharfrichter Jan Kock ist ein herzensguter Mensch, der, seiner Alternativen zur Ergreifung eines anderen Berufes aus Standesgründen, beraubt war. Als 16-Jähriger musste er bereits das Henkersamt von seinem Vater übernehmen. Er, der doch viel lieber den Menschen helfen wollte, sie gesund machen wollte, statt sie zu richten. Trotzdem hat er noch nie gefehlt und seine Liste an Kindsmörderinnen ist wahrlich lang.
Wie aber konnte er in diesem Fall, nachdem er sich in das Lachen dieses Mädchens verliebt hatte, ausgerechnet er also, dieses schreckliche Urteil an ihr vollstrecken? Hanna, die ihn seit einem ganz schrecklichen Streich, damals in seiner Kindheit, zum ersten Mal wieder zum Lachen gebracht hatte, ja, ihm sein Lachen zurückgegeben hatte, wie sollte er sie richten?

Dagmar Fohl gelingt es ausgezeichnet, die Hintergründe und Gedanken dieses Menschen zu skizzieren, darzulegen, wie schwer dieses aufgebürdete Amt auszuführen war.

Die Randfiguren sind zu wenig beleuchtet

Zusammen mit der Darstellung des Defensors Dr. Friedrich König ist Jan Kock die einzige Person, die in dem Roman ausführlich beschrieben wird. Alle anderen Beteiligten bleiben recht farblos. Selbst über Hanna erfährt die Leserschaft wenig.

Auch der Stil des staccato-artigen Beschreibens der Gedankenwelt der Protagonisten ist sehr außergewöhnlich und stört zunächst den Lesefluss massiv, da er unerwartet und noch völlig zusammenhanglos auf die Leserinnen und Leser hereinbricht. Dies ändert sich allerdings in der letzten Einstellung schlagartig, als die letzten Gedanken der Delinquentin in der Einsamkeit ihrer Zelle wiederum in diesem Stil beschrieben werden.

 

 

Hannas Muskeln zuckten. Plötzlich Kälte. Blut zu Eis erstarrt. Zähneklappern. Fieberschauer. Heiß. Kalt. Heiß. Kalt. Schnellte von ihrem Lager hoch. Lief in der Zelle umher, schwitzte. Durst. Durst. Zunge am Gaumen. Hals ausgetrocknet. Lief umher. Begann, ihre Schritte zu zählen. 354, 55, 56. Acht Schritte von der gegenüberliegenden Wand zur Zellentür, fünf Schritte von Seitenwand zu Seitenwand, acht, acht, fünf, fünf. 431, 432, 33, 34. Jäh blieb sie stehen, im fahlen Strahl, den der Mond durch die Gitter schickte, blickte zum winzigen Fenster hinauf. [...]

 

Hier passt es einfach, weil die Spannung schier atemlos anwächst und jede verzierte und weiter ausholende Erzählung das Tempo gnadenlos abbremsen würde.

An manchen Stellen zu wenig, an anderen Stellen zu viel

Insgesamt kann der vorliegende Roman nicht ganz überzeugen. Phasenweise ist er zwar sehr eindrucksvoll und höchst informativ, doch bleiben auch sehr viele Personen und Handlungsstränge auf der Strecke, die wohl viele Leser gerne besser kennen gelernt bzw. deren Ende geklärt gehabt hätten. So wird das Buch manchem Leser an einigen Stellen fast schon ein wenig merkwürdig steril vorkommen. Vielleicht wäre die Betonung auf mehr Roman und dafür weniger Appell gegen die Todesstrafe besser gewesen?

So aber ist es die Frage an die Leserschaft selbst, wie sie das vorliegende Buch letztendlich versteht: Ein dramatisches Plädoyer für die Menschlichkeit, das sehr gut bei den Menschen der heutigen Zeit ankommt, oder eben zwar ein spannender historischer Roman, der aber leider ein paar Erzählstränge zu viel im Sande verlaufen lässt bzw. überhaupt nicht anspricht.

Glücklicherweise jedenfalls hat die Geschichte ein dramatisch-spannendes Finale aufzuweisen, das manche Schwäche überdecken dürfte. Ein sehr ordentliches Debüt, welches mit einem Nachwort, Danksagungen und einem Quellenverzeichnis abgerundet wird.

