Die Sonne des Königs

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • , 2008, Titel: 'Mistress of the Sun', Originalausgabe

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80

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Natalie Höhne
Das faszinierende und gefährliche Leben am Hof von Versailles

Buch-Rezension von Natalie Höhne Apr 2009

Kurzgefasst:

Als ihr Vater stirbt, wird Louise de la Vallière zu arm für das Kloster und die Ehe aus der Provinz an den prachtvollen Hof des Sonnenkönigs nach Versailles geschickt. Der junge Ludwig XIV. ist gleich von dem intelligenten und natürlichen Mädchen, das reiten kann wie ein Mann, fasziniert. Eine tiefe, aufrichtige Liebe wächst zwischen den beiden. Louise wird zu seiner heimlichen Vertrauten und Geliebten und zur Mutter seiner Kinder. Doch Louises Einfluss auf den König ist vielen am Hofe ein Dorn im Auge - allen voran der Marquise de Montespan. Sie ist es, die Louise schließlich zur Zielscheibe einer bösartigen Intrige macht. Und Louise weiß, dass ihr Stand am Hofe und im Herzen des Königs nicht mehr sicher und ihr Leben in Gefahr ist.

 

Die junge Louise, viel zu klein für ihr Alter und in ihrem Geist doch schon weit voraus, ist wild und jungenhaft, dabei jedoch gefühlvoll und intelligent. Sie will sich, zum Leidwesen ihrer Mutter, so gar nicht in die strengen Regeln und Konventionen fügen, deren Einhaltung die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts einem jungen Mädchen abverlangt. Louise geht lieber ihre eigenen Wege, welche sie eines Tages mit einem wunderschönen aber gefährlichen Hengst zusammenbringen. Dieser wird ihr ganzes Leben verändern und pägen. Nach dem tragischen Tod ihres geliebten Vaters, dem einzigen Menschen, der sie je wirklich verstanden hatte, gelangt Louise über Umwege schließlich als Gesellschafterin an den Hof des Königs. Louis XIV. ist ein junger, dynamischer Herrscher mit einem großen Sinn für die Kunst und Kultur und Louise ist, wie die meisten Frauen am Hof, sofort in seinen Bann geschlagen. Auch dem König fällt die zwar schüchterne, aber vor allem kluge und ungekünstelte junge Frau auf, mit welcher ihn eine große Leidenschaft zur Natur und zu Pferden verbindet. Obwohl sich die streng gläubige Louise anfangs stark gegen ihre Gefühle wehrt, entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen den beiden. Louise muss lernen, den Ränken der Neiderinnen und Intriganten zu entgehen und gerät immer tiefer in den Strudel höfischer Fallstricke.

Wie ein Gemälde...

Sandra Gulland beweist erneut ihr Talent für malerische Sprachbilder und versteht es, den Leser an den Hof von Versailles zu verlagern. Die lautstarken Feste und die bunten, ausladenden Gewänder erscheinen genauso lebendig vor den Augen des Lesers, wie er die Ruhe und den erdigen Geruch des Waldes wahrnimmt, wenn Louise in ihrem Element - der Natur - ist. Das Werk ist stilsicher geschrieben und der Leser fliegt ohne Verzögerungen über die Seiten abgerundeter, Phantasie anregender Sätze und vertieft sich schnell in die Handlung.

Dies ist kein weiteres unter vielen Büchern über das schillernde Leben am Hof von Versailles und den imposanten Sonnenkönig, sondern die Geschichte einer tiefgründigen, vielseitigen Frau. Der Leser sieht Louise aus ihrer Kindheit herauswachsen und liest sich tief in die von der Autorin erwählten Psyche der Figur, welche sich von einem neugierigen und ungebeugten, aber auch sehr empfindsamen Mädchen zu einer willensstarken und gleichzeitig innerlich zerrissenen Frau entwickelt, gefangen in dem Konflikt zwischen christlicher Tugendhaftigkeit und ihrer großen Liebe zu Louis. Die Figur Louis' XIV. ist weniger die des Königs, des prunksüchtigen Alleinherrschers, als die eines Mannes zwischen Verpflichtung und Willen. Das Buch stellt auch diese Person hauptsächlich in Bezug und aus der Sicht der Hauptfigur dar. Sandra Gulland reduziert hierbei merklich auf das Wichtigste für die Erzählung über Louise de la Vallières Leben, schafft es aber trotzdem, den Leser in das faszinierende und auch gefährliche Leben am königlichen Hof zu ziehen. Prunksucht und Dekadenz werden ebenso deutlich, wie die Schwierigkeiten einer Frau von Louises Natürlichkeit, sich mit den Formzwängen und Konventionen zu arrangieren und in ständiger königlicher Verfügung zu leben.

