Das Blut des Skorpions

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2006, Titel: 'Il sangue dello scorpione', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Mantel, Degen und eine gewisse Unordnung

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mai 2009

Kurzgefasst:

Rom, eine klare Nacht im Mai des Jahres 1666. Am Himmel zeigt sich das Bild des Skorpions, als Pater Athanasius Kircher vom Dach des Collegium Romanum die Sterne betrachtet. Kurz darauf erhält er Kunde vom Mord an einem Ordensbruder, den man enthauptet in der Kirche Santa Maria Maggiore aufgefunden hat. Ein Bernsteinamulett, das offenbar der Mörder am Tatort verloren hat, lässt dem Pater das Blut in den Adern gefrieren. Denn dieses Amulett ist ihm vor Jahren schon einmal begegnet: Es gehört dem Skorpion, einem Mann, der einst mit einer grauenvollen Serie von Morden an Jesuitenpatern für Angst und Schrecken sorgte ...

 

Im Rom des Jahres 1666 liegt Papst Alexander VII. im Sterben und die schwedische Königin Christine, Mutter des derzeitigen schwedischen Königs, lebt ebenfalls in der Stadt und hält Hof. Da wird ein toter Mönch gefunden, grausam geköpft und von Schaulustigen umringt. Durch Zufall ist der nicht vom Erfolg verwöhnte Maler Fulminacci anwesend und findet einen umfassten Bernstein, in den ein schwarzer Skorpion eingehüllt ist.

Er zeigt dies Pater Kircher, der den toten Mönch kannte und dem auch dieser Bernstein nicht fremd vorkommt. Prompt gerät Fulminacci in bedrohliche Machenschaften, in die auch Beatrice, eine Freundin, mit hineingezogen wird. Gemeinsam mit ihr und dem Großmeister Baldassare Melchiorri wird Fulminacci immer tiefer in die seltsamen und brutalen Machenschaften gezogen. Da rollen noch mehrere Mönchsköpfe und irgendwie stecken auch noch höher gestellte Geistliche mit in den Intrigen. Allen voran die unbarmherzige Inquisition in Gestalt des Kardinals Bernardo Muti ...

Flache Atmosphäre

Mit seinem ersten historischen Thriller begibt sich Massimo Marcotullio in das barocke Rom, in dem die Luft nur so brennt von Intrigen und Betrügereien. Dabei hat Marcotullio einen "Mantel-und-Degen-Roman" geschrieben, in dem die Musketiere ihre Klingen kreuzen und niemand unbedingt der ist, der er zu sein scheint.

Zwar gelingt dem Autor der Einstieg in die Handlung recht schnell, dennoch bleibt er im gesamten Buch recht oberflächlich und lässt doch einen gewissen Tiefgang vermissen. Die Atmosphäre der Zeit bleibt durch die Ereignisse historisch, durch die Erzählung wird aber nicht viel dazu beigetragen. Dabei gibt es Höhen und Tiefen in der Geschichte. So kann das Szenario in der Oper als gelungen betrachtet werden, andere Erzählteile hingegen bleiben flach und verlieren somit schnell an Spannung.

Indiskutabler Sprachstil

Auch Marcotullios Sprachstil bleibt leider hinter den Erwartungen zurück. Auffallend ist, dass es keine einheitliche Entwicklung gibt, sondern dass sich, wie in der Handlung auch, gelungene Abschnitte mit absolut indiskutablen mischen. Höhepunkte sind da sicherlich Ausdrücke, die nicht in die Sprache der Zeit passen wie "Fertig ist der Lack!" Hier bedient sich der Autor eines Sprachrepertoires des 21. Jahrhunderts, das leider mit dem 17. Jahrhundert nichts zu tun hat und sehr auffällig stört.

Die Figuren sind nicht sehr intensiv gezeichnet und bleiben alle an der Oberfläche. Da besteht in weiteren Bänden einer beginnenden Reihe (in Italien ist bereits der dritte erschienen) noch ausreichend Potenzial. Beinahe klischeehaft bedient Marcotullio die Erwartungen der Leser. Neben dem Maler Fulminacci (stets arm und doch kampferfahren) und der Kartenleserin Beatrice (hübsch, rothaarig und daher geheimnisvoll, obschon erst 20 und lebenserfahren) kommt ein zufälliger alter geheimnisvoller Bekannter daher, der der Retter in der Not ist. Dazu kommen ein schrank-großer Begleiter Beatrices, der nicht spricht, ein skrupelloser Kardinal der Inquisition in Form von Bernardo Muti und auch ein Kardinal der anderen Seite, de Simara, mit dessen Identität Marcotullio dann doch über das Ziel hinausschießt.

Am Ende installiert der Autor schon überdeutlich, was in einer Fortsetzung mit den Hauptfiguren passieren könnte. Das ist erst mal nicht schlimm, passt aber in das schwammige Gesamtbild des Romans.

Alles irgendwie unvollständig und unbefriedigend

Die Handlung selbst ist dabei leidlich spannend. Da werden Mönche geköpft, der Vatikan mit hineingezogen in die Machenschaften von wem auch immer und der Oberschurke, der "Skorpion", erlebt natürlich die letzte Seite des Romans nicht. Allerdings bleiben auch Fragen offen, wie zum Beispiel die wahre Identität des Skorpions oder ob der eigentliche Auftraggeber (wer immer das auch sein mag) sein Ziel erreicht hat. Somit bleibt das Ende in jeglicher Hinsicht unvollständig und ob diese Fragen im nächsten Buch beantwortet werden, ist auch nicht zu erwarten.

Was bleibt, ist ein Buch, das flüssig zu lesen ist und in erfreulich kurze Kapitel eingeteilt ist, die allerdings mit teilweise unnötigen Cliffhangern direkt in das nächste Kapitel überleiten. Wirkliche Spannung kommt nicht so häufig auf und wenn, dann ist die Situation zu schnell bereinigt. Im vierseitigen Anhang berichtet der Autor noch über die realen und fiktiven Figuren, die er verwendet hat, was eine nette Zutat zu seinem Roman ist. Man fragt sich allerdings doch, warum Pater Kircher, auf dessen Figur scheinbar die Grundidee zu diesem Roman beruht, fast gar nicht vorkommt und wenn, dann warum sein Potenzial nicht besser genutzt wurde.

Wenn Massimo Marcotullio mehr Ordnung in seine Handlung und in seinen Schreibstil bringt, kann allein durch die Ausgangssituation noch eine spannende Reihe daraus werden. Hoffen wir, dass es ihm gelingt.

Das Blut des Skorpions

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