 

Das Mädchen und sein Henker

Das Mädchen und sein Henker

Deine Meinung zu »Das Mädchen und sein Henker«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
09.02.2011 21:24:49
Hedwig

Dieser Roman hat mich sehr berührt und gleichzeitig schwer begeistert.
Das Thema regt zum Denken an, zeigt wieder einmal auf, wie schwer Frauen es hatten und auch die Außenseiter, wie der Henker.
Das Buch ist spannend geschrieben, interessant sind auch die Personen der Handlung, das Mädchen, der Henker, der Hausherr und seine Frau und zuletzt ein Anwalt mit Herz.
Ich fand diesen Roman von Frau Fohl noch besser als "Die Insel der Witwen" und freue mich schon sehr, auf das neue Buch der Autorin.

02.01.2011 20:02:34
Thomas

Der Roman ist insgesamt recht gut, aber in einem Punkt schlecht rechechiert:

Es stellte sich die Möglichkeit für den Henker dar, eine Frau frei zu bitten. Das hieß, der Henker konnte eine
verurteilte Frau, vor dem Tode retten, indem er diese zum Weibe nahm.

Wenn Jan wirklich die Hanna liebt und sie ihn auch, so wäre diese Lösung ein schöneres Ende.

05.04.2010 12:05:13
Heinrich Anke

Ein erstklassiger Roman voller Esprit und Spannung. Unbedingt lesen!
Dagmar Fohl bricht mit ihrem Roman „Das Mädchen und sein Henker die ausgetretenen Wege des Genres „Historischer Roman“. Auf hohen Niveau spinnt sie eine intelligente Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Die Autorin erzählt keine Belanglosigkeiten. Sie setzt sich mit dem Thema der Todesstrafe auseinander. Sie macht die Gefühle des Scharfrichters Jan Kock wie der des Kindmords angeklagten Dienstmädchens Hanna Kranz eindrücklich nachspürbar und schildert kenntnisreich die Gedankenwelt des Anwalts Friedrich König, eines Gegners der Todesstrafe. Hervorragend ist ihre akribische Recherche, ihre niveauvolle Sprache und dichte Darstellung der Charaktere und ihrer Lebenswelt. Wie nur wenigen Autoren gelingt ihr die authentische Schilderung einer Zeit, die den Leser die Gegenwart vergessen und mit allen Sinnen in das Leben im Hamburg des 18. Jahrhunderts eintauchen lässt. Mögen noch viele Romane aus Dagmar Fohls Feder fließen!

25.01.2010 12:46:21
Cornelia

Der Roman hat mich sehr gefesselt.
Der lakonische Stil war dem Thema angemessen, so dass ausgeschlossen wurde, dass die Autorin in Larmoyanz abgleitet
Viele Details waren hervorragend recherchiert worden, das Flaire der alten Hansestadt am Ende des 18 Jahrhunderts und der Gegensatz zwischen Unten und Oben gut herausgearbeitet

21.01.2010 15:10:19
Moni_Schmoekerkiste

Auch Hanna hat es nicht leicht. Als Dreijährige in der Kirche ausgesetzt, in der Pfarrerfamilie groß geworden, vermittelt sie der Pfarrer mit 17 Jahren als Dienstmädchen in einen reichen Kaufmannshaushalt. Doch dort wird sie nur ausgenutzt. Sie wird schwanger, verschweigt es aber. Als das Kind geboren wird, ist sie allein. Sie wird ohnmächtig und als sie zu sich kommt, liegt ihr totes Kind neben ihr. Die Hausherrin beschuldigt Hanna des Kindsmordes, worauf Todesstrafe steht.
Die menschenunwürdigen Foltermethoden zu dieser Zeit haben aus jedem ein Geständnis rausgeholt. So auch bei Hanna. Sie wird verurteilt zum Tode durch das Schwert. Die gerichtsmedizinische Untersuchung der Kinderleiche erscheint mir sehr fragwürdig. Ebenso, dass niemand auf den Gedanken kam, jemand anderen als Mörder in Betracht zu ziehen. Aber ich denke mal, dass es zu dieser Zeit so gehandhabt wurde.

Menschenverachtend war auch die Art, wie eine Hinrichtung gefeiert wurde. Regelrechte Volksfeste wurden veranstaltet. Es wurde gesoffen und getanzt.

