Wie ein Falke im Wind

Erschienen: Januar 1993

Bibliographische Angaben

  • Arena, 1993, Titel: 'Wie ein Falke im Wind', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Wieso war Kriemhild nur so voller Rachedurst?

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2009

Kurzgefasst:

Der Roman spielt zur Zeit des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Er erzählt die Geschichte von Konrad, der als fahrender Sänger durch die Lande zieht, bis er eines Tages den Auftrag erhält, die Sagen vom Glanz und Untergang der Nibelungen, die bislang nur mündlich überliefert waren, aufzuschreiben.

 

Wer kennt es nicht, das Lied der Nibelungen? Doch wer hat sich schon damit auseinander gesetzt, wer das Lied einst verfasst hat? Gabriele Beyerlein macht es in ihrem Jugendroman Wie ein Falke im Wind. Und sie macht es gut. Um in einer eingängigen Sprache komplexe Hintergründe zu erläutern, lässt sie den jungen Konrad im ausgehenden 12. Jahrhundert seinen Traum leben: Nachdem er von der Burg seines Bruders geflohen ist, schließt sich der junge Adlige zunächst einer Gauklertruppe an, später dem großen Sänger und Dichter Oswald vom Finkengrund. Dessen Geschichte der Nibelungen hat Konrad schon vor Jahren bewundert, doch verbot ihm damals sein Ausbilder, ein strenger Kaplan, den Weisen des Sängers zu lauschen. Als Oswalds Schüler verfeinert Konrad nicht nur seine Musikalität, er arbeitet auch an einer eigenen Version des Nibelungenliedes.

Einfacher Aufbau

Die Autorin stellt die musikalische Entwicklung Konrads in den Mittelpunkt des Geschehens. Damit begibt sie sich auf eine Gratwanderung. Denn oft streift die Geschichte die Grenze zur Langatmigkeit, die dazu führen könnte, das Buch mitten drin wegzulegen. Dass man sich letztlich doch dafür entscheidet, die Entwicklung Konrads mitzuverfolgen, ist der Kunst der Autorin zuzuschreiben, den Leser unvermittelt wieder in die Geschichte hineinzuziehen, wenn sich der Schauplatz ändert. Auch unter der Berücksichtigung, dass Wie ein Falke im Wind grundsätzlich für ein jugendliches Publikum geschrieben ist, gibt es im Plot die eine oder andere Stelle, die sich doch etwas störend auswirkt. So hinterlässt etwa die Geschichte von Konrads Vater ein Gefühl von Unzufriedenheit und Enttäuschung. Allzu schwach sind hier Plot und Figuren geraten.

Mehr vom Grundthema

Leider bleibt die Gestaltung des Nibelungenliedes trotz Hauptthema nur Nebensache. Diesen Eindruck vermag man zumindest gewinnen, denn das Einflechten unzähliger kleinerer und größerer Widernisse lenken vom eigentlichen Thema ab. Zudem werden zwar immer mal wieder Fragmente des Nibelungenliedes präsentiert, die ganze Geschichte, die doch letztlich das Leben und Wirken des Buchhelden Konrad ausmacht, bleibt im Verborgenen. Natürlich lässt sich nicht das ganze Nibelungenlied einflechten, doch müsste es zumindest eine Zusammenfassung geben, die einem unkundigen Leser das Geschehen besser erschließt. Erst recht, wenn sich die Leserschaft aus vornehmlich jugendlichen Personen zusammensetzt, die wohl nicht alle eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Nibelungen hinter sich haben.

Nicht ohne Reiz

Bei allen Schwächen, die dieses Buch aufweist, so ist es doch nicht ohne Reiz. Es zeigt unter anderem die Entwicklung des schmächtigen Konrads in einer Zeit, in der nur die Starken wirklich auf Ansehen hoffen durften. Von einem unreifen und unüberlegten Bengel entwickelt sich Konrad zu einem ernsthaften Menschen, der im entscheidenden Moment auch die Freundin niederer Herkunft nicht verleugnet. Gerade diese Passagen sind der Autorin wunderbar gelungen und machen anderenorts auftretende Schwächen vergessen.

Nicht geeignet ist dieser Roman für jemanden, der sich ernsthaft mit dem Nibelungen-Thema auseinandersetzen möchte und eine vertiefte Einführung ins Thema erwartet. Unterhaltsam und leicht zu lesen ist Wie ein Falke im Wind aber allemal.

 

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