Unvergleichbar

Wer die Joséphine-Bände kennt, wird vielleicht enttäuscht sein, denn Die Sonne des Königs kann an die vorangegangenen Werke nicht heranreichen und ist auch schwerlich damit zu vergleichen. Aber das will es wahrscheinlich auch gar nicht, denn schon vom Umfang her entspricht es nicht annähernd den Dimensionen der Trilogie. Es existieren kaum bedeutende Nebenfiguren, denn das Werk ist merklich auf das Leben und die Sicht Louises beschränkt und ein Flair französischen Lebens in einer von Frankreichs Hochzeiten kommt nicht so recht auf. Dennoch ist das Buch ein gelungenes Portrait einer facettenreichen Frau und der Leser leidet und genießt, zweifelt und hofft mit seiner Hauptfigur. Es ist unterhaltsam, humorvoll und tiefsinnig geschrieben und macht es dem Leser durch seinen gelungenen Spannungsaufbau schwer, es wieder aus der Hand zu legen.

 

Die Sonne des Königs

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Letzte Kommentare:
13.10.2012 13:34:23
Lela Shavadze-Müller

Ein wundervolles Buch, spannend, interessant und vor allem wahre Geschichte. Hier wird die Liebe ziemlich unmittelbar und intensiv beschrieben, leidenschaftlich und gefühlvoll. Ich könnte nicht mehr aufhören dieses Buch zu lesen und hatte das Bedürfnis weiter und weiter zu lesen.Dieses Buch ist auf jeden Fall Empfehlenswert,ihr werdet viel Freude und Spass am lesen haben.

16.03.2011 15:05:53
anath

Interessant und fesselnd. Dabei darf der Leser nicht mit einer minutiös recherchierten Biographie der La Valiere rechnen, eher mit einer atmosphärischen Skizze - oder wie auch immer man es nennen will wenn einem Roman die wesentlichen Partien eines Lebens zugrunde liegen und daraus und drumherum eine Geschichte gewoben wird wie sie so passiert sein könnte. Die Autorin selbst schreibt, daß sie historisch belegte Personen z.T. weggelassen hat weil sie für das Leben der Louise de La Valiere eine nur marginale Bedeutung hatten, daß andere Personen zu einer einzigen verschmolzen wurden etc..
Das tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch und man hat die Chance, einen Blick auf eine sehr ungewöhnliche Frau zu werfen, die vielleicht die einzige große Liebe Ludwigs XIV. war - wohl weitaus eher noch als ihre Nachfolgerinnen. Was mich immer an ihr fasziniert hat, kommt auch in diesem Buch sehr gut zum Ausdruck : ihre Unehrgeizigkeit, ihr Desinteresse an der Macht und ihre tiefe, innige Liebe zu dem Mann Louis - der eben leider auch der König von Frankreich ist.
Der Autorin gelingt es, ein sensibles Portrait dieser Frau zu zeichnen, die doch so gar nicht geeignet war, sich gegen die Ellenbogen bei Hofe durchzusetzen. Und wider besseres Wissen hofft und bangt man mit ihr bis zum Schluß. Auch Ludwig erscheint hier in einer Perspektive, die einen ausführlichen Blick auf den Menschen hinter dem Monarchen gestattet, ein weiterer Pluspunkt für das Buch.
Mag sein, daß die eine oder andere Szene phantasievoll übertrieben wurde, mag sein, daß da manches wohl eher nicht möglich ist, trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Eine feine Sprache, vereint mit phantasievollem Realismus, so was lese ich gerne und empfehle es auch gerne weiter.