Ich fühlte mich ins 18. Jahrhundert nach Hamburg katapultiert und erlebte die Geschichte hautnah mit. Alle Schauplätze sind so gut geschildert, dass ich sie förmlich vor mir sehe.

Die Autorin schildert hier sehr gut die Gefühle der verurteilten Hanna. Ihre Angst, ihre Verzweiflung, ihre Resignation und Hilflosigkeit. Ein Gefühlschaos, das kaum zu beschreiben ist. Und doch ist es Dagmar Fohl gelungen, mir genau zu vermitteln, wie es in Hanna aussieht. Auch Jan, den die Autorin sehr detailliert darstellt, erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Seine Gedanken zerreißen ihn fast, mal Angst, mal Hilflosigkeit, dann überwiegt wieder sein Pflichtbewusstsein.

Alle andern Figuren sind nur am Rande beschrieben, was mich letztendlich aber wenig gestört hat. Lediglich über Dr. Friedrich König, den Anwalt von Hanna und Gegner der Todesstrafe, erfährt man etwas mehr. Einiges bleibt offen, auch der wirkliche Mörder des Kindes. Die Autorin lässt auch die Möglichkeit einer Totgeburt offen. Eine wirklich spannende Geschichte mit überraschendem Ende.
Dagmar Fohl wollte hier aufzeigen, wie UNSINNIG und UNGERECHT die Todesstrafe war, die übrigens in Deutschland erst 1949 abgeschafft wurde, und das ist ihr mehr als gelungen.
Bei mir kam ihre Botschaft ohne Umschweife an.

Trotzdem würde ich „Das Mädchen und sein Henker„ nicht als Krimi bezeichnen. Dazu fehlte mir die Aufklärung. Wer war nun wirklich der Mörder und war es überhaupt Mord?

Fazit:

Dagmar Fohl ist mit diesem Buch ein wirklich guter Debütroman gelungen. Sie ist eine Autorin mit eingängigem Schreibstil, von der man in Zukunft hoffentlich noch mehr zu lesen bekommt.

Da mir am Ende aber doch einiges gefehlt hat, bekommt das Buch von mir nur 4 Sterne.

20.01.2010 18:40:29
Bmn

Das Schwergewicht und die Betonung
auf die Menschlichkeit lese ich aus dem Roman nicht primär heraus.
Vielmehr ist er ein Sittenbild er hanseatischen Gesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts, die - hier zugespitzt auf i.w. drei Protagonisten "unten" und "oben"- vor allem auch die Lokalität und die Lebensumstände von Alt-Hamburg beschreibt.
Ein sehr gelungener Erstlingsroman, der ja auch zwischen die Deckel eines Taschenbuchs passen musste; daher sind Randfiguren vermutlich nicht weiter ausgeschmückt worden.

11.12.2009 14:20:38
Ann-Christin Hausberg

Vorachtbare und Ehrenwohlgeachtete Dichterin, ich bin tief beindruckt und sage Dir ganz großen Dank für dieses Erlebnis, diesen geistigen Genuss, diese Teilhabe an ganz anderen Leben in ganz anderen Zeiten, die ich durch die Lektüre Deines Romans empfinden durfte.
Das war wirklich ein interessantes und packendes Erlebnis, so tief in die Lebensgeschichten von Jan und Hanna einzutauchen.
Ich höre sie reden, die Senatoren, Anwälte, Bürgersfrauen und Dienstmägde. Ich rieche den Gestank und den Kaffee, ich kann die schmerzenden Finger der jungen Kaufmannstochter spüren und die rasende Wut des Scharfrichtersohns erahnen. Gebannt sehe ich den Schildermädchen in der Kattunfabrik zu und will die Augen schließen, bevor ich den Spanischen Stiefel genau erkenne, aber ich lese weiter.
Das Buch ist voll mit intensiven Eindrücken und klugen Gedanken. So zum Beispiel die Erkenntnis, dass ein Nachrichter eigentlich ein engagierter Chirurg wäre, mit all seinem Wissen über Schraubentourniquet, Kupfervitriol, getrockneten Bovist und seiner Wut gegen die Scharlatane am Pesthof.
Ein Debütroman, der sehr überzeugt und große Lust auf mehr macht. Ich hoffe, dass von dieser Autorin, noch viele so interessante und anregenden Romane erscheinen werden.